Trennung, Aufenthaltsort Kind... Kann er einfach so...?!

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von oceans11 15.03.11 - 12:29 Uhr

Hallo,

ich muss mich leider hier in dieser Rubrik mal melden...

Kurz zur Vorgeschichte: sind seit knapp 5 J. verheiratet, und 8,5 J. zusammen. Tochter ist 4,5 J. alt.

Nun gut, ich habe für mich entschieden, dass ich mich trennen will. Die Gründe möchte ich hier jetzt nicht aufführen, weil sie nichts zur Sache tun.
Jedenfalls das endgültige Gespräch hierzu fand noch nicht statt. Aber mein Mann weiß im Grunde, wie die Sache endet (er hat sich diesbezüglich bei einem Freund geäußert). Jedenfalls ist er der Ansicht, dass ich unsere Tochter nicht bekommen soll, er würde sie behalten.

Das geht doch nicht so einfach! Ich bin immerhin die Mama! Klar, er hat das super Betreuungsnetzwerk bei einer Trennung - seine Eltern stehen hinter ihm (auch gut so), so dass diese unsere Tochter vom Kiga täglich abholen können, wenn er noch auf Arbeit ist (sie wird immer ca. 14:30 Uhr abgeholt, er arbeitet bis 15:15 Uhr, Arbeitsweg 10 Min. maximal). Ich hingegen kann auf niemanden bauen, meine Eltern sind beide erwerbstätig und arbeiten/wohnen in einem anderen Ort. Ich arbeite Vollzeit, sprich 40h, Arbeitsweg pro Strecke 30 Min. D.h. ich bin 9,5 Std. außer Haus...

Ich habe mir diesbezüglich schon Gedanken gemacht, würde gern die Betreuung unserer Tochter für jeden auf 50 % verteilen. Und halt in der Woche, wo ich sie habe, einfach kürzer arbeiten und das quasi wieder aufholen in der andere Woche, wo die Betreuung bei ihm liegt. Das wäre auch vom AG her kein Thema.

Ich reg mich gerade tierisch drüber auf, dass er so ohne weiteres von vornherein festlegen will, dass er die Kleine bekommt und ich nicht. Aber das geht doch nicht?

Was hab ich für Möglichkeiten, sollte weiterhin auf stur schalten, wenn jetzt das klärende Gespräch ansteht?

Herzlichen Dank!

P. S. Sorry wenn alles etwas verwirrend klingt, aber nähere Details mag ich einfach nicht erzählen zur Trennung.

Beitrag von juju0980 15.03.11 - 13:57 Uhr

Huhu, nein, so einfach ist das nicht! Such Dir einen Anwalt, der kann Dich da beraten.

Ich muss Dir ganz ehrlich sagen, ich kenne Kinder, bei denen die Lösung mit 50/50 so gefahren wurde (geht natürlich nur, wenn man in der Nähe wohnt) und ich kenne kein Kind, bei dem das richtig gut gegangen ist. Die Kinder, die ich kenne, die haben sich nirgends richtig zu Hause gefühlt.

So schwer das ist, aber versucht zum Wohl des Kindes zu entscheiden. Optimal wäre natürlich, wenn seine Eltern auch Dich weiterhin zumindest mit Kinderbetreuung unterstützen - wobei das natürlich immer so ein Thema ist.

Du versuchst ja auch gerade die 50/50 Regelung zu "bestimmen" - weil sie Dir besser in den Kram passen würde - und ihm passts halt so besser in den Kram.

Ihr solltet Euch (bei aller Verletztheit) aber fragen: Was passt für unser Kind am besten?!

Beitrag von oceans11 15.03.11 - 14:50 Uhr

Ja das stimmt schon... Dachte halt nur, dass viell. 50:50 eine gute Idee wäre. Soll ja sein Kind weiter sehen sollen/dürfen.

Denke, da werden wir viel Klärungsbedarf haben. Ist alles nicht so einfach. Aber wir waren 2007 schon mal getrennt, da war die Kleine gerade 9 M. alt und er gerade in der Erziehungszeit. Da ist er auch Knall auf Fall mit ihr zu seinen Eltern gezogen, 400 km weg... Großes Kino, hatte sie dann erst mal nur alle 3 Wochen gesehen, da ich noch in München gearbeitet habe und durch den ganzen Umzug und ohne Auto auch nicht jede Woche zu ihr fahren konnte. War ganz schlimm damals und ich hab halt Angst, dass es wieder so wird. Er das Kind, ich das Nachsehen #schmoll

Beitrag von juju0980 15.03.11 - 14:53 Uhr

Ihr seid nicht verheiratet, oder? Habt ihr gemeinsames Sorgerecht? So einfach isses nämlich nicht, dass er grad wie er will 400 km weg zieht. Ich würd mich echt gut vonnem Anwalt beraten lassen!

Beitrag von oceans11 15.03.11 - 15:02 Uhr

Doch doch sind verheiratet, seit 2006. Also auch gemeinsames Sorgerecht. Mittlerweile wohnen seine Eltern noch 800 m von unserer Nochwohnung entfernt...

Na ja, es wird nicht einfach werden. Ich hoffe, man kann das normal klären...

Beitrag von windsbraut69 15.03.11 - 16:45 Uhr

"Soll ja sein Kind weiter sehen sollen/dürfen."

Das klingt auch nicht besser als seine Planung...

Beitrag von sillysilly 15.03.11 - 22:17 Uhr

Hallo

also ich kenne mehrere Eltern mit 50/50 Betreuung und es hat gut bis super funktioniert

Voraussetzung:
- beide Eltern finden die Trennung sinnvoll
- beide Eltern stellen das Wohl des Kindes über ihre verletzten Eitelkeiten
- beide Eltern wollen das Kind aktiv im Alltag betreuen

- wohnen so nah zusammen, daß Kindergarten, Schule, Freudeskreis gleich bleibt

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kenne Eltern die jede Woche abgewechselt haben -
und kenne Eltern die immer 3 - 4 Tage am Stück das Kind hatten


und wenn es die Eltern gut machen, kann es für die Kinder super laufen


Kinder können sich auf vieles Einstellen wenn die Atmosphäre stimmt -
und wenn wir ehrlich sind ist doch oft alles leichter für die Kinder als wenn die Eltern zusammen bleiben oder einen Rosenkrieg beginnen


Grüße Silly

Beitrag von schullek 16.03.11 - 00:22 Uhr

hallo,

natürlich kann er. bzw. hat er die gleichen rechte wie du, er ist schließlich der vater.
allerdings denke ich, dass ihr beide momentan einfach viel zu sehr in eurer paartrennungssauersein was auch immer phase steckt, um wirklich klar denken zu können.
ich würde euch einen vermittler oder mediator empfehlen. denn hauptsächlich geht es doich darum, dass es dem kind gut geht und nicht, wer ein besseres netzwerk hat, wer mehr geliebt wird...
und das sollte für euch im vordergrund stehen. besprich mit ihm die trennung. und dann wird besprochen, wie es witergeht mit der betreuung.

ich persönlich finde diese 50:50 lödung nicht gut. vielleicht für die eltern, aber sicherlich nichts fürs kind. ein kind muss wissen, wo es zu hause ist. es braucht konstante, verlässliche strukturen. und bei diesem hin udn her ist es nicht gegeben. es mag fälle geben, wo das klappt, ich kenne allerdings einige, wo es nicht funktionierte und die eltern dann die notbremse zogen.
was mir auffiel: wenn ihr euch trennt heisst das doch nicht, dass eure sozialen netzwerke getrennte bahnen gehen müssen. warum können die schwiegereltern nicht auch dein netzwerk sien im sinne der enkelin?
da sie sie ja momentan scheinabr eh immer abholöen spricht doch nichts dagegen, dass das weiter so passiert, egal wo das kind hauptsächlich lebt!

lg

Beitrag von oceans11 16.03.11 - 11:04 Uhr

Vielen Dank für die Antworten :)

Ich werde heute Abend mit meinem Mann sprechen. Im Grunde muss nur noch die Trennung offiziell ausgesprochen werden - er sucht eine neue Wohnung, ich auch. Das Resultat ist jedem bekannt. Aber wie gesagt, es muss noch "offiziell" werden.

Ich hoffe wirklich, dass wir für unsere Kleine eine gute Lösung finden. Dazu wird es mit Sicherheit mehrere Gespräche geben... Bzgl. der Schwiegereltern hatte ich gedacht, dass ich persönlich mal mit denen rede, sprich dass sie auch mal meine Sicht der Dinge sehen. Ich hoffe einfach, dass sie trotzdem noch "normal" mit mir umgehen können. Interessanterweise haben eine Vielzahl unserer Mitmenschen die Katastrophe kommen sehen und geahnt, dass es früher oder später zu einer Trennung kommt... Lange bevor wir/ich selbst zu der Erkenntnis kamen...

Zur Zeit gehen einem viele Dinge durch den Kopf, man will alles richtig, nichts verkehrt machen. Man will keinen Rosenkrieg und trotzdem reagiert man schon empfindlich auf alles, was der andere an Signalen aussendet :( Es ist glaub derzeit einfach zu viel, was da passiert. Zum anderen macht man sich doch einen Kopf und fragt sich, was die anderen von einem denken könnten... Zum Glück sammel ich gerade jetzt nach und nach die Erfahrung, dass ich gar nicht an den Pranger gestellt werde, wie ich erst dachte...

Nun gut, Fakt ist, ums Reden kommen wir nicht drumrum! :)

Beitrag von manavgat 16.03.11 - 11:34 Uhr

Geht es Dir um die Macht oder um das Kindeswohl?


ich kann hier nicht erkennen, warum der KV sich nicht kümmern sollte, hat er doch mehr Zeit als Du.

Gruß

Manavgat

Beitrag von oceans11 16.03.11 - 12:17 Uhr

Klar geht es mir um das Kindeswohl, aber es ist auch klar, dass ich meine "Interessen" vertrete, so wie er seine.

Um das Kind kann er sich gerne kümmern, ich möchte nicht, dass die Kleine mit nur einem Elternteil aufwachsen soll/darf. Das ist nicht in meinem Sinne.

Ich möchte schon sehr gerne, dass sie bei mir wohnt.

Aber nun gut, das werden wir untereinander klären müssen. In meinem Posting ging es lediglich darum, ob er einfach so beschließen kann, dass ich die Kleine nicht haben DARF...

Beitrag von juju0980 16.03.11 - 12:35 Uhr

Das kann er nicht und ich bin auch relativ sicher, dass er damals nicht "einfach so" 400 km weit weg hätte ziehen dürfen. Eine Freundin von mir hatte nämlich das Theater, als er sie verlassen hat und sie dann von Süddeutschland aus zurück zu ihrer Verwandtschaft in den Norden wollte...

Beitrag von bruchetta 16.03.11 - 16:45 Uhr

Ich finde es für das Kind schon besser, wenn es um 14:30 Uhr aus der Kita abgeholt wird und wenn dann eine Stunde später der Vater nach Hause kommt.

Von daher könntest Du die Kleine ja am Wochenende abholen, finde ich schon ganz sinnvoll.

Beitrag von ppg 16.03.11 - 19:10 Uhr

Ich reg mich gerade tierisch drüber auf, dass er so ohne weiteres von vornherein festlegen will, dass er die Kleine bekommt und ich nicht. Aber das geht doch nicht?

Doch das geht. Mit dem gleichen Recht, das sonst nur Mütter für sich reklamieren: Er hat den Löwenanteil der Kindererziehung übernommen, sogar den Erziehungsurlaub gemacht. Das Kind wird in der Hauptsache von ihm betreut - warum sollte dann nicht auch das Kind bei einer Trennung beim Vater bleiben?

Ein Wechselmodell ist für Kinder nicht gut - es stimmt Kinder brauchen einen Ort an dem sie sich zu Hause fühlen können.

Lieben heißt auch loslassen - und ich finde Du solltest nicht eine Lösung anstreben, die DU behaglich findest, sondern eine die für das Kind gut ist. Und so wie Du selbst Eure Situation schilderst wäre das Kind beim Vater besser aufgehoben.

Ute

Beitrag von oceans11 17.03.11 - 10:41 Uhr

Ähm... wir hatten uns den Erziehungsurlaub geteilt, jeder ein halbes Jahr... Von daher hat jeder den gleichen Löwenanteil der Kindererziehung übernommen... Es wird jetzt auch nicht in der Hauptsache von ihm betreut, die "Last" ist gleich verteilt: ich bring sie früh in den Kiga, bin daher später auf Arbeit und er ergo dafür eher zuhause und holt dann die Kleine bei seinen Eltern ab...

Wir haben es jetzt untereinander vorerst so geklärt, dass wir wochenweise "aufteilen". Ob es letztendlich in der Praxis funktioniert, werden wir sehen. Dann müssen wir ohnehin von Fall zu Fall entscheiden.

Aber ich finde es schade, dass hier einige von vornherein sagen, ein Wechselmodell wäre nicht gut. Das müssen wir rausfinden. Wer sagt denn, dass es nicht funktionieren kann? Ich habe bei vielen gelesen, dass es ganz gut klappt...

Beitrag von ppg 17.03.11 - 14:52 Uhr

Aber ich finde es schade, dass hier einige von vornherein sagen, ein Wechselmodell wäre nicht gut. Das müssen wir rausfinden. Wer sagt denn, dass es nicht funktionieren kann?


http://www.familienrecht-muenchen.info/familienrecht/sorgerecht/olg-koblenz-wechselmodell-kann-inder-belasten/


http://www.dansef.de/index.php/pressemitteilungen/203-betreuungs-wechselmodelle-sind-bei-scheidungskindern-mit-dem-kindeswohl-nicht-vereinbar


http://www.haufe.de/recht/newsDetails?newsID=1263900054.18


Es ist wirklich Schade, das Du aus rein egoistischen Motiv heraus Betreuungsexperimente Deines Kindes unternimmst. Muß das Kind erst verhaltensauffälig werden, ehe Du zur Vernunft kommst??
Wenn Dein Mann einen fähigen Anwalt hat genügt das allein, um ihn das ABR zuzusprechen, denn die KM schadet dem Kindeswohl offensichtlich

Aber deine Entscheidung - ich hätte das meinen Kindern nicht zugemutet.

Ute

Beitrag von susanne85 18.03.11 - 14:06 Uhr

hallo

andere idee

du bringst sie montag morgens in den kindergarten, er hat sie bis freitag morgen und du holst sie mega früh von der kita freitag ab um 12 uhr?

dazu müsstest du die zeiten von freitag auf die anderen tage werfen. er hätte sie montag-donnerstag
du freitag- sonntag

ferien halbe halbe.

halte ich für sinnvoller

das kind kommt jeden tag früh aus der kita und du hast 3 volle tage zeit für sie.

lg

Beitrag von babyinside06.2011 17.03.11 - 12:17 Uhr

Hallo,

was hälst du von einem Wechselkonzept?
Mein Mann und ich haben darüber gesprochen, falls es bei uns zur Trennung kommen sollte.
1 Woche bei Papa und eine Woche bei Mama, so muss man sich nicht streiten.
Und für die Feiertage, kann man vorher schriftlich etwas aufsetzen.

Ich weiß, das dieses Wechselkonzept vom Gericht sogar befürwortet wird.

Ich wünsch dir alles Gute und drücke dir die Daumen für dein Gespräch.



Herzliche Grüße

Beitrag von babyinside06.2011 17.03.11 - 12:23 Uhr

Hallo nochmal,

von meinem Mann die Arbeitskollegin ... die machen das so.
7 Tage er und 7 Tage sie.
Sie sagt sie ist so ausgeglichen für ihren Sohn.
Und die beiden Feiern sogar den Geburtstag gemeinsam und es funktioniert super, besser wie das vorher ausprobierte Wochenend Papa Konzept.

Alles Gute Euch 3

Beitrag von oceans11 17.03.11 - 13:34 Uhr

Hallo...

vielen Dank für die aufmundernden Worte :)

Im Moment bricht so vieles über einen rein... Das Wechselmodell wollen wir ja nun versuchen, wie gesagt, ich hoffe, es klappt so weit ganz gut :)

Ansonsten weiß ich im Moment noch gar nicht, wie ich das ganze Chaos ordnen soll... Hilfe... #zitter Aber an der Situation bin ich ja nun mal ganz und gar nicht unbeteiligt.

Oje...

Herzliche Grüße