Durchschlafproblem

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von merdl 16.03.11 - 16:19 Uhr

Ich würde gern mal wissen ob ihr das kennt und was man tun kann:

mein Stiefsohn ist 6, mittlerweile haben wir es toll hinbekommen das er um die gleiche zeit ins bett geht und spätestens nach 30 min ( nach Geschichte, Hörspiel usw) einschläft. Nur leider wird er regelmässig mind. 2 mal in der nacht wach, kommt zu uns ins Schlafzimmer und weckt mich. ich werde jesdesmal aus dem Schlaf gerissen ( habe durch schmerzen eh schon einschlafprobleme) und muss mit ihm wieder rüber ihn hinlegen, zudecken und gehe wieder ins bett.
Wieso schläft er nie durch und das mit 6? und was kann man daran ändern?

Bitte sagt nicht er soll dann bei mir schlafen..das hatten wir alles schon und unser Schlaf ist dann noch mehr gestört, weil er einfach so unruhig liegt, mich tritt usw. das ich nicht zur ruhe komme. Das haben wir ihm abgewöhnt in unserer Mitte zu schlafen und das ist gut so. Mich wundert nur das er mehrmals wach wird in der Nacht und nicht mal müde wirkt

Beitrag von marion2 16.03.11 - 16:51 Uhr

Hallo,

es gibt Kinder, die brauchen mehr Schlaf und es gibt Kinder, die brauchen weniger Schlaf.

Eurer braucht weniger Schlaf - darum wirkt er nicht müde.

Helfen könnte:

1 h später ins Bett bringen

oder

Hoffen, dass es besser ist, wenn er 7 wird.

Gruß Marion (Sohn schlief erst mit 7 durch)

Beitrag von mamavonyannick 16.03.11 - 17:04 Uhr

Hallo,

mein sohn wird 5 und schläft nur selten durch. Er kommt min. 1x nachts rüber. Entweder ich bringe ihn wieder in sein bett (manchmal geht er auch selbst) oder er schläft bei uns weiter. Wenn mein Mann nicht auf arbeit muss, dann ziehe ich entweder in das bett meines Sohnes, meist jedoch ins Gästezimmer. Mag stressig erscheinen, ist es aber für uns nicht. Wir schlafen früh dann meist bis 8.30/9.00 Uhr. Würde er nur in seinem Bett schlafen, dann wäre er eher wach.

vg, m.

Beitrag von jazzbassist 16.03.11 - 17:47 Uhr

Wenn Kinder unruhig schlafen, kann das Ursachen haben, gegen die man etwas tun kann, und auch manche, auf denen man keinen Einfluss nehmen kann und, die die Zeit dann ganz einfach heilen werden.

Wie marion2 sehr schön beschrieben hat, ist z.B. die Schlafdauer von Kindern sehr unterschiedlich. Gerade bei einem Kind, dass z.B. noch nicht in die Schule geht, würde ich dort einfach mal die Einschlafzeit etwas nach hinten verlegen und den morgens zur gewohnten Zeit aus dem Bett holen. Man sieht dann ja nach 2-3 Tagen, wie ein Kind darauf reagiert, ob er dann morgens muffig/knurrig ist, und, wie er dann jeweils geschlafen hat.

Kontraproduktiv können sich auch zu viel Naschen (Zucker) oder koffeinhaltige Getränke auswirken. Das soll nicht heißen, dass ein Kind nichts süßes essen sollte oder weniger, sondern nur, dass man einfach mal darauf achtet, dass ein Kind z.B. abends nichts süßes mehr isst, sondern, man dass dann besser zum Nachmittag hin verteilt. Ähnliches gilt für Reizüberflutungen wie z.B. Videospiele, Computer oder Fernsehen. Gegen diese Dinge spricht alles nichts, nur, bei manchen Kindern sollte man die dann einfach auch auf den Nachmittag legen. Also auch das Sandmännchen am Abend kann bei einigen Kindern dazu beitragen, dass die dann schlechter einschlafen.

Auch kann man mal versuchen, darauf zu achten, dass ein Kind die Möglichkeit hat, Abends in ruhe aus dem Tag auszuklingen. Also einfach, dass es zur Schlafenszeit hin für das Kind ruhiger wird, und, man vielleicht nicht noch um 18:00 Uhr im Garten mit dem Kind fangen spielt, und, dass Kind dadurch wieder aufgedreht wird. Kinder funktionieren hier eigentlich am besten, wenn es am Abend eine Art Ritual gibt, dass sich immer und immer wieder wiederholt, und, von dem man - nach Möglichkeit - nicht abweicht, und, ziel des Rituals sollte es halt sein, dass es für das Kind immer ruhiger wird. Da kann dann sogar die Nachrichtensendung, die der Papa gerade im Fernsehen guckt, stören.

Grundsätzlich sollte man auch mal das Kinderzimmer unter die Lupe nehmen. Manche Kinder können nur schlafen, wenn es stockdunkel ist; einige brauchen abends ein beruhigendes Nachlicht. Gibt es vielleicht störende Geräusche? Leitungen/Spühlungen in den Wänden, Verkehr auf der Straße, der Papa, der im Wohnzimmer Fussball guckt. Man sollte mal ein wenig mit der Temperatur im Kinderzimmer variieren. Meiner könnte im Sommer z.B. ohne Klimaanlage kein Auge zukriegen. Auch die Kleidung, die ein Kind trägt, kann hier eine Rolle spielen. Wenn es unterm Bett zu warm wird, oder, die zu eng, unbequem ist, kann das ein Kind aus dem Schlaf reißen.

Ansonsten kann man auch einfach mal das Kind selbst fragen, ob es weiß, warum es aufgewacht ist und nicht wieder einschlafen kann. Kinder können dem Alter auch bereits Alpträume haben oder Angst vor den Monstern im Kleiderschrank haben; auch so etwas lässt sie ziemlich unruhig schlafen. Auch hier sollte man dann mal auf Ursachenforschung gehen, woher solche Ängste dann plötzlich kommen. Meistens sind das so etwas wie Nachrichten, Fernsehen, Geschichten etc. Wobei diese Ursache Kinder eigentlich ungemein gut artikulieren können.

Wenn es dafür keine Ursache gibt; oder sie diese nicht finden können; würde ich versuchen, einfach das beste daraus zu machen und dem Kind beizubringen, halt nicht mehr die Mama aus dem Schlaf zu reißen. Oder kleine Schritte gehen, und, dem Kind sagen, dass es schon mal alleine zurück ins Kinderzimmer gehen und sich zudecken soll, und, die Mama kommt dann nach und gibt noch mal einen Gute-Nacht-Kuss; um ein Kind so langsam beizubringen, auch alleine wieder einzuschlafen, wenn es denn mal aufwacht. Wie immer bei der Erziehung klappen solche Dinge nicht bei jedem Kind; manchmal hat man da als Elternteil einfach Pech und muss das noch ein paar Wochen/Monate ausbaden.

Beitrag von zahnweh 16.03.11 - 20:01 Uhr

Gibt es Dinge, die ihn nachts beschäftigen oder hat er Angst?

Sobald ich im Bett liege, komme ich ins Grübeln. All das was im Alltag belastet, aber keine Zeit zum Nachdenken ist, kommt hoch. Klar, dunkel, ruhig, Körper ist ruhig... nachdenken.

Das hält mich vom Schlafen ab.

Das ist heute noch so und war schon als Kind so.

Geholfen hat mir drüber zu Reden. Das merke ich bei meiner 3,5 jährigen auch immer öfter. Vor dem Einschlafen kommen die unglaublichsten Themen auf.
Und wenn sie nachts um 4 Uhr aufwacht, ist es leichter, kurz mit ihr drüber zu reden (egal was es ist), als sie irgendwie zum Schlafen zu bitten.

Nachts um 4 Uhr wachte sie heulend auf: "die anderen Kinder müssen noch abholt werden vom Kindergarten. Dann macht der Kindergarten zu"
oder "wir haben Zähne putzen vergessen #heul" (weil sie deutlich früher eingeschlafen ist) kurz aufstehen, putzen, hinlegen, weiterschlafen. Alles andere kann Stunden dauern #schwitz

Wenn ich selbst nachts aufwache, muss ich auch heute noch das, was mich beschäftigt und innerlich unruhig macht, verdauen oder verarbeiten.

Da ich nachts die Eltern nicht wecken durfte, blieb ich lange Zeit nachts oft wach liegen, konnte nicht wieder einschlafen und war tagsüber furchtbar gelaunt (konnten meine Eltern nicht nachvollziehen, weil ich ja brav und ruhig im Bett war und sie schlafen konnten)

Später in der Pubertät hatte ich Block und Stift neben dem Bett. So konnte ich alles, was mich nachts beschäftigte aufschreiben und mich dadurch beruhigen. Allerdings drüber reden wollte ich dann nicht mehr. Dazu waren schon zu viele Jahre durch, in denen ich nachts alleine zurecht kommen musste.
Wenn er schon schreiben kann, wäre das vllt eine Idee. Gedanken aufschreiben und tagsüber redet ihr in aller Ruhe drüber. Wobei das für einen 6jährigen noch sehr schwierig sein dürfte.

Falls ihn was beschäftigt, vielleicht eine Rede- oder Kommunikationszeit, wo er alles besprechen kann. Am besten abends. Beim Mittagessen ist die Erschöpfung von morgens noch zu groß und es ist einfach zu viel passiert.
Meine 3,5 jährige und ich auch, lassen eher gegen Abend den Tag noch mal gedanklich Revue passieren und geben uns Zeit darüber zu reden, sich gegenseitig zu entschuldigen (ja, ich auch ab und zu bei meinem Kind!), Vorhaben für den nächsten Tag zu besprechen, Gefühle erzählen, und die schönen Momente des Tages noch mal benennen. Das tut gut :-)

Beitrag von marenchen23 21.03.11 - 20:19 Uhr

Hi,

meiner hat mit 3 angefangen durchzuschlafen, jetzt mit 5 schläft er die meisten Nächte durch. Im Jan hatte er böse Träume, er kam fast jede Nacht an, ich hab ihm dann Tipps gegeben wie "geh ins Bett und denke darüber nach, was du den Tag übre gegessen hast, morgen erzählst du mir dann alles" naja und dann ist er wieder eingeschlafen, am nächsten Tag kam die nächste Frage.
Dann haben wir ihm noch eine Taschenlampe gekauft, damit er nachts Licht anmachen kann, wenn er Angst hast. Es ist eine Dynamolampe, die kann er die ganze Nacht brennen lassen, wenn es sein muss und am Tag laden wir sie wieder auf. Vielleicht hilft ihm sowas?
Oder auch ein Kuscheltier, das ihn beschützt?
Rede mal mit ihm, was ihm helfen würde.

Maren

Beitrag von merdl 22.03.11 - 07:37 Uhr

Alles schon probiert . Kuscheltiere hat er...unseren Hund nimmt er mit zu sich usw.

Heute nacht kam er ab 22 uhr alle 30 min raus und wollte was, jedesmal werde ich wach..und wenn er den hund wieder haben will..muss ich mit aufstehen da er ihn nicht aufs bett hochtragen kann..ich bin so kaputt davon, jede nacht das selbe :-( und wenn er bei uns schläft kommt man auch nicht zum schlafen..mein mann hat ihn die eine nacht wieder rübergetragen da wir das gefühl hatten zu ersticken..keinen platz usw.

so geht es jede nacht und er hat weder träume noch sonst was..ein nachtlicht hat er auch. er will immer irgendwas..was er schon allein könnte und niemanden wecken müsste. ich verstehe nicht wieso er aufsteht jedesmal..wo er doch schlafen sollte..