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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von chaoskitty 16.03.11 - 17:16 Uhr

Nun versuche ich mich auch mal Tränenfrei an meinem Geburtsbericht.

Mein errechneter ET war der 05.01.2011.
Die ganze Schwangerschaft lief ohne Probleme. Anfangs hatte ich Probleme mit meiner Migräne, aber das hatte sich zum zweiten Drittel gelegt. Von da an habe ich alles genossen.

Am 20.12. bin ich zur letzten VU gegangen. Die Arzthelferin hatte mich gewogen und ich sagte, das ich in den letzten 14Tagen fast vier kg zugenommen hatte und meine Füße klumpen wären. Als ich dann ins Labor bin und sie mir sagte, ich habe zu viel Eiweiß im Urin bin ich zur Ärztin rein. Sie sagte mir, sie werde mich gar nicht erst Untersuchen. Ich habe eine Schwangerschaftsvergiftung und habe direkt die Einweisung ins KH in die Hand gedrückt bekommen. Dann meinte die Ärztin ich solle mich doch dann morgen melden wenn das Kind da ist. Puuh...da musste ich ganz schön schlucken und mir die Tränen verkneifen, denn so hatte ich mir das ganze nicht vorgestellt. Ich habe meinen Freund angerufen und ihm unter Tränen erzählt, das wir gleich ins KH fahren sollten.
Da angekommen wurde ich erst einmal beruhigt und aufs Zimmer gebracht. Man werde mich erst einmal beobachten und am nächsten Tag mit dem Arzt reden. Ich war erst Abends im KH.
Am nächsten Tag wurde nicht lang geredet und ich habe ein Gel zur Einleitung gesetzt bekommen. Die eine Hebamme die mich untersuchte, schätzte unseren Kleinen auf 4300g. Ich war geschockt. Eine andere Hebamme schätzte 3600g, da war ich wieder ein wenig erleichtert. Am folgenden Tag wurde erneut eingeleitet, aber es tat sich wieder nichts und ich durfte über Weihnachten nach Hause..

Am 27.12. bin ich wieder ins KH und es wurde gleich wieder ein Gel gesetzt über 2 Tage, wieder ohne Erfolg. Dem Kleinen ging es aber noch immer gut, so dass sie mich über Silvester wieder nach Hause schickten.
Ich war schon ein wenig erledigt. Ich hatte beide mal zwar Wehen, aber keine eigenen und sie verebbten auch relativ schnell wieder.

Also Silvester auch zu Hause verbracht. Dann bin ich am 3.1. morgens wieder ins KH und es wurde gleich wieder eingeleitet. Und es passierte den Tag über wieder nichts. Gegen Abend bemerkte ich einen leicht rötlichen Ausfluss und die Schwester sagte, das sei die sogenannte Zeichnung. Hab das auch aufgenommen und dachte aber, das ist sie bestimmt nicht, da ich den Propf schon 14Tage vorher verloren hatte. Aber nagut, sie wird schon recht haben. Am nächsten Morgen kam eine der Hebammen und ich sagte mir kam es ein wenig komisch vor, für Ausfluss sei mir das zu flüssig. Kurz darauf kam eine Ärztin die einen Fruchtwassertest machen sollte. Ich unterhielt mich mit der Ärztin und sie meinte sie wollen nicht weiter einleiten, es passiert einfach nichts. Das hatte sich aber erledigt, das es Fruchtwasser war was ich verlor. Also gab es gleich AB, da der Blasensprung schon über 12 Std zurück lag. Es wurde also wieder weiter eingeleitet.
Gegen Nachmittag bekam ich heftige Wehen und musste die schon ordentlich veratmen. CTG zeigte alle 2 min Wehen, aber am Mumu tat sich nichts, der war schon einige Tage nur Fingerkuppendurchlässig.
Um 18Uhr hatte ich meinen Freund angerufen er möge kommen, da ich schon ordentlich zu kämpfen hatte. Später ging einfach gar nichts mehr.
Ich habe geheult, veratmet und geheult. Die Hebamme riet mir eine PDA legen zu lassen, da der Mumu erst auf 3cm war und ich noch einige Zeit vor mit habe. Um 22Uhr wurde die PDA gesetzt und da habe ich vor Angst noch mal rotz und Wasser geheult. Ich konnte danach schlafen und mein Freund auch. Um 4 Uhr wurde ich wach, da die Schmerzen wieder doll wurden und ich PDA noch mal pumpen konnte. Um halb fünf ist die Blase geplatzt. Die Hebamme untersuchte mich wieder und am Mumu hatte sich noch immer nichts getan, 3cm. Das Köpfchen ließ sich auch noch schieben.

Um 8Uhr war Schichtwechsel. Mittlerweile kannte ich alle Hebammen in der Klinik. Um 10Uhr war die PDA zu ende gegangen. Die Hebamme wollte eine neue besorgen. Sie untersuchte mich noch einmal und am Mumu hatte sich noch immer nichts getan. Ich war mit den Nerven am Ende.
Der OP wurde fertig gemacht. Ich kam noch einmal doppelte Dosis der PDA.

Mein Freund hatte sich mittlerweile umgezogen und wartete schon im OP auf mich. Ich war die ganze Zeit am Heulen, ich hatte mittlerweile so eine Angst. Der OA fragte mich, ob auch alles betäubt ist und ich sagte ich merke es, als wenn ich mir mit einer Nadel leicht in die Hand pieksen würde. Das sei normal. Also fingen sie an und es war die Hölle auf Erden.
Ich hab viel zu viel gemerkt und den ganzen Saal zusammen geschrien.
Sie spritzten drei mal was nach und es schlug einfach nicht an. Dann legten sie mich kurzer Hand schlafen. Ich wurde irgendwann wach und fragte wo mein Kind sei. Er war noch im OP, also war ich nur kurz weg getreten. Ich sah meinen Engel und dann liefen die Tränen noch mehr.
Die Ärzte nähten mich zu und bin wieder weg getreten.

Unser Sonnenschein kam um 11.13Uhr auf die Welt. Ich wurde ins Aufwachzimmer verlegt und mir wurde auch die PDA enfernt. Leider.
Ich hatte solche Schmerzen. In der Gebärmutter hatte sich ein Propf gebildet der blutete und blutete. Die Ärzte drückten auf mir rum um diesen Propf raus zu drücken und das zwei mal. Das war echt schlimm.

Ich verlor 2 Liter Blut. Gegen 17 Uhr wurde ich erst richtig wach und konnte mein Glück begrüßen.

Lennard wurde am 05.01.2011 um 11.13Uhr geboren mit 55cm und einem Gewicht von 4410g.

Mit wurde hinterher erzählt, dass es ihm nicht mehr so gut ging und sie deshalb den KS machten. Ich sah aus wie der Tod auf Latschen durch den hohen Blutverlust und habe auch einige Wochen gebraucht um mich selbstständig um mein Kind kümmern zu können. Ich habe Anfangs viel geweint und bin froh nicht in eine Depression gefallen zu sein.

Ich genieße mein Glück heute und manchmal läuft noch ein Tränchen wenn ich an die Geburt denke.


LG Nina mit Lennard im Arm

Beitrag von eishaendchen80 16.03.11 - 18:04 Uhr

mensch laß dich erstmal drücken


Dieses viele Einleiten ist meiner Meinung nach auch eh nur Stress für die Würmchen.
Ich musste einen Monat vor der Entbindung ein paar Tage im KH verbringen und habe bei einigen Frauen gesehen wie schlimm dieses ganze eingeleite ist.

Deshalb habe ich meinem Bauchzwerg damals eingebläut:Egal was ist du kommst so wie du rein kamst. Ganz natürlich und ohne Nachhilfe.

Ich konnte die Geburt unseres Großen auch erst verarbeiten als der Kleine geboren wurde. Ich hatte so Schiß das was passiert.

Bei Max hatten wir die Nabelschnur auf der Schulter wie ein Sicherheitsgurt.Ohne Zange ging bei Max nichts mehr.

Hoffentlich kannst du die geburt irgendwie verarbeiten ansonsten rede doch mal mit deiner Hebamme wenn du eine hast.

Liebe Grüße und alles Gute

Anette

Beitrag von derhimmelmusswarten 16.03.11 - 21:03 Uhr

Meine Güte. Da hattest du aber meiner Meinung nach ein schlechtes Krankenhaus und ziemlich viel Pfusch. Ich habe noch nie gehört, dass man bei einer Schwangerschaftsvergifung noch mal nach Hause gelassen wird. Gott sei Dank ist nochmal alles gut gegangen. Da würde ich nicht nochmal hin gehen.

Beitrag von chaoskitty 17.03.11 - 11:18 Uhr

Ich war ja jeden Tag zum CTG in der Klinik und doppler wurde auch alle zwei Tage gemacht. Dem Kleinen ging es die ganze Zeit gut, sonst hätte sie mich auch nicht nach Hause gelassen.
Das mit den Schmerzmittel war schon übel, kann ja auch keiner Ahnen das es so kommt.
Ansonsten war ich sehr zufrieden mit der Klinik. Es war eine super Betreuung dort und das ist mir auch sehr wichtig.
Und die Schwangerschaftsvergiftung war noch eine leichte Vergiftung. Meine FÄ hatte mir da ziemlich Angst gemacht. Wäre ich in das andere KH hier gegangen, dann hätten sie ihn sofort geholt.

Beitrag von oekomami 17.03.11 - 13:02 Uhr

Hallo

also es gibt einmal Hellp, da kommst du nicht mehr nachhause sondern das Kind wird sofort geholt.

Dann gibt es noch die Gestose. Die ist zwar auch nicht gut, aber nicht so gefährlich wie ein Hellp.

Beim zweiten hatte ich ab der 20 SSW eine Gestose.

Eine Gestose wird gut überwacht, aber nicht unbedingt in der Klinik.

Lg

Beitrag von stefannette 18.03.11 - 14:13 Uhr

Herzlichen Glückwunsch erst mal! Mensch da hast du ja was mitgemacht!#liebdrueck Ich finde es auch seltsam,dass sie am 20.12. so eine Wallung machen und dann das ewige Einleiten. Du Arme!!
Aber toll,dass alles gut ausgegangen ist!!

Beitrag von chaoskitty 18.03.11 - 14:38 Uhr

Hey,

es war mein FÄ die so eine Welle gemacht hatte und sie wollte mich auch in das nahe gelegene Lehrkrankenhaus schicken, so sie dann wohl auch so eine Welle gemacht haben.

LG

Beitrag von amstel-250 22.03.11 - 00:14 Uhr

Liebe Nina!

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt des gesunden kleinen Lennard!

Ich habe mit Nico auch einen schweren Start gehabt, aber bei weitem nicht so hefig wie du!!! Fühl dich ganz liebe gedrückt!!!

Emotional wird es wohl noch eine ganze Weile dauern, bis das verarbeitet ist!! Lass deinen Gefühlen freien Lauf, wenn du weinen musst, dann weine, nur so kannst du diese aufwühlende, aufregende Zeit verarbeiten!!!

Ich wünsche dir viel Kraft und ein tolles Leben mit deinem kleinen Lennard!

Viele liebe Grüße
Gabi mit Nico