Geht das wirklich so einfach?

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Beitrag von darkblue81 16.03.11 - 15:48 Uhr

Hallo in die Runde,

ich hab gerade eben etwas erfahren und es beschäftigt mich doch etwas (obwohl nicht meine Baustelle) und da ich über Onkel google nichts wirkliches gefunden habe, frage ich mal hier:

Ein Bekannter von mir hat eine Schreinerei + Bestattungsunternehmen.

Er hat wohl im letzten Jahr in einem Haus neue Fenstere eingebaut, die alten Fenster wurden ausgebaut und entsorgt und die Rechnung ist bis dato nicht bezahlt. Laut seiner Aussage hat er mehrmals telefonisch Kontakt gesucht zu der Person, aber nie jemand erreicht und auch keine Rückmeldung bekommen.

Jetzt will er nächste oder übernächste Woche diese neuen Fenster wieder ausbauen und die Bewohner sollen mit folie vorlieb nehmen #schock

Ok, klar, wenn ich etwas gekauft habe muss ich das bezahlen, das ist logisch, aber geht das dann wirklich so einfach, dass er dann dahin fährt, die wieder ausbaut und dann die Leute da sitzen nur mit Folie?

Ich find das schon so ein wenig, na ja, grausam auch wenn ich meinen Bekannten verstehen kann, er hat ja schließlich seinen Auftrag erfüllt und ein Recht auf die Bezahlung.

LG

Beitrag von tagpfauenauge 16.03.11 - 16:05 Uhr

Hi,

Einbruch, Sachbeschädigung, Nötigung...

Die Leute werden sich das sicher nicht gefallen lassen. *tatü tata*

vg

Beitrag von anira 16.03.11 - 16:12 Uhr

leider geht das nicht
er muss erstmal ihnen eine schriftliche rechnugn schiclen soe dann per brief imemr wieder auffodern zu zahlen ( achtung briefe per einschreiben am besten)
wenn dann immer nochc nix kommt mit inkasso drohen
und dann kann er ein inkasso büro einschalten

Beitrag von darkblue81 16.03.11 - 16:23 Uhr

Hallo,

also Rechnung hatte er ja geschrieben, im November, dann versucht telefonisch Kontakt gesucht, was gescheitert ist.

Er müsste doch dann aber wissen, dass das nicht so einfach ist und er das auch schriftlich nochmal anmahnen muss #kratz

LG

Beitrag von stormkite 16.03.11 - 17:25 Uhr

Telefonische Mahnung ist übrigens gar nicht erlaubt. Aber der Richtige Weg ist
2 Mahnungen rausschicken, Mahngebühr und Verzugszinsen nicht vergessen (Verzugszinsen-Rechner findet man leicht im Internet). Die Mahnungen müssen ein konkretes Zahldatum enthalten.

Auf der zweiten Mahnung Hinweis auf Mahnbescheid. Dann das zuständige Amtsgericht kontaktieren, die erklären einme, wie man einen amtlichen Mahnbescheid zustellen lässt. (Kostet etwa 25,- Euro)

Mahnbescheid geht an den Schuldner, und kann mit Begründung abgelehnt werden, oder wird dann eben bezahlt. Wird nicht Bezahlt, kann man die Sache vor Gericht geben. Oder die fällige Schuld an ein Inkasso-Büro weiterverticken.

Gruß, Kite

Beitrag von darkblue81 16.03.11 - 17:30 Uhr

Also ist mein Bekannter wenn er diese Nummer wirklich so durchzieht dabei sich ein Eigentor zu schießen #gruebel

Dann verstehe ich es zwei Mal nicht, das Geschäft hat er ja nicht erst seit gestern #kratz

Grüßle

Beitrag von karamalz 16.03.11 - 16:43 Uhr

hi,

die fenster sind drin und müssen es auch bleiben §94bgb; §946bgb.
sie sind fest mit dem gebäude verbunden und es hat ein eigentumsübergang stattgefunden. er hätte können eine sicherungshypothek verlangen §648bgb.

hier steht noch was:
http://handwerk.com/diese-leistungen-koennen-handwerker-zurueckfordern/150/2/28133/

ihm bleibt nur die möglichkeit, den offenen betrag per mahnbescheid einzutreiben. oder vorher nochmal den kunden hinweisen, welche rechtlichen folgen das für ihn haben kann.

alles gute!

k.

Beitrag von sarahg0709 16.03.11 - 17:40 Uhr

Hallo,

in manchen Verträgen steht folgendes: "Der Vertragsgegenstand bleibt bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Verkäufers." In diesem Fall ist der Schreiner berechtigt, die Fenster wieder auszubauen. Würde ich aber vorab schriftlich ankündigen, dann ist dem Käufer freigestellt, ob er nicht doch noch bezahlen will.


LG

Beitrag von bezzi 16.03.11 - 17:47 Uhr

Sorry, das ist Quatsch. Wenn man keine Ahnung hat ist es oft besser, nichts zu schreiben. Falsche rechtliche Ratschläge können teuer werden, auch wenn es noch so "gut gemeint" war.
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht !

Das entsprechende Gesetz wurde weiter oben schon genannt.

Das mag bei einem Fernseher gelten, aber nicht für Fenster, die fest mit einem Gebäude verbunden sind.

Beitrag von sarahg0709 16.03.11 - 17:53 Uhr

Du kannst Dich gerne an die Handwerkskammer wenden mit der Frage. Ich hab das selbst schon erlebt (bei einem Büro). Die Fenster und Türen wurden wieder rausgenommen und schon mit Plane zugehängt. Der Handwerker wurde deswegen nicht belangt.


LG

Beitrag von bezzi 16.03.11 - 17:56 Uhr

Ich werde mich ganz sicher nicht an die Handwerkskammer wenden und mich blamieren.
Du magst es irgendwo gesehen haben, wir kennen die Hintergründe nicht.

Für mich zählt das BGB.

http://dejure.org/gesetze/BGB/946.html

Beitrag von frau-pepsi 16.03.11 - 21:29 Uhr

Vielleicht war das Büro von einer Firma in insolvent war. Aber grundsätzlich muss ich erstmal keinen in die Wohnung lassen ohne richterlichen Beschluss. Wie sollen sie mir dann die Fenster ausbauen?

Aber vielleicht lässt der Gläubiger des anfangs genannten Bekannten die Fenster einfach ausbauen ohne Gemecker.

Würde mich interessieren wie es ausgeht mit dem Bekannten und den Fenstern. Bitte um Rückmeldung! #winke

Beitrag von fred_kotelett 16.03.11 - 18:08 Uhr

Unfug!

Beitrag von viki82 16.03.11 - 18:42 Uhr

Hallo,

hier bei uns in Wiesbaden hat vor Jahren mal ein Zahnarzt das getan, was dein Onkel vorhat:

nachdem der Patient auch nach mehreren Aufforderungen und Mahnungen nicht zahlte, suchte der Zahnarzt ihn in seiner Stammkneipe auf und nahm sich was ihm gehörte direkt aus dem Mund des Patienten: eine Brücke oder ein Gebiss! #schock

Tatsächlich wahr!

lg Viki

Beitrag von karamalz 16.03.11 - 19:51 Uhr

... ist lustig, aber hat es dem zahnarzt was genützt? weil die beißerchen bekommt er doch gar nicht anderweitig verarbeitet, oder?

und gab es ein rechtliches nachspiel?

Beitrag von viki82 17.03.11 - 11:17 Uhr

Genutzt hat es ihm sicherlich nicht viel, außer der Genugtuung hatte er wohl nicht viel von der Sache.

Ich meine mich zu erinnern, dass der Patient keine rechtlichen Schritte einleitete, sondern tatsächlich die Rechnung bezahlte!