Brauche Hilfe bezüglich blindem Pferd

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von tigerlady81 15.03.11 - 20:56 Uhr

Hallo. Sorry etwas lang.
Ich bräuchte mal euren Rat. Es geht um mein Pferd. Er ist jetzt 19 Jahre alt. Vor einigen Jahren (noch bei seinem Vorbesitzer) erkrankte er auf dem rechten Auge an der periodischen Augenentzündung. Leider wurde es zu spät erkannt, sodass nichts mehr gemacht werden konnte. Seitdem ist er auf dem rechten Auge komplett blind. Etwas später erkrankte auch das linke Auge. Hier wurde rechtzeitig gehandelt und er bekam in einer Augen-OP eine künstliche Linse eingesetzt. Seitdem hat er auf diesem Auge noch etwas 60% Sehfähigkeit, was nie ein Problem war. Wenn man nicht gewusst hätte, dass er halb blind ist, hätte man es ihm kaum angemerkt. Er konnte problemlos geritten werden (klar Springen ging halt nicht mehr, aber das war egal), allein mit ihm ins Gelände gehen klappte auch super, es machte ihm viel Spaß und er ist auch gern galoppiert und das echt schnell. Meine Reitbeteiligung ist mit ihm E-Dressur geritten und war fast immer unter den Besten. Man konnte mit ihm also eigentlich alles machen, was man mit einem voll sehenden Pferd auch machen konnte. Im Umgang war er brav, nie ängstlich. Als ich vorletzte Woche Sonntag zu ihm in den Stall kam, war sein linkes Auge geschwollen und tränte. Ich dachte er hätte sich vielleicht beim Liegen nen Strohhalm reingestochen oder so. Das es vielleicht ein neuer Schub der P.A. sein könnte, daran dachte ich nicht. Nach 2 Tagen war das Auge wieder Ok, sodass ich erst mal keinen Tierarzt schauen ließ. Letzten Donnerstag meinte meine Reitbeteiligung, dass sie das Gefühl hätte, dass er schlechter sieht, sich öfters erschreckt hätte. Auch da hab ich mir noch nix bei gedacht, da er das schon ab und zu mal hatte und am nächsten Tag war alles wie vorher. Am Sonntag war ich mit ihm im Gelände. Schritt, Trab, Galopp, alles kein Problem. Wobei ich jetzt im Nachhinein sagen muss, dass er nicht so schnell galoppierte wie sonst. Früher konnte man ihn manchmal kaum halten. Am Montag (also gestern) wollte ich ihn Longieren. Er ist schon im Schritt komisch gelaufen, im Trab ist er gestolpert und hingefallen, das ist bis jetzt noch nie passiert. Zum Glück hat er sich nicht verletzt. Er ist nur im Zick-Zack gegangen. Ich hatte das Gefühl, er wußte nicht wo er hinlief. Heute war die Tierärztin da. Sie hat das Auge angeschaut und meinte es wäre innen schon ganz trüb, er würde nicht mehr viel sehen, genaueres konnte sie mir nicht sagen. Ich muss nächste Woche mit ihm in die Klinik, dort soll Ultraschall gemacht und Augendruck gemessen werden. Erst dann könnte sie sagen, ob überhaupt noch etwas gemacht werden könnte. Sie wollte mir aber nicht allzu viel Hoffnung machen. Jetzt hab ich natürlich echt Angst, dass er bald komplett blind ist. Weiß nicht wie das dann weitergehen soll. Kennt jemand von Euch zufällig ein blindes Pferd, dass damit zurecht kommt? Aber was kann ich ihm dann noch zumuten? Kann man ein blindes Pferd noch reiten? Kann er noch auf die Koppel? Kann man ihm dann noch ein halbwegs pferdegerechtes Leben bieten? Einschläfern lassen möchte ich ihn eigentlich nicht, wenn es noch eine andere Möglichkeit geben sollte. Bin für Tipps und Erfahrungsberichte sehr dankbar.
LG

Beitrag von ela_berlin 15.03.11 - 21:04 Uhr

hallo,

also ich habe mich fünf jahre um ein pferd gekümmert, welches auch einseitig blind war und ich habe mit ihm in der zeit schon geübt, was wäre, wenn er auf dem anderen auch erblinden würde. wenn hindernisse kamen, hab ich achtung stufe gesagt und er hat dann gewusst, da kommt was. hat mir sehr vertraut. auch hab ich ihm gesagt, was kommt. wichtig ist das vertrauen zu den personen, die mit ihm umgehen.

ins gelände würde ich nicht mehr mit ihm gehen, das würde ihn sicher zu sehr belasten, weil dort doch viele reize sind. reitbahn bzw. hof reiten dürfte kein prob sein, denn da dürfte er die nötige sicherheit haben. pferde können sich wohl recht gut blind zurecht finden. sie brauchen jetzt nur die sicherheit eines vertrauten. weiß ja nicht, ob er nen kumpel auf der weide hat, der ihm hilft sich zurecht zu finden. sonst würde ich ihm ein paddock anbieten.

einschläfern würde ich ein pferd nicht wegen blindheit.

wünsch euch viel erfolg und deinem pferd die nötige kraft

Beitrag von cherymuffin80 15.03.11 - 21:12 Uhr

Hallo,

habe in meinem Leben bisher mit 2 stockbilnden Pferden zu tun gehabt.

Der eine kahm super zurecht, wurde aber nicht mehr geritten, lebte halt sein Leben, er hatte ein Wallach da dachte man es sei sein Blindenführhund, die klebten immer zusammen, gingen ganz normal auf die Weide, er erbildetet auf diesem Hof, kannte also die Umgebung und auch die Pferde. Der Besitzer hat ihn aber nicht mehr in eine große Herde gestellt nur mit 2-3 anderen zusammen.

Pferd 2, besser Pony 2 kahm so gut wie gar nicht klar, erblindete auch recht schnell und dann wurde es auch verkauft, kahm also total blind in einen neuen Stall wo es nichts kannte, das Pferd stand immer unter spannung und an reiten war da gar nicht zu denken. Sie erschrak vor wirklich allem. Sie rannte ständig in Zäune und wirkte orientierungslos, hat sich auch in der Pferdegruppe nicht einfinden können, Versuche sie mit einem Pony zu vergesellschaften schlugen alle fehl, sobal ein Pony ihr nahe kahm keilte sie wie wild um sie ohne zu wissen wohin sie keilt.
Der TA dieser Besitzerin riet dazu dieses Pferd einzuschläfern was dann auch gemacht wurde.

Kennst du Bent Branderup, ist ein Reiter der klassische Reitlehre und barocke Reitkunst lehrt, gibt glaub auch Bücher von dem, aber zum Punkt, der hat einen stockblinden Knabstrupperhengst mit dem er Lektionen der Hohen Schule reitet.

Du siehst, es ist total unterschiedlich und jedes Tier geht anders damit um, vieleicht steckt deiner das auch gut weg falls er nun komplett erblindet, wenn er auf dem selben Hof bleibt kennt er dort ja schonmal alles, ich denke was kommt muss man echt sehen.

LG

Beitrag von butler 15.03.11 - 21:16 Uhr

Ein Pferd meiner Tochter hat PA und ist auf der linken seite fast blind. trotz zeitiger Behandlung leider zum Anfang mit der falschen Ärztin.
Wir hatten dann eine Augenspezialistin da die sehr teuer aber dafür auch sehr gut war. bei uns war das vor seiner Nase/Augen aufgeschüttelte Heu und damit verbundene Staub an der massiven verschlechterung schuld. Seit über 1 Jahr sind wir Selbstversorger, das Pferd viel mehr draussen und es gibt glücklicherweise keine Verschlechterung.
Wie ein Pferd in dem Alter noch damit zurecht kommt hängt vom vertrauen ab. Wenn das Pferd Dir voll vertraut kann es sein das Du ihn weiterhin reiten kannst, wobei Du Ihn vor allen Stolperfallen warnen mußt. Unser läuft auch auf der Strasse ruhig wenn er dem Reiter vertraut. (das sind meine Tochter und mein Zwerg(3,5) wobei man immer damit rechnen muß das es sich schneller erschreckt als Pferde mit gesunden Augen
LG und viel Glück

Beitrag von windsbraut69 16.03.11 - 08:09 Uhr

Reiten würde ich ihn auf keinen Fall mehr aber leben kann er damit ganz sicher,w enn er sich daran gewöhnt hat. Er scheint ja ein ruhiger Vertreter zu sein und nicht zu Panik zu neigen.

Wir haben uns vor einigen Jahren intensiver in einem Pferdeschutzverein engagiert, die hatten immer mal blinde Pferde da, die einen Extra-Auslauf mit stabilem Holzzaun hatten und dann nur mit einem Kumpel dort standen und eigentlich immer gut klar kamen.

Eine große Herde mit wechselnden Artgenossen und große unübersichtliche Wiese mit Elektrozaun ist natürlich nicht so günstig.

Google doch mal, Du findest bestimmt andere Pferdehalter im Netz, die längere Erfahrungen mit blinden Pferden haben und Dir helfen können.
Wir hatten bislang zwei einäugige Pferde (die Stute haben wir schon so gekauft und es war ein Unfall im Fohlenalter, der Wallach hat mit ca. 15 Jahren einen Weideunfall gehabt und ein Auge verloren) das war bei beiden kein Problem....aber mit komplett blinden Pferden habe ich bislang nichts keine eigenen Erfahrungen. Erste Aktion wäre aber wohl, es mit dem besten Kumpel zusammen in einen gut eingezäunten Paddock mit frei zugänglichem Unterstand zu stellen, evtl. auch erstmal allein mit Kumpel direkt nebenan.

LG und Alles Gute,

W

Beitrag von -0815- 16.03.11 - 12:46 Uhr

Ich kenne (kannte) 1 blindes Pferd, welches auch nach und nach ganz erblindete (1/2 Jahr).

Es wohnte mit einem sehenden Pferd zusammen (Offenstall, er fand ohne Probleme den Unterstand, die Tränke oder sonst was, er kannte sich ja da aus) und als es ganz blind wurde orientiere es sich noch mehr an ihm.

Die Besitzerin hat ihn Anfangs als Handpferd mit Reiter mit auf dem Platz gehabt (als er dann ganz blind war) und ist ihn später normal in der Halle geritten.


Gegrast wurde am Halfter mit Strick oder dicht an dicht mit seinem sehenden Kumpel.

Ins Gelände ging sie schon nicht mehr als er halb blind war, da sie es für unverantwortlich hielt, da ja auch Wurzeln aus dem Boden schauen etc.

Wenn ein Pferd dann einmal stürzt und sich wehtut und es evtl falsch verknüpft ist die Bindung evtl dauerhaft hin.

Beitrag von phoebemiau 16.03.11 - 17:27 Uhr

Hallo,

ich hab ein blindes Pferd! (VK Bild der Fuchs)

Der geht gesondert mit 1 aderen Pferd raus auf eine kleinere Weide, das geht ohne Probleme.

Er wird aber auch nicht mehr geritten, aber das auch weil er eh schon im Rentenalter ist.

Was ich mache, einfach auch zur Vertrauensbindung und um ihn auch zu beschäfftigen ist Bodenarbeit, er hat blind noch Zirkuslektionen wie Spanischen schritt, verbeugen und ja und nein sagen gelernt, alles mit Leckerlie und Klicker sowie einer Portion Gedunld und Optimissmus meiner seits ;-)

Wenn ich mich in seine Nähe begebe rede ich auch ganz viel damit er immer weiß ich bin da.

LG Phoebemiau