Superlativissimo

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Beitrag von hauke-haien 15.03.11 - 10:43 Uhr

Frage:
Was ist größer als das Größte?

Antwort:
Das Super-Größte!

Gibt es noch mehr?
Vielleicht das Mega-Größte, Giga-Größte, das Unendlich-Größte?

Beitrag von caitlynn 15.03.11 - 10:54 Uhr

Meine Nichte meinte neulich völlig logisch:

groß...größer...am größtesten....äh...noch mehr am größesten?

für mich ist größer als das größte einfach: riesig :-)

lg cait

Beitrag von fred_kotelett 15.03.11 - 10:54 Uhr

Das du ja mit Sicherheit auf den Super GAU anspielst, der ja die Steigerung des Größten Anzunehmenden Unfalls ist liegst du mit deiner ketzerischen Frage absolut falsch.

Der Gau ist ja lediglich der Größte Anzunehmende Unfall dessen Beherrschbarkeit im Planungsverfahren eines AKW nachgewiesen werden muss.

Da es aber Störfälle gibt, die nicht von solch einem Planspiel erfasst sind
und dann zur Kernschmelze führen. Also ein Super-GAU

Die Vorsilbe super wird hier einfach in ihrer korrekten latein. Bedeutung vorne angestellt.

Auch wenn es sich blöd anhört ist es also absolut legitim die Bezeichnung Super-Gau zu benutzen.

VG
Fred

Beitrag von nele27 15.03.11 - 11:05 Uhr

Stimmt.
Dann brauche ich ja nicht zu antworten.

Die Klassifizierungen "GAU" und "Super-GAU" sind ja mit bestimmten Inhalten besetzt und stehen in Verbindung mit den 7 Stufen,wonach Reaktorvorfälle definiert werden.

Beitrag von hauke-haien 15.03.11 - 11:31 Uhr

Tatsächlich brachte mich die aktuelle Diskussion auf diese Frage. Angesprochen wurde sie aber schon sehr viel früher:

http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,262334,00.html

Sprachlich ist diese Bezeichnung ein Desaster! Wie solle es denn weiter gehen? Mit dem größeren und dem allergrößten vorstellbaren Super-Gau?

Der Duden sagt dazu:
"Su|per-GAU, der; -s, -s (ugs. emotional verstärkend): allergrößter GAU: der S. von Tschernobyl. "

(Ein Armutszeugnis!)



Die meisten Menschen, die heute den Begriff verwenden, beziehen sich damit ja nicht auf Genehmigungsverfahren und Abstufungen der Schwere eines Unfalles, sondern nur um auszudrücken, dass es noch schlimmer ist, als alles, was man sich bislang vorstellen konnte.

Da das aber nicht der Fall ist (Tschernobyl hat uns mit der Vorstellung auf die Sprünge geholfen), ist dies, unabhängig von Genehmigungsverfahren, mit denen ich mich nicht auskenne, höchstens wieder ein GAU. Eigentlich aber auch nicht, weil der Größte bislang immer noch Tschernobyl war, wo die Strahlung unvergleichlich höher war als in Fukushima.

Also ist "Super-GAU" erstens eine sprachliche Nullnummer und zweitens ein Teil der weitverbreiteten Panikmache!

LG, H.H.

Beitrag von fred_kotelett 15.03.11 - 11:42 Uhr

Natürlich ist das ganze eine sprachliche Nullnummer..

Die Frage ist halt nur, wie nennt man so etwas sonst?

Wie ja in meinem Post schon angesprochen, entwickelt man im Planungsverfahren ein mathem. technisches Modell anhand dessen man nachweist das man mit einem bestimmten Größten Anzunehmenden Unfall umgehen kann.

Wenn nun Umstände eitreten, die über die in dem Modell betrachteten Faktoren hinausgehen hat man nunmal eine Situation die über den Größten Anzunehmenden Unfall hinausgehen. Das heisst diese Konsequenzen waren eben nicht mehr im vorraus anzunehmen.

das man nun das adjektiv super in seiner korekten Bedeutung vornanstellt, ist sparachl unschön aber korrekt.
Eine Panikmache kann ich zur Abwechslung hier nicht erkennen.

Im Englischen benutzt man ja auch DBA (design basis accident) als Sysnonym zu unserem GAU und BDBA (beyond design basis accidend) entsprechend Super-GAU für alles darüber hinausgehende.


VG
Fred

Beitrag von nele27 15.03.11 - 11:42 Uhr

***
Die meisten Menschen, die heute den Begriff verwenden, beziehen sich damit ja nicht auf Genehmigungsverfahren und Abstufungen der Schwere eines Unfalles
***

Sicherlich gibt es viele, die als "Super-GAU" alles möglich bezeichnen, was ihnen Schlimmes widerfährt - weil sie vll. gar nicht wissen, dass dieser Begriff mit einer bestimmten Definition besetzt ist.

Aber gerade die mündliche Sprache ist eben lebendig. Und dass Menschen Dinge weiterentwickeln, Begriffe anders besetzen und andere Zusammenhände herstellen ist etwas ganz normales und hat es immer schon gegeben.
Die Theorie der "Verhuntzung der Sprache" ist auch sprachwissenschaftlicher Sicht nicht haltbar!

Auch wenn ich menschlich gesehen natürlich gut verstehe, was Du damit sagen willst und ich auch gern mal über fiese sprachliche Stilblüten lache oder mich auch ärgere.

Aber streng genommen folgt die schriftliche Sprache nur der mündlichen und der Duden ist eh kein feststehendes Werk, sondern passt sich ebenfalls dem Sprachgebrauch an.

Und daraus folgt, dass aus sprachlichen Fehlern gut und gern Regeln werden können... hat es schon oft gegeben. Wer sagt z.B. heute noh "buk"? Jeder normale Mensch sagt "backte". Noch vor einiger Zeit hat das sicher in den Ohren der Menschen unangenehm geklungen.

So, jetzt ist aber Schluss mit dem klugscheißerischen Monolog :-)

Beitrag von deinemudder 15.03.11 - 16:15 Uhr

Das jahrhundert-größte natürlich.
Ach, und das größte-ALLER-zeiten.

Grüße
Alex