Frage & Meinung

Archiv des urbia-Forums Politik & Philosophie.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von happy_mama2009 17.03.11 - 19:15 Uhr

Hallo,

hat einer von euch Gestern Abend die Tagesthemen gesehen?
V.a. meine ich den Kommentar von Tina Hassel, über Libyen ?

Ich muss jetzt mal sagen, dass es ein wunderbar intelligent provokativer Kommentar war.

Das musste ich jetzt mal sagen.
Für alle ihn nicht gesehen haben :

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=6735024

Ich hoffe es ist jetzt hier die Richtige Rubrik, denn es geht ja um Politik IN den Medien. #schein

Beitrag von ephyriel 17.03.11 - 23:42 Uhr

Nach dem ich jetzt nicht wirklich Lust habe mir die Nachrichten noch mal von einem anderen Sender an zu sehen (hab sie auf N24 geguckt) würd ich dich doch bitten Tina Hassel zu zitieren :-)

Dann kann ich dir auch meine Meinung dazu sagen ;-)

LG
Billa

Beitrag von king.with.deckchair 18.03.11 - 17:03 Uhr

Super. "Nachrichten" auf einem Sender zur Sensationsgeilheitsbefriedigung für Analphabeten gucken und dann so einen dummen ignoranten Kommentar ablassen.

Passt.

Beitrag von armyofme 18.03.11 - 08:18 Uhr

Mist, ich kann mir den Link hier nicht ansehen...

Nachher hab ich keine Zeit mehr...

Happy, das nächste Mal beteilige ich mich konstruktiv. Versprocht

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 09:15 Uhr

So, nun hab ich es aufgeschrieben:

Wie ist es so Herr Westerwelle von Muhammar al Gaddafi gelobt zu werden? Ausgerechnet von einem irren Schlächter zu hören Deutschland handle richtig und besonnen. Fühlt es sich ähnlich beschämend an wie die vielen Enthüllungen um deutsche Waffenlieferungen an den libyschen Diktator. Ob Raketen, Giftgas oder Sicherheitsberater, deutsche Firmen und deutsche Experten waren über Jahrzehnte dabei wenn es darum ging, die Macht Gaddafis zu erhalten. Nicht nur wir, aber eben, auch wir.

Westerwelles "Nein", Sarkozys "vorwärts" und Obamas "einerseits andrerseits" - ein Trauerspiel das Zeit frisst. Währenddessen rollen Gaddafis Konvois nach Osten und schaffen Fakten. Klar, ein Panzer ist stets schneller als eine UN-Resolution, doch wenn der Westen weiter zaudert und streitet, dann hat sich die Debatte ohnehin erübrigt.
Sollte Bengasi fallen ist klar was passiert, ein Blutbad an jenen die sich gegen die Diktatur erhoben im Namen der Freiheit und im festen Vertrauen darauf, dass dies dem Westen etwas bedeutet.

Es ist durchaus legitim Bedenken gegen eine Flugverbotszone zu hegen, aber diese Option von Anfang an kategorisch auszuschließen war fahrlässig. Gaddafi konnte so die Europäer munter gegeneinander ausspielen. Dabei gibt es nur eine einzige Antwort: Gaddafi muss am schlachten gehindert werden, er darf kein neues Geld und keine
neuen Waffen mehr erhalten. Das geht nur mit einer effektiven Seeblockade wenn schon die Flugverbotszone so viel Angst bereitet. Dafür müsste sich unser Außenminister einsetzen, von Gaddafi würde er nicht gelobt, sicher aber von seinen britischen und französischen Kollegen. Die Verzweifeln derzeit an der Haltung Berlins
und machen die Zauderer indirekt für die Geländegewinne Gaddafis verantwortlich.

Beitrag von seelenspiegel 18.03.11 - 11:38 Uhr

<<<Es ist durchaus legitim Bedenken gegen eine Flugverbotszone zu hegen, aber diese Option von Anfang an kategorisch auszuschließen war fahrlässig.>>>

Wo wurde dies bitte gänzlich ausgeschlossen?

Es wurde nur aufgezeigt, dass Worten über eine Flugverbotszone auch Taten folgen müssten, und dass diese Taten in einer direkten und blutigen Konfrontation lägen, die einer direkten Kriegserklärung in nichts nachstehen würde, und man dazu im Moment nicht bereit ist, sondern andere Wege versuchen will.

Seeblockade....Luftblockade.....das hört sich so harmlos und locker und scheinbar friedlich und pazifistisch an.

Seltsam dass Leute nein zum Krieg sagen, aber ja zu einer Blockade eines kompletten Landes....dass aber kein Unterschied bei der Umsetzung bestehen würde.

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 12:02 Uhr

Westerwelle, hat von Anfang an NEIN gesagt.

Stattdessen wird Deutschland jetzt in einem Atemzug mit den Vorzeige- Demokratien wie Russland und China genannt.

Deutschland die dank UN vom größten Diktator befreit wurde. Deutschland die Menschenrechte riesengroß schreib.

Deutschland enthält sich, und will sich nicht gemeinsam mit dem restlichen Westen gegen einen Diktator auflehnen.

Man lässt Gaddafi lieber weiter schlachten und morden. Menschenrechte mit Füßen treten.
Die "aufständischen" bettelten um Hilfe der UN und Westerwelle hat nichts besseres zu tun, als die Debatte endlos weiterzuführen.

Beitrag von seelenspiegel 18.03.11 - 12:26 Uhr

Ein NEIN wäre es gewesen, wenn Deutschland GEGEN die Einrichtung einer Flugverbotszone gestimmt hätte, Deutschland hat sich aber nur der Stimme enthalten.

Zudem ist der Beschluss diese Zone einzurichten heute Morgen um kurz nach 07.00 Uhr gefallen, was mit einem mehrheitlichen (10 zu Null Stimmen) von dem UN-Sicherheitsrat in NY entschieden wurde.

"Lustigerweise" wurde nichts konkret besprochen, was entweder auf einen sehr schnellen und brutalen Schlag gegen das Regime hinweist, oder nach Hinhaltetaktik schmeckt, die einfach nur netter und diplomatischer verpackt ist als das Statement von Herrn Westerwelle......wobei ich befürchte, dass eher zweites der Fall sein wird.

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 12:28 Uhr

Doch, Herr Westerwelle war es der die ganzen Tage davor Nein gesagt hat. Er hat sich nur gestern enthalten, vorher wollte er lange rumdebattieren.

Wenigstens hat der Beschluss bewirkt das die Armee einen Waffenstillstand haben will.

Beitrag von seelenspiegel 18.03.11 - 12:40 Uhr

Es ist doch vollkommen ...entschuldige....scheissegal was er gestern und die Tage davor gesagt hat. Wichtig und ausschlaggebend ist die nun eingenommene neutrale Haltung und am allerwichtigsten das Abstimmungsergebnis OHNE Gegenstimme !!!!

Wenn ich nur darauf herumreite was gestern war, würde ich gerade mit DIR sicher nicht jetzt diskutieren, das sollte Dir SEHR bewusst sein.....so what?


Das drohen mit einer Waffe bring nach wie vor nur etwas, wenn man auch bereit ist abzudrücken. Insofern finde ich trotz dass ich ihn nach wie vor nicht leiden kann die Haltung von Herrn Westerwelle fast schon ok.....fast.

Das lamentieren vorher ging mir nämlich ebenfalls auf die Eier !

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 14:51 Uhr

Im Grunde hast du Recht, es ist egal. Das hätte (und das ärgert mich so ein bisschen) ein paar hundert Menschenleben vorher geschehen können, wenn Westerwelle nicht von vornherein Nein gesagt hätte. Einfach verschwendete Zeit.


Beitrag von seelenspiegel 18.03.11 - 16:53 Uhr

Den schwarzen Peter nun hin und her zu schieben halte ich weder für passend, noch für fair, da es sicher nicht nur von G.W. abhängig ist, sondern hinter ihm selbst auch andere Entscheidungsträger stehen, die Einfluss und Interessen geltend gemacht haben.

Warum konzentrieren wir uns nicht auf den Menschen, der die Toten wirklich zu verantworten hat?

Es interessieren für den Moment weder irgendwelche Altlasten, noch wer wann wieviel und welche Waffen geliefert hat, sondern nur eine schnelle Beilegung des bewaffneten Konflikts, was wohl erreicht wurde sofern man den Medien glauben schenken darf, auch wenn es im Moment "nur" eine Waffenruhe ist.

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 17:18 Uhr

Du hast Recht. Mehr muss zu diesem Zeitpunkt zum Thema nicht gesagt werden.

"Warum konzentrieren wir uns nicht auf den Menschen, der die Toten wirklich zu verantworten hat? "

Tja, wie hält man einen Irren auf`?
##1äö

Beitrag von hsicks 18.03.11 - 13:55 Uhr

Hallo,

ich sah auf einem Nachrichtensender letzte Woche einen Bericht über die Aufständischen und dort wurde vonseiten der Gaddafi-Gegner ganz klar gesagt, dass sie eben KEINE Unterstützung aus dem Westen wollen , sondern allein einen Sieg gegen den Diktator erringen wollen.

Wie passt denn das nun zu Deinem Satz " im festen Vertrauen darauf, dass das dem Westen etwas bedeutet " ???

Gruß,
Heike

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 14:54 Uhr

Der Satz kommt nicht von mir.

Wo hast du das was du behauptest gesehen, und hast du dazu evtl einen Link?

Beitrag von hsicks 18.03.11 - 18:31 Uhr

Hallo,

ich habe zufällig in eine Reportage hinein gezappt über die Aufständischen in Libyen, gedreht wurde wenige km von der Front . Ich weiß einfach nicht mehr, welcher Sender es war. Was mir in Erinnerung blieb, war die Aussage des Berichterstatters , laut Statement der aufständischen Kämpfer sei die Hilfe des Westens nicht erwünscht, das libysche Volk wolle den Sieg über seinen Peiniger aus eigener Kraft schaffen.
Das war für mich deshalb einprägsam, weil es zeigt, dass die westlichen Länder bei der Einmischung in Konflikte fremder Völker, insbesondere muslimischer Völker, vielleicht ein wenig mehr Fingerspitzengefühl haben sollten. Deshalb kann ich Deutschlands Enthaltung auch verstehen.

Nur meine persönliche Meinung...

Gruß,
Heike

Beitrag von zeitblom 19.03.11 - 20:27 Uhr

yep, sehe ich aehnlich....

Beitrag von zeitblom 18.03.11 - 13:54 Uhr

ich war bis eben recht unsicher, welcher Weg der richtige sei...doch gerade eben verkuendet der Libysche Aussenminister die Einstellung der Kampfhandlungen und den Beginn von Verhandlungen mit den "Rebellen".
Sollte dies der Wahrheit entsprechen, dann erweist sich wieder einmal der Griff zur Gewalt(androhung) als richtig... so deprimierend es auch ist.

Beitrag von happy_mama2009 18.03.11 - 14:58 Uhr

Und genau drum war ich für diese Resolution, denn Gaddafi mag Größenwahnsinnig sein, aber er kann sich nich gegen den ganzen Westen stellen.

Beitrag von sarahg0709 20.03.11 - 13:32 Uhr

Tut er aber gerade. Die Einstellung der Kampfhandlungen war nur ein Fake und nun droht er dem Westen mit einem nicht enden wollenden Krieg. Daran sieht man doch, wie verrückt dieser Mann ist.

Man müsste hier leider auch Bodentruppen einsetzen, aber das wurde ja in der UN-Resolution ausgeschlossen.

Und die Zurückhaltung Deutschlands zu diesem Einsatz ist deswegen zustande gekommen, weil sich die Regierung nicht sicher war, eine Mehrheit im Bundestag zu einem Einsatz in Libyen zu bekommen. War ja schon bei Afgahnistan extrem schwierig.

LG

Beitrag von zeitblom 21.03.11 - 08:43 Uhr

bist Du immer noch dieser Meinung?

Beitrag von happy_mama2009 21.03.11 - 08:45 Uhr

:-(

Nein.

Beitrag von hsicks 21.03.11 - 09:23 Uhr

Hallo,

würdest Du angesichts der augenblicklichen Entwicklung Deinen Thread nochmals in der gleichen Weise verfassen ?

Lies heute mal auf " Focus online " folgenden Beitrag :

http://www.focus.de/politik/ausland/usa/tid-21733/libyen-krise-die-krux-mit-der-obama-doktrin_aid_610814.html

Es war sowohl Obama und Clinton als auch den deutschen Politikern sehr wohl bewusst, worauf sie sich einlassen bzw. nicht einlassen !
Ich fühle mich jedenfalls in meiner Meinung bestätigt, dass ich die Zurückhaltung Deutschlands verstehe und mittlerweile sogar außerordentlich begrüße !

Gruß,
Heike

Beitrag von happy_mama2009 21.03.11 - 09:32 Uhr

Siehst du, und ich war mir nicht bewusst dass mit der Flugverbotszone auch Angriffe gestartet werden.

Also, muss ich auch deine Frage mit NEIN beantworten.

Beitrag von zeitblom 21.03.11 - 10:06 Uhr

und ich finde, jeder hat das Recht, seine Meinung zu aendern... sogar Merkel und Westerwelle... ;-)

  • 1
  • 2