meine Kleine schreit sich die Seele aus dem Leib wenn Papa wieder geht

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von minniemaus24 17.03.11 - 20:54 Uhr

Hallo zusammen,

ich hab ein großes Problem. Ich bin mittlerweile seit einem Jahr mit dem Vater meiner Tochter getrennt und die erste Zeit war echt hart gewesen. Da war er immer der jenige der Stress gemacht hatte. Nun haben wir uns endlich zusammen gerauft, weil wir begriffen hatten, dass es nur um unsere gemeinsame Tochter geht und jetzt fängt meine Tochter an. :-(

Wir haben geteiltes Sorgerecht und er holt sie regelmäßig alle zwei Wochenenden. Meine Kleine ist jetzt drei und seit fast drei Monaten fängt sie an sich die Seele aus dem Leib zu schreiben sobald sie vor meiner Haustür steht und weis, dass sie wieder zu mir muss. Sie schreit sie will nicht zu mir. Sie krallt sich an ihrem Vater fest und hört weder auf seine noch auf meine Worte. Es wird für mich immer schlimmer. Das ganze hatten wir am Anfang der Trennung schon einmal und als es dann bei uns Eltern richtig geknallt hatte (natürlich nicht vor ihr) und wir endlich begriffen haben, dass wir uns, unsere Tochter zu lieben, zusammenreißen müssen, gab es kein Theater mehr. Sie hatte sich auf mich gefreut als er sie gebacht hatte und hat auch so immer schön gehört.

Aber nun ist alles ganz anders. Ich komm mir langsam wie eine Rabenmutter vor, weil ich ihr immer wieder ihre Grenzen aufzeigen muss. Wir haben ständig Machtspielchen und ich will das gar nicht, weil ich immer denke, dass sie vielleicht deswegen nicht zu mir will. Aber ich kann ihr doch nicht alles durchgehen lassen. Sie braucht ja auch ihre Regeln. Ich denke aber auch nicht, dass ihr Vater da alles durchgehen lässt. Was die Kindererziehung anging waren wir uns immer einig gewesen, deswegen hab ich mir da nie wirklich Gedanken gemacht. Aber mittlerweile ist es nicht mehr spaßig.

Eine Freundin hat erzählt, dass ihre Tochter mit ihrer Oma auch so eine Phase hatte. Sie wollte nicht wieder zu ihrer Mutter. Und dann anders wollte sie auch mal eine Zeit lang nicht von ihrer Mutter weg. Aber diese Phase hatte meine Tochter noch nie. Das ist doch sch***

Ich muss ja auch jeden Tag arbeiten. Ich bringe sie früh zur Kita und hole sie spät Nachmittag wieder ab. Dann gibts schon bald Abendbrot, baden und dann bring ich sie schon fast wieder ins Bett. :( in der Woche hab ich wirklich nicht viel Zeit für sie. Aber sie sieht mich doch trotzdem jeden Tag. Kann das trotzdem der Grund sein, dass sie so sehr an ihrem Vater hängt? :-( Er hat dann natürlich das ganze Wochenende ununterbrochen Zeit für sie. Da bin ich echt neidisch. Ich weis nicht mehr was ich machen soll. Könnt ihr mir helfen? :-(

LG

Beitrag von witch71 17.03.11 - 21:58 Uhr

Vielleicht ist die Übergabe an der Wohnungstüre ein zu krasser Abschied für die Kleine. Gäbe es die Möglichkeit, dass er noch kurz mit in die Wohnung käme, mit ihr spielt in ihrem Zimmer, während Du ihr beispielsweise das Abendessen zubereitest? Hat sie sich erst wieder an ihr gewohntes Umfeld gewöhnt, fällt es ihr möglicherweise leichter, den Papa gehen zu lassen.

Eine andere Möglichkeit ist, dass sie weiss, wenn sie wieder bei Dir ist, sieht sie ihren Vater sehr lange nicht mehr. Zwei Wochen sind eine unendlich unbegreifbare Zeitspanne für ein Kind in dem Alter. Da könnte ihre Reaktion ein Zeichen von Verlustangst sein. Gibt es die Möglichkeit, dass er sich vielleicht mehr um sie kümmern könnte?

Bei uns gab es weder Trennungsprobleme beim Kind noch jemals solche Abschiedsszenen, weil ich von Anfang an auf einen sehr häufigen Umgang bestanden habe. Wenn Du mich fragst ist nämlich ein zweiwöchiger Abstand viel zu lange für Kinder.

Beitrag von thea21 18.03.11 - 10:37 Uhr

#pro

Beitrag von lunacy 18.03.11 - 11:14 Uhr

Ich denke auch, dass die abrupte "Übergabe" an der Tür nicht wirklich förderlich für die Situation sein wird...

Wenn ich meinen Sohn (2,5) zu seinem Vater bringe, fragt er meist schon, ob ich noch mit hoch komme. Also gehe ich mit rein, ziehe ihm Schuhe und Jacke aus, begrüße meinen Ex und dessen Freundin, wechsle 1-2 Worte und dann will der Kleine mich schon "raus schubsen" - ein lieb gewonnenes Ritual von der Tagesmutter, welches wir so übernommen haben. Klappt prima!

Kann denn Dein Ex nicht noch ein paar Minuten mit reinkommen und Dir vielleicht 1-2 Sätze zum Wochenende sagen, Deiner Tochter beim Abschied sagen, dass er sie ja dann in zwei Wochen wieder holt?


Beitrag von parzifal 18.03.11 - 11:44 Uhr

Mich würden ja jetzt brennend die Antworten der Fraktion interessieren, die immer schreiben, dass wenn die Tochter nicht zum Vater will dann will sie eben nicht und man müsse das akzeptieren.

Weil ein Kind für diese Fraktion ja immer weiß was am Besten ist.


Wäre eine der Damen mal so nett Stellung zu beziehen?



Beitrag von thea21 18.03.11 - 11:49 Uhr

Wär ja schlimm...was würde denn dann die Tatsache bedeutet, dass meine Tochter damals, frisch nach der Trennung immer schrie wenn sie zu MIR musste und nicht beim Papi bleiben durfte.

Nach deren Meinung müsste ich dann wohl aufs Sorgerecht verzichten, weil mein Kind eindeutig und unmissverständlich signalisiert hat, das ich scheisse und Papa toll ist :-)

Beitrag von minniemaus24 18.03.11 - 17:39 Uhr

Ja, das genau ist ja grad mein Gedanke. Das ist so furchtbar für mich. So schlimm finde ich mich gar nicht. #gruebel

thea21, ging es dir auch so mit deiner Tochter oder war es nur eine allgemeine Antwort?

Aber die Idee, dass er mit rein kommt und noch mit ihr was macht, klingt gut. Bis jetzt haben wir uns davor gescheut. Aber das werde ich jetzt einführen.

Hab ich vielleicht noch was falsch gemacht? Bin ich zu streng oder zu locker? :-( Ich will bloß nix falsch machen. Hab so Gewissensbisse.

Man, wie blöd.:-[

Beitrag von thea21 21.03.11 - 09:43 Uhr

Sorry, hatte die Antwort nicht gesehen!

Hallo,
ja mit meiner Tochter war es auch so.

Erst war ich betroffen, dann der Papa!

Jeweils nur "kurz", aber wie damit umgehen, wenn man zum ersten Mal in der Situation ist...?

Ich denke, dass Trennungskinder ganz besonders diese Verlustangst haben und diese eben auch zeigen, bis sie sich sicher sein können, das ein Abschied nicht heißt: Für immer.

Bleib stark, bietet dem Kind Vertrauen und Gewohnheit und vor allem: Vertragt euch. Nichts verunsichert ein Kind mehr, als wenn sich die Eltern nicht grün sind.

Beitrag von witch71 19.03.11 - 13:46 Uhr

Erstens kommt es ziemlich stark darauf an, wieso das Kind nicht zum Vater möchte. Das würde ich als Erstes heraus finden wollen. Es gibt gute Gründe, den Kontakt zum Vater zu unterbinden oder nur unter Aufsicht stattfinden zu lassen. Diese Gründe muss ich Dir ja jetzt nicht aufzählen, die kennst Du ja.

Zweitens gibt es Kinder, die leider so selten Kontakt zum Vater haben, dass sie beim jeweils anderen Elternteil klammern, wenn sie den Wechsel machen sollen. Wie schon gesagt - 14 Tage sind einfach ein Witz. Da kann man keinen Bezug aufbauen, ein Kind, welches vorher täglich Kontakt zu beiden Eltern hatte wird dann garantiert unter Verlustängsten leiden.

Drittens: Wenn mein Sohn sagt, er wolle nicht zum Papa, dann spreche ich mit ihm über die Gründe. Oft ist es so, dass er dann irgendwelche Vorstellungen hat, die man klären kann. Will er beispielsweise mal nicht mit, weil er lieber gerne mit mir auf den Spielplatz gehen würde, dann sage ich das seinem Papa und dann gehen die Beiden eben zum Spielplatz. Es gab auch noch nie die Situation, dass er dann wirklich nicht mitgegangen wäre.

Viertens gäbe es ja auch einen sanften Übergang, vorausgesetzt eben, die Eltern sind in der Lage, sich konfliktfrei vor dem Kind zu verhalten. Der Vater könnte zuerst herein kommen und sich im Kinderzimmer mit dem Kind befassen, bis das Kind sich akklimatisiert hat. Oder einen Kaffee mit der Mutter trinken und mit Beiden etwas quatschen, bis das Kind bereit ist, mitzukommen.

Beitrag von minniemaus24 19.03.11 - 21:34 Uhr

Du scheinst da etwas durcheinander zu bringen. Sie will doch zu ihrem Vater. Sogar sehr gerne. ... Sie will danach nicht wieder zu mir zurück. ;-)

Aber ich werde es mit der sanften Übergabe ausprobieren.

Hab es heute schon mal mit der Omi ausprobiert, da ging es schon etwas ruhiger zu.

Beitrag von ines0407 19.03.11 - 21:50 Uhr

Hallo,

also ich denke auch, dass für deine Kleine der Abstand, bis sie ihren Papa wieder sieht, zu groß ist. Vielleicht könnt ihr euch mal zusammensetzen und eine andere Besuchsregelung planen. Eventuell kann er sie vielleicht auch unter der Woche einmal vom Kindergarten holen und am nächsten Morgen in den Kindergarten bringen. Oder ihr regelt es beispielsweise, dass die Kleine jeden Freitag nachmittag bis Samstag nachmittag beim Papa ist, dann sieht sie ihn jede Woche, du kannst Samstag alles erledigen Haushalt u. ähnliches und habt dann selber den Sonntag um einen Ausflug zu machen, zusammen zu spielen usw. Gerade wenn Du auch in der Woche länger am arbeiten bist und das Besuchswochenende beim Papa anstand, habt ihr ja selber keine Zeit füreinander. Ist klar, dass sie dann lieber beim Papa ist.