Was soll ich meiner Tochter über Japan erzählen?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von ronjaleonie 16.03.11 - 21:30 Uhr

Hallo!

Ich bin selbst total überfordert mit dem Thema Japan. Man kann dem Thema derzeit kaum entkommen, dennoch weiss ich, je mehr ich mich jetzt damit befasse, desto panischer werde ich.

Nun bekommt natürlich auch Svenja ein Stück "Geschichte" und "Japan" mit. Sie weiss vom Erdbeben und vom Tsunami, das hab ich ganz einfach und kindlich erklären können, aber die ganze AKW-Sache?

Sie hat leider Ohren wie sonstwas und ihre Lauscher erhaschen alles, Fetzen hat sie sicher schon aufgeschnappt.

Wie und was erzählt ihr denn?

LG
Nicole
die selbst unter Schock steht und ihre Mäuse am liebsten nur noch im Arm halten mag

Beitrag von sillysilly 16.03.11 - 21:41 Uhr

Hallo

ich erzähle es ungefähr so

die Erde ist nicht fest und manche Länder liegen auf Platten ( Deutschland gehört zu den Erdbeben gefährdeten Ländern füge ich gleich hinzu )

wenn sich die Platten verschieben, kann es zu einem Erdbeben kommen

durch das verschieben der Platten, entsteht im Meer eine Welle, weil das Meer dadurch angeschupst wird
diese Welle ist dann über die Küste herein gebrochen und hat Städte, Häuser weg gespült

und wegen der Strahlung
habe ich es sehr Laienhaft formuliert weil ich nicht weiß wie ich es bestehen so erzählen soll

Menschen können aus einem Material Strom gewinnen indem sie das in furchtbar kleinste Teile zerkleinern
daraus gewinnt man dann Strom, aber leider strahlt diese Material etwas ab was für Menschen und Tiere gefährlich ist
Darum sind diese Fabriken die so den Strom herstellen, ganz, ganz gut gesichert und haben extra Hüllen damit das nicht raus strahlen kann
Wie Sonnenstrahlen nur, daß man sie nicht sieht
Durch das Erdbeben kann jetzt diese unsichtbare Strahlung jetzt raus und ist gefährlich für die Menschen die da wohnen.

Meine Töchter sind 6 und 4
die 6 Jährige versteht es gut
bei der 4 Jährigen weiß ich es nicht, aber da will ich nur das sie es schonmal gehört hat, wenn die Kinder im Kiga Horror-Stories erzählen



Vielleicht hilft es dir ja


Grüße Silly

Beitrag von arienne41 17.03.11 - 07:03 Uhr

Hallo

Ich hoffe so einen quatsch erzählst du nicht denn es ist falsch.

Das hier

die Erde ist nicht fest und manche Länder liegen auf Platten

Alle Länder liegen auf Erdplatten. Manche Länder liegen aber an einer Kante von der Erdplatte wie z.B Japan.
Deutschland liegt nitten auf einer Platte.

( Deutschland gehört zu den Erdbeben gefährdeten Ländern füge ich gleich hinzu )
Deutschlang gehört NICHT zu den Erdbebengefährdeten Länder da es mitten auf der Erdplatte ist.

Ich habe es mit Legoplatten und Legosteinen erklärt

Beitrag von shakira0619 16.03.11 - 21:41 Uhr

Hi!

Ich musste erstmal gucken, wie alt Deine Tochter ist.

Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt. Ich erzähle ihm nichts darüber, obwohl er Fetzen davon in den Nachrichten gesehen hat.

Meine Eltern haben uns (3 Kinder) von solchen Dingen im frühen Kindesalter ferngehalten und wir konnten eine unbeschwerte Kindheit genießen.

Liebe Grüße, Shakira0619

Beitrag von ronjaleonie 16.03.11 - 21:48 Uhr

Problem ist nur, das Kinder ja durchaus einiges im Kiga, im Gespräch der Erwachsenen, ..., mitbekommen.

Und bevor sie sich ihre eigenen Gedanken und Ängste macht, erzähl ich ihr lieber was.

Meine Tochter lebt nicht nur in ihrer Welt, sondern bekommt das "Umsieherum" sehr gut mit, fühlt und spürt auch Stimmungen sehr genau auf und ist zudem sehr neugierig und wissbegierig.

Auch meine Töchter erleben eine unbeschwerte Kindheit, aber ob es gesund ist "alles böse und schlechte und gefährliche" komplett von den Kindern fernzuhalten wage ich zu bezweifeln.

Beitrag von anyca 16.03.11 - 21:51 Uhr

"Auch meine Töchter erleben eine unbeschwerte Kindheit, aber ob es gesund ist "alles böse und schlechte und gefährliche" komplett von den Kindern fernzuhalten wage ich zu bezweifeln. "

#pro#pro#pro

Meine Schwiegermutter ist so drauf (immer nur heile Welt, bloß nix irgendwie Problematisches im Fernsehen gucken o.ä.), und mein Mann hatte als junger Erwachsener echt damit zu kämpfen, nun nicht mehr in dieser "heilen Kinderwelt" zu leben ...

Beitrag von ronjaleonie 16.03.11 - 21:59 Uhr

Danke!

Klar, man muss alles kindgerecht und nur ausgewählt erzählen, aber nur "heile Welt"??? Das gibt dann ja irgendwann nen totaler Schock!!!

Beitrag von shakira0619 16.03.11 - 21:58 Uhr

Die Katastrophe in Japan ist aber kein Sexualtäter, der mein Kind mitnehmen könnte. Von daher für meinen Sohn nicht lebenswichtig zu wissen. Außerdem hat er nie danach gefragt. Jedenfalls bisher nicht.

Beitrag von ronjaleonie 16.03.11 - 22:01 Uhr

Muss ja jeder selbst wissen, ich halte ne gesunde und kindgerechte Portion Hintergrund und Grundinfo für wichtig, gerade weil Kinder ialler Regel viel mehr mitbekommen als wir denken, und wenn dann die eigene Fantasie dazukommt kann das schlimm werden...

Beitrag von sillysilly 16.03.11 - 22:08 Uhr

Hallo

das kann ich nur bestätigen
sie bekommen es ja überall mit - Radio, Zeitungen, Gespräche, Kindergarten

und gerade bei uns im Kindergarten trumpfen gerne Kinder durch ihr Halbwissen auf

Grüße Silly

Beitrag von jessi_hh 16.03.11 - 22:40 Uhr

Das sehe ich genauso!

Wenn meine Tochter fragen sollte, würde ich es ihr natürlich erklären. Aber da sie das nicht tut, sehe ich keine Veranlassung dazu, ihr vorsorglich etwas zu erzählen.

Beitrag von anyca 16.03.11 - 21:49 Uhr

Wieso wirst Du panisch? Klar ist das ganz furchtbar für die Menschen dort, aber wir sind ja nun wirklich weit genug weg. Tschernobyl war viel näher und hat hier keine fühlbaren Gesundheitsschäden verursacht.

Ich habe meiner Vierjährigen auf dem Globus gezeigt, wo wir sind und wie weit weg Japan ist. Sie weiß, daß es dort ein Erdbeben gab und jetzt etwas "Giftiges" (o.k, nicht ganz korrekt, aber für eine Vierjährige reicht es) aus einer Stromfabrik kommen könnte, aber sie weiß auch, daß es bei uns keine Erdbeben gibt und wir weit genug weg sind.

Beitrag von ronjaleonie 16.03.11 - 21:53 Uhr

Naja, wir haben ja auch genügend AKWs hier stehen, je mehr man darüber so nachdenkt, immer deutlicher wird einem, das auch bei uns jederzeit etwas an einem AKW passieren kann.

Beitrag von anyca 16.03.11 - 21:57 Uhr

Nun ja, da kann man eben nur hoffen, daß die Abschaltungen dauerhaft sind und nicht nur (wie es naheliegt) ein kurzfristiges Wahlkampfmanöver ... und Tsunamis sind bei uns ja nicht zu befürchten.

Beitrag von kleene2003 16.03.11 - 22:41 Uhr

Na ja rein Theoretisch gibt es auch bei uns in Deutschland Erdbeben, die aber nicht der Rede wert sind;-) Zum Glück sage ich nur.

Beitrag von anyca 16.03.11 - 22:57 Uhr

In Berlin hab ich noch von keinem Erdbeben gehört, Überschwemmungen verschonen uns auch ... bloß Orkan hatten wir mal.

Beitrag von kleene2003 17.03.11 - 21:34 Uhr

Habe ganz Deutschland gemeint;-)

Kleines Erdbeben habe ich hier in BW mal erlebt, sehr harmlos.
Was nicht harmlos war, war das Hochwasser 2002. Da war meine Heimat, meine Eltern betroffen. Im Radio von einer Evakuierung zu hören und Angst um seine Eltern haben zu müssen, da man sie nicht erreichte. Fast alles weg, ich dachte ein Krieg hat da gewütet. Wieder aufgebaut um dann mitgeteilt zu bekommen, das man dort nicht mehr wohnen darf.
Das Haus, was man mit eigenen Händen erbaut, wurde einfach an einem Tag dem Boden gleich gemacht.
Ich möchte mein Vater nie mehr im Leben so sehen, es war sehr schlimm.
Und dies alles ist dennoch nichts gegen Japan, einfach furchtbar.#heul
Den Tornado in Sachsen im Sommer 2010 (war auch nicht so toll) habe ICH nicht mitgemacht, aber mal wieder meine Eltern. Es passierte nichts, zum Glück. Aber ich hatte tierische Angst, da gerade zu diesem Zeitpunkt mein Sohn bei meinen Eltern Urlaub machte#schwitz

Ganz SO sicher ist Deutschland also nicht.#schwitz

Beitrag von matzzi 16.03.11 - 21:51 Uhr

Hallo

meine Tochter ist 4,5 Jahre alt. Ich habe im Moment öfters N-TV an um das Geschehen zu verfolgen, da hat sie natürlich auch Bilder gesehen.

ich hab ihr ´nur erklärt, dass es durch ein Erdbeben zu einer großen Welle gekommen ist und alles kaputt gemacht hat, das was man in den Bildern eben auch gesehen hat. Von atomaren Gefahr hab ich ihr nichts erzählt, ich denke damit wäre sie auch überfordert.

Lg martina

Beitrag von sunflower.1976 16.03.11 - 22:19 Uhr

Hallo!

Meinem großen Sohn habe ich bisher nur sehr sehr wenig erzählt. Er weiß, dass es Erdbeben gibt (hier in der Eifel war vor ein paar Wochen ein ganz leichtes beben spürbar).

Wegen des AKWs... Das finde ich extrem schwer zu erklären. Ganz herumkommen werde ich nicht weil er morgens gerne mit mir in der Tageszeitung blättert. In den letzten Tagen habe ich das vermieden, so dass ich noch nichts erklären musste. Er weiß aber, dass Strom in manchen "Fabriken" hergestellt wird (wir fahren öfter amAtomkraftwerk Mülheim-Kärlich vorbei, das wegen Erdbebengefahr nie in Betrieb genommen wurde). Ich werde ihm erzählen, dass es ein ganz schlimmmes Erdbeben gab und dabei ein Kraftwerk beschädigt wurde, dass es dabei gebrannt hat und diese Rauchwoke krank macht. Die Menschen versuchen nun, den Brand zu löschen und die Menschen zu schützen und ihnen zu helfen.

Ich werde ihm gegenüber die Geschehenisse sehr verharmlosen weil ich ihn nicht mit Dingen belasten möchte, die er gar nicht verstehen kann 8das können wir Erwachsenen ja noch nicht mal). Er neigt sowieso dazu. sich zu viele Gedanken zu machen. Er hat z.B. Bücher, in denen etwas über Vulkane steht - was ihn mal sehr interessiert hat - ganz weggepackt, weil er weiß, dass die Berge in unserer Umgebung vulkanischen Ursprungs sind und es für ihn schwer verständlich ist, dass die nicht mehr ausbrechen können.

LG Silvia

Beitrag von tjanzen 17.03.11 - 07:07 Uhr

Hallo,

meine Große hat bisher nicht darüber gesprochen oder danach gefragt, deshalb habe ich mit ihr auch noch nicht darüber gesprochen.
Auch die Nachrichten laufen bei uns nur, wenn die Kinder im Bett sind oder ich gucke mir das mal im Internet an - das bekommt sie nicht mit.

Sollte sie durch Kindergarten oder ähnliches doch damit konfrontiert werden, werde ich es Kindgerecht erklären - aber ich denke nicht, dass man Kinder auf jeden Fall damit konfrontieren sollte! Meine Tochter soll ganz unbeschwert bleiben und sich über solche "Erwachsenenthemen" keine Gedanken machen müssen.

Viele Grüsse,
Tina

Beitrag von h-m 17.03.11 - 08:10 Uhr

Meine Tochter ist 7 Jahre alt und geht schon zur Schule. Sie ist auch wissbegierig, trotzdem hat sie von den Geschehnissen in Japan nichts mitbekommen. Sollte sie in der Schule oder im Sportverein mal was aufschnappen, wird sie sicher fragen, aber bislang kam das noch nicht vor. Ich denke daher nicht, dass es unter den Kindern ein Thema ist.

Ich schaue/höre keine Nachrichten und schon gar nicht, wenn meine Tochter dabei ist. Wir haben auch keine Tageszeitung zu Hause. Zu meiner eigenen Information reicht mir das Internet - wenn meine Tochter schläft, oder in der Pause kurz von der Arbeit aus.

Man muss Kinder sicher nicht in Watte packen und ihnen eine heile Welt vorspielen. Aber man muss ihnen auch nicht unnötig Angst machen.
Meine Eltern fanden es auch gaaaanz wichtig, dass ich seit frühster Kindheit mitbekam, wie böse, gefährlich und schlecht die Welt doch ist, was trotz "kindgerechter" Erklärungen schlimme Alpträume bei mir verursacht hat.

Beitrag von judith81 17.03.11 - 09:25 Uhr

Hallo,
Johanna ist 3, Jonathan 1,5 Jahren, Johanna geht in den Kindergarten. Bisher hat sie wohl noch nichts aufgeschnappt, wir werden ihr nichts sagen. Ich war damals 5 Jahre als Tschernobyl war ...........ich weiß von der Kinderheit her nichts davon und finde meine Kinder sollten auch so eine unbeschwerte Kindheit haben können.
LG
Judith (die auch mitheult, wenn die kleinen Kinder in Japan gezeigt werden, zum Glück sind meien Kinder dann schon im Bett)

Beitrag von mabo02 17.03.11 - 12:36 Uhr

Mein Sohn hat es zwar mitbekommen, aber er fragt nicht uns so lange werde ich mit ihm auch nicht über solche Themen sprechen.

Ich finde das sollte man von Kindern in dem Alter fern halten.
Sie werden noch früh genug mit erwachsenen Problemen konfrontiert und ich möchte auch nicht, dass er sich damit belastet.

Beitrag von mel-t 17.03.11 - 18:13 Uhr

Meine Tochter schnappt auch alles auf und will dann alles wissen...ich hab ihr die Lage in Japan erklärt, aber stark vereinfacht. Erdbeben und Tsunami find ich nicht so schwierig. DAs Thema Atomkraft habe ich stark vereinfacht.

Es gibt Fabriken die Strom herstellen. Bei manchen Fabriken wird da mit giftigen Sachen gearbeitet und eine davon ist kaputtgegangen und nun tritt giftige Luft aus....aber alles ist weit weg und für uns nicht gefährlich....und nun schalten wir in Deutschland solche Fabriken, die sehr alt ist ab, damit uns so etwas nicht passieren kann.

Das hat gereicht,

Mfg
Mel-t