Sprachheilkindergarten...Ja oder Nein???

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von wellnessplus 17.03.11 - 11:55 Uhr

Moin ihr Lieben,
ich war heut morgen beim beantragten Entwicklungsgespräch über unseren Jona. Der letzte Sprachtest bei der Logo war ja wieder eher schlecht ausgefallen. D.h. er entwickelt sich wohl, aber er holt nicht wirklich viel auf. Also er hat immer noch einen Rückstand von 1 Jahr.

Im Kiga wurde dann heut das gleiche gesagt, dass er aber ansonsten normal entwickelt wär, bzw. leichte Defizite beim Malen hat und Kneten vom Druckausüben her hat und nicht Roller fährt. Er aber im kognitiven und sozialen Bereich gut entwickelt ist, und ein sehr lieber frecher Bub ist. Nun hab ich grad nochmal Druck beim Pädaudiologischem Zentrum in Münster gemacht um da mal nach einem halben Jahr Wartezeit endlich mal ein Termin zu bekommen.

Ich bin nun doch am Überlegen, ob ich vlt. um ein Platz im Sprachheilkindergarten kämpfen soll. Er ist ansonsten gut entwickelt trotz seiner starken Defizite in der Sprache ... aber vlt. kommt es ja noch, schließlich hat ja 3 Jahre sehr schlecht gehört und war dauerkrank.

Oder sollen wir ambulant weiter machen und zusätzlich Ergo???

1 Jahr Sprachheilkindergarten wär halt intensiv und vielen Kinder reicht das um dann wieder in den Regelkindergarten zu gehen und dann in die Regelschule.

Hach wat bin ich ratlos!

Beitrag von kati543 17.03.11 - 12:38 Uhr

Warum lässt du ihn nicht in diesem Kiga mit I-Kraft?
Also wen er "immer noch" 1 Jahr sprachentwicklungsverzögert ist, ist das doch gut. Dann hat er sich also ganz normal weiterentwickelt. ich finde die Diagnose gar nicht soooo schlecht.
Ich würde ihn nicht in den Sprachheilkiga geben. Schon allein der Wechsel könnte seine Situation wieder verschlechtern. Lieber im aktuellen Kiga lassen und zusätzliche Hilfen beantragen - also I-Kraft.
Du kannst auch einmal mit deinem KiA und dem SPZ über eine stationäre Intensivsprachtherapie reden oder über eine Sprachreha.
Das der Sprachheilkiga reicht und dann normal eingeschult wird ist leider nicht meine Erfahrung. Ich kenne viele Kids, die dann weiter auf die Sprachheilschule gegangen sind.

Beitrag von wellnessplus 17.03.11 - 13:51 Uhr

Danke für Deine Antwort ...

...schön mal einen anderen Einblick zu bekommen und die positive Bewertung seiner Entwicklung!

Ich werd mich nach der I-Kraft auf jeden Fall mal erkundigen!

Die meisten Leute in meinem Umfeld...also die ihn kennen, sind auch bei ihm gegen einen Sprachheilkiga. Eben weil er super Fortschritte macht und ansonsten normal entwickelt ist!

Gibt es denn noch andere Erfahrungswerte unter den Urbianern??

Beitrag von niedlichst 18.03.11 - 11:26 Uhr

Ich würde aus meiner Perspektive (Sonderpädagoge) würde immer von einer Sonderbeschulung abraten. Kinder lernen von anderen Kindern und auch wenn die Situationh für dein Kind manchmal belastend sein kann, weil ein Kind nicht versteht was dein Sohn sagt, wird er sich automatisch stärker bemühen. (Nicht das er das nicht jetzt schon tut, aber in einer Umwelt wo undeutliche Kommunikation "normal" ist, ist nicht unedingt förderlich).
Kinder werden irgendwann älter und müssen wohl oder übel auch in einem ungeschützeren Raum zurecht kommen und wollen dies auch, somit würde ich bei passender Unterstützung IMMEr von Sonderbeschulung/Sonderinstitutionen abraten. Die bringen selten was positives.

Eine zusätzliche ambulante Behandlung und gezielte Förderung ist dagegen unverzichtbar. Eine I-Kraft kann, wenn sie gut ausgebildet ist, sicherlich hilfreich sein.

Beitrag von kati543 18.03.11 - 11:35 Uhr

Hallo,
da klinke ich mich doch gleich mal ein... :-)
Ich bin natürlich voll deiner Meinung wegen der Beschulung. Nur was will man tun, wenn die Regelschule das Kind (Sprachentwicklungsstörung, autistische Züge) gern nehmen würde, aber das Schulamt nicht die entsprechenden Kräfte zur Verfügung stellen kann? Mein Großer hatte jetzt die Sprachstandsuntersuchung - er wird nächstes Jahr regeleingeschult. Ich würde ihn am liebsten zum GU in die örtliche Grundschule schicken. Die Schule stimmt zu. Die Direktorin, die auch die Klassenlehrerin wäre, hat diesbezüglich bereits Erfahrung. Nur das Schulamt sagt, kein Personal da. Dazu kommt, das die hiesige Sprachheilschule 45min einfache, direkte Fahrt entfernt ist. Und da das gesamte Schulsystem sowieso im Umsturz ist, wird derzeit überlegt, ob man die Sprachheilschule nicht sowieso schließen will. Ja wo soll den nun mein Sohn hin? In den Integrativschulen, die wir hier noch haben, sind hauptsächlich Ausländerkinder, die eben mit der deutschen Sprache Schwierigkeiten haben, aber ansonsten gesund sind.
Es wäre auch kein Problem, meinen Sohn noch ein Jahr im Kiga zu lassen. Nur muß ich mich langsam entscheiden, was ich mache. Arg...

Beitrag von wellnessplus 18.03.11 - 14:52 Uhr

Danke für Deine kompetente Antwort, da geh ich voll und ganz konform mit!

Beitrag von ninna68 18.03.11 - 14:55 Uhr

Hallo,

ich kann dir einen Sprachheilkindergarten nur empfehlen.
Die tolle Logopädin meiner Kinder wechselt in einen solchen KiGa und macht eine volle Stelle und betreut 8(!) Kinder dort logopädisch.

Dass heisst, sie kann sich nach ihrem Ermessen die Kinder zur individuellen Förderung dort herausziehen.

Wenn ich die Chance hätte, mein Kind dort hinzugeben (und andere Therapien laufen dort wohl auch mit), dann könnte ich mir eine Menge Therapiestress ersparen.

LG Ninna

Beitrag von lakritzi 22.03.11 - 19:56 Uhr

Hallo ,

ganz klar JA !

Mein Sohn war ein Jahr im Regelkindergarten bevor er in einen Sprachheilkindergarten wechselte . Ich kann es dir nur empfehlen ! Wenn du Fragen hast oder genaueres wissen willst meld dich einfach .

LG

Beitrag von doreensch 24.03.11 - 19:38 Uhr

Hmm hier werden jetzt - mit der Abschaffung des Hortes - die Arbeitsplätze umgewandelt in Sprachheilförderung, dazu machen die Erzieher entsprechende Weiterbildungen und das ist ab kommenden Schuljahresbeginn soweit.

Bei euch nicht?

Aber da soziale Kontakt sehr wichtig sind würde ich wohl ambulant weitermachen statt zu wechseln

Beitrag von wellnessplus 25.03.11 - 12:57 Uhr

Gar nicht so einfach das richtige zu tun!

Gestern hatten wir die U8 und soweit ist alles guddi bei ihm und altersgerecht und er hat soooooo toll mitgemacht! War selbst ganz erstaunt von meinem Kind.

Bei Hörtest konnte er aber wahrscheinlich (weil es sehr ungenau ist) die tiefen Töne auf einem Ohr zu spät hören oder gar nicht #kratz #zitter

...aber wir haben nun endlich (nach einem halben Jahr Wartezeit) nen Termin beim Pädaudiologischen Zentrum in der Uniklinik Münster bekommen und da wird er nochmal auf den Kopf gestellt. Mal sehen was die uns empfehlen!