jmd. Erfahrung mit Rückstellung in NRW?

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Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von miss.sunshine01 17.03.11 - 10:37 Uhr

Mein Sohn wird im September 6 Jahre alt und kurz vorher ist die Einschulung.
Er hat großes Interesse (wie wohl die meisten Kinder in seinem Alter) an Buchstaben und Zahlen, kann auch schon ein wenig rechnen.
ABER: Er spricht noch nicht gut (hat schon länger Logopädie), macht vor allem grammatische Fehler und verwechselt oft noch g/K mit t/d ("Tinderdaten" - Kindergarten).
Außerdem kümmert sich im Kindergarten eine Ergotherapeutin um ihn wegen seiner Eigensteuerung (er braucht viel Körperkontakt und holt sich den bei anderen Kindern, die das aber nicht möchten, so dass Konflikte entstehen und er ganz traurig ist, weil er nicht weiß, warum die sich abwenden...).
Dazu kommt, dass er absolut nicht in die Schule möchte! Er weint fast bei dem Gedanken daran. Auch, dass alle seine Freunde gehen, reißt ihn nicht mit. Er möchte noch sooo gerne im Kiga bleiben.

Nun ist Ende des Monats die Untersuchung bei der Schulärztin. Ich werde das auf jeden Fall ansprechen.
Aber haben wir eine Chance, dass er deshalb zurückgestellt wird?
Ich habe bisher nur gehört, dass es nur in ganz wenigen Fällen eine Möglichkeit gibt, ein Kind zurückzustellen (z.B. wenn es ein ehem. Frühchen ist, chronisch krank ist usw.).

Hat jmd. Erfahrung mit einer Rückstellung (möglichst in NRW)?

Ich würde ihm sehr gerne noch ein Jahr Kindergarten gönnen!!

Danke für Antworten!

Beitrag von delfinchen 17.03.11 - 10:58 Uhr

Hallo,

ja, nachdem, was ich gelesen habe, sieht es wirklich schlecht aus und man kann nur wegen erheblicher gesundheitlicher Probleme zurückgestellt werden ...

http://schulrecht-nordrhein-westfalen.rechtsanwalt-zoller.de/zurueckstellung-schule-nrw-sonderschule-foerderschule.html

man, bei euch wird der stichtag ja noch weiter gegen jahresende verschoben, so dass ab 2014/ 15 alle kinder eingeschult werden, die bis zum 31.12 6 jahre alt werden....
ich persönlich finde diese entwicklung ja mehr als bedenklich, aber leider fragt ja keiner nach meiner bescheidenen meinung :-(....

am besten schaltet ihr eine kinderpsycholgin ein, vielleicht kann die ein entsprechendes gutachten erstellen.

mir graut auch schon, wenn es bei meinen so weit ist, sie haben einen tag vor dem stichtag am 30.09. geburtstag und müssten somit auch schon mit 5 zur schule gehen .....

liebe grüße und alles gute,

delfinchen

Beitrag von anja1968bonn 17.03.11 - 12:19 Uhr

Es besteht noch Hoffnung für die nach dem 30.9. geborenen Kinder, denn die neue Landesregierung möchte ja den Stichtag nicht immer weiter nach hinten verschieben, der Gesetzentwurf ist allerdings noch in Beratung ...

http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_II/II.2/Gesetzgebung/Aktuell/01_Aktuelle_Gesetzgebungsverfahren/Einschulung/index.jsp

LG

Anja

Beitrag von jazzbassist 17.03.11 - 11:31 Uhr

Das SchulG von NRW selbst gibt eine Rückstellung auf Antrag der Eltern nur statt, wenn das Kind nach dem 30. September des Jahres geboren wurde. Was sicherlich unglücklich sein mag für Kinder, die dann im September Geburtstag haben. Aber, so ist das mit Stichtagregelungen leider nun einmal. Ansonsten ist eine Rückstellung nur auf Grund erheblicher gesundheitlicher Bedenken möglich. Ob ein Kind nun selbst in die Schule möchte, oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Da ist Ihr Sohn kein Einzelfall; für Kinder ist das ganze eine unvorstellbar große Veränderung im Leben, und, viele Kinder haben davor Ängste. Bei einigen merkt man dass dann irgendwann am Verhalten; Ihrer artikuliert das frei heraus. Aber, hier haben Sie ja noch fest ein halbes Jahr lang Zeit, ihrem Sohn diese Ängste zu nehmen und ihm die Sicherheit zu geben, die er dort (wie jedes Kind) einfach braucht. Denn 6 Monate sind für die kindliche Entwicklung noch eine unvorstellbar große Zeit, die Eltern oftmals nur sehr schwer objektiv überblicken können. Schließlich wäre die nächste Einschulung erst in 18 Monaten; dass ist ein Zeitraum, wo Kinder in dem Alter lesen, rechnen und schreiben lernen - ihrer müsste dann noch im Kindergarten sitzen, der diese Aufgabe nur bedingt bis gar nicht erfüllen kann und dem kindlichen Anspruch nicht gerecht werden kann. Genau daher gibt es diese Regelungen. Ich befürchte also, dass Sie da keine Chance haben werden; zumindest nicht mit den hier aufgeführten Gründen. Zumal die Schule ja auch u.A. dafür da ist, den Kleinen noch so ein bisschen beizubringen. Auch die Sprache. Das klappt dort viel viel besser, als in einem Kindergarten.

Beitrag von miss.sunshine01 17.03.11 - 11:36 Uhr

Ich habe eine Woche nach meinem Sohn Geburtstag und damals war der Stichtag noch 31.7. Ich bin also mit fast 7 Jahren eingeschult worden und kann nur sagen, dass es für mich perfekt war!
Ich habe mich weder im Kindergarten gelangweilt noch später in der Schule unterfordert gefühlt.
Es war vor allem bezüglich meiner emotionalen Entwicklung genau der richtige Zeitpunkt für eine Einschulung!
Ich habe die Schule mit guten Erfolg (Abitur, später Studium) abgeschlossen, wohingegen die Statistiken sagen, dass früherer Einschulungstermin eher auf geringeren Schulerfolg hindeutet...

Trotzdem vielen Dank für die Antwort!

Beitrag von delfinchen 17.03.11 - 11:44 Uhr

Hallo,

ich finde das auch sehr bedenklich, dass immer früher eingeschult wird.
Ich habs erst vor kurzem hier geschrieben: ständig wird uns vorgehalten, wie toll doch das finnische Schulsysten sei. Alles Mögliche wird von dort kopiert, aber dass man dort erst mit sieben einschult, scheint hier nicht zu interessieren. hier soll man am besten mit fünf zur schule gehen - als sei spielen zeitverschwendung ..... traurige entwicklung ...
klar, für besonders aufgeweckte, emotional sehr stabile kinder mag eine einschulung mit 5 ok sein, aber doch nicht für die masse...


alles gute!!

delfinchen

Beitrag von miss.sunshine01 17.03.11 - 13:44 Uhr

Vielen Dank!

Stimme dir zu, es ist eine traurige Entwicklung!
Es wird viel zu viel der Fokus auf den "Ernst des Lebens" gesetzt und man lässt die Kinder viel zu wenig Kind sein.

Beitrag von jazzbassist 17.03.11 - 12:00 Uhr

Ich kann Ihnen leider nur das Schulrecht von NRW sowie deren dogmatische Herleitung erklären; wie sich dieses dann im Einzelfall auf ein ganz individuelles Kind auswirkt, ist gänzlich unterschiedlich, und, man wird leider nie erfahren, was gewesen wäre, wenn. Wie so oft im Leben.

Niemand leugnet, dass Stichtagregelungen bei so etwas unvorstellbar ungerecht sein können, denn, egal, wo man diesen Stichtag hinlegt - sie werden immer Kinder haben, die dann wahrscheinlich den Kürzeren ziehen. Auch möchte man als Schulbehörde Eltern hier nur ganz ganz wenig Spielraum geben, weil es viele Eltern gibt, die es besser fänden, wenn ein Kind erst ein Jahr später eingeschult werden. Bei einigen Kindern wäre das wirklich besser, bei einigen wäre es möglicherweise zum Nachteil. Nur - darum ging es bei Ihrer Frage doch auch gar nicht, oder?

Die Frage war ja, ob Sie ein Kind wegen der o.g. Gründe zurückstellen lassen können. Und, dass richtet sich danach, ob das Kind persönlich und sachlich schulreif ist; der persönliche Anwendungsbereich richtet sich nach dem Stichtag, der sachliche Anwendungsbereich nach der Schulreife - und - diese wird nun einmal mit der Schuleingangsuntersuchung festgestellt. Kommt dabei raus, dass das aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, wird ein Kind um ein Jahr zurückgestellt, kommt dabei raus, dass ein Kind noch erheblichen Förderbedarf hat (und das scheint bei Ihrem Sohn ja nun auch nicht der Fall zu sein), bekommt es eine Empfehlung für eine Förderschule und ansonsten gehen die Dinge ihren normalen Lauf. Wobei das weiterhin Einzelfallentscheidungen bleiben.

Ob dieses Schulsystem nun sinnvoll ist, oder nicht - darüber können wir auch gerne diskutieren, nur, wir werden daran nichts ändern können - dafür gibt es Landtagswahlen.

Beitrag von caidori 17.03.11 - 13:14 Uhr

Hi,

auf grund dessen was du so beschreibst glaube ich nicht das die Schulärztin dein Kind zurückstellen wird.
Ich habe mich darüber bei uns beim Gesundheitsamt/Schulamt und Schule informiert (hatte den Gedanken auch das ein Jahr mehr unserem gut tun könnte) und es hieß einstimmig, eine Rückstellung gibt es nur noch bei schwerwiegenden körperlichen Einschränkungen oder behinderungen.

Versuch ihm die Angst zu nehmen und bleib bei der Ergo + Logo am Ball, dann kriegt ihr das bestimmt hin :)

Viele Grüße
Caidori

Beitrag von miss.sunshine01 17.03.11 - 13:51 Uhr

Danke!

Ich denke ja auch, dass er es hinbekommt (zum Glück ist er ja recht fit, sonst würde ich mir noch mehr Gedanken machen!) und er hat ja noch ein halbes Jahr Zeit. Vielleicht klappt es dann auch besser mit dem Sprechen...
Ich habe mir schonmal überlegt, ob sowas vererblich sein kann...#kratz Meine Schwiegereltern sprechen auch ein ganz fürchterliches Deutsch (Guck mal unter das Schrank, ich muss noch zum Doktor hin, wie geht das nochmal mit die Maschine? usw. mir fällt gerade so wenig ein, aber ist echt extrem) und mein Mann hat ganz normal sprechen gelernt. Vielleicht überspringt das eine Generation!? :-D
Nee, ist wohl eher nicht der Fall... #rofl)


Aber sinnvoll wäre es bestimmt, wenn mein Sohn ein Jahr länger Zeit hätte.

Nun warte ich erstmal den Termin bei der Schulärztin ab (warum sind das eigentlich immer Ärztinnen? Fällt mir gerade so auf... ist doch so, oder!?).

Danke für die Antwort!

Beitrag von caidori 17.03.11 - 14:03 Uhr

Huhu,

wenn er sonst soweit fit ist, wird das schon es ist ja auch noch einiges an Zeit.
Ich hab auch immer noch so meine Sorgen, unserer ist ein extremer Hibbel und ich hoffe das er das in der Schule packt mit dem langen "ruhig sitzen".

Wir haben morgen auch nochmal nen Termin da, kriegen ne genauere Untersuchung ob Sprachschule für ihn sinnvoll wäre.
Ich versuche auch einfach alles mitzunehmen, von dem ich glaube das es ihm den Schulstart erleichtert.
Mehr kann man leider kaum tun :)

Gruss Caidori :)

Beitrag von miss.sunshine01 17.03.11 - 15:14 Uhr

Ja, das stimmt wohl.
Wir nutzen jetzt das halbe Jahr, ihn "stark" zu machen für die Schule! :-))

Beitrag von hummingbird 17.03.11 - 14:05 Uhr

Ich habe schon öfters gehört, dass die Rückstellung in NRW sehr schwierig sein soll.
Allerdings kenne ich einen Fall, wo das Kind wegen Schüchternheit zurück gestellt wurde. Die Eltern waren gar nicht so dafür.

Vielleicht versucht ihr es einfach, die Schul-Ärzte sind da vielleicht auch unterschiedlich.

Beitrag von kati543 17.03.11 - 20:49 Uhr

In NRW ist eine Rückstellung praktisch unmöglich. Auch für chronisch Kranke. Wohnt ihr vielleicht an einer Bundeslandgrenze? Dann wäre Umziehen eine Alternative.
Ansonsten kannst du deinem Kind nur versuchen die Angst zu nehmen.

Beitrag von jule2801 17.03.11 - 21:57 Uhr

Hallo,

was sagen denn die Erzieher, der Logopäde, der Ergotherapeut und der Kinderarzt? Wenn die auch der Meinung sind, dass er zurückgestellt werden sollte, lass dir von allen Berichte geben und nimm die mit.

Meine Freundin hat auch einen Sohn der im September 6 wird und hat ihn zurückstellen lassen (in NRW) - das war natürlich ein bischen aufwendig (es sollen ja möglichst viele Kinder eingeschult werden, damit niemand sagen kann, dass diese Stichtagverschiebung nicht so wirklich der Renner ist), denn die Schulärztin wollte ihn erst nicht zurückstellen, sondern auf eine Förderschule schicken.

Wie gesagt, wenn noch mehr der Meinung sind, dass er besser im Kiga aufgehoben ist, dann bleib dran!

lg und viel Erfolg
Jule!

Beitrag von tammyli 18.03.11 - 10:59 Uhr

Hallo, nimm auch mal Kontakt mit der Schule auf. Die haben ja am Ende auch ein Wörtchen zu sagen. So weit ich weiß, ist die Schuleingangsuntersuchung zwar Pflicht, spricht aber nur eine Empfehlung aus.

Viel Glück

Übrigens haben viel Kinder vor der Schule Angst, gerne auch weil Eltern Freunde und Co immer vom "Ernst des Lebens" sprechen und weiterer solcher Dinge.

Überlegt Euch das sehr gut.

Viel Glück

Beitrag von sway110283 18.03.11 - 15:07 Uhr

Hallo,
wir haben unseren Sohn, geb. am 31.08.2005, zurückstellen lassen.
Und nachdem was ich hier immer gelesen habe dachte ich mir schon das es nicht klappen würde, hat es aber letztenendlich doch.
Tim hat Probleme mit der Feinmotorik und möchte genau wie deine Sohn auch, nicht in die Schule, ist ansonsten aber fit.
Mir persönlich war es schon immer ein Dorn im Auge das er dieses Jahr ein Muß-Kind gewesen wäre.
Nach einem Gespräch mit den Erzieherinnen und dem Kinderarzt sind wir zu dem Entschluß gekommen es einfach zu versuchen.

Die Leiterin hat noch am Tag der Untersuchung mit der Zuständigen Ärztin telefoniert und ihr zudem per Fax mitgeteilt warum der Kiga gegen die Einschulung ist.
Natürlich wurde Tim komplett untersucht und wäre auch für Schulfähig erklärt worden wenn wir dies gewollt hätten.
Nach der Untersuchung hatten wir die Möglichkeit unsere Gründe gegen die Einschulung darzulegen und auch Tim wurde befragt was er davon halten würde ein Schulkind zu sein ( ohne das er vorher etwas von unserem Gespräch mitbekommen hat ).

Am Ende wurde entschieden das er noch ein Jahr im Kiga bleiben darf.
Aufgrund Feinmotorischer Probleme und da die Emotionale Reife noch nicht vorhanden wäre.
Die Ärztin war wirklich sehr nett und hat sich in erster Linie dafür interessiert was, bzw wieso, wir wollten das er zurückgestellt wird. Ihrer Ausage nach, steht die Meinung der Eltern immer noch an erster Stelle.
Du siehst bei uns war es ganz einfach und es kommt wohl oft einfach nur auf den Arzt an.

Wir kommen im übrigen auch aus NRW.

LG Daniela

Beitrag von urmel09 18.03.11 - 21:22 Uhr

Ich kenne zwei Kinder die zurückgestellt wurden, in beiden Fällen lag es an Konzentrationsproblemen.
Beide wurde vom zuständigem Schularzt zurückgestellt...die Eltern haben die ärztlichen Unterlagen mitgenommen und es gab anschließend noch eine Rücksprache zwischen Kindergarten und Schulamt.