sieht man nicht im Blut ob man Krebs hat??

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Beitrag von sophiea_1977 17.03.11 - 19:51 Uhr

Die eigentliche frage steht ja schon oben...

Meine schwiegermutter hat nur noch 1 jahr zu leben da man festgestellt hat das sie Krebs hat....im Gehirn und noch wo.
Was ich nicht verstehe sie ist immer im Krankenhaus ob es mit der Lunge war als sie keine luft bekommen hat...nun war sie wieder im krankenhaus weil sie Hirnblutungen hat und keiner hat da festgestellt das sie Krebs hat...dann war sie bei der rea dort hat man nicht bemerkt das sie ein epileptischen anfall hatte (hatte sie noch nie) .

Sie wurde dann wieder ins Krankenhaus gebracht und erst dann hat man mitbekommen das sie Krebs hat.


Ich verstehe das nicht...sieht man das nicht im Blutbild wen was nicht stimmt????


Muss dazu sagen sie hatte schon vor paar jahren ein schweren schlaganfall gehabt.

Lg Sylvia

Beitrag von golm1512 17.03.11 - 20:07 Uhr

Nein, man sieht nicht am Blutbild, ob jemand Krebs hat.

Man kann durch ein Blutbild auf den Verdacht kommen. Man kann Tumormarker bestimmen, wenn man einen konkreten Verdacht hat, aber die sind auchnicht besonders aussagekräftig und dienen meist nur als Verlaufskontrolle bei einer bekannten und therapierten Erkrankung.

Das Doofe am Krebs ist ja, dass er früh kaum bis keine Symptome macht. Wenn jemand dann sowieso schon an was anderem vorerkrankt ist, muss man auch erst mal auf die Idee kommen, nach einem zu suchen.

Und manchmal entwickelt sich ein Krebs so schnell, dass man gar nicht hinterherkommt.

Beitrag von ananfe 17.03.11 - 20:52 Uhr

Nein.

Ich selbst habe Lymphdrüsenkrebs.

Mein Blut war aber immer in Ordnung, es bestand nie auch nur der geringste Verdacht anhand meines Blutes.

Das ist ja das Gefährliche - Krebs schleicht sich still und leise an, bevor er zuschlägt. ---- LEIDER!

Ich wünsche euch, trotz dieser schweren Diagnose, alles Gute.

LG ananfe

Beitrag von swety.k 17.03.11 - 21:18 Uhr

Manchmal sieht man es am Blut, aber nur, wenn man danach sucht. Es gibt sogenannte Tumormarker. Wenn die vorhanden sind, ist Krebs sehr wahrscheinlich. Wenn die nicht vorhanden sind, heißt es aber leider auch nicht, daß man keinen Krebs hat. Aber, wie gesagt, nach diesem Tumormarkern muß man extra suchen.

Liebe Grüße von Swety

Beitrag von miau2 17.03.11 - 21:30 Uhr

Hi,
man kann für einige Krebsarten Indizien im Blutbild sehen. Für andere nicht. Für einige gibt es Tumormarker, aber der ist für jede eine anderer - und auch nicht immer vorher feststellbar.

Mal an meinem Beispiel: ich hatte 2004 Schilddrüsenkrebs. Meine Blutwerte (auch die der Schilddrüse) waren einwandfrei. Der Tumormarker für SD-Krebs, der jetzt in der Nachsorge angewendet wird ist ungeeignet, so lange man noch eine Schilddrüse hat (verwendet wird ein Eiweiß, das von SD-Gewebe produziert wird - ergo sollte der Wert bei Menschen, die wie ich kein SD-Gewebe im Körper haben sollten im Bereich von 0 liegen - und auch entartetes SD-Gewebe, wie es sich bei einer "Rückkehr" bilden würde wäre so sichtbar).

Meine Oma ist mit Mitte 80 gestorben. Sie lag wochenlang vor ihrem Tod im KH, wurde operiert (und daher umfassend untersucht) wegen Problemen mit der Durchblutung im Bein. Einige Tage vor ihrem Tod hatte sie Probleme mit Verstopfung - nicht wirklich ungewöhnlich wenn man wochenlang im Bett liegt. Ein Tag vor ihrem Tod wurde Darmkrebs im Endstadium festgestellt.

Es ist tatsächlich gut möglich. Leider zeigt sich Krebs eben oft nicht so einfach - sonst bräuchte man so aufwändige Vorsorgeuntersuchungen ja gar nicht. Das wäre super - ist aber leider (heute, wer weiß, was in einigen Jahren ist) nicht möglich.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von myimmortal1977 18.03.11 - 01:30 Uhr

Es kann unsichere Marker im Blut geben, die verdächtig sein können. Jedoch nicht für jede Krebsart.

Wenn Krebs weitläufig gestreut hat, ist es meistens so, dass sich viele Blutwerte verschieben. Da auch viele Entzündungsfaktoren eine Rolle spielen, untergehendes Gewebe, schwere Störungen im blutbildenden System.

Meine Mutter hatte LK (Lungenkrebs) im weit fortgeschrittenen Stadium. Bei ihr stimmte fast kein normaler Blutwert mehr. Tumormarker hatte man gar nicht mehr geschaut. Das große Blutbild reichte schon an Auffälligkeiten.

Bei primären Hirntumoren, die so gut wie nie in andere Körperregionen streuen, gibt es keine Blutmarker, an denen man es festmachen könnte.

Lediglich neurologische Ausfälle, je nachdem, wo der Tumor im Gehirn sitzt.

Euch alles Gute, Janette

Beitrag von 221170 18.03.11 - 13:24 Uhr

Nicht zwangsläufig.
Es gibt sog. Tumormarker. Die sind aber nicht so besonders aussagekräftig da sie 1. nicht bei jeder Krebssorte anschlagen.

2.
Tumormarker können falsch negativ sein. D.h. es sind keine zu finden, der Patient hat trotzdem Krebs.
Falsch positive gibt es nicht, hat man welche, dann hat man auch Krebs.

Was ich merkwürdig finde ist, das man aufgrund der Hirnblutungen nichts bemerkt hat. Nicht wegen der Blutungen selber, sondern weil man da ein CT oder MRT macht und den Tumor dort evtl. hätte feststellen können.

Beitrag von myimmortal1977 18.03.11 - 15:47 Uhr

"Falsch positive gibt es nicht, hat man welche, dann hat man auch Krebs."

Ne, sorry, das stimmt nicht. Würde man bei Dir alle Tumormarker bestimmen, die der Medizin bekannt sind, würde man in fast allen, wenn nicht sogar allen positive Werte finden.

Es kommt immer drauf an wie hoch der Wert ausfällt.

Und dann gibt es noch einen ganz entscheidenden Punkt. Diese Tumormarker werden von so vielen anderen Faktoren beeinflusst, dass sie teilweise hoch gehen können, man aber tatsächlich keinen Krebs hat.

Z. B. beeinflussen "normale" Erklältungskrankheiten die Marker, aber auch ganz banaler Stress.

Deshalb werden diese Marker von der Medizin ganz ungern genutzt, da sie rot leuchten können und tatsächlich nichts ist.... Oder nichts sagen und es ist doch was da.....

LG Janette


Beitrag von 221170 18.03.11 - 22:18 Uhr

Aber nicht, wenn du nach bestimmten suchst.
Ich arbeite seit 15 Jahren mit onkologischen Patienten. Wir hatten noch nie einen falsch positiven Marker.

Bei uns werden die Marker übrigens auch kaum noch bestimmt. Einige Patienten "bestehen" noch darauf, aber gemacht wird es selten.

Beitrag von myimmortal1977 19.03.11 - 14:13 Uhr

Hallo :-)

Ich arbeite nicht im Fachgebiet, hatte aber bedauerlicherweise 2 x im engeren Familienkreis den Kontakt mit der Krankheit Krebs.

Ich habe mir das Thema "Tumormarker" von 4 verschiedenen onkologischen Ärzten angehört.

Stimmt auch mit dem überein, was im folgenden verlinkten Fachthema steht, guck mal auf die Seite 15.

http://www.tzb.de/tumorkonferenzen/niedergelassene/Tumormarker_1322007.pdf

Tumormarker kommen auch bei gesunden Menschen vor. Dem entsprechend sind vorliegende positive Ergebnisse kein sicherer Hinweis auf das tatsächliche Vorliegen eines bösartigen Geschehens.

Sie werden heute noch nicht mal mehr gern zur Verlaufskontrolle genutzt, da es einige andere Umstände gibt, die die Marker beeinflussen.

#winke Janette

Beitrag von silke_35 19.03.11 - 11:49 Uhr

Nicht unbedingt. Mein Mann hatte Hodenkrebs und keine Tumormarker im Blut, obwohl der Turmor schon so groß war, wie ein Ei.