Thema Tod und Kindesraub

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von lenesiegel 17.03.11 - 11:58 Uhr

Hallo,

mein Großer (4,5 J.), fragt mich grad häufig (gefühlt ständig) "Mama, wenn Du tod bist ... " (bekommt dann schon eine weinerliche Stimme) (wechselhaft auch mal Papa, oder sein Bruder oder er selbst - ich aber immer) ... oft kommt dazu "...und dann ein Dieb kommt - dann geh ich nicht mit !" ....hmm was soll man nur dazu sagen.
Ich hab da geantwortet (als die komplette Familie laut seiner Erläuterung tod war) "...dann gehst Du zur XX (gute Freundin von uns - Familie wohnt weit weg und wöllte ich auch nicht, daß er dort aufwachsen müßte #nanana )"
Nun in seiner neusten Ausführung ist auch besagte Freundin tod #kratz

Man mir wächst das langsam über den Kopf ... gebt mir einen Tip, wie ich an die Sache rangehen kann.

Ich möchte nicht, daß er das Thema als tabu empfindet - aber irgendwie hab ich ne Hemmschwelle es selbst anzusprechen und zu lenken. Ich will ihn nicht überfordern - soll ich nun einfach warten, bis er das Thema wieder auf den Tisch bringt ?

Das blöde ist, er schneide das Thema echt immer zu so ungünstigen Momenten an, wenn wir auf dem Weg von A nach B sind #schwitz

Jetzt fällt mir nochwas ein - vielleicht gibt es ein Buch zum Thema irgendwas mit "Dieben".

(Der Hintergrund zum Diebesthema ist wohl ein Vorkommnis aus dem Kindergarten): Er und ein zweiter Junge haben Legobausteine aus dem Fenster geworfen und ein Baustein hat sich im Fenster verkeilt, daß er erstmal nicht wieder raus ging und das Fenster nicht geschlossen werden konnte. Im Gespräch zwischen Kindern und Erzieherinnen kamen sie wohl auch auf Diebe - wie mir jetzt klar wird, hat ihn das wohl ziemlich in Angst und Sorgen gestürzt. Ich glaube ich werde nochmal mit den Erzieherinnen reden. Das sie da etwas entgegnen wirken - und habt ihr Tipps wie ich ihm helfen kann mit dem Thema fertig zu werden ?!

Er meint grad auch immer, "wenn ein Dieb kommt, dann schieß ich das auf ihn !" - bisher hab ich immer gesagt, daß man erst weiß, das es ein Dieb ist, wenn der etwas gestohlen hat. Aber das hilft ihm nicht, was soll ich nur sagen, damit das Problem für ihn gelöst ist. Möchte ihn nicht belügen und ihm Sicherheit geben.

Bitte dringend um Tipps !!!

Durch das Schreiben - ist mir jetzt das Problem erstmal halbwegs bewußt geworden (bin jetzt echt bißchen verwirrt darüber #zitter)

Sorry, die Verwirrtheit und die Länge #hicks

Beitrag von hellokittyfan-07 17.03.11 - 12:27 Uhr

Huhu, oh hört sich ja nicht so gut an. Bezüglich Tot würde ich immer sagen nein mama oder papa sterben doch nicht. von daher gibt es da garnichts zu reden wo er hinkommen würde wenn uns was passieren würde. ich finde drüber sollte sich kein kind gedanken machen, wir hoffen ja alle das uns nichts passiert. und thema diebe würd ich auch sagen wir müssen immer schön die fenster schließen damit keiner kommt und unsere sachen wie fernseher spielzeug ect wegnimmt. aber mit den erziehern auf alle fälle nchmal sprechen das dein sohn das thema sehr aufgergriffen hat und nun angst hat.
lg.nicole

Beitrag von lenesiegel 17.03.11 - 12:39 Uhr

wie gesagt ich möchte ihn nicht belügen - natürlich wünschen wir uns nicht zu sterben, aber es KANN durchaus passieren und ich möchte nicht, daß das letzte was er sich über seine Mutter denkt ist: ABER Mama hat gesagt daß sie NICHT stirbt #nanana

... ne, ne, ne die Variate ist nix für mich.

Ich sag ihm schon, daß wir laaaaange (ist ja ein seeehr individueller Begriff) noch nicht sterben müssen - aber irgendwann doch schon - oder siehst Du das anders ?!

Aber danke.

Beitrag von hellokittyfan-07 17.03.11 - 16:41 Uhr

Mein Sohn hat mich nie sowas gefragt von daher kam das Thema nie auf.

Beitrag von tragemama 17.03.11 - 12:30 Uhr

Zunächst: Man ist TOT mit "t" am Ende, ansonsten ist es "der Tod" mit "d" am Ende.

Warum lügst Du ihn an? Ich würde das so erklären, wie es wäre - oder habt Ihr für diesen Fall nicht vorgesorgt? Dann wisst Ihr doch, wer sich um ihn kümmern würde.

Andrea02

Beitrag von lenesiegel 17.03.11 - 12:47 Uhr

ja danke - mit dem TodT ist mir auch schon aufgefallen, leider kann man seinen Text nimmer bearbeiten und ich hatte keine Lust auf Korrekturlesen, war froh, daß alles geschrieben war.

Und was für nen Text hast Du eigentlich gelesen ?!
Wo steht, DAß ich ihn anlüge ???????

Aber ein wenig stimmt Deine Kritik schon - wir müssen klären, wer sich kümmert - das haben wir tatsächlich bisher hinausgeschoben. Allerdings rechnen wir ja nun wirklich nicht damit (noch dazu BEIDE GLEICHZEITIG) zu sterben.

Ansonsten ist die Antwort leider am Thema vorbei - trotzdem Danke.

Beitrag von silkes. 17.03.11 - 18:02 Uhr

Hallihallöle...

rede nicht um den heißen Brei rum.
Sag deinem Sohn, dass man nur dann stirbt, wenn man schwer krank oder uralt ist. Erkläre ihm, dass alles mal stirbt, der Regenwurm, die Ameise, Bäume, Pflanzen und eben auch Menschen. Dass ihr aber noch alle gesund und viel zu jung seid und es viele nette Menschen (Oma, Opa, Onkels, Tanten, gute Freunde...) gibt, die sich dann irgendwann mal in ferner Zukunft gerne um deinen Sohn kümmern würden, wenn irgendwas passiert.

Was glaubst du denn, was passiert, wenn man stirbt? Glaubst du an den Himmel? Dann erzähle ihm es. Man weiss nicht ganz genau, wo die Menschen dann hinkommen, aber DU glaubst, dass man dann im Himmel auf einer Wolke und so weiter und so fort. Und frage ihn, was er glaubt.

Geh möglichst normal mit dem Thema um.


Mit dem Dieb.
Sag ihm, dass ihr gute Türen und Fenster habt, die man abschliessen kann. Dass es gut ist, dass er mit niemandem mitgehen will und dass Diebe Gegenstände klauen. Also den Fernseher, seine Spielsachen usw.

Grüssle Silke

Beitrag von tessy25 17.03.11 - 21:56 Uhr

Hallo,

klingt aus einer ungesunden Mischung aus suche nach Aufmerksamkeit und geweckter Unsicherheit der Erwachsenen, die das Kind spürt und es verunsichert.

Fangen wir doch mal mit letzterem an: Meine Kinder wissen, dass alles endlich ist. Jeder stirbt irgendwann, meißt wenn er sehr alt ist. Das mussten sie leider an einer Oma und einer Tante erleben - und an Haustieren. Sie wissen, dass man dann traurig sein darf, sich aber auch freuen kann, weil der Tote nun wieder alle trifft, die er auf der Erde lieb hatte und es ihm wieder gut geht.
Was dann kommt ist ansichtssache. Ich sage schon, dass ich es nicht weiß, ich habe glaube, das man dann in den Himmel kommt und alle wieder trifft, die man schon auf der Erde lieb gehabt hat.
Thema ist also nicht so reizvoll für die Kinder, weil es mich nicht aus der Fassung bringt und eigentlich klar ist.

Zur Aufmerksamkeit: Die holt sich jedes Kind. Deines hat nun ins schwarze getroffen. Kaum ist dieses Thema angeschnitten, bist du voll da, und voll aus dem Konzept, vielleicht unklar, machst so evtl. auch Angst (mit der Freundin die wei weg wohnt), sagt nicht, wie es ist - aber das Kind hat die voll und absolute Aufmerksamkeit.

Zum stehlen: das sollen die Bitte im Kindergarten klären. Auch eine normale Sache: Was nicht verschlossen ist, kann weg kommen. Auch eine Sache, die man Kindern ohne Angstmacherei und unsachlichen Gefühlsausbrüchen erklären kann. Ist halt so. Das Fahrrad kan gestohlen werden, wenn man es nicht anschließt, es besteht die Möglichkeit, dass jemand der kein Geld hat sich welches stiehlt, wenn man seine Börse liegen lässt und nicht drauf aufpasst...

Das schaffst du.

Liebe Grüße
Tess

Beitrag von lenesiegel 18.03.11 - 10:18 Uhr

....hhhmmmmmmmm....

naja....
....eigentlich bringt mich das Thema nicht aus der Fassung. Kam das so rüber. Es ist mir nur unangenehm ihn einfach so aus dem Nichts heraus ihn darauf anzusprechen. Ich finde halt es sollte schon wohl überlegt sein, WAS man dazu sagt.

Vielleicht spürt er auch, die Differenz zwischen dem was im Kindergarten erzählt wird von Gott und Engeln und Himmel und so weiter ... ICH bin nicht gläubig, aber ich negiere diese Aussagen auch nicht. Ich sag ihm kann schon sein, ich weiß es nicht. Allerdings sage ich ihm schon, daß wir nach dem Tod alle wieder zusammen sind :-)

Hmm... ich glaube inzwischen das ist einfach ein zu individuelles Thema, als daß man Ratschläge dazu bekommen geschweige denn 1:1 übertragen könnte (vielleicht aber eine gute Idee in die für einen selbst "richtige" Richtung)

Zum Thema Diebstahl - naja, weißt Du ein Fahrrad kann auch trotz Sicherungsschloß geklaut werden und Fenster können eingeschlagen werden und, und, und ... wenn einer etwas unbedingt will, dann findet er einen Weg !!! (Aber klar, die Gefahr ist etwas geringer :-p )

#winke

Beitrag von tessy25 18.03.11 - 10:58 Uhr

Hallo,

nein, kam nicht so rüber, als ob es dich aus der Fassung bringt. Es ging eher drum, dass Kinder das einfach spüren, wenn man in einem Bereich nicht wirklich sicher ist und man selber "schwimmt". Je nach Thema verunsichert diese Unsicherheit Kinder. Mehr war eigentlich nicht gemeint. Einfach als Idee, warum dieses Thema so "spannend" sein könnte.

Ja, es kann auch was gut gesichertes weg kommen. Aber das würde ich jungen Kindern eher vorenthalten, außer sie mussten die Erfahrung machen. Nicht abgeschlossenes wird gestohlen kann für ein Kind logisch nachfolzogen werden - abgeschlossenes geraubt ist ziemlich paradox für ein Kind. Man muss ja die Pferde nicht unnötig scheu machen.

liebe Grüße
Tess

Beitrag von lenesiegel 18.03.11 - 13:52 Uhr

Ja, da hast Du mit Sicherheit recht. Ungewöhnlichere Vorkommnisse sollte man besser erst eingehen, wenn der Fall mal eingetreten ist. Alle Eventualitäten kann man ohnehin nicht berücksichtigen.
Ich dachte halt, wenn er weiß, daß immer alles geschehen kann wundert er sich im Fall der Fälle nicht, aber wahrscheinlicher ist, daß es ihn verunsichert. #klatsch

Danke Dir. #torte

Es ist tatsächlich so, daß ich mir selten einer Sache ganz sicher bin dazu kommt dann noch, daß ich nichts Falsches erzählen möchte. Vielleicht macht ihm das tatsächlich zunehmend Probleme.
Aber was soll ich dagegen tun ? Diese Art Sicherheit läßt sich wohl kaum erzwingen.
Dafür ist der Papa schnell mit Behauptungen bei der Hand und vertritt die dann auch konsequent - vielleicht gibt das einen Ausgleich. Mit Papa hat er das Thema allerdings noch nicht erörtert.

Wir werden wohl einfach noch viel darüber reden müssen und ich sollte auf mein Bauchgefühl vertrauen.

Danke in jedem Fall. #danke #blume