Glück!! und Leid!!!

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von babea007 16.03.11 - 13:59 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Jeder der unsere geschichte von anfang bis ende kennt weiß was wir alles durch gemacht haben.

Wir sind jetzt 3wochen am stück zuhause und ich kann euch sagen es ist einfach wunderbar und kaum zu glauben.
Ich bin so glücklich zu sehen das es meiner kleinen Finja jetzt wieder so gut geht wie schon lange nicht mehr.
Sie sieht ein jetzt mit großen blauen Augen an und lächelt fast den ganzen tag :).
Ich schreibe diese sätze mit tränen in den Augen.
Es waren schwere 6 Monate für uns mit vielen tränen, angst zu haben um das schönste geschenk im leben wieder zu verlieren.Aber unsere Finja hat uns gezeigt das sie eine ganz starke kleine maus ist.
Ich bin so froh meine 3 Kinder zu haben und einen Mann auf den ich mich die ganze zeit verlassen konnte.

Ich habe im KH viel gesehen und viele bekantschaften gemacht und viele geschchichten gehört.
Aber eine ist besonders schlimm!
Ein kleines Mädchen was neben Finja auf der intensiv lag wird wohl die nächsten tage sterben.
Ich habe mit der Mama kontakt und es nimmt mich sowas von mit es tut mir einfach nur leid was die kleine maus und auch die Eltern so durch machen.
Warum muss das leben so ungerecht sein warum wird einen leben geschenkt und es nach 3 Monaten wieder genommen.
Ich war gestern noch bei ihr wo wir im Kh waren wegen der RSV-Impfung.
Und ich muss sagen ich habe es nicht lange da ausgehalten.Ich konnte auch nicht viel sagen einfach nur da sein und sie fest in den arm nehmen.



Babea mit Justin,leila und Finja

Beitrag von maxi03 16.03.11 - 14:32 Uhr

Wie schön, dass es euch inzwischen gut geht - ihr habt ja eine Menge durchmachen müssen.

Die Situation deiner Freundin ist mir leider zu sehr bekannt. wir mussten unsere zwillinge auf der Neo gehen lassen. An den wänden hingen überall "Erfolgsgeschichten" und wir durften eine solche nicht erleben.

Leider ist es auf diesen Stationen so, dass Leid und Glück so dicht beieinander liegen und alles noch wesentlicher emotionaler ist, als es ohnehin bei einer Geburt ist.

Alles Liebe für deine Freundin - steh ihr zur Seite, wenn du es schaffst und wenn sie es möchte. Das sind dann oft Freundschaften fürs leben.

LG

Beitrag von chris.1984 16.03.11 - 15:20 Uhr

Hallo...

erstmal freue ich mich das ihr euer Glück endlich zu Hause genießen könnt.

Ich kenn die Situation zu genüge. Wir haben ja so ziemlich 2 Jahre ununterbrochen im KH "gelebt". Was man da alles miterleben musste. Nicht alleine das eigene Leid, NEIN, man musste viel mit ansehen. Ich habe ganz viele Mami´s mit schwer kranken Kindern kennengelernt, die Kinder leiden sehen und ganz oft miterleben müssen, wie Eltern um ihre Kinder geweint haben, die gestorben sind.
Ich erinner mich an einen besonderen Fall.
Lara lag mit einem glaube 4 Jahre altem Jungen in einem Zimmer. Sowohl der Junge als auch unsere Lara lagen beide im künstlichn Koma. Unsere Kinder wechselten sich wirklich mit der Intensivmedizin ab. Einen von den beiden ging es wirklich immer überlst schlecht. Wochen lang lagen beide im Koma. Unsere Lara erholte sich dann und konnte sogar kurz vor ihrem 2. Geburtstag entlassen werden, während der Junge immernoch im Koma lag. Unsere Zeit zu Hause mit Lara war uns leider nicht gegönnt und wir mussten sie bereits am nächsten Tag wieder ins KH einliefern. Der Junge war weg. Ich war geschockt. Wir hatten vor unserer Entlassung dem Kleinen einen von Lara´s Holzschutzengeln ans Bett gehängt. Haben viel mit dessen Eltern geredet.
Kurz nach unserer Aufnahme erfuhr ich dann, das der Junge gestorben ist. Ich wusste garnicht wie ich reagieren sollte und mir tat das sooo unheimlich leid. Nun ja, wenige Tage später starb auch unsere Kleine.

Ich kann verstehen das du mit der Situation überfordert warst oder bist. Mit solchen Sachen muss man erstmal umgehen können.

Wünsche euch trotzdem weiterhin alles Gute und drücke die Daumen, das es die Kleine vielleicht doch schafft.

LG

Beitrag von yanktonai 16.03.11 - 17:54 Uhr

ich freue mich sehr für Finja, dass es ihr gut geht.

Wenn ich die Geschichte von Deiner Feundin lese, bin ich sehr dankbar, dass während unserer Zeit auf der Neonatologie kein Kind gestorben ist, obwohl fast jede Woche Extremfrühchen zur Welt kamen. Dieses Leid ist so unbeschreiblich groß, dass es dafür keine Worte gibt.

Beitrag von fruehchenomi 16.03.11 - 18:10 Uhr

Das kann ich sehr gut verstehen, dass Dich das mitnimmt. Als Enkelmaus Leonie auf der Frühchenstation lag, lag neben ihr ein kleiner Junge - und die Mutter redete keinen Ton mit ihm, saß nur davor und kuckte - dann ging sie wieder. Und der kleine Kerl entwickelte sich ganz schlecht. Der tat mir soooo leid - weiß garnicht, was aus ihm wurde.
Noch heute nimmt mich das mit, wenn ich von Frühchenschicksalen lese oder im TV sehe.
Aber supertoll ist es, wie sich Deine Maus entwickelt hat. #verliebt
Gib ihr mal unbekannterweise einen Omi-Knuddel - und weiterhin alles alles Gute für euch
LG von Moni

Beitrag von lella6 17.03.11 - 09:42 Uhr

hallo babea!

ich habe eure geschichte auch mitverfolgt als stille leserin. ich freue mich sehr für euch. wir hatten vor 7 jahren auch unsere tochter nach nur 4. lebenstagen auf der kinderintensiv wieder gehen lassen müssen. es ist das schlimmste auf erden sein kind zu grabe zu tragen. wir haben mittlerweile zwei gesunde kinder. sie sind unser ein und alles. aber unsere erste tochter fehlt und es vergeht kein tag an dem wir nicht an sie denken. sie ist und bleibt ein teil von uns.
sie kam in der 29. ssw auf die welt. am anfang ging es ihr sehr gut. die ärzte lobten sie ohne ende. am 4. tag hat sie eine blutvergiftung bekommen und ist daran leider verstorben.
es war eine schwere zeit. aber wir haben sehr viele fotos und erinnerungen an sie die uns niemand nehmen kann so lange wir leben. ich freue mich wirklich aus tiefsten herzen für jedes kind das es schafft. ich wünsche euch alles gute und genießt es mit eueren kids. sie sind wirklich das schönste geschenk das es gibt.

lg g.

Beitrag von max.83 22.03.11 - 07:10 Uhr

Hallo babea,

fein, dass ihr daheim seid´s. I hoff dass ihr a weiterhin daheim bleiben könnt und die Klinik hinter euch gelassen habt.

Mich hat es berührt was du zu dem Nachbarsmädchen eurer Tochter geschrieben hast. I denke, so eine Situation is immer für alle schwer - für die Eltern sowieso, für die Schwestern (a wenn die a gewissen Abstand haben sollten, es aber nit imma haben können) und a für die Eltern anderer Kinder auf der Station.
I find es schön, dass du nit einfach ignorierst und weggeschaut hast, sondern dass du trotzdem da warst. Manchmal is nämlich so a Umarmung mehr wert als 1000 Worte!
Den Eltern bleibt nur zu wünschen, dass sie alle Kraft haben, die man haben kann. Es ist des Schlimmste, sich für immer von seinem Kind zu verabschieden und zu wissen, dass dies die letzten Momente mit ihm zusammen sein.

Lg Max