stieftochter dreht völlig durch, wissen echt net mehr weiter

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Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von mellovestraumoga 15.03.11 - 13:56 Uhr

Hallo,

ich habe mich hier ins forum verlaufen, weil ich einfach nicht mehr weiter weiß und mir luft machen muss ...

also seit 3 jahren leben die kinder meines mannes bei uns , die kleine ist 10 und der große ist 12.die beiden haben auf eigenen wunsch vom haushalt der mutter in unseren haushalt gewechselt. mitlerweile haben wir bzw. mein mann das alleinige sorgerecht und es besteht auch kein kontakt mehr mit der mutter, da die kinder diesen von sich aus ablehnen.

beide kinder sind sehr schwierig und verhaltenauffällig und rauben einem den letzten nerv. unsere tochter hat eine psychologische behandlung gemacht, um das erlebte mit ihrer mutter aufzuarbeiten. Sie hat auch bis vor 6 monaten noch nacht für nacht ins bett gemacht. der große ist gerade noch in behandlung.

unsere giftspitze macht mit ihren 10 jahren einfach wa ssie will, sie geht raus auch wenn sie es nicht soll, treibt sich da rum wo sie es nicht darf, sagt nicht bescheid wo sie ist ... und wir haben sie vor 2 jahren schonmal beim klauen erwischt, erst waren es kleine geldbeträge die sie von uns gestohlen hat und bei einem betrag von 60,00 ist sie dann aufgefallen, den kindern fehlt es wirklich an nichts, bekommen ihr taschengeld.
wir haben beim ersten vorfall ein langes gespräch mit ihr geführt es dauerte nur einen tag und mir fehlten wieder 20€, sie hat mir damals mit ihren 8 jahren gesagt dass wir uns unser "gelaber" sparen. darauf hin gab es eine woche hausarest.
wir hatten die hoffnung, dass es gereicht hat....
wenn sie so mist baut und soll in ihr zimmer gehen, zerstört sie es. sie hat vor1 jahr ein neues zimmer bekommen, das zimmer sieht aus wie vom sperrmüll, die hat mit schraubeziehern überall macken rein gehauen.
wenn wir sie in ihr zimmer schicken, wären wir halt schuld meint sie.
nun getsern wieder die krönung mir fehlte mal wieder geld. um seine kleine schwester zu schützen, hat der große lange geschwiegen , doch ihm fehlt auch eine nicht unerhebliche summer geld. ihr begründung war, dass wir wohl schuld seien, wenn wir ihr nicht mehr taschengeld für süßigkeiten geben. sie bekommt 3 euco die woche uns wir haben immer schnuckereien im haus. an die die kinder können , nur nicht direkt vor dem essen und es muss im rahmen bleiben. denn sie hat auch keine probleme damit 500 gramm haribo auf einmal zu essen.
sie hat wieder hausarest bekommen, doch wir fühlen uns so machtlos, es gibt keine strafe, die ihr weh tut und sie ihr verhalten ändert.
ich weiß echt bald nicht mehr weiter .

Beitrag von witch71 15.03.11 - 14:09 Uhr

Warum wurde die Behandlung durch den Psychologen bei ihr beendet?

Beitrag von redrose123 15.03.11 - 14:30 Uhr

Warum wurde die Therapie beendet? Ich finde sie braucht das wohl weiterhin......

Beitrag von jazzbassist 15.03.11 - 14:55 Uhr

Vielleicht sind Strafen generell einfach nicht das geeignete Mittel? Also in der Rechtswissenschaft hat die Strafrechtstheorie unter anderem die Bedeutung von der Strafe Ansicht (Kant: Strafe hat keinen anderen Zweck als die Strafe Ansicht), einen Generalpräventiven Ansatz (Feuerbach: Vermeidung von Straftaten Anderer durch Abschreckung) und einen Spezialpräventiven Ansatz (Liszt: Den Täter durch die Strafe davon abbringen, weitere Strafen zu begehen, weil er z.B. weggesperrt wird).

Mit diesem Thema haben sich schon unvorstellbar viele Gelehrte beschäftigt, aber, Strafe als Resozialisationsmaßnahme des Täters spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle. Warum meinen Sie, dass das bei Ihrer Tochter anders sein könnte? Zumal: Was lässt Sie - angesichts der letzten 2-3 Jahre - noch immer daran »hoffen«, dass es dadurch nochmals besser werden könnte? Also, ich würde mich von der Vorstellung, dass der einzige (überragende) Grund, warum sich Kinder »benehmen«, der ist, weil sie ansonsten von Ihren Eltern durch eine Art von Strafe körperlich, seelisch oder physisch »verletzt (i.S.v. wehtun)« werden.

Etwas ungeschickt finde ich es auch, einem Kind, dass noch große Probleme damit hat, Wut, Zorn, Gefühle etc. zu artikulieren respektive damit überhaupt umgehen zu können und diese Aggressionen dann an ihr Kinderzimmer auslässt (da sie anderswo keine Hilfe bekommt), dann ein »neues« Zimmer zu geben. Es gibt einfach ein paar kindliche Probleme, die kann man nicht mit materiellen Dingen (Taschengeld, neues Zimmer, Süßigkeiten etc.) lösen. Da Sie das aber erwähnen, schließe ich mal daraus, dass das so Ihre Erwartungshaltung war. Ich denke, dass Mangelempfinden ist hier eher auf sozialer Ebene. Vielleicht könnte hier die Lösung sein, mit diesem Kind auf dieser sozialen Ebene zu arbeiten?

Kontraproduktiv ist da z.B. ein Kind zur Strafe ins Kinderzimmer zu stecken, da es dort sozial abgeschottet ist, diese Dinge nicht lernen kann und dann ihre Wut an den Möbeln auslässt. Auch hier - finde ich - kann man als Elternteil nach so langer Zeit doch mal einsehen, dass dieser Ansatz scheinbar nicht funktioniert, da das Kind einfach nicht in der Lage ist, ihre Gefühle anders zu artikulieren… Hier wäre mein Ansatz eher, dass das Kind den Schaden, den es angerichtet hat, wieder gutmachen zu lassen. Zivilrechtlich spricht man hier von Schadensersatz. Vielleicht mal das Rad des großen Bruders putzen, oder mal eine Woche lang seine Pflichten im Haushalt abnehmen o.ä. Also diesen Sachen einfach einen sozialen Wert geben, den ein Kind lernen kann, zu respektieren. Darum geht es ja - das Eigentum anderer (oder auch das Eigene) zu respektieren. Rücksicht darauf zu nehmen, es nicht zu zerstören, etwas nicht ungefragt wegnehmen oder gar zu stehlen. Das sind scheinbar alles Dinge, die Ihre Tochter in dieser Form noch nicht gelernt hat; sie weiß nur, dass sie sich im Gegenzug von Stubenarrest alles nehmen darf, was sie findet. Und - dass klappt doch bei Ihnen auch ganz gut, oder? Sie nimmt sich etwas => Sie bekommt Stubenarrest = Fairer Ausgleich. Wenn Sie genau das nicht wollen; warum machen Sie dass dann?

Was diese Kindersperrenschen mit, mal irgendwo hinzugehen, wo man eigentlich nicht hindarf; oder sich als 10-Jährige nicht mehr für jeden Pups bei Mama abmelden zu wollen; sind stellenweise bis zu einem begrenzten Maß normal. Auch das ist etwa, was man Kindern u.U. anerziehen muss. Warum es diese Regeln gibt; sind diese Regeln überhaupt noch Altersgerecht?; Was kann man machen, wenn diese Regeln überschritten oder gebrochen werden? Warum ein Kind diese Regeln überhaupt überschreitet oder bricht. Und, Kinder unterscheiden sich in vielen Dingen kaum von Erwachsenen. Es kann also durchaus sein, dass, nur weil Sie vor zwei Jahren mal wegen überhöhter Geschwindigkeit angehalten wurde, sie morgen wieder angehalten werden. Manchmal muss man diese Dinge wieder auffrischen. Manchmal sind das ganz banale Dinge wie die Pünktlichkeit oder die Verkehrsregeln, und manchmal - so wie gerade bei Ihnen - ganz grundlegende Regeln des Lebens.

Auch ich würde mich daher meinen Vorrednerinnen anschließen? Warum suchen Sie sich hier nicht wieder professionelle Hilfe?

Beitrag von landmaus 15.03.11 - 15:23 Uhr

Ja hallo, willkommen zurück. #blume

Beitrag von stormkite 15.03.11 - 17:40 Uhr

Top Beitrag. Gibt es hier irgendwo einen Rating-Button? Kite

Beitrag von mellovestraumoga 15.03.11 - 20:42 Uhr

Also die kleine galt als geheilt udn die therapie wurde beendet. um wieder einen neuen platz zu bekommen müssten wir wieder min. 1 jahr warten.
wir wollen sie eigtnlich nicht bestrafen, aber wir wissen usn auch einfach nicht mehr zu helfen. wir haben sooo lange gesrpäche mit ihr geführt. sozial zurück gestellt kann eigentlich auch nicht sein. ich habe sogar meinen job aufgegeben um mehr zeit mit den kindern verbringen zu können, sie ist im sportverein den wir völligst unterstützen, wir elgen viel wert auf gemeinsame aktivitäten, mindestens 1 mahlzeit am tag nehmen wir zusammen zu uns. wir toben zusammen durch den garten. wir sind wirklich eine ganz "normale " familie. bei den letzten diebstählen musste sie das geld "abarbeiten". einen tag sollte sie bitte den flur fegen, mit voller absicht hat sie alle bilderahmen von der wand geholt. den kontakt zur mutter haben wir versucht herzustellen, fazit vom jugendamt: Kinder und mutter wollen nicht, dann müssen wir das akzeptieren. ich wurde sogar gefragt ob ich mir auf teufel komm raus ein freies wochenende schaffen will. das ist völliger quatsch ...

Beitrag von kaminrot 16.03.11 - 02:17 Uhr

Hallo!

Wenn beide Kinder in psych. Behandlung sind/waren, muss ja einiges in der Vergangenheit passiert sein.

Die Kleine ``schreit`` nach Aufmerksamkeit (auch nach negativer), indem sie klaut oder ihre Möbel zerstört.

Es gibt auch in Kinderkliniken psychologische Abteilungen!
Dort wartet man in der Regel nicht so lange auf einen Termin.

Beim Diak. Werk gibt es auch eine Erziehungsberatung!
Wäre für euch als Eltern auch eine Hilfe.

LG, k.

Beitrag von mellovestraumoga 16.03.11 - 10:15 Uhr

Vielen dank für die gut gemeinten ratschläge, sie bekommt so viel aufmerksamkeit von uns wenn es nochmehr wäre, könnte ich nichtmal mehr alleine auf die toilette gehen.
wir waren nier bei uns, schon im spz mit ihr neben ihrer psychologischen behandlung, dort würden wir auch wieder ca. 9 monate auf einen termin warten.
bei der erziehungsberatung waren wir auch schon, dort konnte der gute herr sich auch nicht erklären, was wir noch machen sollen. bei der psychologin der kinder, haben wir auch immer wieder familienstunden oder mein mann und ich gehen zu ihr um uns auch weiter helfen zu lassen.

Beitrag von chili-pepper 16.03.11 - 11:33 Uhr

Hmm,

was stellt sie denn mit dem gestohlenen Geld an?
Ich meine, sie wird ja nicht regelmäßig für 20.- oder gar 60.- Süßigkeiten kaufen.

Außerdem bin ich auch der Meinung, dass Stubenarrest kontraproduktiv ist.
So ist sie ja gezwungenermaßen vom Rest der Familie abgeschottet, was ja wichtig wäre, um den Umgang zu erlernen.
Würde meine Tochter mit Vorsatz die Bilderrahmen runterhauen, müsste sie sich etwas einfallen lassen, um diese zu ersetzen.
Vielleicht setzt Du Dich mit ihr hin und ihr gestaltet zusammen Neue?
So hättet ihr etwas gemeinsam gemacht, es hängen IHRE Werke in der Wohnung und sie wird evtl. zukünftig darauf achten.
Steckt ja ihre Mühe drin.
Ob´s hilft weiss ich nicht, aber es wäre ein Versuch wert.

Mein Sohn hatte eine zeitlang ein recht aggressives Verhalten.
Ich habe es mit kämpfen / kitzeln versucht.
Solange gegenseitig foppen, kitzeln, toben, bis es besser geht und ihr völlig k.o. nach hinten kippt zum verschnaufen.
Vorher werden Regeln vereinbart, dass nicht grob zugeschlagen wird und wenn jemand STOP sagt, sofrt gestoppt wird.
Hat bei uns geklappt.

Ich kann gut verstehen, dass ihr in dem Chaos und der Verzweiflung Euch nicht besser zu helfen wißt.
Aber versucht mal umzudenken, andere Strategien, bei welchen das Kind nicht ausgeschlossen wird sondern mit Euch zusammen das Problem löst.
Lass sie mit Dir kochen (z.B. gestohlenes Geld abarbeiten), sie schält Kartoffeln und Du die Zwiebeln.
Macht Euch Musik dabei an und versucht das Ganze als Spaß zu betrachten.

Und;
eine Konsequenz sollte immer mit der "Tat" im Zusammenhang stehen.
Wie eben, Bilderrahmen kaputt gemacht, neue besorgen/reparieren/basteln.

Puh, echt schwierig.
Ich wünsche Euch gutes gelingen und eine bessere Zukunft.

#klee


Beitrag von hummelinchen 20.03.11 - 18:34 Uhr

Es ist doch aber so, dass bei all euren tollen Ideen das Kind irgendwo nicht "andockt" und mitmacht... Irgendwo liegt was im argen und da kommt hr nicht ran... s. Überschrift...
Da kannst du schön reden, wie du willst. Und ihr werdet so auch nicht an sie rankommen, denn sonst wäre das wohl schon passiert.

Bitte holt euch weiterhin Hilfe... denn noch ist da was zu regulieren, wenn ihr aus falschem Scham wartet, ist sie irgendwann erwachsen und ..... (nicht drüber nachdenken) #schwitz

lg Tanja

Beitrag von mauseannie 19.03.11 - 21:03 Uhr

Ausgezeichneter Beitrag!

Beitrag von titarosali 01.04.11 - 00:03 Uhr

Bitte ein Handbuch von all Ihren wunderbaren Ansichten, Antworten, Vorschlägen, etc. pp. erstellen...

Beitrag von manavgat 16.03.11 - 11:27 Uhr

Ihr seid hoffnungslos überfordert. Das ist keine Kritik, sondern eine schlichte Feststellung.

Möglicherweise braucht dieses Kind eine Einrichtung, die auf solche Kinder ausgerichtet sind, eventuell hilft hier auch ein stationärer Aufenthalt in einer kinderpsychiatrischen Einrichtung. Nach einem solchen Aufenthalt geht es entweder ambulant weiter oder aber es wird nach einer anderen Aufenthaltslösung gesucht.

Wendet Euch an die Kinderärztin oder an das Jugendamt.

Das Kind braucht dringend Hilfe, das schafft ihr nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von gibbetdat 16.03.11 - 11:54 Uhr

Also das liest sich so als ob das bei uns gewesen ist ... nur die Zerstörungswut kam erst mit 14 Jahren.
Bei ins ging das so weit das wir sie beinahe in betreutes Wohnen bzw. eine Jugendunterbringung gebracht hätten um eben mal selber zur Ruhe zu kommen.
Also bei uns war es die Pupertät (diese fing mit 9 Jahren an) mit der meine Tochter nicht umgehen konnte und dann lernte sie die falschen Freunde kennen. Wir holten uns eine sozialpädogische Familienhilfe und selbst diese meinte zum Schluss wenn sie nicht mitarbeiten wolle, muss sie eben mal für eine Weile in eine Unterbringung. Dazu ist es aber nie gekommen, weil ich es nicht konnte mein eigenes Kind "abzuschieben".
Heute ist sie 16 Jahre und wir haben seit einem halben Jahr ein harmonisches Familienleben ... zickig ist sie immer mal, ruhig bleiben und nix sagen dann bekommt sie sich auch immer wieder ein.

... und wir haben auch alles probiert und waren mit dem Latein am Ende ... irgendwann

Ich geb Dir mal nen Tipp, vielleicht hat Eure Tochter Verlustangst durch das erlebte und dreht deshalb mit am Rad. Denn meine Tochter hat auch erlebt wie ich schlecht in einer Beziehung behandelt worden bin und eben die Trennung dadurch.

Beitrag von agostea 16.03.11 - 12:03 Uhr

Ich schliesse mich Manavgats Meinung an:

Ihr braucht dringend professionelle Hilfe, das werdet ihr nicht schaffen.
Wendet euch ans Jugendamt.

Gruss
agostea