Beschäftigungsverbot

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Beitrag von perle1305 16.03.11 - 08:16 Uhr

Guten Morgen,

hab mal ne Frage.
Wenn man von Beginn an der Schwangerschaft (ca. 6SSW) gleich das Beschäftigungsverbot bekommt, wie läuft das dann weiter???

Man gibt die Bescheinigung beim Arbeitgeber ab und fertig???

Muß man dann noch irgendwo irgendwas beantragen oder läuft das alles dann von allein?

Bekommt man dann wirklich die Schwangerschaft über seinen vollen Lohn weiter???

Viele Fragen die sehr wichtig sind für mich.

Ich danke vorab schon für die hilfreichen Antworten.

Liebe Grüße Perle #blume

Beitrag von kati543 16.03.11 - 08:26 Uhr

Warum nennst du nicht einfach genau deinen Fall und fragst direkt? So einfach kann man das hier nicht beantworten. SOLANGE das BV gilt, bekommst du deinen normalen Lohn - zumindest per Gesetz steht der dir zu. Dass viele AG davon noch nie etwas gehört haben und das es deswegen Kämpfe und Co. gibt, ist was anderes.
Aber dein Arzt kann dir nicht einfach ein BV geben, ohne dass der AG die Möglichkeit hatte, einen anderen Arbeitsplatz für dich zu finden. Die Gründe für ein BV liegen ja nicht in deiner SS, sondern am nicht-mutterschutzgerechten Arbeitsplatz. Meine Schwägerin ist Anästhesistin und "kotzt" auch jetzt. Sie darf natürlich ihren Job nicht mehr ausüben. Aber ihr Chef hat sie ins Büro gesetzt. Dort macht sie nun Hilfsarbeiten. Kann sie nichts gegen machen.

Beitrag von perle1305 16.03.11 - 08:33 Uhr

Wieso kann Sie dagegen nichts machen?
Es ist doch auch unzumutbar das man an seinem Arbeitsplatz, auch wenn dieser sitzend ist, ständig am übergeben ist auf einem Firtmenklo...
Da ist der Körper doch auch nur geschwächt und man sollte zuhause über dem eigenen Klo hängen und danach bischen liegen und sich erholen.
Ein Beschäftigungsverbot kann doch nicht nur bei körperlich anstrengender Arbeit gelten?

Beitrag von rosaundblau 16.03.11 - 08:39 Uhr

Das Beschäftigungsverbot wird sie aufgrund ihrer Tätigkeit als Anästhesistin haben. Also kann der AG ihr einen anderen Arbeitsplatz für die Zeit der Schwangerschaft anbieten. Wenn sie sich arg und ständig übergeben muss, kann sie sich für die Zeit (die vermutlich nicht die gesamte Schwangerschaft betrifft) krank schreiben lassen.

Beitrag von perle1305 16.03.11 - 08:47 Uhr

Das heißt also ein BV gibt es nur wenn der Arbeitsplatz unzumutbar ist,
ansonsten wird man nur krank geschrieben?

Bei uns auf Arbeit hat eine die am Schreibtisch war von Beginn an der Schwangerschaft ein BV bekommen...
Sie kam vom ersten Tag der Schwangerschaft nie mehr wieder...

Beitrag von windsbraut69 16.03.11 - 08:50 Uhr

Nein. Es gibt auch ein BV wenn der Zustand der Mutter eine Beschäftigung verbietet und Gefahr für Gesundheit und Leben von Mutter und Kind besteht.
Bei einer anfänglichen Schwangerschaftsübelkeit ist ja aber nicht automatisch davon auszugehen, dass diese die ganze Schwangerschaft über anhält.

Gruß,

W

Beitrag von kati543 16.03.11 - 09:01 Uhr

"Es gibt auch ein BV wenn der Zustand der Mutter eine Beschäftigung verbietet und Gefahr für Gesundheit und Leben von Mutter und Kind besteht. "
Nur, wenn die Gefahr von der Arbeitsstelle ausgeht. Ansonsten ist es eine Krankschreibung.

Beitrag von miau2 16.03.11 - 09:12 Uhr

Hi,
wieso?
Mutterschutzgesetz wörtlich:

"Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist."

§3, Abs. 1.

Davon, dass die Gefahr vom Arbeitsplatz ausgehen MUSS steht da nichts...es muss "nur" Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung in Gefahr sein.

Und das kann natürlich auch medizinische Gründe haben, und dann kann das auch bei einem harmlosen Bürojob passieren.

Nur wegen Kotzerei in den ersten wochen würde ich dir zustimmen, DAS ist etwas, was (meistens) eher früher als später vorübergeht und sollte dann eher zu einer Krankschreibung als zu einem 28wöchigen BV führen.

ich hätte - trotz gefahrlosem Bürojob - in der zweiten Schwangerschaft sofort und dauerhaft ein BV bekommen, und würde das auch in weiteren Schwangerschaften, wenn es noch ein Kind gibt. Nur war ich eh in Elternzeit, da war das nicht nötig.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von perle1305 16.03.11 - 09:42 Uhr

Ich denke das ich hier total falsch verstanden worden bin.

Das mit der Übelkeit und erbrechen kam nicht von mir.
Ich habe lediglich auf eine Antwort geantwortet, da ich mir nicht vorstellen kann wenn ich andauernd mich übergeben müsste dies auf unserer Firmentoilette die aus 4Toiletten für über 100Leute da ist und dem entsprechend aussieht.
Nie habe ich gesagt das ich ständig erbreche...
Nie habe ich gesagt das ich ein BV möchte...
Nie habe ich gesagt ich will nicht arbeiten...
Nie habe ich gefragt wie man eine BV bekommt...

Ich wollte lediglich wissen was passiert wenn man sowas bekommt.

Was aus einer Frage werden kann ist der Wahnsinn...

Beitrag von miau2 16.03.11 - 11:13 Uhr

Hi,
ich hatte ja auch nicht dir geantwortet, sondern der Schreiberin, die sagte, dass der Grund für ein BV immer im arbeitsplatz liegen muss.

Die Übelkeit habe ich nur als Beispiel genommen, wo es eher einer Krankschreibung zur Folge hat.

Aber stimmt, mit ein wenig falsch verstehen ist es immer wieder spannend, was aus einer - im Prinzip harmlosen - Frage werden kann.

BV ist halt ein heikles thema, weil - ganz ehrlich - viele hier wegen irgendwelcher Nichtigkeiten oder kleinen Wehwechen (oder auf gut Deutsch: keinen Bock auf Arbeit) danach fragen...auch ich habe den Eindruck, wenn Urbia-Fragen auch nur irgendwie den Querschnitt bilden werden BVs heute für erheblich mehr missbraucht, als sie eigentlich gedacht waren...oder zumindest wird es versucht. Ich hoffe, dass nicht allzu viele Ärzte da mitspielen.

Was passiert ist einfach: du bekommst deinen Nettolohn weiter. Du hast keine Nachteile beim Elterngeld (das ist ein großer Unterschied zu Krankschreibungen, die länger als 6 Wochen dauern - da kann das passieren, je nach Grund). Was du beantragen musst - keine Ahnung.

Der AG hat aber auch das Recht zu versuchen, gegen ein BV vorzugehen das (seiner Meinung nach) zu Unrecht ausgestellt wurde - wie das dann abläuft - keine Ahnung...

Es sind wohl eher Ausnahmen, wo schon in der 6. Woche ein permanentes BV ausgestellt wird. Unmöglich ist es aber nicht.

Wenn der Grund im Arbeitsplatz liegt muss der AG auch die Möglichkeit bekommen, die Schwangere auf einen mutterschutz-konformen Arbeitsplatz umzusetzen. Es bekommt also nicht pauschal jede Bauarbeiterin, deren Arbeitsplatz nicht dem Mutterschutz entspricht gleich ein BV - wenn sie auf einen "erlaubten" Arbeitsplatz umgesetzt werden kann dann steht dem AG diese Möglichkeit natürlich offen.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kati543 16.03.11 - 18:32 Uhr

"Was passiert ist einfach: du bekommst deinen Nettolohn weiter. Du hast keine Nachteile beim Elterngeld (das ist ein großer Unterschied zu Krankschreibungen, die länger als 6 Wochen dauern - da kann das passieren, je nach Grund). Was du beantragen musst - keine Ahnung. "
Was du erzählst ist schlichtweg falsch. Beim Elterngeld hat SCHWANGERSCHAFTSBEDINGTE Krankschreibung keinen Einfluß.

Beitrag von susannea 16.03.11 - 18:49 Uhr

Du liest scheinbar heute abend nicht aufmerksam. Genau das, dass es passieren kann (wenn der Grund nicht als schwangerschaftsbedingt angegeben ist) schrieb doch die Vorschreiberin!

Beitrag von kati543 16.03.11 - 18:31 Uhr

Ja, aber es gibt 2 Wege, das zu erledigen. Einmal die Krankschreibung und einmal das BV. Und letzteres gibt es nur, wenn der Arbeitsplatz Schuld an der Gesundheitsgefährdung ist. Steht übrigens auch da: "Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind BEI FORTDAUER DER BESCHÄFTIGUNG gefährdet ist"

Beitrag von windsbraut69 16.03.11 - 09:35 Uhr

Wahrscheinlich meinen wir das Gleiche.
In meinem Fall hat es nichts damit zu tun, dass der Arbeitsplatz nicht mutterschutzgerecht ist, sondern damit, dass die Frau aufgrund der Schwangerschaft ihren (oder einen anderen) Job nicht ausüben kann.

LG

Beitrag von susannea 16.03.11 - 10:39 Uhr

So ein Blödsinn. Wenn arbeiten an sich eine Gefahr ist, ist der Arbeitsplatz egal. Dann ist es keine Krankschreibung sonsdern ein BV!

§3 MuSchG:
(1) Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist.


Da steht nicht, wenn bei Fortdauer dieser Beschäftigung eine Gefährdung vorliegt.

Es gibt viele bei denen das Aufstehen, Arbeiten usw. an sich eine Gefahr ist!

Beitrag von kati543 16.03.11 - 18:34 Uhr

"Da steht nicht, wenn bei Fortdauer dieser Beschäftigung eine Gefährdung vorliegt. "
Entschuldige, aber lies mal richtig...genau das steht da.
"1) Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind BEI FORTDAUER DER BESCHÄFTIGUNG gefährdet ist."

Beitrag von susannea 16.03.11 - 18:45 Uhr

Ja, ich habe es richtig gelesen, aber du scheinbar den kleinen, aber sehr bedeutenden Unterschied nicht bemerkt!

Es geht um der und dieser.

Damit hat das eine vollkommen andere Bedeutung!

Beitrag von rosaundblau 16.03.11 - 08:52 Uhr

Naja "kotzen" ist ja nun nichts was einen über eine gesamte Schwangerschaft an der Arbeit hindert.

Eine Schwangerschaft ist nun auch nichts was einen über die gesamte Zeit an der Arbeit hindert.

Warum sollte es also pauschal ein BV geben?

Du scheinst nicht zu wissen WARUM die Schreibtischkollegin ein BV bekommen hat. Ggf. haben schwerwiegende Komplikationen vorgelegen. Verdacht auf Fehl- oder Frühgeburt, Muttermundschwäche etc.

Beitrag von kati543 16.03.11 - 09:02 Uhr

"Ggf. haben schwerwiegende Komplikationen vorgelegen. Verdacht auf Fehl- oder Frühgeburt, Muttermundschwäche "

Auch das sind alles Gründe für eine Krankschreibung, aber nicht für ein BV.
Wenn die Kollegin allerdings vom AG gemobbt wurde, so sehr dass eben Gefahr für das Kind bestand, DANN ist es ein Grund für ein BV.

Beitrag von rosaundblau 16.03.11 - 09:11 Uhr

diagnostizierte Muttermundschwäche z.B. ist oftmals ein Grund für ein BV!

Beitrag von windsbraut69 16.03.11 - 09:38 Uhr

Doch natürlich sind das Gründe für ein BV!

Beitrag von kerstini 16.03.11 - 10:52 Uhr

Doch gerade dann bekommt man auch ein BV!


Kerstin mit Ida #verliebt (6 Wochen) und #stern Madita #stern Leo + #stern 12.SSW

Beitrag von kati543 16.03.11 - 09:00 Uhr

Ja, ein BV gibt es - zumindest laut Gesetz - nur, wenn der Arbeitsplatz nicht den Mutterschutzrichtlinien entspricht und der AG keinen anderen Arbeitsplatz anbieten kann.
Bürojobs sind die typischen Jobs, bei denen es sehr schwer ist, ein BV zu bekommen. Da müssen schon psychische Probleme mit dem AG herhalten. Ansonsten ist ein typischer Bürojob nicht schwangerschaftsgefährdend.

Bist du dir sicher, dass sie ein BV hatte und nicht nur eine Krankschreibung? Weißt du denn weswegen sie das BV hatte?

Beitrag von perle1305 16.03.11 - 09:08 Uhr

Nein weiß ich leider nicht, aber bislang musste noch nie eine Schwangere bei uns arbeiten, die waren immer alle vom ersten Tag an weg.
Unsere Firma ist schon groß, sind weit büber hundert.
Es ist eben auch dort ein großer Druck, kein Urlaub, psychisch usw.

Beitrag von susannea 16.03.11 - 10:42 Uhr

Da irrst du, das sind Gründe für ein BV vom AG, nciht aber vom Arzt!