Kann man Erzieherin in der Krippe sein und gleichzeitig ...

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von nele27 16.03.11 - 09:20 Uhr

... Fremdbetreuung von Unter-3-Jährigen ablehnen??

Moin Ihr Lieben,

an anderer Stelle tauchte für mich die Frage auf. Da schrieb eine Mutter, dass sie in einer Krippe arbeitet, aber ihre Kinder nie unter 3 Jahren betreuen lassen würde und im Allgemeinen dagegen ist.
Dasselbe ist mir im beruflichen Umfeld auch schon zweimal begegnet... Erzieherinnen, die gegen das Konzept ihrer Einrichtung sind, Kinder von 0-3 aufzunehmen. Scheint also keine absolute Ausnahme zu sein.

Für mich ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Ich würde mein Kleinkind nicht bei einer Erzieherin lassen, die das was sie tut total ablehnt #schock

Für mich ists dasselbe wie ne Lehrerin an ner Waldorfschule, die das Waldorfkonzept kacke findet. Oder an einer kirchlichen Schule und überzeugte Atheistin ist.

Wie seht Ihr das ??

LG, Nele

Beitrag von kaffetante 16.03.11 - 09:25 Uhr

Nee, da verwechselst Du etwas. Man kann das als Erzieherin sehr wohl ablehnen und ich finde sie hat auch das Recht dazu.

Meiner Meinung nach gehören Kinder von 0-3 Jahren zur Mutter oder wenn es nicht anders geht zu einer Tagesmutter. In diesem Alter ist alles noch sehr sensibel und es geht um den Aufbau von emotionalen Bindungen und noch weniger um Förderung. Ich möchte hier aber niemanden verurteilen, der sein Kind in die Krippe gibt, bloss nicht. Es heißt auch nicht, dass diese Kinder einen "Schaden" davon tragen.

Mein Großer kam mit 2,9 in den Kindergarten. Viel zu früh.
Mein Kleienr kommt jetzt mit 3,0 in den Kindergarten und ich könnte heute schon heulen, momentan ist er bei einer Tagesmutter. Was die leistet kann keine KITA leisten.

LG

Beitrag von widowwadman 16.03.11 - 11:41 Uhr

Wir haben uns bewusst gegen TaMu und fuer Krippe entschieden, da uns das Konzept mehr zusagte. Jedem das seine.

Beitrag von wemauchimmer 16.03.11 - 15:57 Uhr

Meiner Erfahrung nach, und auch meinen Beobachtungen nach unter Kindern, die früh im eine Einrichtung kamen, und solchen, die 3 Jahre zuhause bleiben mussten, ist das eine überholte Sicht.
Es mag für ein Baby stimmen, daß es noch keine Förderung braucht. Spätestens ab 1,5-2 Jahren sicher nicht.
Aber wer sein Kind wie ein Baby behandelt, der hat dann auch ein Baby. Sprich: Klar, daß solche Kinder, wenn sie dann in den Kindergarten kommen, damit erstmal ganz schön überfordert sind. Das liegt aber daran, daß ihre Eltern sie daran gehindert haben, sich artgerecht zu entwickeln. Der Mensch ist nunmal ein soziales Tier.
Diese Kinder sind dann oft extrem auf die Eltern fixiert. Das schmeichelt vielleicht dem Ego der Mama, ist aber nicht zu verwechseln mit einer gesunden Eltern-Kind-Bindung.

LG

Beitrag von leonie133 19.03.11 - 11:27 Uhr

Aber wer sein Kind wie ein Baby behandelt, der hat dann auch ein Baby.

DANKE.

Ein Kind zw. 0 und 3 gehört zur Mutter. Wenn ich das lese, möchte ich ganz schnell einen Boxsack. Woher nehmt ihr bitte diese Pseudo-Weisheit?? Nur weil ihr es in eurem Freundes-/ Bekanntenkreis mitbekommen habt, dass ein Kind unter 3 mal Probleme hatte?? Nur weil es EUCH passiert ist? Oder nur weil ihr die Welt gerne so haben wollt, weil ihr es halt so macht? Ihr könnt meinetwegen eure Kinder allein betreuen bis sie 40 sind, habe ich nichts dagegen. Aber dann tut es ohne ständig herumzuposaunen, wie schädlich alles andere ist, das ist entstirnig, megaspießig, reaktionär und völlig unangebracht.

Was ist denn mit Kindern, die mit 6 J. große Probleme bei der Einschulung haben? Lasst ihr die auch noch 2 Jahre zu Hause bei MAMA?

Ich habe meine Tochter mit 1 in die Krippe gegeben, insg. 24 std/Woche. Die Entwicklung, die sie seitdem durchgemacht hat, beweist MIR dass es ihr niemals auch nur ein Bisschen geschadet hat. Und komischerweise höre ich von allen anderen bösen Jobmüttern dasselbe...

Wisst ihr, die Mütter die so vehement die alleinige Betreuung zu Hause vertreten, sind eben leider diejenigen, die sich nachher beschweren: Ich komme nicht mehr in den Job rein; Oder: wir werden uns trennen, was steht mir zu? usw.

LG



Beitrag von kaffetante 19.03.11 - 13:58 Uhr

Das immer alles so schwarz weiß gesehen werden muss. Ich hole doch auch nich den Boxsack raus...

Ich habe auch einen Job und mein Jüngester ist auch fremdbetreut, bei einer Tagesmutter. Mein Großer kam mit 2,9 Jahren in den KIGA und es ist heute noch eine Katastrophe. Hast Du Dir schonmal den Lärmpegel reingezogen? Das ist die Hölle. Das überfordert die kindlichen Sinne total.

Wie Du siehst, sind wir gar nicht soweit auseinander und ich sehe schon die Misstände in den KITAs und das nicht nur bei der U3 Betreuung. Ganz im Ernst, das sind doch teilweise nur noch Verwahrstätten - da kannst Du am allerwenigsten etwas dafür und wirst es auch am allerwenigesten ändern können. Und ich auch nicht.

LG

Beitrag von marion2 19.03.11 - 14:25 Uhr

Hallo,

es muss nicht zwingend laut sein in so einer Kindergartengruppe.

Mein Großer hatte Erzieherinnen, die das super im Griff hatten. #pro

Die Erzieherinnen von den Kleinen leider gar nicht #contra

Mich macht das sauer - ich weiß, dass das gar nicht so schwer umzusetzen ist. Aber man muss was tun und vor allem damit anfangen...

Googel mal nach Lärmprävention und Kindergarten.

LG marion

Beitrag von fraukef 18.03.11 - 08:59 Uhr

Neeee - sie verwechselt da nichts.

Es geht nicht um "normale" Erzieherinnen, die in Ü3-Gruppen arbeiten. Wenn die eine Fremdbetreuung der U3s ablehnen, geht das natürlich.

Es geht aber um eine Erzieherin in einer Krippe - also bei den U3s. Wenn die eine U3-Betreuung ablehnt, lehnt sie ihren Job ab - und das geht nicht.

Das hat mit der Entscheidung TaMu oder Krippe nichts zu tun - es geht lediglich darum, dass man keinen Job machen kann, den man innerlich ablehnt. Denn was vermittelt sie den Kindern (ggf unterbewusst) denn dann? Dass sie gar nicht in der Krippe sein sollten? Dass sie nur da sind, weil Mama und Papa sich nicht kümmern? Dass sie keine guten Eltern haben? Is doch irgendwie suboptimal...

LG
Frauke

PS Wir hatten uns auch für ne TaMu entschieden - aber auch da wär es blöd gewesen, wenn die ne U3-Betreuung generell ablehnt ;-)

Beitrag von kaffetante 16.03.11 - 09:26 Uhr

Sorry, Daumen runter sollte nicht sein ;-).

Beitrag von nele27 16.03.11 - 09:40 Uhr

Bist begnadigt :-)

Beitrag von tauchmaus01 16.03.11 - 09:26 Uhr

Klar, warum nicht?

Nur weil sie Kleinkinder betreut und das ihr BERUF ist, muß das nicht zu ihrem eigenen Lebensmotto gehören.
Ich würde auch unheimlich gerne Tagesmutter werden und die ganz, ganz kleinen Wutzen betreuen.......aber ich wäre NIEMALS auf die Idee gekommen, meine Kinder als KLeinkinder schon zur Tagesmutter zu geben.

Das eine ist der Beruf, man ist dazu Berufen.

Das andere ist das Privatleben.

Die Eltern die ihre Kinder schon so früh Fremdbetreuen lassen haben sicher keine andere Wahl, hätten sie aber eine andere Wahl dann würden eine Menge Eltern auch ihr Kind nicht unter 3 zur Fremdbetreuung geben. Deshalb sind sie weder besser noch schlechter als andere. Es ist eben das jeweilige Familienkonzept.

Deine Beispiele die du unten aufführst, haben damit nichts gemeinsam.

Wir sind NICHT katholisch und trotzdem gehen unsere Kinder in einen Katholischen Kindergarten.

Mona

Beitrag von nele27 16.03.11 - 09:43 Uhr

Ich finde schon, dass man auch privat hinter seinem Beruf stehen sollte... so würde ich als Atomkraftgegnerin niemals für ein solches tätig sein. Ich würde auch nicht in einer Partei arbeiten, die nicht "meine" Partei ist.

Ich denke, dass man die Arbeit nicht gut machen kann, wenn man gar nicht dintersteht.

Beitrag von tauchmaus01 16.03.11 - 10:20 Uhr

Du nimmst immer gleich so krasse Beispiele!
Ich kann auch in einer Bäckerei Kuchen verkaufen obwohl ich eine Diät mache und keinen Kuchen esse.

Ich wünsche Dir dass Du in Deinem Leben damit beginnst Voruteile abzubauen, es könnte auf Dein Kind abfärben.

Mona

Beitrag von nele27 16.03.11 - 10:51 Uhr

Vorurteile?? Es geht hier um Meinungsaustausch!

Beitrag von sillysilly 16.03.11 - 10:42 Uhr

Hallo

HÄ - vielleicht hat sie ja dadurch die besondere Motivation es für die Kleinen schön zu machen
eben weil sie es kritisch sieht

schon mal daran gedacht


Grüße Silly

Beitrag von agrimonia 16.03.11 - 20:02 Uhr

Naja, und der Beruf einer Erzieherin ist es eben Kinder in Abwesenheit der Eltern zu betreuen, pflegen, fördern, erziehen, beaufsichtigen etc. Und nicht die Beurteilung der Eltern, welche ihr Kind mit 1, 2,3, oder mehr Jahren in den Kita schicken. Wenn eine Erzieherin also (auch privat) Kinder mag und an ihrer seelischen, sozialen und körperlichen Entwicklung interressiert ist, dann steht sie doch (auch privat) hinter dem was sie tut. Und ich selber wünsche mir z.B. auch nicht unbedingt ein behindertes Kind, erledige aber meinen Job in der Behindertenarbeit mit Leib und Seele.

Beitrag von sunny42 16.03.11 - 09:37 Uhr

Hallo liebe Nele!

"Ich würde mein Kleinkind nicht bei einer Erzieherin lassen, die das was sie tut total ablehnt "

Das ist alles eine Frage der Perspektive.

Die siehst, sie lehnt das Konzept persönlich ab und verbindest damit sie deshalb keine gute Erzieherin für dein Kind sein könnte.

Ich könnte mir auch vorstellen: sie lehnt das Konzept persönlich ab und kümmert sich deshalb ganz besonders um die kleinen die in ihren Augen diesen Luxus 3 Jahre zu Hause zu sein nicht haben können.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von nele27 16.03.11 - 09:47 Uhr

Das ist zwar eine interessante Sichtweise. Aber ich bleibe dabei :-) Ich kann mir nicht vorstellen, dass so jemand mein Kind nicht gut betreuen könnte.

Stell Dir mal folgendes Szenario vor:

Die Mutter muss wieder arbeiten, zu früh für ihren Geschmack. Aber das Geld langt eben nicht. Sie heult sich bei der Erzieherin aus, ob das dem einjährigen Kind denn überhaupt gut tut so früh und ob sie sich auch wirklich unbesorgt arbeiten gehen kann.

Wie sollte eine solche Erzieherin reagieren? "Tja, Frau x, ich finde Betreuung unter 3 auch scheiße, aber es geht wohl nicht anders"??

#schock

Oder lügen?

Beitrag von sunny42 16.03.11 - 09:52 Uhr

Hallo liebe Nele

"Das ist zwar eine interessante Sichtweise. Aber ich bleibe dabei"

Ich habe nichts dagegen wenn Du dabei bleibst. :-D

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass so jemand mein Kind nicht gut betreuen könnte. "

Was für ein wunderschöner Freudscher Fehler. :-D

"Stell Dir mal folgendes Szenario vor"

Jeder hat seine eigenen Szenarien im Kopf.
Der Unterschied ist nur, die einen Szenarien erzeugen Stress und die anderen erzeugen innere Ruhe. Die Wahrheit kommt meist sowieso in ihrem ganz eigenen Gewand und lässt sich durch kein Kopfszenario beeinflussen.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von nele27 16.03.11 - 10:03 Uhr

***Was für ein wunderschöner Freudscher Fehler**

Oh jaaa, ich Depp #klatsch :-)

Naja, mir persönlich kanns egal sein, da ich so eine "Verräterin" (mal böse ausgedrückt) nicht als Erzieherin erlebt habe.
Finde es aber interessant, dass ich offenbar die einzige bin, die Verwerfliches dran findet.
Naja, vll kommen ja noch pro-Nele-Meinungen dazu :-)

Beitrag von kaffetante 16.03.11 - 09:52 Uhr

In dem Falle lieber lügen ;-) - nein, es scheint mir, als ob Du Dich persönlich angesprochen fühlst? Ich finde das muss keiner. Es gibt doch viele Dinge, die jeder anders handhabt - ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Kinder sind halt ein empfindliches Thema.

Und trotzdem darf sie anderer Meinung sein und macht ihre Arbeit trotzdem gut. Atomkraft und Politik ist da ein stark hinkender Vergleich.

Beitrag von nele27 16.03.11 - 10:01 Uhr

Nein, ich fühl mich nicht persönlich betroffen, mein Großer ging mit 1,5 Jahren in die Kita, weil wir das gern so wollten und die Erziehrinnen waren wirklich TOP und ließen auch keinen Zweifel dran, dass sie hinter dem stehen, was sie tun.

Wobei ich auch nichts gegen Mütter habe, die ihre Kinder 2,3, oder 20 Jahre selbst betreuen ;-)

Warum hinkt der Vergleich?
Ich traue mir zu, in meinem Beruf auch in der Kernkraftindustrie zu arbeiten. Ich könnte sicherlich auch ordentlich arbeiten. Allerdings würde mir die gewisse Liebe zum Beruf - oder nenn es Berufung - fehlen. Die Bereitschaft, mich über die Pflicht hinaus einzusetzen. Der Wille, meine Firma voran zutreiben.
All das fehlt, weil ich ja privat dafür wäre dass die Scheiße abgeschaltet wird.

Naja und als Erzieherin wär man ja dann dafür, dass nicht so viele Kinder in die U3-Betreuung "müssen".

Beitrag von kaffetante 16.03.11 - 10:05 Uhr

Deswegen hinkt der Vergleich ;-).

Du traust Dir zu gut in der Atomkraft zu arbeiten? Du tust es aus Überzeugung nicht.

Sie arbeiten mit Kindern, gerne und gut, nur eine unter 3-Betreuung finden sie aus irgendeinem Grund nicht gut. Dieser Grund wird nichts damit zu tun haben, dass sie Kinder unter drei nicht mögen.

Atomkraft vs. Kinder - interessanter Vergleich ;-).

Beitrag von sillysilly 16.03.11 - 10:44 Uhr

Hallo

ich würde sagen,
........ ich weiß das es schwer sein kann, ..........., und gerade kleine Kinder es manchmal schwer haben die geliebte Mama los zu lassen ......... aber ich weiß, daß sie das Beste für ihr Kind wollen - genau wie ich und darum werden wir das gemeinsam schaffen



Grüße Silly

Beitrag von schullek 16.03.11 - 09:41 Uhr

versuch es mal nicht so starr zu sehen. sie findet es nicht gut kibder unter 3 fremdbetreuen zu lassen. das ikst das eine. ihre tätigkeit ist das andere. es bedeutet doch nicht, dass sie ihre arbeit nicht gut macht. sie lehtn den fakt an sich ab, nicht aber die zu betreuenden kinder bzw. ihre arbeit!

ich persönlich, angehende lehrerin, finde unser schulsystem gelinde gesagt renovierungsbedürftig. es gibt so viele baustellen, missstände, dass eigentlich nur eine generalüberholung helfen kann. und trotzdem mag ich die arbeit. und ich denke, ich bin udn werde ganz gut sein. schließt sich doch nicht aus, oder?
lg