5,5 Monate schläft schlecht ein und wird nachts stündlich wach

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Forum: Schlafen

Bitte, Baby, schlaf jetzt ein: Manches Neugeborene macht die Nacht gern zum Tag. Hier könnt ihr Trost nach schlimmen Nächten finden und euch gegenseitig Tipps geben, wie ihr Baby zu einem guten Schläfer wird.

Beitrag von jenny2808 18.03.11 - 09:01 Uhr

Hallo!
Meine Tochter ( 5,5 Monate) wird im Familienbett gestillt und will immer noch stündlich an die Brust.Ab und zu akzeptiert sie den Schnuller.Sie trinkt auch und schläft dann weiter.Da das Einschlafen schon von Anfang an problematisch war,muß ich sie erst auf den Arm einschlafen lassen und kann sie dann ablegen.Das ist so gegen 20 Uhr.Dann schläft sie eine halbe Stunde und schreit.Sie läßt sich nicht beruhigen und ich muß sie auf den Arm nehmen.Sie schläft dann sofort weiter.Wenn ich sie dann wieder nach 10-15 Minuten hinlege,dauert es höchstens eine halbe bis ganze Stunde bis sie wieder schreit.Irgendwann gebe ich auf und lege mich dazu.Sie will dann an die Brust oder sie kuschelt sich ganz nah an mir und hält mich fest.Obwohl ich bei ihr bin,wird sie bis 6 Uhr morgens stündlich wach und weint.Meistens läßt sich nur das Stillen beruhigen.Was mache ich falsch?
Als sie kleiner war,ging es nur mit Einschlafstillen.Aber das wollte ich ihr abgewöhnen und stehe jetzt wieder auf wenn sie schläft.Tagsüber schläft sie auch nur mit Hilfe ein,nämlich auf den Arm und dann lege ich sie ab.Anders klappt es nicht,sie schreit sich sonst hysterisch.Am besten und längsten schläft sie tagsüber im Kiwa.
Ich brauche dringend einen Rat.

LG,Jenny

Beitrag von xyz09 18.03.11 - 14:03 Uhr

>Ich brauche dringend einen Rat. <

Mein Rat: Habe Geduld!

Ich weiß, wovon du sprichst! Meine Maus (auch gestillt und quasi im FB schlafend (eigentlich schläft sie im Beistellbett, aber oft ziehe ich sie irgendwann zu mir)) ist bis vor einer Woche auch jede Nacht mindestens jede Stunde wachgeworden (oft noch öfter). Dann kamen zwei mittelgute Nächte und dann von jetzt auf gleich eine Nacht, in der sie erst vier und dann noch mal 5 Stunden am Stück geschlafen hat :-O Die letzten Nächte waren aber wieder schlechter.
Lass es dir gesagt sein, ich glaube, wir machen gar nichts falsch. Wir befriedigen die dringenden Bedürfnisse unserer Kinder. Meine Maus ist tagsüber super aktiv, rollt sich durch die ganze Wohnung, spielt lange alleine - ich glaube nachts holt sie sich dafür ihre Kraft.
Alleine einschlafen geht bei uns auch nicht (tagsüber im Auto, KiWa, Tragetuch oder gestillt, nachts nur gestillt). Ich habe auch schon mehrfach verzweifelt hier geposted, inzwischen akzeptiere ich das einfach und das gelingt mir immer besser (zum Verzweifeln bringt mich nur noch, wenn sie nachts auf einmal hellwach ist und mich auch nicht schlafen lässt).
Dass du erzählst, dass deine Tochter nach einer halben Stunde wieder wach wird, ist super interessant. Mäuslein hat das auch und bisher habe ich noch niemand getroffen, dem es ähnlich geht. Ich habe schon viele verschiedene Theorien zu hören bekommen, am meisten überzeugt hat mich, dass sie zu dem Zeitpunkt in ihre erste Traumphase kommt, in der sie die Erlebnisse des Tages verarbeitet. Sie wird übrigens wach, lässt sich nur durch stillen beruhigen, schläft wieder ein, wird wieder wach etc. Das Ganze zieht sich ca. eine halbe Stunde, anschließend schläft sie dann wenn's gut läuft zwei Stunden.

Was will ich dir sagen?
1. Ich bin der festen Überzeugung, du machst alles richtig!
2. Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase!
3. Du bist nicht allein!

Liebe Grüße
xyz mit Motte, 6 Monate

Beitrag von jenny2808 18.03.11 - 14:44 Uhr

Hallo!
Danke für die aufbauenden Worte!Schön,daß es Leidensgenossen gibt!Ich versuch es auch immer öfter zu akzeptieren,aber es gelingt mir nicht immer.Wenn sie wenigstens ohne Hilfe einschlafen würde...Meine Theorie ist,daß sie wach wird um zu kontrolieren ob ich noch da bin.Da sie ja auf den Arm einschläft und dann alleine wach wird.Ich möchte sie aber nicht den ganzen Abend bei laufenden Fernseher im Wohnzimmer haben,bis ich ins Bett gehe.Dadurch ist der Abend mit meinen Mann natürlich sehr kurz,weil ich ständig zu ihr muß wenn sie schreit.Meistens gehe ich dann gegen 21 Uhr auch zu ihr ins Bett.Dann schläft sie ruhiger.
Es gab auch mal den Rythmus von allen 3 Std nachts,aber das ging nicht lange.Sie hat von der Geburt an viel geschrien und die einzigste Möglichkeit war sie zu tragen und viel am Körper zu haben.Jetzt ist es natürlich schwer wieder abzugewöhnen.Schreien lassen will ich sie nicht.Ich hatte von Anfang an keine andere Wahl.Wie soll das mal werden,wenn ich abstille?Wie soll ich sie dann wieder in den Schlaf kriegen?Gerade jetzt schläft sie seit 2 Std auf den Arm.Sie ist vermutlich im Wachstumschub,war nämlich vorher den ganzen Morgen quengelig.Sonst ist sie tagsüber immer sehr ausgeglichen.
Danke für deine Antwort

Jenny

Beitrag von steffi0413 18.03.11 - 16:16 Uhr

Hallo Jenny,

was ihr gerade erlebt, ist zwar ziemlich anstrengend, aber vollkommen normal. Du machst nichts falsch.

Die Babies können NICHT alleine einschalfen. Dafür werden sie erst im 2.-3. Lebensjahr dafür reif. Früher ist Gehirn noch nicht genug reif dafür die entsprechende, enspannte Stimmung Zustande zu bringen.

Einschlafstillen ist die einfachste, schnellste und erfolgreichste Methode. Die Natur hat doch Stillen auch dafür "erfunden", Mumi enthält Wirkstoffe, die helfen schnell einzuschlafen.
Das ist also etwas ganz natürliches und keinesfalls Gewöhnungssache.

Deine Kleine braucht noch sehr intensiv Deine Nähe und bemerkt gleich, wenn Du sie ablegst. Diese Reaktion hat uns Menschen geholfen, dass wir nicht früher als die Dinos ausgestorben sind. ;-)

Lege sie für Einschlafen auch ganz ruhig an und wenn sie einschläft, warte mind. 20 Minuten bevor Du sie ablegst, dann schläft sie schon wahrscheinlich tief und wird nicht gleich wach. Eine noch bessere Methode ist, wenn Du im Liegen stillst (zB. auf einer Matraze) und stehst dann nach ca. 20 Minuten auf.

Dass sie stündlich wach wird, kann mehrere Ursachen haben. zB. neu gelernte Fähigkeiten, Zahnen, Separationsangst, sie möchte nur überprüfen ob die Mami nicht verschwunden ist....;-)

Diese Phasen gehen natürlich auch vorbei und wenn sie bekommt, was sie gerade haben möchte - Brust und Körpernähe - ist desto schneller vorbei.
Die Phasen kann man am bessten im Familienbett überleben, da kann man ja das Kind im Halbschlaf anlegen und weiterschlafen. Wenn Du das aber nicht möchtest, kann ein Beistellbett oder eine Matraze neben Deinem Bett auch eine grosse Hilfe sein.

Lasse Dich also nicht verunsichern.

Ich wünsche Dir viel Geduld.

LG
Steffi

Beitrag von ficus 19.03.11 - 04:21 Uhr

Hallo Jenny,

meine Tochter kam 4 Monate lang nachts stündlich.

Was nicht geholfen hat:
- auf die gut gemeinten Tips anderer zu hören (brachte nur noch mehr Unruhe rein), die meinten, ich solle dieses oder jenes mal ändern
- auf die Uhr zu schauen und ein Schlafprotokoll zu führen (machte mich fertig, weil ich da schwarz auf weiß hatte, wie oft ich nachts wann wach wurde und ich musste mir das auch noch alles merken bzw. aufschreiben
- Alternativen (Schnuller, Wasser) anbieten, wenn unsere Tochter die Brust wollte

was geholfen hat
- Ruhe bewahren
- die Uhr aus dem Schlafzimmer verbannen
- mit dem Baby ins Bett gehen und einfach mit einzuschlafen (innere Einstellung nicht: ich warte hier nur, bis du eingeschlafen bist und schleich mich dann raus sondern: wir kuscheln heute Nacht zusammen)
- stillen, wenn sie es wollte und als erstes auch die Brust anbieten

nachdem ich meine innere Einstellung auf Entspannung und "ich nehme mein Kind so wie es ist" geändert hatte, war der "Spuk" sehr schnell wieder vorbei und sie kam dann "nur noch so alle 2 - 3 Std. (was für eine Erholung - für mich jedenfalls).

Manchmal haben Babys einfach so Phasen, in denen sie die Mama ganz dringend und in ihrer Nähe brauchen. Wenn du deinem Baby(!) dieses Nähebedürfnis erfüllst, dann hat es auch irgendwann mal den Mut, los zu lassen, weil es ganz sicher weiß, du bist da bzw. kommst ganz schnell wieder zurück (das kommt aber erst später).

vG und in absehbarer Zeit halbwegs erträgliche Nächte
ficus