Schweigepflichtentbindung

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von leonore78 17.03.11 - 07:25 Uhr

Guten Morgen!

Unser Kindergarten möchte von allen Eltern eine Schweigepflichtentbindung haben. Dies betrifft den Kinderarzt, Fachärzte, das Jugendamt, die Schule und andere Institutionen.

Was haltet ihr davon, bzw gibts das bei euch auch?

Laut Infoblatt sollen Eltern die entsprechenden Institutionen entbinden, damit die Kinder bestmöglich gefördert werden können.
Ich hab nun wirklich nichts zu verbergen, aber geht das nicht ein bischen zu weit?
Infos über mein Kind kann der Kindergarten auch von mir bekommen.

Danke für eure Meinung!

LG leonore

Beitrag von meandco 17.03.11 - 07:40 Uhr

ich würd es nicht unterschreiben #cool

da wir aber elternverwaltet sind, wird diese situation bei uns aber auch nie eintreten ;-)

lg
me

Beitrag von tana0405 17.03.11 - 08:01 Uhr

Guten Morgen Leonore,

dies wurde seinerzeit bei uns im Kindergargen auch verlangt. Wir haben es auch nicht unterschrieben. Über entsprechene Förderung möchten wir als Eltern allein verantwortlich entscheiden und tun dies auch.

Außerdem kann in einer Einrichtung immer mal die Leitung wechseln und somit auch bestimmte Gepflogenheiten, selbst wenn man heute sehr zufrieden mit der Einrichtung ist und Vertrauen hat, kann sich dies auch ändern.

Viele Grüße

Tanja

Beitrag von anja1968bonn 17.03.11 - 08:05 Uhr

Nein, würde ich nicht unterschreiben.

Individuell mögen direkte Kontakte schon sinnvoll sein, bei der Einschulung war es so, dass man als Eltern etwa der Schule erlauben konnte, sich direkt im Kindergarten zu erkundigen; als wir mal im SPZ vorstellig waren, habe ich auch zugestimmt, dass dieses sich mit dem Kindergarten direkt in Verbindung setzt, aber eine generelle Schweigepflichtentbindung halte ich für überzogen.

LG

Anja

P.S.: Die Eltern sollen wahrscheinlich nicht "entbinden", sondern "eingebunden werden" #:-)

Beitrag von leonore78 17.03.11 - 08:16 Uhr

Guten Morgen!

Nein, die Eltern sollen tatsächlich (die Institutionen) entbinden - von der Schweigepflicht nämlich!;-)

Danke für deine Meinung, ich sehe die Situation wie du, allerdings habe ich den Kindergarten von seiner Schweigepflicht gegenüber dem SPZ entbunden, andersherum aber nicht.


LG leonore

Beitrag von binnurich 17.03.11 - 08:15 Uhr

pauschal für alle würde ich sowas nicht unterchreiben bzw. es mir vorher genau erklären lassen

Beitrag von engelchen28 17.03.11 - 08:35 Uhr

ich würde der kiga-leitung sagen, dass ihr im einzelfall entscheiden werdet, von welcher schweigepflicht ihr entbinden lasst. sollen sie auf euch zukommen, wenn etwas ist, dann seht ihr weiter.

Beitrag von tweetie274 17.03.11 - 21:30 Uhr

Genauso würde ich das auch handhaben!

LG, Ulla

Beitrag von erstes-huhn 17.03.11 - 08:35 Uhr

Ob du das Unterschreibst oder nicht bleibt dir überlassen.

Hintergrund dieses Blattes ist der Grundsatz in Deutschland:

Elternrecht vor Kindeswohl

heißt also, die Eltern haben das Recht auch Dinge zu entscheiden, die dem Kindern nicht gut tun, ohne das man etwas dagegen machen kann. Erst wenn es um das nackte Überleben geht kann der Staat (Jungendamt) eingreifen.

Beitrag von leonore78 17.03.11 - 08:48 Uhr

Hallo!

Aber die Lösung kann doch nicht sein, pauschal alle Daten und Diagnosen von Kindern im Kindergarten zu sammeln.

Und die Erzieher/innen sollen dann entscheiden, was dem Kind gut tut?

Ich habe sowieso Schwierigkeiten mit der Auffassung unseres Kindergartens. Meine Tochter ist als behindertes Kind integriert, und der Kindergarten mischt sich schon massiv in Therapieentscheidungen ein, bzw hinterfragt diese. Da hab ich mir Sätze des Leiters anhören müssen wie: "Die hat garnichts, sie muss nur mit anderen Kinders spielen!", bei der Diagnose SEV, phonetische Störung, VED, allgemeine Entwicklungsverzögerung und Epilepsie.

Insofern bin ich jetzt misstrauisch, wenn Informationen fliessen sollen, über die ich keine Rückmeldung bekomme. Ich sehe den Kindergarten als Dienstleister und Unterstützung im Umgang mit meinen Kindern, nicht aber als "Elternersatz" was grundsätzliche Therapientscheidungen betrifft (dafür habe ich meinen Kinderarzt, den Neurologen und das SPZ) und auch nicht als Ratgeber in gesundheitlichen Fragen.

lg leonore

Beitrag von erstes-huhn 17.03.11 - 08:58 Uhr

Ich sehe diese pauschale Datenfreigabe auch sehr kritsch.

Ich sehe aber auch, was passieren kann, weil Eltern über ihre Kinder bestimmen können, ohne darauf zu achten, ob es den Kindern gut tut.

Eine gute Lösung für das Problem habe ich auch nicht, es ist ein Eiertanz.

Beitrag von meandco 17.03.11 - 09:39 Uhr

du hast recht - aber ich seh das auch etwas schwierig ...

denn: genau bei denen wo es probs gibt, kommen die wieder nicht weiter ... :-(

und aus erfahrung kann ich sagen:
ich bin mit meiner tochter von pontius bis pilatus gelaufen, weil sie angeblich verhungert und was weiß ich noch was alles. mit vermerken wie: angeblich bekommt das kind ... zu essen #schock:-[
als das dann endlich vom tisch war, weil ne spezialsitin ihr normales wachstum bescheinigt hat, ging es bei der kia weiter mit blauen flecken die akribisch vermerkt wurden. klar hatte sie dauernd blaue flecken - sie hat grade frei laufen gelernt, war draußen (sommer), und und und. klar hatte sie dauernd an allen ecken und enden schrammen - denn wenn sie gefallen ist, dann meist auf asphalt, und da bleibt auch mal ne beule #augen
mir ist das ganze dann zu bunt geworden. ich hab ihr die meinung gegeigt und den kia gewechselt #cool

für mich ist das aber der grund warum ich keine daten weiter geben lasse und im falle eines falles entscheiden will wer welche infos kriegt. #cool

denn: die wo wirklich not ist, da wird eh nix gemacht. die gehen nämlich gar nicht erst zur kontrolle und wenn dann wird schon nichts gesagt, damit sie wieder kommen #aerger

nö ... also bei dem thema krieg ich nen hals :-[

lg
me

Beitrag von doreensch 17.03.11 - 15:59 Uhr

Eine Neigung zu blauen Flecken würde ich aber untersuchen lassen, viele Kinder fallen hin als Laufanfänger aber haben deshalb nicht überall dauernd blaue Flecken das der Kindergarten die akribisch notiert

Wenn das Kind also schnell blaue Flecken bekommt wäre eine untersuchung sinnig, da sich dahinter auch Erkrankungen verstecken können

Beitrag von unipsycho 17.03.11 - 08:47 Uhr

ich würde keine Schweigeplichtsentbindung unterschreiben, die nicht notwendig ist.

Was ist denn das für eine Begründung "bestmögliche Förderung"?? #kratz
Ist das ein Kindergarten für Integrativkinder?

Für einen normalen Kindergarten halte ich das absolut für unnötig. Wenn ich der Meinung bin, mein Sohn benötigt irgendwo Förderung, dann bespreche ich das mit meinem Kinderarzt.
Regelmäßige Elterngespräche mit der/dem Erzieher/in des Kindes dürften bei einem normalen Kindergarten doch ausreichen.
Ich weiß echt nicht, wozu da eine Schweigepflichtsentbindung gut sein soll.#kratz

Das kommt mir echt vor, als würden die die Eltern unter generalverdacht stellen #kratz
An die Eltern, die sich "schlecht" um ihr Kind kümmern, kommt man sowieso nicht heran. - Meine Erfahrung...

Beitrag von leonore78 17.03.11 - 09:12 Uhr

Guten Morgen,

ja, der Kindergarten ist integrativ. Allerdings geht es bei der Anfrage nicht nur um die i-Kinder, sondern um alle.

Ansonsten gebe ich dir völlig Recht, ich fühle mich auch "verdächtigt", nicht alles für mein Kind zu tun.
Unser Kindergarten impliziert mit diesem Schreiben, dass sie die Experten für unsere Kinder sind, nicht wir als Eltern, und ich fühle mich genötigt, Entscheidungen, die wir zum Wohl unserer Tochter getroffen haben zu rechtfertigen.

lg leonore

Beitrag von juniorette 17.03.11 - 08:49 Uhr

Guten Morgen,

ich würde sowas auf keinen Fall unterschreiben.

Ich habe natürlich auch nichts zu verbergen (das würde ja hier auch keiner zugeben ;-)), aber wenn der Kindergarten Informationen haben möchte, soll er sich mit uns Eltern in Verbindung setzen und mit keinem sonst.

Ganz im Gegenteil würde ich so eine Anfrage als Beleidigung empfinden - traut mir der Kindergarten etwa zu, dass ich ihm Wesentliches verschweige? #nanana

LG,
J.

Beitrag von kati543 17.03.11 - 09:36 Uhr

Unterschreibe es bloß nicht. Der Kiga und die Schule bekommen von mir alle Arztberichte, die relevant sind. Alles andere nicht.
Ich kämpfe gerade wegen so einer Schweigepflichtsentbindung mit der KK. Nicht gerade witzig. Die KK wollte eine Solche, weil sie den Entlassungsbericht des KH anfordern wollten - vorher zahlen sie das KH nicht. Ist so die übliche Vorgehensweise. Haben sie bekommen. KH schickte den Entlassungsbericht und der war FALSCH. Super. Die KH-Kosten wurden zwar übernommen, aber die stationäre Eßtherapie nun nicht genehmigt, mit der Begründung, dass sie nicht notwendig sei. Da eben falsche Angaben im Entlassungsbericht stehen - den ich übrigens erst jetzt bekommen habe.

Beitrag von leonore78 17.03.11 - 09:42 Uhr

Hallo!

Bekommt die KK die Berichte nicht sowieso? Ich dachte immer, die haben alle Informationen, die wir auch haben!?

Über falsche Arztberichte könnte ich auch erzählen, die beste Geschichte, die wir erlebt haben war ein Bericht unseres KH, der sich auf einen anderen Patienten bezog...

lg leonore

Beitrag von schullek 17.03.11 - 09:51 Uhr

würde ich nicht machen.
ich lasse mein kind aber auch nicht im kiga von wildfremden ärzten untersuchen ohne mein beisein udn steh da so ziemlich allein da.

lg

Beitrag von sillysilly 17.03.11 - 10:44 Uhr

Hallo

für die Schule würde ich sie geben

aber alles andere nur nach Bedarf und dann in der jeweiligen Situation entscheiden


Grüße Silly

Beitrag von tath 17.03.11 - 14:46 Uhr

Hallo

Also ich würde es so auch nicht unterschreiben.

Wir haben bis jetzt nur einmal eine Schweigepflichtentbindung unterschrieben von der Ergo, weil die Therapeutin sich mit meinem Mittleren seiner Lehrerin zusammen setzen möchte, wegen kleinen Schwierigkeiten in der Schule. Ansonsten bekommt keine sowas.

LG Tanja