Was sollen wir tun?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von schnuffel2429 16.03.11 - 09:04 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

wir haben ein grosses Problem und waren damit auch schon bei sämtlichen stellen wo uns nur gesagt wurde man kann uns nicht helfen.

Wir sind eine Familie mit 3 Kindern(7,3,1), wobei der Grosse nicht mein leibliches Kind ist ich ihn aber genau so behandel und liebe wie meine eigenen Kinder. Ich lernte meinen Mann kennen da war er 2 jahre alt von da an waren wir unzertrennlich. Er war schon immer schwierig aber es hat mit dem Älter werden stetig zugenommen.

Er war früher(bevor ich zu meinem Mann zog) viel bei meiner Schwiegermutter sie sah in Ihm immer schon den armen Jungen und hat ihn auch so behandelt und er musste sich nie an Regeln halten, wirklich nie.

Jetzt ist es seit einem Jahr so schlimm das sobald es darum geht Regeln einhalten oder Aufforderungen nach zu kommen bockt er rum. Es ist aber nicht so das er nur bockt sondern er schreit stunden lang. Das längste waren 7 Std. am stk. Meine anderen beiden bekommen dann wirklich panik. Wir müssen sie in unserem Schlafzimmer unterbringen und einer von uns muss sie ablenken während der andere sich um unseren Grossen kümmert. Was eigentlich zwecklos ist. Wir haben schon mit der Kinderärztin gesprochen und diese hat uns an die Kinderpsychatrie verwiesen. Wir sind mit ihm erstmal notfall mässig dort gewesen, wo man den verdacht ADHS äusserte. Nach langen und vielen Test wurde dies ausgeschlossen. Wir haben uns schon bei verschiedenen intitutionen versucht Hilfe zu holen. Man sagte uns sie können uns nicht helfen. Selbst beim Jugendamt hat man uns nicht helfen können oder wollen.!?
Er lügt seine Lehrer an uns lügt er an. Verletzt ständig die mittlere.Wir sind am ende unserer Kräfte denn in dieser Intensität ist es seit fast einem jahr.Unsere Mittlere hat jetzt ständig mit migräne attaken zu tun und die kleine Schläft sehr unruhig und weint viel im schlaf. Von unsere Ehe ist auch nicht mehr viel über. abends sind wir total gschafft von dem stress.
Wir wissen nicht mehr was wir tun sollen.

LG Yvonne.


Beitrag von ajl138 16.03.11 - 09:21 Uhr

Hallo,
dass das Jugendamt nicht helfen will verstehe nicht.
Es gibt schliesslich Familienhilfen,und die sind ja für genau solche Fälle!
Hartnäckig bleiben.
Habt ihr es denn schon mit anderen Stellen versucht?
Pro Familia zum Beispiel?

Beitrag von sunny42 16.03.11 - 09:32 Uhr

Hallo Liebe Yvonne,

Eure Situation klingt sehr sehr angespannt.
Vielleicht fällt Euch allen gemeinsam etwas ein, wie ihr diese Anspannung erst einmal aus der Familie herausnehmen könnt.
Das funktioniert meist indem man erst einmal einen großen Berg von den starren Mustern aufgibt.
Das heißt, beobachte mal Eure Abläufe, wie ihr reagiert und in was für einer Spirale ihr euch befindet.
Manchmal entspannt sich die Sitaution wenn man einfach mal etwas anders macht oder anders reagiert als sonst.
(dies meine ich für die ganze Familie und nicht nur für euren Großen)

Als nächstes würde ich versuchen die Problematik etwas loszulassen.
Also ganz gezielt auf die gut funktionierenden Dinge mit dem Großen schauen und loben, loben, loben.
(Damit will ich nicht sagen das ihr dies nicht tut, nur ist es meist eine Folge der Spirale das man sich auf die Dinge konzentriert die nicht funktionieren.)

Das alles wäre sozusagen mein Notfallplan zur Soforthilfe und gleichzeitig würde ich schauen was es sein könnte das dem Jungen das Leben so schwer macht.

Meine Idee dazu wäre das es mit seiner Mutter zu tun hat.
Hat er Kontakt? Lebt sie noch?
Redet ihr über dieses Thema?

Oft ist es so, dass solche Problematiken weggeschoben werden (nicht bewusst). Das vergangene soll ruhen und wird zugedeckt.
Jetzt hat er ja eine heile Familie und ihr seit glücklich.
Nur stauen sich manchmal Gefühle in Kindern die sich sich nicht trauen herauszulassen.
Ängste, Sorgen, das Gefühl abgeschoben worden zu sein, Verlustangst ...
Natürlich war er sehr klein, aber er sieht inzwischen immer klarer die Familiengefüge seiner Umgebung und vielleicht wird ihm auch immer bewusster das es bei ihm anders ist.
Je schöner und besser es bei Euch ist, desto schwerer fällt es ihm vielleicht diese Gefühle zu äußern. Es fehlen die richtigen Worte und alleine kann er kaum nachforschen was da in ihm abgeht.
Irgendwo muss dieser Druck aber hin und dieser könnte sich dann genau so entladen wie ihr ihn erlebt.
Dadurch grenzt er sich selbst mehr und mehr aus und sein Gefühl nicht 100% dazuzugehören wie die anderen Familiemitglieder verstärkt sich.

Wie schon geschrieben ... alles nur eine Theorie, aber eventuell kannst Du, ohne Dich angegriffen zu fühlen denn Du machst ja nichts verkehrt, mal nachspüren was den Jungen wirklich bedrückt.

Liebe Grüße
sunny

Beitrag von lisasimpson 16.03.11 - 09:39 Uhr

Welche diagnose wurde in der kinder- und Jugendpsychiatrie gestellt?
Welche weiter Empfehlung wurde gegeben?
was habt ihr als familie schon mal gemacht?
was ist mit der Mutter des Jungen?

Was habt ihr mit dem Jugendamt vereinbart? Ihr habt ein Recht auf Hilfe zur Erziehung. diese könnt ihr (notfalls durch klage) einfordern.

7 stunden am stück schreien kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen und ich habe schon wirklich vieles gesehen.


meine emfehlung wäre daher:
- zum Jugendamt gehen und das Recht auf Hilfge zur erziehung geltend machen.
Einfordern, daß ihr als Familie untersützung bekommt.
Am besten wäre für euch natürlich eine familientherapeutische behandlung- für euch eltern eine erziehungsberatung und für den sohnemann ,die hilfen, die er braucht um wieder mit seinem leben klar zu kommen




lisasimpson

Beitrag von jennyjan1818 16.03.11 - 22:20 Uhr

Hallo lisasimpson#tasse

"7 stunden am stück schreien kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen und ich habe schon wirklich vieles gesehen".


Das kenne ich mein Stiefsohn hat bis zu 9 Std. geschrien-- er ließ sich nicht unterbrechen,aber auch echt durch gar nichts...das hätte ich auch nie geglaubt wen ich sowas nicht selbst erlebt hätte#zitter

Mein Sohn hat eine Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen.
Bei uns ging es soweit das er in eine Heiltherapeutische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche gezogen ist....heute lebt er wieder bei uns...und manchmal ist es echt nicht einfach..

Lg JennyJan1818

Beitrag von lisasimpson 17.03.11 - 07:37 Uhr

ich habe über 10 jahre in therapeutischen Heimeinrichtungen gearbeitet-
7 stunden am stück ist mMn rein körperlich gar nicht möglich-
wie gesagt- ich habe schon viel gesehen:)

Ich hoffe, ihr seid auf einem guten weg

lisasimpson

Beitrag von jennyjan1818 17.03.11 - 09:22 Uhr

Hey

willst du mich der Lüge bezichtigen#kratz?

nur weil du 10 Jahre Therapeutischen Einrichtung gearbeitet heißt es nicht das du sowas erlebt haben musst!#nanana

Ich weiß das geht rein körperlich!!!
Außerdem ist es eine völlig andere Situation ob ein Kind in einer Einrichtun g ist-- als wenn das Kind zu Hause wohnt!

Unser Sohn hat auch in der Einrichtung so gebrüllt!


Wir sind auf einen guten Weg!
Lg Jenny

Beitrag von jennyjan1818 17.03.11 - 09:36 Uhr

Sorry zuviel vertippt...



Hey

willst du mich der Lüge bezichtigen#schock#augen#kratz?

nur weil du 10 Jahre Therapeutischen Einrichtung gearbeitet hast--heißt es nicht das du sowas erlebt haben musst#nanana!

Ich weiß das geht rein körperlich!!!
Außerdem ist es eine völlig andere Situation ob ein Kind in einer Einrichtun g ist-- als wenn das Kind zu Hause wohnt!

Unser Sohn hat auch in der Einrichtung so gebrüllt!


Wir sind auf einen guten Weg!

Beitrag von schnuffel2429 16.03.11 - 10:05 Uhr

Hallo,

Erst einmal danke für eure tips.

Wir Haben schon alles mögliche durch. Das könnt ihr mir Glauben. Wir haben familienherapien gemacht. Er ist in Psychologischer Betreuung . Selbst die wissen nicht mehr weiter.
Eine Familienhilfe ist richtig die würde uns zu stehen aber in unserem Falle bringt es nichts. Sobald fremde Menschen bzw. Menschen die nicht zu uns gehören(direkt in unsere Familie) kann er es abstellen. Wir haben alles schon ausprobiert. Wir haben regeln aufgehoben. Wir haben gemeinsam dinge getan wo durch sonst dieses "Theater" entstand. Es hat nichts gebracht. Wir reden mit ihm über seine Mutter er hat auch kontakt. Wir stehen mittlerweile wieder im engen Kontakt. Sie musste damals erst mal Ihr leben neu ordnen.
Die Psychologen haben uns schon geraten ihn einfach mal stationär dort zu lassen damit die Familie, also die anderen Kinder wieder zu ruhe kommen.(Es ist mit einer sehr hohen wartezeit verbunden). Er ist seit seinem 3. Lebensjar in betreuung.
Die Psycholgen haben alles versucht aber sie können uns nicht mehr helfen.
Ich versteh das ja auch nicht.
Sie tippen auf Machtkampf.
Aber uns wird es allmählich zu viel.
Ich weiss nicht weiter.
Wir waren schon bei:
Jugendamt
Kinderschutzbund
Pro Familia
Caritas Familienhilfe


lg yvonne

Beitrag von heike74 16.03.11 - 11:53 Uhr

Wenn die Psychologen auf Machtkampf tippen und er immer, wenn er sich so schlimm benimmt, jede Menge Aufmerksamkeit und eine Sonderbehandlung bekommt: Was würde passieren, wenn er genau das in diesen Momenten NICHT bekommt? Wenn er in sein Kinderzimmer geschickt/gebracht wird und darin auch zu bleiben hat, bis er wieder friedlich ist? Wenn eben nicht die Geschwister das Feld räumen müssen und er exklusive Aufmerksamkeit bekommt, sondern eben er gehen muss und die Geschwister bleiben dürfen?

Es wirkt doch momentan so, dass sein Verhalten mit Aufmerksamkeit belohnt wird. Unerwünschtes Verhalten sollte aber sich nicht lohnen.

Nur so eine Idee...

LG Heike