thema japan nochmal: 2 klasse

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von julia_25 15.03.11 - 08:39 Uhr

guten morgen zusammen!


ich bin absolut geschockt was da passiert! mir fehlen die worte und natürlich hab ich angst...


wenn das mir schon so geht, wie gehts unseren kindern? mein grosser ist 7 und geht in die zweite klasse. er sieht jeden abend die nachrichten auf logo und jedesmal hat er angst, das das was in japan passiert auch bei uns passieren kann. er weiss, dass es in europa akw´s und atommüll(end)lager gibt. eines davon in unserer unmittelbaren nähe. wir versuchen ihn all seine fragen zu beantworten, reden mit ihm über seine ängste und erlesen uns viele sachen zum thema atomenergie, akw´s, atomschmelze, gau ect aus dem internet, wikipedia usw....


jeden morgen kommt die frage: was ist in japan passiert?

wir wollen ihn nicht überfordern, (wahrscheinlich ist er das schon) aber ihn den mund verbieten und thema wechseln geht auch nicht. ist doch klar, das er wissen möchte was da passiert.

in der schule wurde japan noch nicht thematisiert. aber langsam bin ich mit meinem latain am ende und ich möchte auch nicht, das das thema sein alltag bestimmt. er ist 7. ein kind. und richtig lachen konnte er die letzten tage auch nicht. (aus angst?) wie gesagt, wir reden viel darüber, vllt auch zu viel????

sollte japan in der schule auch mit der klasse mal besprochen werden?
so weiss er dann, dass er nicht allein mit seinen ängsten und seinem wissen ist.

haben wir (in der familie) zuviel darüber gesprochen? aber ich kann ja nicht alles abschotten......

was soll ich machen? was machen die grundschullehrer/innen hier mit ihren 2 klässlern?


julia


Beitrag von h-m 15.03.11 - 09:09 Uhr

Ich finde es für Grundschulkinder zu früh. Meine Tochter ist etwas jünger (gerade 7 geworden, 1. Klasse). Sie schaut keine Nachrichten, auch nicht die "Kinder"-Version.

Meine Meinung nach sollen Kinder in dem Alter absolut unbeschwert spielen können und sich keine Gedanken über solche Probleme machen.

Mir würde es nicht gefallen, wenn das Thema in der Schule besprochen würde. Sie weiß bis jetzt nämlich noch gar nichts darüber und würde dann erst recht Angst bekommen.

Beitrag von thea21 15.03.11 - 10:01 Uhr

Ihr macht alle einen Terz und verseucht damit eure Umgebung und ganz klar eure Kinder (davor bekommen die nämlich Angst), das passt auf keine Kuhhaut!

Beitrag von keksiundbussi04 15.03.11 - 10:06 Uhr


Sehe ich auch so. #pro

Beitrag von jazzbassist 15.03.11 - 10:30 Uhr

Ich denke, zu viel reden kann man mit einem Kind nie. Ich würde solche Themen bei einem 7-Jährigen aber nicht von mich aus ansprechen. Sondern nur auf alle Fragen, die ein Kind dazu hat, antworten und auch versuchen, dass, wenn ein Kind hier »Angst« hat, ihm diese Angst wieder zu nehmen. Ich würde aber immer versuchen, dass das auf einem Niveau bleibt, dass altersgerecht ist. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass, wenn man da bei einem 7-Jährigen dann irgendwie auf Atomenergie, Atomschmelze und Supergau kommt, dass man hier vielleicht viel früher die Handbremse hätte ziehen können.

Und, wenn ich feststellen würde, dass sich ein Kind hier einfach zu viele Sorgen macht; würde ich das mit der Kindervariante von Nachrichten entweder erstmal ein paar Tage sein lassen, bis sich die Lage wieder beruhigt, oder, diese Nachrichten dann nur noch mit dem Kind zusammen gucken. Wenn sich Kinder an ihre Eltern kuscheln können, fühlen die sich gleich viel sicherer, sie können offene Fragen dann direkt beantworten und, wenn sie dann feststellen, dass geht da gerade in eine Tiefe, die für Ihren Sohn noch nichts ist, ihn einfach ein bisschen ablenken, damit er das nicht alles mitbekommt.

Abschotten können wir unsere Kids zwar nicht; halte ich auch definitiv für den falschen weg - aber - die größte Sorge eines 7-Jährigen sollte sein, eine Fussballsammelkarte nicht zu haben; aber - definitiv kein Atomsupergau. Von daher hilft es vielleicht, bei der Beantwortung von kindlichen fragen einfach nur die Frage zu beantworten, und nicht versuchen, durch Erklärungen da immer weiter in die Tiefe zu dringen. Das ist so, wie bei dem Kleinkind, dass Abends mit »Mama, ich hab Bauchweh« ins elterliche Schlafzimmer stürmt und die Eltern bei »elterlichen Dingen« erwischt. Auch da geht man dann nicht am nächsten Tag ins Internet und versucht einem Kind alles bis ins kleinste Detail zu erklären. Vieles wird ein Kind mit dem Alter und der Reife selbst verstehen. Auch wie Atomkraftwerke funktionieren, wird ein Kind in der Schule noch lernen; auch, welche Gefahren es dabei gibt; auch, wie und warum sich Atome spalten etc. Aber das wird nicht in der Grundschule stattfinden, sondern in Jahrgängen, wo die Kinder das nötige Grundwissen und die Reife haben, diese Dinge überhaupt erst richtig verstehen zu können.

Also, als Vater wäre es mir auch nicht recht, wenn eine Klassenlehrerin dieses Thema von sich aus anspricht; dass sehe ich eher im Bereich der Eltern; die kennen ihre eigenen Kinder am besten und - Kinder sind hier einfach viel zu unterschiedlich. Wobei ich auch - bei meinem Sohn - festgestellt habe, dass damals zur Grundschullehrerin sehr schnell eine große Bindung existiert hat; Kinder vertrauen denen also und wenden sich durchaus auch mal mit Problemen oder Fragen an diese. Und, wenn ein Kind sich dort mit einer Frage wendet, würde ich schon erwarten, dass die Lehrerin darauf eingeht und versucht, diese Frage zu beantworten.

Beitrag von nina_1981 15.03.11 - 10:37 Uhr

Hallo Julia,
Leonie ist auch in der zweiten Klasse und hat "Japan" in den Nachrichten im Radio mitbekommen. Allerdings weiß sie nur, dass dort ein schlimmes Erdbeben war, es einen Tsunami gab und leider viele, viele Menschen gestorben sind. Sie hat auch einmal die Nachrichten mitschauen wollen und natürlich haben wir es erlaubt und ihr erklärt, was da passiert ist.

Von AKW's weiß sie allerdings nix, auch nicht, was passiert, wenn eine Kernschmelze einsetzt. Ich finde es definitiv zu früh, um Kindern so etwas zu erklären, sie kann die chemischen Vorgänge noch nicht verstehen und es würde sie unnötig in Angst versetzen. Wozu also?
Schlimm genug, was da alles passiert, aber wir haben auch darüber gesprochen, dass Japan sehr weit weg ist und es da oft Erdbeben gibt. Hier in Deutschland gibt es nicht so viele Erdbeben und somit brauchen wir keine Angst haben. PUNKT.
Soweit ich weiß, haben sie in der Schule schon über Erdbeben und die Wassermassen gesprochen, nicht aber über die weitergehende Gefahr, die vom Atomkraftwerk ausgeht.
Sie wissen, dass viele Rettungskräfte im Einsatz sind und diese versuchen, den Menschen in Japan zu helfen. Und das ist meiner Meinung nach wichtig: dass sie wissen, dass Leute, denen so etwas passiert, nicht allein gelassen werden.

Viele Grüße
Nina

Beitrag von julia_25 15.03.11 - 12:11 Uhr

danke an alle, auch an die , die das alles terz nennen!

leider gottes kommt man ja gar nicht an immer neuen informationen vorbei. sei es an der kasse am supermarkt, im radio, oder ne gruppe mütter, die sich an der schule darüber unterhalten. leider kann ich meinen sohn nicht oropax und ner augenbinde in der gegend rumlaufen lassen.;-)

obwohl, ich das für nen guten gedanken halte. leider ist es auch so, dass mein sohn keinerlei sammel leidenschaften, spieleleidenschaften oä hat, um sich auf ein für kinder wesentliches zu konzentrieren.

er kann mit seinen 7 jahren super lesen und eine riesen grosse schlagzeile auf der zeitung am kiosk gibt ihm die information die er haben möchte.

sicher weiss er dass japan irre weit weg ist und auch dass wir hier in deutschland sicher sind. aber er macht sich halt auch einfach sorgen um die menschen dort und die kinder und babys.und und und....

glaub mal nicht, dass ich ihn jeden abend vor die nachrichten setze. habe ihm angeboten etwas anderes zu sehen, zu spielen, oder einfach sein (kindgerechtes für 8 jährige ;-) )gespenster buch zu lesen.
aber dann weiss er ja gar nicht was passiert ist. erst muss er sie nachrichten sehen. war seine antwort.

klar, bin ich vllt etwas zu tief eingedrungen in das thema, aber ich denke, nein bin mir sicher!!, dass wir dabei immer kindgerecht geblieben sind.

er kann lesen, er kann hören und er kann sehen.

was soll ich machen.

aber es hilft mir schon weiter, wenn ihr sagt, dass es besser wäre in der klasse nicht darüber zu reden.

danke nochmal.

julia


Beitrag von soulcat1 15.03.11 - 13:29 Uhr

Hallo! #winke

Meine Tochter ist im Januar 7 geworden und guckt schon lange abends mit mir RTLaktuell.

Als ich am Freitag von Japan gehört habe, kam ich mit meiner Tochter nach Hause und hab nTV angeschaltet. Stand fassungslos davor.

Und ich meine, sie darf ruhig schon mit 7 sehen, wie schlecht die Welt doch ist. UND auch was alles schlimmes bei uns auf der Welt passiert!!

Ich gehe ganz locker damit um. Stellt meine Tochter Fragen, werden die - soweit es mir möglich ist - beantwortet.

Wir haben keinerlei Probleme damit.

Wenn Du gefragt wirst, was in Japan passiert ist und weiterhin passiert - willst Du ihn anlügen und sagen - ach nichts wildes mein Schatz?

Ich werde meiner Tochter nichts vormachen. Sie soll genau so groß werden. Nicht alles auf der Erde ist nunmal gut.

Gruß

Petra & Joelina :-p

Beitrag von giftzwerg01 15.03.11 - 16:38 Uhr

So haben wir es auch immer gehandhabt. Schon damals beim Tsunami in Thailand (da war unsere Tochter 5,5) haben wir darüber gesprochen, sie hat viele Fragen gestellt, wollte damals auch unbedingt etwas vom Taschengeld mit spenden... Einen seelischen Schaden hat sie nicht davon getragen und auch keine Ängste entwickelt.

Ich kann da auch immer nur die Kindernachrichten "logo" auf KIKA empfehlen, da wird alles immer ganz toll erklärt.

#winke

Beitrag von 1familie 15.03.11 - 13:48 Uhr

Hallo,

natürlich ist es nicht schön, was in Japan passiert, aber auch ich finde, man kann bei einem Kind die Angst schüren.

Mein Sohn 7 Jahre alt interessiert sich natürlich auch für Thema und mein Mann und ich haben damit keinerlei Probleme ihm diese Dinge zu erklären.

Auch mit 7 kann man die Augen vor der Welt nicht mehr verschliessen und ich finde es normaler mit seinen Kindern darüber zu reden, anstatt ihnen die Scheuklappen aufzusetzen
Ich finde es wichtig, die Fragen eines interessierten Kindes zu beantworten.

Gruß

Beitrag von sarahg0709 15.03.11 - 13:49 Uhr

Hallo Julia,

da ist Deiner schon extrem.

Meine Tochter (auch 7), 2. Klasse, hatte auch bei den ersten Bildern des Erdbebens und des Tsunamis gefragt, was da passiert. Ich habe ihr es erklärt und inzwischen ist das auch wieder in den Hintergrund gerückt, da in den Abendnachrichten nur noch kurze Sequenzen kommen und wir die Spezialberichte nicht mehr anschauen.

In der Schule wird darüber auch nicht gesprochen. Fände ich auch nicht in Ordnung, wenn die Lehrerin das ohne Absprache tun würde.


LG

Beitrag von sufu 16.03.11 - 14:37 Uhr

ich kann nur die Internetseite "Blinde-Kuh.de" empfehlen, da werden solche Themen wie Erdbeben und Tsunami anschaulich für KInder erklärt.

LG

Beitrag von teddy12776 16.03.11 - 21:31 Uhr

In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren wie damals nach Tschernobyl mit euch umgegangen wurde. Schließlich ist die Katastrophe in Japan ja leider nicht die erste. Sicherlich hat man ja auch nicht vergessen, wie man sich damals gefühlt hat. Eigentlich wundert es mich, dass das hier niemand angesprochen hat.
Ich war damals zwar schon 9 und in der 4. Klasse, weiß aber auch noch, dass zumindest bei einer Freundin (eine Klasse unter mir) das Thema Tschernobyl im Unterricht genau so wie bei mir besprochen wurde. Wie schon einige sagten, man kriegt es ja so wie so mit. Dann besser kindgerecht drüber sprechen. Ich weiß noch, dass ich mir zwar Sorgen gemacht habe, allerdings hielten die sich dadurch, dass man uns in der Schule das alles nicht so dramatisch und bis ins kleinste Detail erklärt hat doch in Grenzen. Ich wusste, dass etwas schlimmes passiert war. Und ich wusste auch, dass etwas "ungesundes" auch bis zu uns durch die Luft gekommen war, aber wie das alles genau zusammen hing konnte ich natürlich nicht so ganz verstehen.

Beitrag von inajk 17.03.11 - 17:16 Uhr

Mein Grundsatz ist: Kinderfragen gehoeren beantwortet. Und zwar auf dem Niveau das das Kind verstehen kann. Und: Luegen gilt nicht (oder ich muss einen seeeeehr guten Grund dafuer haben.
Meine Tochter ist erst 4 und hat von Japan noch nix mitgekriegt. Wir thematisieren das dann auch nicht. Aber wuerde sie danach fragen, dann wuerden wir auch antworten. Sie fragt ansonsten nach vielen Dingen, und wir haben schon Themen besprochen wie Krieg, Bomben, Selbstmord. Auch wenn man schlimme Dinge erzaehlt, kann man dem Kind durch die eigene Haltung Bestaendigkeit und Sicherheit vermitteln. Es sind vor allem die Emotionen der Eltern, die sich auf das Kind uebertragen und Schaden anrichten. Nicht die Fragen/Informationen.
Ich denke dass du das schon gut machst.
Ich haette auch nichts dagegn wenn sowas in der Schule besprochen wuerde. Ich wuerde es aber auch nicht einfordern, denke ich, sondern das der jeweiligen Lehrerin ueberlassen. Sie muss sich damit gut fuehlen, sonst kommt es falsch raus. Darum wuerde ich da keinerlei Druck machen.

LG
Ina

PS, voellig silo: Ich hatte ein surreales Erlebnis in diesem Zusammenhang. Ich sah die allerersten Hubschrauberbilder, mein Mann hatte mich gerufen, und ich hatte die Kleine (2) auf dem Arm. Ich hab das so gelassen, denn man sah keine Menschen, nur die Flutwelle, Autos etc. Ich kaempfte mit meinen Emotionen und die Kleine kommentierte alles. Guck mal Mama, kaputt. Da, Kerze (ein brennendes Haus). Grosse Kerze. Heiss, nicht anfassen. Blasen. Da, Auto, Auto kaputt. Und ich drueckte sie und bestaetigte was sie sah. Es war wirklich surreal.

Beitrag von ansiric 21.03.11 - 12:41 Uhr

Hallo,
natürlich müssen die Kinder darüber reden können. Und in der Schule mit gleichaltrigen Kindern ist es genau die richtige Gesprächsrunde. Es ist total falsch, wenn man die Kleinen von solchen Problemen komplett abschottet. Natürlich sollen sie auch nicht die volle Härte erfahren, aber sie sollen merken, dass da draußen nicht alles heile Welt ist. Sie bekommen ja irgendwann den Risenschock, wenn sie gerieft sind und plötzlich mit Problemen in der weiteren Welt konfrontiert werden. Wichtig ist, dass man sich die Zeit nimmt und versucht zu erklären, was da tatsächlich passiert ist. Und man darf es auch nicht verharmlosen.
Erklär es Deinem Kind behutsam und Du wirst sehen, dass daraus ein ganz tollen Gespräch wird.

Grüße ansiric