Die im Rückblick schöne Geburt unserer zweiten Tochter Sophia

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von reggie76 16.03.11 - 22:49 Uhr

Da ich während der Schwangerschaft immer froh war, wenn ich hier im Forum positive Geburtsberichte gelesen habe, möchte ich nun auch von meiner 2. Entbindung berichten. Übrigens hatte ich mir wegen der häufigen Horrorgeschichten immer wieder vorgenommen, keine Berichte mehr zu lesen, aber irgendwie schaut man doch immer wieder rein.
Also bei der Geburt meiner großen Tochter vor 5 Jahren, musste ich wegen einem Blasensprung und der Gefahr eines Nabelschnurvorfalls die komplette Zeit liegen, was ich schrecklich fand, ich fühlte mich total hilflos und den Wehen ausgeliefert, so dass ich an diese Geburt keine so guten Erinnerungen habe.
Mein Entbindungstermin für unsere 2. Tochter war der 10.02.2011. Ich hatte Sorge, dass ich weit über den Termin gehe und dann hätte mein Mann keinen Urlaub mehr bekommen, so dass ich mit zwei Kindern gleich allein gewesen wäre. Nach einem Spagetti- Mittagessen am 11.02. mit viiieeel Knoblauch, sagte sich wohl unsere kleine Maus um 14.45Uhr- "boah- igitt- ich muss hier raus"- und ich hatte einen Blasensprung (aber nur recht dezent- also so ein kleiner "Platsch" und dann lief es permanent leicht)- ob der Knoblauch nun geholfen hat - keine Ahnung- war halt ein Versuch.
Da es also am Nachmittag los ging, waren wir sehr entspannt, wir konnten die Große von den Schwiegereltern abholen lassen und freuten uns, dass es endlich los ging (2 Wochen vorher hatte ich noch ziemliche Angst, aber ich glaube der Körper / die Hormone regeln das, dass man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach nur noch drauf freut, dass es endlich los geht und man das kleine Wunder endlich in den Armen halten kann).
Ich rief meine Beleghebamme an, leider tat sich erst mal nichts, keine Wehen. Meine Hebamme kam dann 18.30 Uhr vorbei, verpasste mir noch ein paar Akupunkturnadeln zum Wehen anregen und dann fuhren wir in Ruhe in die Klinik, da wohl nach 12 Stunden eine Antibiose (Penicillin) gemacht werden muss wegen der Infektionsgefahr.
Meinen Mann schickte die Hebamme erst mal nach Hause und mich zum Treppen laufen. Sie hatte das Gefühl, dass in der Nacht nichts mehr passiert, aber ich wollte gegen 23 Uhr unbedingt meinen Mann wieder bei mir haben, nennen wir es Intuition, denn kurz darauf bekam ich immer kräftigere Wehen. Die Eröffnungsphase dauerte dann bis 3 Uhr und ich war froh, dass ich rumlaufen und verschiedene Positionen einnehmen konnte. Ich habe diesmal kräftig getönt, d.h. auf einem tiefen "aaah" oder "oooh"gegen den Schmerz anzugehen bzw. den Schmerz halt damit rauszulassen, das hat mir so geholfen. Bei meiner ersten Geburt wollte ich tapfer und leise sein, alles veratmen, habe mich aber dabei total verkrampft und zugemacht, so dass der Muttermund ewig nicht aufging. Diesmal war mir total egal, wie laut ich war und das hilft echt, um sich zu öffnen und nicht zu verkrampfen. Aber man darf nicht in hohen Tönen schreien oder kreischen, sondern sollte wirklich tiefe Töne hinbekommen, da dies weit macht, eben öffnet. Gegen 3 Uhr bekam ich dann einen Druck auf den Afterbereich, das waren die Presswehen. Da dachte ich, super, dann ist sie ja bald da - falsch gedacht- die Presswehen waren nicht stark genug und ich kämpfte und presste dann 1,5 Stunden. Jedenfalls ging es aber unserer Kleinen die ganze Zeit super und sie hat sich halt in aller Ruhe millimeterweise vorwärtsgeschoben. Mein Mann mußte dann auch mit ran und mich von hinten sitzend halten (unter den Armen) und ich habe mich nach hinten fallen lassen und bin in die Hocke - mit ihm im Rücken- um die Schwerkraft während des Pressens zu nutzen. Wir haben immer wieder die Position gewechselt, das war sehr anstrengend, ich fand jedoch die Eröffnungsphase erst mal schlimmer- da will man einfach wegrennen- das geht glaube ich jedem so. Jedenfalls sah die Hebamme irgendwann Sophias Kopf und dann steckte sie mir für die nächsten gefühlten 100 Presswehen (weiß einfach nicht mehr wie viele es waren) in der Scheide zwischen meinen Beinen (da hörte ich die Engel singen) und es ging auch da nur millimeterweise vorwärts. Dann stellte meine Hebamme den Wehentropf hin, da es wohl ohne nicht funktionieren würde und da habe ich noch mal alle Kräfte mobilisiert, mich im Liegen gegen die Bettgriffe gestemmt, gedrückt, gepresst und geschrien mit voller Kraft, die ich irgendwie noch mobilisieren konnte und zwei Wehen später war unsere Sophia am 12.02.2011 um 4.30Uhr mit 3560g und 51cm geboren (alles in allem ab den richtigen "Aua- Wehen" nur 5,5h). Und dieser Moment, wenn sie dir dein Kind geben, so nass, warm, weich, das ist einfach der unglaublichste und schönste, ergreifendste Moment, den man meiner Meinung nach erleben kann. Man (Frau) ist so unglaublich stolz, es aus eigener Kraft geschafft zu haben, so glücklich, dass alles gut gegangen ist und man ein gesundes Kind hat, dafür lohnt sich die ganze Anstrengung und das ganze "Aua" , denn es ist einfach ein Wunder. Als mich die Hebamme dann gemeinsam mit meiner Tochter auf die Station fuhr, mußte ich vor Glück fast heulen und habe glaube ich die ganze Zeit wie ein Honigkuchenpferd gegrinst (man ist von Glückshormonen geflutet).
Ich bin jetzt im Nachhinein sehr glücklich mit der 2. Geburt und möchte allen Mut machen, nicht zu viel Angst zu haben und während der Geburt intuitiv das zu tun, was einem gut tut, den Kopf auszuschalten und ruhig auch laut zu sein, wenn es einem hilft. Ich würde immer wieder eine Beleghebamme nehmen, ich fand es toll, dass sie meine Bedürfnisse, Ängste und Vorstellungen schon vorher kannte,die ganze Geburt bei mir war und ich mich nicht mehrfach auf jemand neues einstellen musste oder eventuell die Chemie mit einer Hebamme dann nicht stimmt. Für mich war es so echt ideal. Ach und vergesst bitte nicht, während der Geburt regelmässig zu trinken, dadurch ging es mir kreislaufmäßig diesmal nach der Geburt viel besser als vor 5 jahren, wo ich während der 9 Stunden gar nichts bekam.
Ich wünsche euch allen noch eine schöne Schwangerschaft, ein positives Geburtserlebnis, dass die Geburt nicht zu lange dauert, alles gut geht und ihr dann endlos glücklich euer eigenes kleines Wunder gesund in den Armen haltet #huepf!
Reggie

Beitrag von marleni 17.03.11 - 14:05 Uhr

Vielen Dank für diesen wunderschönen, positiven und doch ehrlichen Geburtsbericht!

M., die heute ET+1 ist und zwar per se nicht ungeduldig, aber langsam körperlich nicht mehr kann ...

Beitrag von reggie76 17.03.11 - 21:43 Uhr

Hallo marleni,

schön, dass dir der Bericht gefallen hat. Ich drücke dir doll die Daumen, dass es bald los geht, das Warten ist wirklich doof, aber die Kinder entscheiden halt echt selbst, wann sie so weit sind, aber es dauert hoffentlich nicht mehr lang. Und ich wünsche dir nochmal viel Kraft, Mut, Vorfreude, Geduld, eine liebe Hebamme und eine gute Geburt!

Liebe Grüße! Reggie

Beitrag von tonga2011 17.03.11 - 14:55 Uhr

Hallo Reggie

endlich mal ein Geburtsbericht der mir Mut macht ;-) Knapp 5 Wochen noch und dann ist es so weit, meine erste Geburt und ich erwische mich immer wieder wie ich mir Panik mache oder Panik machen lasse ;-(

Dein Geburtsbericht war super schoen geschrieben und zu lesen und hat vieles Bestaetigt was mir die Hebamme diese Woche erklaert hat.

Vielen lieben Dank - ich fuehle mich wirklich besser.

Alles Gute fuer Dich und Deine Familie ;-)

Beitrag von reggie76 17.03.11 - 21:51 Uhr

Ich freue mich, dass dir der Bericht gefallen hat und dir Mut gemacht hat, allein aus diesem Grund habe ich ihn geschrieben.
Zu negative Berichte solltest du vielleicht gar nicht mehr lesen, man macht sich echt nur verrückt.
Ich hoffe, dass du die letzten Wochen noch genießen kannst, dass es dir körperlich gut geht und wünsche dir dann viel Kraft, Mut und positive Energie für deine Entbindung, dass es wie gesagt nicht zu lange dauert, du eine liebe Hebamme hast (das sind die meisten) und du gut durch die Geburt gehst, dein gesundes Kind dann überglücklich in den Armen hältst und dir dann im Nachhinhein sagen kannst "so schlimm war es ja eigentlich gar nicht", das wünsche ich dir von ganzem Herzen!!!
Alles gute und liebe Grüße! Reggie:-)

Beitrag von miri.ris 19.03.11 - 07:45 Uhr

Ich fand deinen Bericht richtig gut!
Leider liest man wirklich zu viele neagtive Geschichten.....

Alles Liebe#winke