keine Todesursache...Zweifel an den Ärzten

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von blackcelebration 17.03.11 - 12:04 Uhr

Am 12.3. ist mein lieber Stiefpapa mit nur 67 Jahren im Krankenhaus gestorben.
Er hatte im Februar eine KopfOp wegen einer Hirnblutung. Seit er von der Intensievstation runter ist, hatten wir alle ein komisches Gefühl auf der neuen Station. Einen Tag vor seinem Tod, habe ich noch mit einem Assistenzarzt gesprochen, der mir weder meine Fragen beantwortet hat, noch Lust auf dieses Gespräch hatte und strahlte auch keinerlei ärztliche Kompetenz aus. Ich muss dazu sagen, daß wir ständig Besserung bei ihm gesehen haben und am 11.3. das erste mal zu 100% die Hoffnung, daß er wieder vollständig hergestellt wird, wenn er erstmal die Reha hinter sich hat.
Es ist so schon schwer genug, aber nun wissen wir nichtmal eine Todesursache. Eine Obduktion können wir uns nicht leisten und vom Krankenaus her wird keine gemacht.

Letzten Monat ist unsere Oma gestorben, jetzt mein Stiefpapa....was ist das bloss für ein beschissener Jahresanfang.

Zur Trauer kommt die ohnmächtige Wut auf das Krankenhaus und ich weiss nichts was ich machen könnte.....

Beitrag von glizza 17.03.11 - 12:11 Uhr

Hallo,

erst einmal mein Beileid .. es tut mir sehr leid für Euch das es alles so schlimm auf einmal kommt.

Was die unklare Todesursache angeht, so sollte eigentlich die Ursache auf einem Titenschein vermerkt sein..

Alternativ http://www.netdoktor.at/ratschlaege/untersuchungen/obduktion.htm

Ich weiß, das bei meiner Nichte die Obduktion angeordnet wurde ..

Alles Gute!!
#kerze#kerze
Simone

Beitrag von michback 17.03.11 - 13:36 Uhr

Hallo,

erst mal mein herzliches Beileid zum Tod deines Schwiegervaters. Diesen besch... Jahresanfang hatten wir auch. Erst der Onkel meines Mannes, zwei Wochen später mein Vater und 11 Tage nach meinem Vater meine Oma. Ich hab mich schon so manchmal gefragt was wir verbrochen haben.

Zu deiner Frage, auf dem Totenschein steht die Todesursache drauf. Was sagt denn das Krankenhaus woran er gestorben ist?

LG
Michaela

Beitrag von manavgat 17.03.11 - 15:06 Uhr

Er war 67. Er hatte eine Hirnblutung. Ärzte sind keine Götter, keine Wahrsager und Menschen sterben. Da muss keiner einen Fehler machen, das ist einfach Schicksal.

Ich würde eine Trauertherapeutin suchen.

Alles Gute für Dich

Manavgat

Beitrag von blackcelebration 18.03.11 - 09:53 Uhr

Davon mal abgesehen, daß ich keine Lust habe mich zu rechtfertigen, habe ich dazu nur folgendes zu sagen:

Ärzte sind keine Götter und machen Fehler. Und wenn ein Patient auf dem Krankenhausflur statt in einem Zimmer gelagert wird, er 2 Tage in seinem eigenen Urin liegen gelassen wird, eine Fehldiagnose erstellt wird (von den Ärzten bestätigt), sich die Ärzte auf 3 verschiedenen Stationen nicht absprechen untereinander und jeder eine andere Behandlung für richtig hält, die Angehörigen keinerlei Auskünfte bekommen, dann habe ich jedes Recht wütend zu sein.
Und wenn man 3 verschiedene Todesursachen als Erklärung erhält, dann ist es nur logisch, daß man zweifelt!

Und glaub mir, es ist nicht so, daß ich mich nciht auskenne mit Hirnblutungen, denn mein Sohn hatte als Baby auch eine.

Aber diese Wut und Trauer kann man eben auch nur beurteilen, wenn es einen selber betrifft und man selber Angst um einen geliebten Menschen hat. Klug schnacken kann man immer schnell.

Trotzdem wünsche ich Dir, daß Du niemals in so eine Situation kommst.

Beitrag von derhimmelmusswarten 17.03.11 - 20:42 Uhr

Das tut mir leid. Aber ihr müsst doch zumindest die Symptome kennen, oder? Mein Opa verstarb an einer Blutvergiftung. Die muss er sich irgendwo im Krankenhaus geholt haben. Wie und wo konnte/wollte uns niemand sagen. Die ganzen Umstände werden niemals raus kommen. Wenn die Ärzte es wissen, haben sie es uns natürlich nicht gesagt. Mein Opa war 84. Ein Fall unter vielen... Wir haben ihn auch nicht obduzieren lassen. Er wurde schon genug gequält und niemand hätte ihn uns dadurch zurück gebraucht...

Beitrag von golm1512 18.03.11 - 07:46 Uhr

Auch dir glaube ich, dass dir dien Opa fehlt und dass euch das traurig macht. Natürlich hätte er gern 100 Jahre alt werden können und er wäre noch zu früh gestorben.

Trotzdem finde ich es befremdlich, dass ihr, wenn ein 84jähriger stirbt, immer noch bei irgendjemanden die "Schuld" suchen müsst. Wann darf man denn sterben, damit es einfach angenommen werden kann??

Dein Opa war nicht ohne Grund im Krankenhaus. Es ist bekannt, dass Krankenhäuser voller Keime sind, die bei vorerkrankten, alten und immungeschwächten Patienten verhehrende Folgen haben können. Das ist doof, das ist der Fehler von Jahren, in denen man mit Antibiotika inflationär umgegangen ist und denen man es mit der Hygiene vielleicht auch nicht immer so genau genommen hat. Das kann man aber nicht den jetzigen Ärzten oder einer einzelnen Person zur Last legen. Fakt ist, dass wahrscheinlich wirklich niemand weiß, woher der denn jetzt kam.
Ja, dein Opa ist ein Fall von vielen. Wie professionell kann ein Krankenhauspersonal sein, wenn es bei jedem einzelnen Fall verzweifelt und alle haareraufend durch die Gegnd läuft und einen Schuldigen sucht?

Dein Opa war alt und krank und am Ende seines Lebens angekommen. Er fehlt und es ist traurig, aber es ist nicht das große Drama, hinter dem man eine Verschwörung vermuten muss.

Beitrag von sanny72 17.03.11 - 23:09 Uhr

"Die Ärzte haben das Glück,daß ihre Erfolge von der Sonne beschienen und ihre Misserfolge von der Erde bedeckt werden."

Mein Beileid #kerze
Sanny72

Beitrag von golm1512 18.03.11 - 07:35 Uhr

Ich verstehe deine Trauer, aber ich verstehe nicht deine Wut.

Wenn jemand mit 67 Jahre eine Hirnblutung hatte, die auch noch operiert werden musste, dann ist dieser Jemand schwer krank. Daran hat niemand "Schuld". Wenn jemand eine Hirnblutung entwickelt, dann ist in der Regel nicht nur das eine Gefäß kaputt, sondern ganz viele. Nur dieses eine in gerade in diesem Moment geplatzt. Das heißt nicht, dass die anderen das nicht auch noch tun werden.
Niemand hat einen Fehler gemacht. Man hätte euch vielleicht besser aufklären können, aber hättet ihr hingehört? Oder hättet ihr euch auf eure 100% Hoffnung versteift?

Was würde dir eine Obduktion bringen? Als ich noch im Krankenhaus gearbeitet habe, wussten wir auch nicht immer zu 100% woran denn nun der Patient verstorben war. War das nun noch eine Hirnblutung? Oder ein Herzinfarkt, weil er durch die erste Blutung auch "Stress" hatte, den auch niemand hätte verhindern können? Fakt war, dass man einfach manchmal das Geschehen nicht aufhalten konnte und in manchen Fällen auch gar nciht wollte.
Für Angehörige ist so eine Obduktion eher gruselig. Der Gedanke, dass der Tote, der bis vor kurzer Zeit noch ein fester Teil der Familie war, nun aufgeschnitten und durchsucht wird, bringt eher noch mehr Unruhe und Traurigkeit in die Geschichte. Ich wünsche mir nicht, dass das in unserer Familie mal nötig sein wird.

Der Rat mit der Trauergruppe ist ein guter Tip. Such dir eine Gruppe von Leuten, die ähnlich betroffen sind wie du. Wenn du weiter die Schuld bei anderen suchst, drehst du dich im Kreis.
Ärzte sind keine Zauberer und sie sind nicht immer die Bösen. Sie könnten manchmal offener kommunizieren, aber die meisten tun, was sie können. Manchmal irren sie auch und machen Fehler. Wenn du ein altes Auto in die Werkstatt bringst, erwartest du bei Abholung auch keinen Neuwagen.....

Der Tod deines Vaters hatte eine natürliche Ursache. Da bin ich mir sicher.

Beitrag von maxundjan 18.03.11 - 08:51 Uhr

Hallo,

die Wut ist insofern zu verstehen, als das wir mit Sachen die wir nicht verstehen, begreifen können, besser umgehen können, wenn man sagen kann: der oder der hat Schuld.

Eine Erfahrung aus vielen Jahren Zusammenarbeit mit Hinterbliebenen.


Grüße,
Sandra

Beitrag von golm1512 18.03.11 - 09:05 Uhr

Ja, okay. Ich habe mich wahrscheinlich schon zu viel und zu oft mit dem Thema beschäftigt und kann einfach keine "Schuld" mehr sehen.

Vielleicht fühle ich mich auch persönlich "angegriffen", weil ich meistens zu denen gehörte, die "Schuld" hatten bzw. zu denen gehörte, die man gern schuldig gemacht hätte.

Ich verstehe also ein bisschen die Wut. Ich glaube aber nicht, dass sie einen weiterbringt, diese Wut. Oder hast du andere Erfahrungen gemacht? Meine Arbeit hörte da auf, wo deine anfängt.

Beitrag von maxundjan 18.03.11 - 15:29 Uhr

Nein, die Wut bringt einen nicht weiter. Zudem ist es ja so, wenn eine Frage beantwortet ist, kommt automatisch die nächste Frage. Hinter all diesen Fragen steckt die eigentliche "Haupt"frage nach dem "WARUM". Und da wir darauf keine Antwort finden können, versuchen wir jemandem, oder etwas die Schuld zu geben, weil es für uns so einfacher ist etwas zu akzeptieren. Verstehen kann und muß man auch oft nicht, aber man kann lernen es zu akzeptieren...........

Und Wut gehört nun einmal auch zum Trauerprozess dazu, hilft angestaute Emotionen frei zulassen.Leider seid ihr, als erster Ansprechpartner, aber auch wir, die gleich danach kommen diejenigen die es oft "abkriegen". Aber wenn man weiß wieso die Angehörigen so reagieren, dann fühlt man sich nicht persönlich angegriffen. Aber ich versteh dich schon, ich muß es mir auch oft genug sagen, das sie ja eigentlich nicht meinen...

Grüße,
Sandra

Beitrag von blackcelebration 18.03.11 - 09:52 Uhr

Davon mal abgesehen, daß ich keine Lust habe mich zu rechtfertigen, habe ich dazu nur folgendes zu sagen:

Ärzte sind keine Götter und machen Fehler. Und wenn ein Patient auf dem Krankenhausflur statt in einem Zimmer gelagert wird, er 2 Tage in seinem eigenen Urin liegen gelassen wird, eine Fehldiagnose erstellt wird (von den Ärzten bestätigt), sich die Ärzte auf 3 verschiedenen Stationen nicht absprechen untereinander und jeder eine andere Behandlung für richtig hält, die Angehörigen keinerlei Auskünfte bekommen, dann habe ich jedes Recht wütend zu sein.
Und wenn man 3 verschiedene Todesursachen als Erklärung erhält, dann ist es nur logisch, daß man zweifelt!

Und glaub mir, es ist nicht so, daß ich mich nciht auskenne mit Hirnblutungen, denn mein Sohn hatte als Baby auch eine.

Aber diese Wut und Trauer kann man eben auch nur beurteilen, wenn es einen selber betrifft und man selber Angst um einen geliebten Menschen hat. Klug schnacken kann man immer schnell.

Trotzdem wünsche ich Dir, daß Du niemals in so eine Situation kommst.

Beitrag von witzkiline 21.03.11 - 09:29 Uhr

hi

trotzdem kann ich mir nicht vostellen das man die sektion selbst zahlen muss.

eine obuktion kommt nur in frage wenn es eine unnatürliche todesursache was. verursacht durch nen sturz etc.

oft sind die ärzte doch auch daran interessiert was nur die ursache war.

klar kommt es einem manchmal alles chaotisch vor im krankenhaus, nur leider ist wegen personalmangel und überarbeitung und teilweise auch unzureichende ausbildung der ärzte wenig und kaum zeit mit den angehörigen zu sprechen, aber so wie du das schilderst kann und darf es nicht ein einem kh sein.

schau auf den totenschein, denn da muss ne todesursache stehen und wenn nicht kann du andere schritte gegen das kh einleiten.

ausserdem hab ihr jeder zeit das recht auf akteneinsicht.

lg

Beitrag von lisboeta 18.03.11 - 09:46 Uhr

Hallo,

erst Mal mein herzlichstes Beileid zum Tod deines Stiefpapas.

Als mein Vater starb wurde zwar eine Obduktion gemacht, aber es wurde nichts festgestellt. Letzlich hatte sein Herz einfach aufgehört zu schlagen.

Es ist zwar schlimm, wenn man keinen "Grund" hat, aber bei der Vorerkrankung deines Stiefpapas muss mann wohl mit allem rechenen.

Es tut mir sehr leid!

Lg
lisboeta