bitte um eure Tips---Kind hört überhaupt nicht mehr (3) Trotz-Bockpha

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von lady31 15.03.11 - 10:45 Uhr

Hallo,
unser Sohn war immer brav,anständig und hat sofort gefolgt wenn man was gesagt hat...seit 4 Wochen ist alles anders:
er findet es lustig wenn wir fort fahren und ich erst 5 min. mit der Jacke hinter ihm herlaufe...werd ich laut und schimpfe lacht er erst recht und machts trotzdem.....
er läuft einfach vom Gehsteig weg und auf die Straße, alles erklären warum usw...nützt nichts ... er lacht und machts wieder....
leider staut sich bei mir totale Wut im Bauch an, ich bin schwanger und total leicht reizbar.... somit ist es auch schon passiert das ich ihm auf die Finger gehauen habe wenn er wieder was getan hat was ich schon 10x verboten habe....ich weiß das ist abs. falsch aber ich weiß mir dann nicht mehr zu helfen.... wir wohnen mit den Schwiegis in einem Haus und er möchte schon früh um 6 Uhr zu denen runter..... wäre am liebsten den ganzen Tag dort.... seltsamerweise ist er dort nicht so schlimm und wenn er dann wieder raufkommt dreht er komplett durch.... am liebsten würd ich mir ein eigenes Haus nehmen.... geht aber nicht da uns das Haus mal gehört. ... ich weiß einfach nicht mehr weiter..... reagiert er so weil ich nicht jede Minute Zeit habe für ihn wie Opa? aber es ist ja auch noch der Haushalt, einkaufen usw. zu erledigen.... bin dankbar für alle Tips.

lg

Beitrag von jazzbassist 15.03.11 - 11:25 Uhr

Ich denke, es wird mehrere Gründe geben, warum sich ihr Sohn so verhält. Einer wird sein, dass Kinder ganz einfach Grenzen brauchen und diese auch manchmal suchen. Ganz ganz oft funktioniert das mit diesen Grenzen mündlich: »Tue das bitte nicht, weil…«, nur - das mag banal klingen - nur - ein Kind muss auch mal eine Zeit lang erproben, was passiert, wenn es nicht die Mama hört. Man spricht dann eigentlich immer von Konsequenzen.

Wenn die Konsequenz von »Ich zieh die Jacke nicht an«, die ist, dass sich die Mama da auf ein ganz ganz lustiges Spiel einlässt und 5 Minuten lang hinter einem Kind her rennt (was Kindern total viel Spass macht; darum lachen die dabei auch), können Sie ja von einem Kind schlecht erwarten, dass er sich das nächste mal dann anders verhält. Die Konsequenz von »Ohne Jacke das Haus zu verlassen« wäre aber eigentlich, festzustellen, dass es dann einfach kalt draußen ist. Das ist für uns etwas sehr logisches - nur - für ein Kind kann das eine echte Erkenntnis sein. Von daher würde ich die Jacke, wenn er sich die nicht anziehen lassen möchte, einfach mitnehmen und das Haus verlassen. Das Kind wird sich dann schon melden.

Im Straßenverkehr ist die Konsequenz, wenn sich ein Kind an die dortigen Regeln nicht hält … auch das ist völlig banal, weil Sie das an einer gefährlichen Kreuzung ganz automatisch tun werden (da ihr Kind wohl noch bei bester Gesundheit ist, schient das auch zu funktionieren) … das Kind einfach an die Hand zu nehmen. So kann es gar nicht mehr wegrennen, sie brauchen nicht schimpfen und nicht laut werden und dass Kind bekommt eine Grenze, die es nicht mehr übertreten kann. Denn nur große Kinder dürfen auf den Gehweg auch ohne Mamas Hand gehen, da sie sich an die Regeln für dieses Privileg halten. Kleine Kinder, die diese Regeln noch nicht verinnerlicht habe, sollten dieses Privileg ganz einfach nicht haben. Sagen wir einfach, Ihr Sohn ist mit diesem Freiraum momentan einfach noch überfordert. Der Lernprozess läuft da ganz von alleine ab, da ein Kind ja viel weniger Freiräume besitzt, wenn es an Mamas Hand geht und so schlechter die Gegend erkunden kann. Darum ist ein Kind dann recht schnell gewillt, hier Mamas Regeln zu akzeptieren. Zwar ist es doof, nicht überall hinrennen zu dürfen, wo man gerade hinmöchte - aber - noch viel doofer ist, die ganze Zeit an Mamas Hand gehen zu müssen. Und, so kann ein Kind lernen, auch eine mündliche Grenze (Bleib in meiner Nähe) zu akzeptieren; es muss erst die Gewissheit erlangen, dass diese mündliche Grenze auch eine wirkliche Grenze ist (weil Mama einen ansonsten daran hindert).

Das klappt irgendwie auch bei diesen »Tue das nicht, lass dies« Sachen, und, auch hier werden Sie instinktiv richtig handeln. Findet ihr Sohn im Wohnzimmer ein Feuerzeug und spielt damit rum, werden sie ihm auch nicht sagen: »Brenn bitte nicht die Wohnung ab«, sondern, es ihm einfach wegnehmen. Also bei so Kleinigkeiten wie dem Kind, dass beim Essen mit dem Glas rumspielt und die hälfte verkippt etc. ist der einfachste Weg, da gar nicht lange auf »Tue das nicht, lass das, mach dies nicht, mach das nicht« einzugehen, sondern, einfach das Glas wegnehmen und es morgen nochmal zu versuchen. Von daher ist es der falsche Weg, einem Kind 10 mal etwas zu verbieten, damit schwächen Sie ja nur - auch wenn es ein doofes Wort ist - ihre eigene Autorität ab. Denn, sie bringen einem Kind dadurch bei, dass das, was sie sagen, gar nicht so wichtig ist. Denn, wenn es wichtig wäre (Feuerzeug, Messer, Gefährliche Kreuzung) würden sie es ja auch nicht darauf ankommen lassen.

Ein weiterer Grund für so ein Verhalten wird auch sein, dass ihr Großer möglicherweise ein bisschen Eifersüchtig ist. Denn für Ihm wächst in ihrem Bauch nicht nur ein kleiner Bruder/Schwester, sondern auch ein Konkurrent im Kampf um Mamas Liebe. Und - Kinder stehen von Natur aus viel lieber in Mamas Mittelpunkt und teilen diese Stellung nur ungern. Sie möchten Ihren Mann ja auch nicht mit noch einer zweiten Frau teilen. Ihr Sohn möchte das auch nicht unbedingt, und, er wird hier viel Zeit, liebe, ihre Unterstützung etc. brauchen, um solche Eifersuchtsphasen zu überstehen. Hier kann man mit einem 3-Jährigen schon recht gut über neue Geschwister reden; einfach Fragen beantworten und die Wahrheit sagen. Kinder wollen hier nicht »der Sicherheit wegen« angelogen werden und wollen nicht hören, dass sich eigentlich nichts ändert wird. Dafür sind die ein bisschen zu Klever. Die kriegen ja jetzt schon mit, dass das Baby wahrscheinlich auf dem Spielplatz, oder am Telefon, oder, wenn ihre beste Freundin zu besuch ist, dass Gesprächsthema Nr. 1 ist. Da werden Kinderzimmer geplant, Namen ausgesucht etc.

Das mit Omi und Opi - ich denke - das ist einfach deren Rolle, ein Enkelkind ungemein zu verwöhnen, so, dass sich viele Kinder dort immer besonders wohl fühlen. Da gibt’s dann mal den Pudding vor dem Essen, vielleicht auch mal eine Karamelle mehr. Der Opi schimpft vielleicht mal etwas »lauter« als die Mama. Und hat natürlich viel Zeit. Solange ihr Sohn sich dabei wohlfühlt, und sie auch, ist doch alles in Ordnung. Und, im Haushalt können 3-Jährige bereits ganz ganz toll mithelfen. Zwar dauert ihr Tag dann länger, aber, Kinder helfen der Mama eigentlich immer besonders gerne.

Beitrag von marion2 15.03.11 - 11:33 Uhr

Hallo,

erklären ist manchmal einfach nur Quatsch in dem Alter.

Da verstehen die Kinder noch nicht, dass sie Matsch sind, wenn ein Auto sie umfährt und vor allem nicht, dass sie Matsch bleiben. Sie denken trotz Erklärung, dass sie wieder aufstehen werden. Autos kucken ja auch immer so freundlich. Was aus Marketing-Sicht verkaufsfördernd ist, wirkt auf dein Kind leider negativ verharmlosend.

Klare Ansagen sind hilfreicher. Ungefähr in diesem Stil sind sie am erfolgversprechendsten:

"Jacke an, sonst gibts nicht raus"

"Finger weg"

und

"Stehenbleiben"

Er muss verstehen, dass das KEIN Spiel ist. Wie du das hinbekommst, musst du ausprobieren. Manche Kinder kann man an die Hand nehmen, bei anderen funktioniert das gar nicht.

Gruß Marion

Beitrag von xbienchenx 15.03.11 - 17:54 Uhr

<<<Da verstehen die Kinder noch nicht, dass sie Matsch sind, wenn ein Auto sie umfährt und vor allem nicht, dass sie Matsch bleiben.

Ich weiss ja nicht was du für Kinder hast, aber ein 3 Jähriges Kind versteht sehr wohl das es verletzt werden kann wenn ein auto es anfährt. Und nur klare Ansagen zu geben ist in diesem Alter nicht mehr sinnvoll, da ein Kind mit drei Jahren immer nach dem warum fragt und alles versucht um es zu verstehen. Genau deswegen probiert es Dinge aus.

<<<Wie du das hinbekommst, musst du ausprobieren.

Öhm...Kinder sind doch keine versuchskaninchen wo man mal so und mal so was macht.

<<<Manche Kinder kann man an die Hand nehmen, bei anderen funktioniert das gar nicht.

Natürlich funktioniert das bei allen Kindern.

Irgendwie verstehe ich deine gesamte Aussagen nicht, weil es meines erachtens in keinster weise zutrifft.

Beitrag von lady31 15.03.11 - 18:49 Uhr

ich danke euch sehr für eure Antworten,
habs heute in der Stadt gleich ausprobiert und ihn fest an die Hand genommen und er hat es ohne murren aktzeptiert... ich werde mir auf alle Fälle das jetzt zu Herzen nehmen.

danke

lg

Beitrag von xbienchenx 15.03.11 - 19:37 Uhr

Das klingt doch vielversprechend! Jazz hat dir ja schon alles wichtige gesagt. Er gibt immer ganz tolle, brauchbare und umsetzbare Tips. Er hat schließlich auch Erfahrungen in diesen Bereichen. Daher lese ich seine Beiträge immer wieder gern.


Alles gute dir und deinem kleinen Grummelprinzen

Beitrag von marion2 16.03.11 - 11:48 Uhr

"Natürlich funktioniert das bei allen Kindern."

Eben nicht!

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 13:35 Uhr

Dann machst du was falsch

Beitrag von marion2 16.03.11 - 16:35 Uhr

Was kann man bitte falsch machen, wenn man sein Kind an die Hand nimmt, nachdem man mit ihm gesprochen hat?

Wenn ein Kind nicht an die Hand will, wird es das deutlich zeigen. Da kannste reden wie ein Buch und festhalten wie eine Schraubzwinge - du kommst nicht über die Straße. (Wenn du aber nicht richtig festhältst, läuft das Kind wieder auf die Straße - ohne dich.)

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 16:57 Uhr

<<<Da kannste reden wie ein Buch und festhalten wie eine Schraubzwinge - du kommst nicht über die Straße.


hmh...Bei mir klappt das immer...und ich habe vier Kinder, ich weiß wovon ich rede.
Aber mir egal ob du das kannst oder nicht.

Beitrag von marion2 16.03.11 - 17:04 Uhr

Ich weiß auch wovon ich rede. Das hat mit der Kinderzahl herzlich wenig zu tun.

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 17:35 Uhr

doch weil es eine erfahrungssache ist

Beitrag von marion2 16.03.11 - 18:40 Uhr

Nein, weil man mit jedem Kind andere Erfahrungen macht.

Beitrag von xbienchenx 16.03.11 - 20:25 Uhr

lol so genial....und genau deswegen ist es erfahrungssache! Oh man!#klatsch

Beitrag von marion2 17.03.11 - 10:07 Uhr

deswegen ist es egal, wie viele Kinder du hast

Beitrag von xbienchenx 17.03.11 - 15:58 Uhr

#klatsch

Beitrag von xbienchenx 17.03.11 - 15:59 Uhr

Das man aber mit 1 Kind weitaus weniger Erfahrungen hat als mit 4 Kindern ist dir schon klar oder? Merkst du noch was fürn Müll du von dir gibst?

Beitrag von marion2 17.03.11 - 16:27 Uhr

20 Kinder reagieren in der selben Situation auf 20 verschiedene Weisen.

Beitrag von xbienchenx 17.03.11 - 17:41 Uhr

Was glaubst du warum es bestimmte Studien gibt?
Und es ist nun mal ne Tatsache das man viele Dinge durch Erfahrung lernt. Und wenn du nicht in der Lage bist ein Kind an die Hand zu nehmen, dann tut es mir wirklich leid für dich.

Beitrag von xbienchenx 17.03.11 - 17:47 Uhr

...aber stimmt...du bist ja die Sorte Mutter die es befürwortet einem Kind Gewalt anzutun, wo du dich ja auch noch schön rausgeredet hast und es dir schön geredet hast. Da trifft eins aufs andere. Somit ist das Thema für mich beendet, denn sich mit dir über irgendetwas zu unterhalten ist sinnlos. Du bist uneinsichtig, ganz egal was man für Argumente bringt. Es könnte ein Fachmann für Kinder, vor dir stehen und du würdest immer noch dagegenreden.

Eins kann man nur hoffen, das du zu liebe deiner Kinder aufhörst sie zu "klappsen". Du weisst sichelich nicht mal das schon das strafbar ist!...

Beitrag von anico 17.03.11 - 13:30 Uhr

hier wird doch über einen 3 jährigen gesprochen. und im normalfall sind 3 jährige noch nicht so stark wie die mama oder der papa #kratz #rofl

hat ja heute zum glück bei der TE geklappt :-p


ein tipp an die marion: wenn du es nicht schaffst, dein 3 jähriges kind an der hand festzuhalten, nehme es hoch und halte es mit beiden händen fest an deinen körper. das sollte funktionieren #pro

Beitrag von marion2 17.03.11 - 16:47 Uhr

Meine 3jährigen Kinder hätten sich nicht an die Hand nehmen lassen. Auf den Arm #schock - da hätt ich sie erst einmal raufbekommen müssen. Und das auch noch gleichzeit #schwitz - nee #danke

War sicher nett gemeint, aber nicht umsetzbar.

Beitrag von falkster 17.03.11 - 14:21 Uhr

Das ist der größte Unsinn, den ich zum Thema Erziehung hier bisher lesen durfte...

Eine Erklärung spare ich mir, da sie a) schon hundertfach formuliert wurde und b) ich glaube damit meine Zeit in diesem Fall nur sinnlos verplempern würde...