Erschleichung von Leistungen

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von sarah555 18.03.11 - 08:26 Uhr

Hallo,

Ich weiß, dass es bisher schon einige Diskussionsforen zum Thema Erschleichung irgendwelcher Stiftungsgelder gibt. Mein Anliegen ist jedoch ein anderes. Ich bin weder schwanger noch habe ich vor irgendwelche Stiftungsgelder zu erschleichen.
Meine Frage ist ganz einfach: Gibt es eine richtige Prüfung der finanziellen Umstände oder wird da nur ein Kontoauszug oder ähnliches eingereicht und das wars? Habe jetzt schon öfters auch aus meinem Freundeskreis gehört, dass Frauen, die eigentlich in guten finanziellen Verhältnissen leben solche Stiftungsgelder bezogen haben. Da stelle ich mir die Frage wie gut prüfen die das??? Meiner Meinung nach sind solche Gelder auch nur für diejenigen von uns da die auch wirklich bedürftig sind. Aber wenn da jeder kommt reicht es irgendwann nicht mehr für die Frauen die es wirklich benötigen. Wenn ich dann aber höre, dass irgendwelche Frauen bei mehreren Stiftungen anfragen und knapp 4000 € insgesamt ergaunern, obwohl sie in keinster Weiße zu den Bedürftigen zu zählen sind, frage ich mich ob die Stiftungen das Geld teilweise oder ganz unbedacht hinauswerfen. Ich frage mich auch was die Konsequenzen so einer Täuschung sind. Gibt es da überhaupt welche?

Es beschäftigt mich nur, weil auch ich schon einmal für eine solche Stiftung gespendet habe. Ich es aber eine Unverschämtheit finde wenn das Geld nicht bei den wirklich Bedürftigen, die es benötigen ankommt. Klar gibt es überall schwarze Schafe. Aber die Dunkelziffer scheint doch schon sehr hoch zu sein.

Liebe Grüße

Sarah555

Ich freue mich auf eure Antworten.

Vielen Danke schon mal im vorraus für eure Kommentare.

Beitrag von thea21 18.03.11 - 08:56 Uhr

Hallo,

dann die Frage mal an dich:

Wie genau und WAS sollte man denn prüfen, wenn Vermögensverhältnisse offen legen nicht reicht?

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 09:19 Uhr

Das ist keine Antwort auf meine Frage.
Ich weiß selbst, dass es schwer ist so etwas zu prüfen. Zu mal die Menschen, die so etwas machen sich im Normalfall schlau machen und ihr tatsächliches Vermögen verschleiern. Aber wenn beispielsweise eine Frau X daher kommt und Stiftungsgelder beantragt, obwohl sie in geordneten und überdurchschnittlichen Vermögensverhältnissen lebt, kann man meinen Ärger wohl verstehen.

Es kann einfach nicht sein, dass vermögende Familien dass Geld der Bedürftigen beantragen um im Endeffekt noch vermögender zu werden. Über dass muss man wohl wirklich nicht streiten oder?!

Und ich sage das nicht, weil ich neidisch bin oder was auch immer, was man einem ja im heutigen Deutschland gern einmal bei solch einer Äußerung unterstellt.
Es ist ganz einfach durch solche Leute geht der Sozialstaat und auch die Stiftungen irgendwann vor die Hunde. Und das wiederrum auf Kosten der Bedürftigen. Ich arbeite für mein Geld und habe noch nie groß Sozialleistungen in Anspruch genommen, genau wie meine Eltern. Aber wie wollen solche Eltern, die Stiftungen bescheissen ihren Kindern einmal "echte" Werte vermitteln? Und somit schließt sich der Teufelskreis.

Wie schon bereits gesagt ich würde nur einfach mal gern den normalen Ablauf einer solchen Beantragung von Stiftungsgeldern erfahren und ob es bei vorsätzlicher Täuschung überhaupt irgendwelche Konsequenzen gibt.

Beitrag von thea21 18.03.11 - 10:01 Uhr

Und jetzt mal Cool down!

Nix anderes habe ich dir nämlich gerade gesagt (und du dir übrigens auch):

Vermögensverhältnisse werden offengelegt...

Also warum schnackst du mich nun von der Seite an, ich würde dir nicht adäquat antworten.

Desweiteren ist diese Frage:

"und ob es bei vorsätzlicher Täuschung überhaupt irgendwelche Konsequenzen gibt." wohl mehr als selbsterklärend!

Und abschliessend: Ich habe mich nie gegen deine Einstellung und den nachvollziehbaren Ärger über Missbrauch derartiger Leistungen gestellt.

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 11:03 Uhr

@ thea21

Ich wollte dir nicht zu nahe treten ich bin nur in rage und habe meine Denkweise offen gelegt. Im Internet kommt das alles vielleicht immer ein bisschen härter rüber. Ich wollte auf keinen Fall anfeindlich sein. Vielleicht hast du mich da einfach ein bisschen falsch verstanden.

Noch mal fürs Protokoll ich weiß, dass es schwer ist so etwas zu überprüfen, das wissen wohl alle. Aber ist auch einfach eine Sache der Moral, solches Geld nicht zu beantragen und die Vermögensverhältnisse zu retuschieren nur damit man als Wohlhabender Geld ergaunern kann.

Gibt es denn irgendwelche Konsequenzen oder wid das alles als ein Kavaliersdelikt gesehen ?

Beitrag von thea21 18.03.11 - 11:16 Uhr

Ist.

Beide haben wir gemeckert und dem Ärger Luft gemacht.

Konsequenzen? Naja, es ist und bleibt Betrug und je nach Härte wird der bestraft.

Fakt ist aber. Betrug ist KEIN Kavaliersdelikt!

Beitrag von nele27 18.03.11 - 09:05 Uhr

Moin,

soweit ich weiß, werden Nachweise über Einkommen (also Gehalt, ALG2 etc.) verlangt und die Kontoauszüge kontrolliert.
Ich selbst wüsste jetzt nicht, wie ich da bescheißen sollte, denn die Gehaltseingänge sind ja auf meinem Konto... oder, vielleicht ein neues eröffnen und das vorzeigen? Keine Ahnung. Kenne aber auch keinen, der schon mal was erschlichen hat (zumindest nicht dass ich wüsste) und spenden tu ich in meinen jetzigen Verhältnissen nur an wirklich Bedürftige, also z.B. in Afrika. Daher hat mich die Frage noch nicht beschäftigt.

Was ich allerdings - auch hier über Urbia - weiß ist, dass es offenbar gängige Praxis ist, Kinderklamotten und Equipment bei Ebay zu verschleudern und beim nächsten Kind anzugeben, dass man nichts mehr hat. Ob man dann etwas bekommt oder Pech gehabt hat, weiß ich aber nicht.

LG, Nele

Beitrag von babe2006 18.03.11 - 09:18 Uhr

Das mit Ebay ist richtig... hab ich auch schon zu genüge gehört...

aber ist es bei den Stiftungen nicht so, dass das vorherige geschwisterkind und das Baby mindestens 4 Jahre auseinander sein müssen um Spenden zu erhalten???

Und ich glaube auch kaum das man solche Gelder erschleichen kann, denn wenn man Kontoauszüge, bzw. ALG Bescheide vorlegen muss, geht das ja schlecht... ausserdem werden auch etwaige Unterhaltszahlungen etc. berücksichtigt...

aber solche "Schmarotzer" gibt es immer und überall...
nicht nur bei Familienhilfen...

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 09:25 Uhr

Für normale Menschen wird es schwer sein solche Leistungen zu erschleichen. Aber wenn man beispielsweise im Familienbetrieb arbeitet, gibt es da schon Mittel und Wege die Gehaltszahlungen zu drücken und das Geld einfach Bar zu übergeben. Ich weiß klar, man kann nur das Geld nachweisen, dass via Konto geflossen ist.

Ich finde es nur einfach ärgerlich, dass wirklich wohlhabende das Geld der wirklich Bedürftigen verwenden, um damit irgendwelche Marken Strampler oder ähnliches zu kaufen. Meiner Meinung legt ein Kind in den ersten 10 Jahren seines Lebens Wert auf die Liebe der Eltern und nicht auf Markenklamotten etc.

Aber ich kann mich auch irren. Schließlich habe ich bis jetzt noch keine eigenen Kinder.

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 09:27 Uhr

Achja zur Unterhaltszahlung...und was ist wenn z.B. die Unterhaltszahlungen Bar übergeben werden. Wie gesagt auch hier gibt es Mittel und Wege zu bescheissen...

Beitrag von marion2 18.03.11 - 09:31 Uhr

"Meiner Meinung legt ein Kind in den ersten 10 Jahren seines Lebens Wert auf die Liebe der Eltern und nicht auf Markenklamotten etc."

Das kommt auf das Umfeld an. Bei uns sind es jetzt schon 11,5 Jahre. ;-)

Beitrag von charleen820 18.03.11 - 09:15 Uhr

Das wird überprüft, in dem man bei Uns hier ist so, Lohnstreifen vorzeigen muss u. berechnet wird daraus, wieviel Wer bekommt! #kratz

Und man kann nicht in mehreren Stiftungen Geld ergaunern, schon garnicht 4000€uro. Das wäre mir neu! Wenn die Nachweise/Kopien nicht eingereicht werden, gibt es auch nichts....

#sonne

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 09:36 Uhr

Scheinbar scheint es schon möglich zu sein aus mehreren Stiftungen Geld zu ziehen. Ich weiß z.B. von einer Bekannten, dass sie erstmal Geld für die Erstlingsausstattung bezogen hat (ca. 800 Euro), dann nach der Geburt Betreuungsgeld (1000 oder 2000 Euro) und dann noch einmal bei der Diakonie 1000 euro abgestaubt hat. Über die Höhe des Betreuungsgeldes bin ich mir nicht mehr so sicher. Ist schon eine Zeit her. Aber dazu kamen dann noch ihr normales Gehalt Elterngeld Kindergeld und die Unterhaltszahlungen des Vaters (was ja normal ist). Mal abgesehen davon was sie noch privat überall zugesteckt bekommen hat.
Und ich geh mal davon aus dass Stiftungen Mütter, die ein eigenes Haus haben ein gutes Auto fahren und sonst auch bestens versorgt sind nicht mit Stiftungsgeldern ausstatten. Oder liege ich da etwa falsch?

Beitrag von charleen820 18.03.11 - 09:41 Uhr

Also mit Zahlungen nach der Geburt kenne ich mich nicht aus...Sry

Ich weiss dann nicht, wie sie das machen, aber hier wäre es nicht möglich u. ich habe das auch noch nie gehört!!!

Betreuungsgeld 1000€uro? Wo gibt es das? Will ich auch haben :-p

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 11:08 Uhr

Wie gesagt das Betreuungsgeld stammt ebenfalls aus einer Stiftung. Ich finde nur wenn die Leute so einen Beschiss machen, sollten sie nicht auch noch in der Öffentlichkeit damit herumprahlen.

Beitrag von marion2 18.03.11 - 09:20 Uhr

Hallo,

die Stiftungen prüfen genau das, was man ihnen vorlegt.

So kommt es, dass ein ALGII-Empfänger unter Umständen weniger Geld bekommt als jemand, der in Lohn und Brot steht.

Ich hab da auch was "falsch" gemacht und für meine Zwillinge deutlich weniger bekommen als jemand, der in deutlich besserer finanzieller Lage einen Einling bekam.

Gruß Marion

Beitrag von nele27 18.03.11 - 09:23 Uhr

***Ich hab da auch was "falsch" gemacht und für meine Zwillinge deutlich weniger bekommen als jemand, der in deutlich besserer finanzieller Lage einen Einling bekam. ***

Wie geht das denn??

Beitrag von marion2 18.03.11 - 09:30 Uhr

Das wüsst ich auch gern. #schmoll

Ich weiß nicht, was sie anders gemacht hat #gruebel und wenn, würd ichs hier nicht verraten #schein

Beitrag von carrie23 18.03.11 - 11:14 Uhr

Man sollte es machen wie in Österreich, bei uns kann man zwar nicht wirklich Erstausstattungsbeihilfen beantragen aber 400 Euro für Kiwa und Bett kriegen.
DA muss man aber nachweisen dass man das dafür gekauft hat, bei Kleidergeld die Rechnungen aufheben ect.
Ich finde das gut denn so kann überprüft werden wofür das Geld ausgegeben wird und muss gegebenenfalls zurück gezahlt werden.
Mit 18 hab ich auch mal Sozialhilfe beantragen müssen und da hat man auch diese Dinge bekommen extra und ich hatte damals schon kein Problem zu zeigen wofür ich das Geld ausgegeben habe.
Ich spende nicht mehr, höchstens für die Kinderkrebshilfe im St. Anna Kinderspital denn da weiß ich wofür das Geld verwendet wird, aber ich weigere mich Schmarotzer zu unterstützen die sich denken "wenn ichs krieg ist doch wurscht ob ichs brauch"

Beitrag von sarah555 18.03.11 - 11:43 Uhr

Da hast du leider recht. Mir wird das auch eine Lehre sein. Dann behalte ich mein Geld lieber für mich statt es irgendwie gut zu meinen und anderen noch ein schöneres Leben zu machen.
Ich fand nur den Grundgedanken an sich gut, Frauen zu unterstützen ihr Kind lieber zu bekommen statt es abtreiben zu lassen, wenn sie finanziell in einer Notlage sind. Aber dass einem das Geld so hinterhergeschmissen wird, dass hötte ich früher wissen sollen.

Beitrag von nele27 18.03.11 - 12:24 Uhr

Es gibt ja ganz viele andere Möglichkeiten, in Not geratene Frauen zu unterstützen, wenn Du spenden willst. Muss ja nicht die Mutterkindstiftung sein.

Mir fallen da spontan ein:

- Frauenhaus
- Wohnheim für junge Mütter
- Aussteigerprogramme für Prostituierte


Wenn Du bei Dir in der Nähe spenden willst, dann schau einfach mal in die Gelben Seiten nach Projekten und Beratungsstellen. Da findest Du einen Überblick, was es bei Dir alles so gibt...

LG, Nele

Beitrag von silbermond65 18.03.11 - 11:22 Uhr

Aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen ,manche müssen es nicht mal "erschleichen" ,sie bekommen es sogar nachgeschmissen.
Bin nach meiner Tochter (geb. April 2007 ) nochmal Ende 2008 schwanger geworden.
Hatte damals ein Beratungsgespräch bei der Caritas (Kind bekommen oder nicht ) und die Dame sagte mir ,ich könnte doch locker Erstausstattungsgeld beantragen ,obwohl ich ihr gesagt hatte,daß ich ALLE Sachen ,Kinderwagen ,Bett ja noch hier hatte.
Ich hätte den Antrag trotzdem einreichen sollen ,obwohl ich eigentlich nichts gebraucht hätte. Von Quittungen ,Belegen war übrigens auch nie die Rede.
Ich denke ,es wird nicht wirklich richtig nacvhgeprüft ,wer es wirklich nötig hat und wer nicht.

Beitrag von cathy82 18.03.11 - 13:06 Uhr

Hallo,

eine Freundin von mir hat bei Pro Familia Hilfe beantragt- und bekommen.
Es hat nicht nur der Kontoauszug gereicht.
Es mussten die letzten drei Lohnzettel von ihr und ihrem Partner her, außerdem Schreiben von der Stadt und vom Vermieter, dass Schulden angefallen sind usw.

Es war ne ganze Menge, was sie da einreichen musste.

Also einfach nur sagen "Ich brauche das Geld, guckt her, ich hab nix auf dem Konto." reicht da wohl nicht aus.

Zum Glück =)

LG

Cathy

Beitrag von dk-mel 18.03.11 - 13:07 Uhr

vor zehn jahren sollte ich quittungen aufheben und es gab zwei zahlungen, wobei die zweite erst rausgegeben wurde, als ich die quittungen vom ersten einkauf eingereicht hatte...

keine ahnung wie es heute ist, wollte dieses mal eigtl. nichts beantragen, weil wir finanziell selbständig sind, ich damals aber wirklich dankbar dafür war. wenn die beratungsstelle aber uns empfiehlt das zu beantragen, werden wir es wohl machen, weil wir nach zehn jahren natürlich nichts mehr von der großen haben.

gibt es wirklich mehrere stiftungen, die gelder geben? ich kenne bloß die mutter-kind-stiftung oder so ähnlich...