Hat jemand Erfahrungen mit staphylokokken in muttermilch?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von berlin02 15.03.11 - 18:31 Uhr

Hallo,

Kurze Beschreibung mein Sohn ist 3 1/2 Wochen alt und nach 1 1/2 Wochen hatte ich in der rechten Brust ein Milchstau mit Fieber. Aber die Schmerzen in der Brust/Brustwarze wurden imnmer unerträglicher bis ich letzten Sa in der Rettungsstelle war. Dort wurde ein Abstrich von der Milch gemacht und staphylokokken diagnostiziert.

War von Euch hatte dies auch?
Welche Antibiotika habt Ihr bekommen?
Hat Euer Kind Durchfall und/oder Gebrochen?
Wer hat abgestillt bzw. weiter gestillt?

Vielen Dank für Eure Meinungen!
LG
berlin02

Beitrag von zwillinge2005 16.03.11 - 11:45 Uhr

Hallo,

Staphylokokken sind auf jeder Haut vorhanden - die sind nicht immer "krankmachend"!

Dein Kind hat die Staphylokokken also schon länger aufgenommen.

Von dem Antibiotikum kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Wichtig ist aber, dass Du den Milchfluss wieder in Gang bekommst, damit sich keine Milch mehr staut.

Hast Du Kontakt zu einer Stillberaterin?

LG, Andrea

Beitrag von steffi0413 16.03.11 - 11:53 Uhr

Hallo Berlin02,

persöhnlich hatte ich keine Brustentzündung, aber vielleicht ein paar Infos und Tipps.

Brustentzündung wird in den meisten Fällen (ca. 95%) durch staphylokokkus aureus verursacht. Ein Milchstau oder wunde Brustwarzen fördern die Entstehung einer Mastitis.

Weiterstillen beschleunigt die Heilung von Mastitis, für das Baby ist das nicht gefährlich.
Je öfters und je besser die Brust entleert wird, desto schneller ist das Problem vorbei und desto kleiner ist die Chance eines Abszesses.

Bei uns wird in den meisten Fällen Flucloxacillin oder Amoxicillin + Clavulansäure als Antibiotika verschrieben. AB kann bei Babies dünneren Stuhl oder Durchfall verursachen, kommt aber nicht häufig vor.
Die Mumi hilft die Darmflora zu schüzen bzw. wieder aufzubauen. Weiterstillen ist aus diesem Hinsicht also auch besser als abzustillen.

Welche AB hast Du bekommen?

Hast Du noch Fieber, rote oder harte Stellen in der Brust bzw. Schmerzen?

Was ausser AB noch helfen kann:

1. vor dem Anlegen die Brust heiß duschen oder heisse Waschlappen drauflegen. Das stimuliert den Milchspendereflex und den Milchfluss

2. das Baby sehr oft anlegen wobei Unterkiefer des Kindes in Richtung des Staus zeigt. In der Nacht auch keine langen Stillpausen halten! Beim Stillen kannst Du die harten Stellen ganz-ganz vorsichtig Richtung BW streichen/massieren. (Vorsicht! Keinesfalls stark massieren, das kann weitere Probleme verursachen!)

3. nach dem Anlegen Brust für ca. 15-20 Minuten kühlen (mit kalten Waschlappen oder mit gefrorenen Kohlblättern)

4. unter heisser Dusche mit der Hand ausstreichen

5. gegen grosse Schmerzen und evt. Fieber kannst Du Paracetamol nehmen

Hattest Du früher auch schon Milchstau? Weisst Du, was jetzt den Milchstau verursacht hat? zB. enge BH; zu lange Stillpause; Verwendung von Flasche, Schnuller; weisse Punkte, Bläschen an der BW; Probleme mit dem Milchspendereflex usw.

Das wäre gut herauszufinden und so einen nächsten Milchstau vorzbeugen.

Ich wünsche Dir schnelle Besserung.

Bei Fragen/Problemen helfe ich sehr gerne.

LG
Steffi

Beitrag von berlin02 16.03.11 - 17:14 Uhr

Hallo Steffi,

danke für deine Antworten und Tipps . Ich hatte bereits 2 mal einen Milchstau in der besagten Brust mit Fieber. Momentan ist einer wieder im Anmarsch (harte Stellen und die sehr starken Schmerzen) und versuche alles mit Anlegen in verschiedenen Positionen, Stillhütchen, Wärme und Öl vor dem Stillen und Kälte/Quark nach dem Stillen. Der Kleine verweigert aber seit dem Wochenende komplett diese Brust, das ich ersatzweise abpumpen muss. Die linke Seite nimmt er aber noch ganz normal an, obwohl auch dort der Milchfluss nachgelassen hat. Zusätzlich hat sich auch noch meine Kaiserschnittnarbe entzündet. Heute war ich beim FA und dieser hat sich alles noch einmal angesehen und anhand der Werte aus dem KH hat sich ergeben, dass die staphylokokken nur gegen ein bestimmtes Antibiotikum anspricht. NAch einem langen Gespräch haben wir jetzt aber beschlossen doch mit Tabletten abzustillen, leider,... Weil auch so die NArbe besser abheilen kann und die AB ist nicht stillfreundlich.
MAl sehen wie es sich weiter entwickelt.

Besten Dank.
berlin02

Beitrag von steffi0413 16.03.11 - 18:25 Uhr

Hallo Berlin02,

oh, Du arme! Es tut mir leid, dass Du schon am Anfang so viel ausstehen musstest. :-(

Ja, das kommt öfters vor, dass die Babies die entzündete Brust für eine Zeit nicht oder nicht gerne akzeptieren. Die Milch schmeckt da ein bisschen anders.

Habt ihr früher auch Stillhütchen verwendet? Das kann auch zum Milchstau beitragen, da so die Brust evt. nicht vollkommen entleert werden kann.

Ich kann es sehr gut verstehen, wenn Du nicht mehr weiter stillen möchtest. Ein medizinischer Grund gibt es für Abstillen aber nicht unbedingt. (sorry, ich weiss nicht wie ich das schön und diplomatisch formulieren soll, ist aber keinesfalls böse gemeint #schwitz)
Wenn Du also doch nicht 100% sicher bist, dass Du abstillen möchtest, versuche eine ausgebildete Stillberaterin (LLL oder IBCLC - in diesem Fall würde ich eher IBCLC fragen) zu kontaktieren.

http://lalecheliga.de/
http://www.bdl-stillen.de/einstieg.html

Was für eine Antibiotika hast Du denn bekommen?

Wenn Du jetzt abstillen würdest und später doch Lust hättest wieder mit dem Stillen anzufangen, das ist auch möglich und ich helfe Dir dabei sehr gerne.
Natürlich bei anderen Fragen/Problemen auch. :-)

Berichte mal bitte - wenn Du Lust hast - wie es Dir geht!

LG
Steffi