Verrentung durch die Landesschulbehörde

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Beitrag von palea 16.03.11 - 21:56 Uhr

Schönen guten Abend,

gerade hat mich eine Freundin angerufen, der heute mitgeteilt worden ist, dass sie vorzeitig verrentet werden soll - sie ist 32 Jahre alt und seit einem guten Vierteljahr lebenslänglich verbeamtet.

Zur Vorgeschichte:
Vor einem Jahr ist ihr auf dem Weg zur Arbeit ein anderer Autofahrer draufgefahren. Zu dem Zeitpunkt hatte sie keine außergewöhnlichen Schmerzen, so dass sie auch keine Verletzungen oder (Schmerzens-)Geldansprüche (bis auf den Sachschaden) an der Unfallverursacher gestellt hat.
Im Sommer traten erste Beschwerden auf, die als -hitzebedingte-Kreislaufbeschwerden bewertet wurden.
Im Herbst letzten Jahres wurde dann ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Diesen hat sie als Folgeschaden des Unfalls bei der Landesschulbehörde eingereicht. Mit der Begründung, ein Bandscheibenvorfall trete nach so langer Zeit nur mit schwerwiegenden anderen Verletzungen gekoppelt auf, wurde ein Zusammenhang zum Unfall abgelehnt.
Etwaige Behandlungen und physiotherapeutische Maßnahmen blieben erfolglos. Somit hat sie vor wenigen Wochen endlich durchsetzen können, per MRT durchgecheckt zu werden unter besonderer Berücksichtigung der Halswirbelsäule.
Der erste Arzt hatte leider scheinbar keine Ahnung, wie man das MRT für diese seltene Durchschallung richtig einstellt - jedenfalls sah man nicht den richtigen Ausschnitt. Ein zweiter MRT brachte dann die erschreckende Ursache ihrer lang anhaltenden Schmerzen zu Tage: Zwei Bänder an ihrer Halswirbelsäule sind gerissen. In den meisten anderen Fällen derart gerissener Bänder kommt es zeitgleich zum Genickbruch. Eine Heilungschance ist eher gering...

So, nun zu meiner eigentlichen Frage:
Um den Arbeitsunfall (der Verkehrsunfall geschah auf ihrem Arbeitsweg) wieder aufnehmen zu lassen, schickte sie den aktuellen Befund an die Landesschulbehörde.
Diese ging in ihrem Antwortschreiben darauf erst mal gar nicht ein. Stattdessen teilte sie mit, dass sie vorzeitig verrentet werden soll. Ein zu Rate gezogener Anwalt machte ihr leider wenig Hoffnung, da das Recht auf der Seite der LSB ist, weil sie innerhalb des letzten halben Jahren über drei Monate nicht gearbeitet hat (krank geschrieben - letztlich wegen eines Ärztemarathons, weil keiner die richtige Diagnose gestellt bzw. die richtige Stelle untersucht hat).

Hat jemand von Euch Ähnliches erlebt? Ich möchte gerne Ideen und Tipps sammeln, wie sie nun weiter vorgehen kann, um wenigstens langfristig finanziell abgesichert zu sein.


Liebe Grüße und in der Hoffnung auf zahlreiche Antworten

palea #katze

Beitrag von kati543 16.03.11 - 22:19 Uhr

Hat sie denn damals diesen Unfall als Wegeunfall gemeldet und ist zum D-Arzt gegangen?

Beitrag von palea 16.03.11 - 22:33 Uhr

Hmm, ich glaube schon, dass sie den Unfall damals gemeldet hat. Allerdings eben nicht mit Folgeschäden, weil diese damals noch nicht bekannt/bemerkt waren.

Was ist ein D-Arzt? Stehe ich gerade auf dem Schlauch? Wenn Du den Amtsarzt meinst: Nein, zu dem muss sie erst jetzt.

Beitrag von kati543 16.03.11 - 23:02 Uhr

Nein, der D-Arzt ist der Durchgangsarzt. Er MUSS den Unfall damals "aufgenommen" haben bzw. deine Freundin untersucht haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Durchgangsarzt

Lernt man bei jeder Ausbildung: Nach Arbeits- oder Wegeunfall sofort zuerst zum D-Arzt.

Ohne das wird sie keine Chance haben. Und wenn du das Ganze objektiv betrachtest, dann wirst du es auch einsehen. Wer soll denn wissen, dass das Ganze nicht erst jetzt irgendwie passiert ist? z.B. bei einem weiteren Unfall?