Unser Beitrag von vor 2,5 Jahren

Archiv des urbia-Forums Finanzen & Beruf.

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von maif 16.03.11 - 20:49 Uhr

Hallo,

hier ist der Beitrag, den mein Mann und ich vor 2 Jahren verfasst und eingestellt haben. Die Antworten waren moderat.

http://www.urbia.de/archiv/forum/th-1678946/Anspruchsgesellschaft.html

Heute möchte ich euch berichten, wie es weiter ging.

Ich habe bald nach "dem Absturz" eine starke Depression gehabt, aber Wege hinaus gefunden.

Ich habe wieder angefangen, in meiner alten Firma zu arbeiten (hatte ja bereits vor dem Studium eine abgeschlossene Ausbidlung).

Ein Umzug wegen der Arbeit in eine andere Stadt stand noch an. Wir sind in eine kleine 50 qm 3-Raum Wohnung gezogen - diesmal aber respektable Gegend:-D. Die geschenkten Küchenmöbel, die ich damals schon so hässlich fand, haben wir immer noch. Die sind nicht kaputt zu kriegen.

Jetzt arbeiten wir beide. In meiner Firma nutze ich gerade die Weiterbildungsmöglichkeiten, die mir angeboten werden - kann so ab August in einer besser bezahlten Position arbeiten.

Die Ratenverbindlichkeiten sind abgezahlt. Wir haben keine Schufa-Einträge, weil wir immer gezahlt haben. #pro

Wir leben weiter moderat, haben beispielsweise nur prepaid-Verträge für die Handys.

Wir haben kein Auto. Der Sparfaktor schlechthin.

Wir hatten eine sehr schwere Zeit bis hierhin. Es gab mit Kitawechsel und Anpassung daran, dass wir plötzlich beide vollzeit arbeiten, große familiäre Probleme. Es bestand zeitweise sogar der Verdacht, dass unser Sohn Autist ist.

Jetzt leben wir in harmonischen Familienverhältnissen. Wir verstehen uns, unser Kind ist lieb (starke Eltern - starke Kinder).

Wir sind stolz auf uns, denn wir konnten aus diesem Loch holen. Und zu wissen, dass man es schaffen kann, ist der beste Antrieb mehr aus seinem Leben zu machen.

Unsere Werte haben sich sehr geändert:

Das allerwichtigste in unserem Leben sind jetzt wir und trotz Arbeit, Stress usw. nehmen wir uns viel Zeit für unsere Familie und auch jeder für sich (beides täglich).

Wir vermitteln genau das auch unserem Kind und es scheint zu funktionieren - und wenn es einmal nicht so läuft, wie wir es gern hätten, können wir auch damit leben.


Die vielen Beiträge zu Konsum, Geld, ALG II usw, die es auch vor 2 Jahren schon gab, haben mich bewogen, mein Thema mit diesem Beitrag abzuschließen.

Vielleicht rückt es ja das Weltbild des ein oder anderen Lesers einmal zurecht oder regt zumindest zum nachdenken an.

Ich wünsch euch einen schönen Abend. Über Antworten würde ich mich sehr freuen, und vielen Dank schon mal fürs lesen.

LG

Beitrag von strandschoenheit 16.03.11 - 21:37 Uhr

Respekt. Niemand hat behauptet, dass es einfach ist, aus so einem Tal zu kommen, aber es ist möglich. Und wer weiß, vielleicht studierst du ja doch noch mal, wenn das Kind aus dem Gröbsten raus ist.

Alles Gute weiterhin,
Sandy

Beitrag von schwilis1 17.03.11 - 08:25 Uhr

ich bin schon in sehr sparsamen Verhältnissen aufgewachsen. Mein Vater war immer alleinverdiener, meine Mutter immer krank (Hirntumor). wir waren zu 6. Mein Vater arbeitete und arbeitet immer noch auf Bau. hat lediglich den Tariflohn bekommen (sein chef ist so ein mieser Arsch, mit dem er schon vor Gericht stand und ausstehenden Lohn einklagte) dennoch haben es meine Eltern geschafft 60000DM zu sparen und sich ein Haus zu kaufen (mein Vater zahlt immer noch, ist aber wohl demnächst durch)
sein großer Traum. ein eigenheim.
ich hab also von anfang an gelernt zu sparen zu sparen und zu sparen.
deswegen wundert es mich auch dass die leute mit ihrem Geld nicht auskommen. bzw denken es müsse ein Flachbildschirm her. oder wie man sich alles auf Kredit kaufen kann. wenn ich nicht in der Lage bin mir das geld für ein sofa über eine gewisse zeit zu sparen, dann bin ich auch kaum in der lage kredite zu bedienen.

Aber klasse dass ihr es geschafft habt!

Beitrag von curlysue1 17.03.11 - 14:10 Uhr

Aber geht da nicht die Lebensqualität drauf, wenn man jeden Cent auf die Seite packt?

Wie alt ist Dein Vater jetzt?

Beitrag von schwilis1 18.03.11 - 18:54 Uhr

für ihn ist sein haus lebensqualität. sie waren früher einfache Bauern (ja wirklich mit bauernhof gerade so zum überleben)
dann als meine Mom so schwer krank wurde dass es keine hoffnugn mehr gab, war er schon auf dem Tripp... pflegeheim zahl ich nicht... ich hab jahrelang gespart bla bla bla... sie hat nicht lange überlebt... war nicht mal ein monat im pflegeheim und er bekommt jetzt die eingezahlte Rente für seine Frau wieder und hat noch seine lebensversicherung die er sich irgnedwann auszahlen lassen will ... keine ahnung... er wollte diese haus..

Beitrag von nele27 17.03.11 - 12:00 Uhr

Super! Am Ende lohnt es sich halt doch...

Leider suchen viele lieber krampfhaft Ausreden als die Mühe in eigene Änderungen zu investieren...

LG, Nele

Beitrag von curlysue1 17.03.11 - 13:50 Uhr

Alles Gute weiterhin, Ihr habt das super gemacht.

LG