Vereinheitlichung Mädchen und Jungen

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von schullek 18.03.11 - 14:21 Uhr

Hallo,

nach der Diskussion weiter unten zu spielen Jungs auch mit Mädchen....kam mir mal wieder der Gedanke, dass viele Gleichberechtigung mit Gleichheit verwechseln oder andersrum.
Eine userin schrieb, dass Jungen und Mädchen gleich sind und wir sie nur prägen durch Erziehung.
Mal davon abgesehen, dass die Wissenschaft eindeutig sagt, dass Mädchen Jungen, Männchen und Weibchen nun einmal in einigen grundlegenden Dingen unterschiedlich sind, zeigt uns das doch auch die Realität, oder?

Der typische Junge ist von kleinauf begeistert von allem, was Räder hat und damit am Besten noch schnell ist oder schwere Arbeit verrichten kann. Später kommt Kämpfen, in Form von Wettkämpfen und Rollenspielkämpfen dazu. Jungs stehen auf alles, was Waffen hat und kämpft. Ist einfach so. Soll auch Ausnahmen geben, aber der Großteil tickt so. Und das finde ich völlig in Ordnung und normal.

In Kiga und Schule sind fast nur weibliche Bezugspersonen. gerade in der Schule wird von den Jungen aber oft unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung eine Vereinheitlichung verlangt. Jungs sollen so ordentlich sein, so lieb, so zielstrebig, so alles wie Mädchen. ABER: Jungs sind keine Mädchen, sie ticken anders. Soll sicherlich kein freihfahrtschein für schlechtes Benehemn sein. Im Gegenteil.
Aber vor allem mir als Jungsmama fehlt sehr oft an verschiedenen Stellen das Verständnis für die Jungs. Sehr eerfrischend, wenn man dann mal auf jemand trifft, der sagt: Ach, habe 3-4 Jungs, alles normal und toll!

Wie oft wurde ich schon von reinen Mädchenmamas schief von der Seite angechaut, weil mein Junge wild fauchen auf allen Vieren die Mädchen aus seinem Revier vertreiben wollte. Er war eben gerade ein T-Rex!
Oder als wir beim Kia das Piratenbuch lasen und er alle Waffen beim namen nennen konnte wie auch deren Verwendung laut erklärte. Einige sahen wohl die Reinkarnation Von Attila dem Hunnenkönig vor sich. Und alles Mamas mit, na raten? Mädchen.
ich dagegen als Jungsmama habe, da ich ja selber eine Frau bin udn mal Mädchen war, weitaus mehr Verständnis auch für Mädchenbelange. Und wundere mich nicht über irgendwelche Zickereien bzgl. der neuesten Prinzessinenmode.
Na und da mein 5jähriger (der übrigens kein Fern schaut und auf DVD nur ausgewählte Sachen) Spiderman, Luke Skywalker udn Darth Vader kennt ist er sowieso einfach mal nur ein Rüpel!

Wie seht ihr das und erlebt das?

Ich finde Gleichberechtigung völlig richtig und nötig. Nur Vereinheitlichung ist falsch. Und genau das passiert aber an vielen Stellen. Sicherlich auch mal zu Ungunsten von Mädchen. Aber ich bin dennoch der Meinung, dass Jungen davon stärker betroffen sind. Und versuche auch dagegen anzugehen.
Ich sehe jedenfalls wie mein Sohn im Fußballverein aufblüht, wo fast nur Jungen sind. Er liebt es! Es gibt nen männlichen Trainer und alles Kerlefreunde. Und die sind alle sehr sozial miteinander. Aber in diesem Verein in dieser mannschaftsstruktur haben nur wenige Mädchen Spaß. Und das finde ich völlig in Ordnung. Gerade für Mädchen ist z.B. im Fußball ab einem bst. Alter eine reine Mädchenmannschaft weitaus besser geeignet. Sollen auch Jungs ein Refugium für sich haben, wo sie nicht mit Mädchen verglichen werden udn einfach nur mal 'Mann' sein können.

lg

Beitrag von karna.dalilah 18.03.11 - 14:46 Uhr

Ich bin auch eine Jungenmama.
In unserer Kita gibt es männliche und weibliche Betreuer.
Meine Jungen spielen mit Autos, Werkzeug, Puppenküche, Puppen usw.
Immer mal phasenweise tun sie dies.
Natürlich schweben wir auf der Rolltreppe durchs Weltall und müssen imaginäre Helme aufsetzen.
Der Baum wird zum zum Aufsichtsturm usw.
Noch ist ihnen egal was sie anhaben- spätestens wenn sie vom Spielen aus dem "Moor" heimkommen ist es egal, denn dann tragen sie den Einheitslook#schwitz#rofl
Sie "kochen" mit Vorliebe für uns mit ihrem Plastikgeschirr.
Ja meine Jungen kochen auch real mit.
Wenn sie unser Haus verlassen und eigenständig leben, sollen sie kochen, nähen, reparieren, bauen usw können.
Zumindest so gut das sie den Alltag ohne Abhängigkeit meistern können.

Ich sag immer spaßenshalber:"meine Schwiegertochter soll sich mal nicht bei mir beschweren können " :-D

Wir machen uns da nicht so den Kopf, wenn sie mit dem Puppenwagen loswollen dann bitte und wenn sind sie bolzen wollen auch.
Jeder unserer Jungs bringt sein eigenes mit.
Aber Kräfte messen und bauen mit Papa ist immer der Hit.
Wer einen ruhigen, braven, stetig leisen Jungen bei unssucht, der wird bei uns nicht fündig.
Dafür sind sie liebenswert, phantasievoll, aufgeweckt und knuddelig#verliebt

Beitrag von schullek 18.03.11 - 14:54 Uhr

ja, miener mag auch bestimmte dinge, die als untypisch junge gelten. und das finde ich auch völlig normal. aber ich finde eben, dass man aus jungen keine halben mädchen machen sollte auf teufel komm raus.

ich fördere auch, dass mein junge kochen lernt. und mit sauber macht etc. wie ich es bei einem mädchen tun würde. aber ich erwarte nicht, dass er sich eben diese typischen mädchen charakterzüge oder besser gesagt deren benehmen aneigent, weil es einfach nicht zu ihm udn dem jungen in ihm passt.

lg

Beitrag von manavgat 18.03.11 - 15:02 Uhr

Wir werden nicht als Frauen und Männer geboren, wir werden - durch Erziehung - dazu gemacht.

Doing Gender.


Gruß

Manavgat

Beitrag von schullek 18.03.11 - 15:06 Uhr

ist quatsch., und eine veraltete meinung.
erziehung kann vieles. aber nicht aus einem jungen ein mädchen machen udn andersrum.

Beitrag von unipsycho 18.03.11 - 15:36 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer

schmerzhafter gegenbeweis. :-(

und dazu noch eine wissenschaftliche Untersuchung:
http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32345116
mit original Studie
http://www.nature.com/nature/journal/v448/n7157/full/nature06089.html

Beitrag von zahnweh 18.03.11 - 17:06 Uhr

Und die Geschlechtsteile werden und angeklebt :-p

Beitrag von josili0208 18.03.11 - 17:30 Uhr

Falsch.

Beitrag von jabberwock 18.03.11 - 19:41 Uhr

Das ist - mit Verlaub - ideologischer Quatsch.
Natürlich trägt die Erziehung und unbewusste Erwartungshaltung viel zum Rollenbild bei, aber die biologischen Unterschiede kann man auch nicht mit einer rosaroten Brille übersehen.

Beitrag von gaeltarra 18.03.11 - 20:05 Uhr

Hi,

das ist falsch! Die Meinung WAR mal - ist bereits wissenschaftlich widerlegt.

VG
Gael

Beitrag von manavgat 18.03.11 - 21:11 Uhr

Hier irrst Du.


Es gibt die Biologisten, die der doing Gender Theorie widersprechen.

Wir können uns darauf einigen, das ist nicht wirklich geklärt ist.

Gruß

Manavgat

Beitrag von amma1211 18.03.11 - 15:20 Uhr

hallo,

ich ahbe einen großen jungen (5,5j) und ein kleineres mädchen (2,5j)
ich kann seit der geburt unterschiede zwischen mädchen und jungen feststellen.
mein sohn zieht alles das an, was ich ihm kaufe. das können rosa t-shirts sein, pullunder, silberne jungenschuhe usw. ihm ist es schlicht egal.
er ist größtenteils ein unrüpeliger junge, der von den mädchen und kleinen kindern aufgrund seiner art sehr gemocht wird.
wenn er aber mal "typisch junge" ist, ist der schreck der außenstehenden noch viel größer.

im letzten sommer hatte der kindergarten ein pool aufgebaut, dort badeten ca vier vierjährige jungs drinnen, ganz auf ihre art und weise mit viel getobe und gespritze. alle hatten spaß. doch ein kleineres mädchen weinte, weil ihr sie kein wasser ins gesicht bekommen wollte.
die erzieherin (zum glück nur eine schwangerenvertretung) holte alle jungs aus dem pool bzw. sagte ihen, sie sollen nicht spritzen.
so ein quatsch in meinen augen. warum lässt man nicht mal die jungs einfach nur wild toben? danach hätten doch die wasserscheuen mädchen gekonnt (nicht als verallgemeinerung zu verstehen, aber die mädchen dort waren es)

mein sohn kabbelt gerne mit uns eltern. wir knoten ihm die beine und arme zusammen, er soll sich dann befreien. er darf dabei sehr wild sein und genießt es. er spielt stundenlang mit seinen autos auf dem spielteppich, lädt stundenlang imaginär was auf seine kipper.

meine tochter, die eigentlich eher wild ist, ist aber ganz mädchen. sie spielt mit ihrer puppe, windelt sie stundenlang und gibt ihr ewig zu essen. mein sohn hatte auch eine ouppe, interessierte ihn aber nicht. ebenso wenig, wie sich unsere tochter interessiert, wenn mein mann was am haus werkelt oder im garten. mein sohn weicht ihm nicht von der stelle, will alles wissen und selbermachen, auch schon im zarten alter von knapp drei.

wenn ich am we ein wenig im haus rumkrame und mal eben nicht mit den kindern spiele, dann mache ich meiner tochter ihren kleiderschrank auf. dort gibt es ein fach mit vielen paar schuhen, die noch zu groß sind. die probiert sie eine ganze stunde lang an. sie zieht sich kleider alleine an, dreht sich kräftig in diesen, ganz ein mädchen :)

wenn wir mit unserer tochter toben wollen, nimmt sie allerdings immer unsere hände und singt: "komm brüderchen und tanz mit mir, beide hände reich ich dir"

ich kann es nur bestätigen, mädchen und jungen sind mmn von anfang an unterschiedlich gestrickt, trotz gleicher spielangebote wie puppe und werkbank.

gruß

Beitrag von schullek 18.03.11 - 15:38 Uhr

eben. bei uns kamen diese typischen jungendinge von anfang an. klar benehmen wir eltern usn auch geschlechterspezifisch, was auch nen gewissen einfluss hat. aber meines erachtens eher dann, wenn es nur einseitig ist. mein junga hatte am anfang das normale babyspielzeug. und sobald er sich selber betun konnte war er draußen von autos und maschinen fasziniert! ohne, dass ich ihn darauf hingewiesen hätte. eines seiner ersten worte war 'porter' für transporter. mit 4 hat er alle automarken auswengi gekonnt. seinen teddy hat er trotzdem ab und an gestillt, aber generell wollte er von der puppe, der er hatte eigentlich nichts wissen. die armen teddys dagegen werden jetzt als gefangene der piraten mißbraucht, ansonsten liegen sie dumm rum.

wobei ich nochmal betonen muss, dass ich hier keine stereotypen in den himmel heben will. ich freu mich genauso, wenn mein junge mal mit puppengeschirr kocht und finde es absolut niedlich, wenn sein kumpel beim fußball immer piruetten dreht.

lg

Beitrag von yamie 18.03.11 - 15:24 Uhr

hallo,


ich finde, man kann sein kind so neutral wie möglich erziehen. spätestens im kindergarten identifizieren sie sich mit ihresgleichen. sie merken ja immerhin schon früh ob sie ein junge oder mädchen sind und was diese prägt.
so wirkt sichs auch auf ihr spielverhalten aus.

allerspätestens in der schule ist ja ein kind schon aussenseiter, wenn es nur mit dem anderen geschlecht zusammenhockt.

mal ehrlich, so tolles mädchenspielzeug wie heute, gabs nunmal früher nicht. daher "trimmen" wir zusätzlich automatisch unsere kinder in eine bestimmte richtung, indem wir bestimmtes spielzeug kaufen.

unsere kleine geht z.b. zum tanzen und turnen. jeweils nur mädels dabei. zwar schade, aber welcher junge geht mit 4 jahren schon zum tanzen?




lg
yamie



_____________________________

dies ist KEINE signatur!

Beitrag von schullek 18.03.11 - 15:33 Uhr

und ich würde sagen: warum schade? dort kann sie ganz mädchen sein unter ihresgleichen. die meisten jungen interessieren sich nicht dafür und würde wenn, dann auch ganz anders tanzen! dann wäre DAS tanzen nicht mehr dasselbe. ich ja genau das gleiche mit meinem fußballbeispiel.

lg

Beitrag von unipsycho 18.03.11 - 15:53 Uhr

tja... ich denke ja, dass wir heutzutage sexistischer sind als in den 70gern... #schein

es gibt klamotten in rosa und in blau. Neutrales findet man kaum.
Mädchen werden mit Hello Kitty Filly-Ponys zugeschüttet, Jungs mit Spiderman, star wars und Rennautos. #klatsch

Mein Sohn kam im rosa Kreissaal zur welt #rofl er hat eine Puppe die er mit Begeisterung wickelt, füttert und trägt. Er liebt glitzer und rosa und trägt auchmal gern ein Kleid... #schein Und fast täglich heißt es, er will Mama werden #rofl
Seine Feuerwehr ist bei den Kindern im Haus heiß begehrt. Er und der gleichaltrige Nachbarsjunge spielen damit genauso gern, wie das 7jährige und das 2jährige Nachbarmädchen.
Er schaufelt geduldig Sand in den Radlader, wenn das 2jährige Mädchen damit im Sandkasten spielt.

Klar spielt er auch mit Autos, baut garagen und explodiert laut brüllend im Haus ;-) und die kleine ist von Hello Kitty schuhen bis zur Hello kitty Mütze komplett in rosa gekleidet und fährt ihre babyborn puppe mit dem dreirad durch die gegend.

ich finde, beim spielen und der kleidung trimmen wir unsere kinder schon zu stark auf ihr geschlecht. Ich hab in einer 18köpfigen 2Klässlergruppe nur ein Mädchen gesehen, was kein Rosa, glitzer, lila, plüsch oder Blümchenkram an hatte.
Wenn ich meine alten Kleinkindersachen anschaue... ich hatte nichts in rosa, keine blümchen, alles einfach nur bunt.
und ich bin mit vorliebe im wald rumgestreunt und auf bäumen herum geklettert.
und nein. ich hab keinem holzklumpen klamotten angezogen und ein gesicht drauf gemalt. ;-)

und? ich bin trotzdem frau und mama :-)

Beitrag von schullek 18.03.11 - 16:01 Uhr

stimmt alles, war aber eigentlich nicht das, auf was ich hinauswollte.
ich bin der meinung, dass wir unsere jungs in benehmen etc. auf mädchen trimmen. bzw. nicht ich sondern die gesellschaft. vorbild mädchen in der schule z.b. sie sind die artigen, die fleißigen. die jungs raufen sich draussen, können oft weniger gut stillsitzen... wird ihnen alles negativ angelastet ohne zu bedenken, dass jungs eben keine mädchen sind und auch nicht konsequent immer mit diesen verglichen werden sollten. jungs dpürfen oftmals einfach keien jungs mehr sein.

was du angesprochen hast ist auch ein interessantes thema. diese clichebearbeitung in allen bereichen find ich auch anstrengend. z.b. bei den sachen, wie du schon sagst.

aber schau dir nur mal hier bei urbai die diskussionen an, wenn es z.b. um jungs und waffenspielzeuge geht. ´mit waffen meine ich jetzt schwerter und so, halt ritter, piratenzeugs. keine nachhamung halbautomatische neumodischer waffen.
wie oft liest man, dass das verboten gehört, jungs beim fasching nicht spiderman sein sollen und alles, was irgendwie mit gewalt zu tun haben könnte wird verboten. ohne dabei zu beachten, dass das nun einmal gerade das ist, was kleine jungs bewegt. sie spielen piraten unr ritter, was aber nicht bedeutet, dass die rauferei im spiel ein ausdruck der realität ist. für mich ist es eher ein ausleben bestimm ter dinge und ein abgrenzen zur realität. die allermeisten jungs und mädchen auch wissen doch sehr genau, dass sie spielen.

lg

Beitrag von unipsycho 18.03.11 - 16:15 Uhr

#kratz kann sein, dass ich dich dann nciht verstehe.
denn ich will genauso nicht, dass mein sohn "schießen" spielt, wie ich auch nicht will, dass ein zukünftiges Mädchen (erst mal schwanger werden ;-) ) von mir, anfängt sich vor ihrem 18. geburtstag zu schminken.

ich gebe dir aber in so fern recht, dass mädchen irgendwie weniger falsch machen können als jungs.
wenn ein kleines mädchen die - sorry- nuttigen Tanzbewegungen von irgendwelchen popstars nachahmt, dann ist das toll. Tut das ein Junge, reagiert unsere Gesellschaft sehr homophob.
Jeans und Räubersachen für Mädchen sind OK. Kleidchen und Schminke für Jungs absolutes Tabu.

was du ansprichst mit dem bravsein... ich würde nicht sagen, dass die jungs dann sein sollen wie mädchen, sondern dass in unserer Gesellschaft allgemein verlangt wird, dass kinder unhör- und unsichtbar sind.
Leise und ruhige Kinder sind gute Kinder, der Rest ist irgendwie abnormal. Muss zum Psychologen, ADHS-Diagnostik machen #zitter

Ich bin inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass es eine Begabung ist, sich als fast 30jährige noch an die eigenen gefühle und Vorlieben der Kindheit erinnern zu können. Vielen ist dies Gabe abhanden gekommen und es wird einer idealisierten Norm hinterhergehechelt, wo keine Abweichung geduldet wird.
schade eigentlich :-)

Beitrag von schullek 18.03.11 - 16:27 Uhr

ja, das stimmt, die meisten haben verdängt, wie es ist ein kind zu sein.
und ja, ich geb dir auch recht, wenn du sagst, dass es ein gesellschaftliches phänomen ist.

zum schießen.
ich habe ein sehr 'typisches' jungenexemplar. sehr wild im spielen, rauft gerne. dabei aber trotzdem sehr sensibel udn lieb. aber eben laut und unbändig zu zeiten.
und er liebt alles, was mit arbeiten, werkzeug udn eben auch waffen zu tun hat. wobei er waffen nicht an sich toll findet, sondern sie als zugehörig zu eben riottenr udn piraten empfindet. früher habe ich auch immer gedacht: meine kinder lass ich mal nciht schießen spielen udn waffen gibts erst gar nicht. mittlerweile sehe ich das entspannter. oder wie es meine freundin mit zwei pubertierenden jungs (ehemalige pazifistin udn demonstarntin für den weltfrieden;-) : wenn du einem jungen nicht erlaubst mit waffen zu spielen, wird er sich zur not eine aus nem butterbrot beißen. das trifft 1:1 auf meinen zu. es ist einfach so eine jungencharakteristik, die auch mal mädchen haben (ich war auch nen halber junge als kind), die wegerzogen werden soll
und ich bin mir 100% sicher, dass jungs dann um so mehr aggressionen im realen leben ausleben. das spielen udn raufen auch mal mit stöckern als schwertern oder holsschwertern ist ein sich abgrenzen, ein sich bewähren. steckt genetisch drin. mal mehr, mal weniger. und das ist ok so.
und wenn man jungs dabei beobachtet, stellt man zumeist fest, dass sie genau die grenze zwischen spiel udn realität verstehen udn auch akzeptieren. fpür den umstehenden sieht es manchmal schon recht hart aus, aber die jungs hören so gut wie immer auf, wenn es zu weit zu gehen droht. dass auch mal nen schlag daneben geht ist normal udn auch kein grund zur besorgnis. es steht ja in diesen fällen keine absicht dahinter.
wenn meiner jetzt ab udn an mal anfängt soldat spielen zu wollen, muss ich auch schlucken. ich geh da dann verschieden ran. ich erkläre ihm, was soldaten machen, warum udn wie. udn die folgen. wir haben auf einer burg ne waffenkammer besichtigt udn es waren waffen aller epochen dabei und zu meinem leidwesen auch aus dem 1. und 2 weltkrieg. udn wir waren dann nun mal dort und ein entrinnen gabs nicht mehr, fasziniertes kind. aber wir haben aufgeklärt, erzählt und er kennt den unterschied.
was ich ihm nie kaufen und erlauben würde: nachgemacht, wie echt aussehende halbautomatische waffen und dergleichen. das ist eine grenze, die ich nicht überschreiten mag. genaus sagen warum kann ich nicht. wenn er aber nun mit seinem kumpel anföngt kampf zu spielen und sie beschießen sich mti stöckern, kann ich das vielleicht verbieten, aber mein ziel nen gewaltfreies kind zu erziehen hab ich nciht erreicht,. er wird es an anderer stelle um so lieber spielen. frag ich dagegen, warum er das spielt und ob er weiß, was das und das dann bedeutet, sagt er: ach mama, du weißt doch so gut wie ich, dass wir nur spielen udn das alles nicht echt ist! als ob ich in echt schießen würde!
verstehst du, was ich meine?
ist wie mit zeichentrick. wir haben als kinder alle tom und jerry geschaut. haben wir deshalb mit hämmern anderen kindern auf den kopf gehauen? nein. eben weil wir unterscheiden konnte. wobei ich jetzt nicht sagen will, dass fernsehen nicht negative auswirkungen haben kann. meiner schaut wie gesagt gar keins. nur ausgesuchte dvd.

lg

Beitrag von unipsycho 18.03.11 - 17:19 Uhr

klar, da stimme ich dir zu.

Ich brauch mir da nur ein Kinderbuch vor augen halten, was ich ungewollt zum allerliebsten buch meines sohnes hochstilisiert habe.
Und wie?
ich habe gesagt, dass das Buch dumm ist (ist es!) und dass es ihn dumm macht, wenn ich es ihm vorlese.
Also heißt es, wenn ich frage was er vorgelesen haben möchte: "Das dumme Buch!" #klatsch

deswegen verbiete ich ihm das schießen nicht. Aber er wird, genau wie dein kind, nie NIE und niemals eine spielzeugpistole, oder spielzeuggewehr bekommen. soll er sich selbst eins schnitzen - ich hab mir auch ein schwert selbst getischlert (*stolzguck*) aber von mir bekommt er keins.
passiver widerstand.. #schein

Beitrag von guppy77 18.03.11 - 19:25 Uhr

huhu

meiner tochter hatte ich anfangs auch in mädchensachen gesteckt.
bis sie ihre eigene meinung hatte und ab da ziemlich jungshaft rumlief.
und dann mit 12 die wandlung..aus meiner tochter wurde wieder ein mädchen :-) .. also sie hat sich von mir nicht in eine richtung drängen lassen, aber ihr weg führte wieder zum mädchenhaften .. ganz von alleine. sie hat jetzt auch viel pink an..aber ich damals zog ihr lieber rot an.

lg

Beitrag von mel-t 18.03.11 - 16:34 Uhr

Ich bin immer soooo froh, dass bei Mädchen oft auch geschlechtsuntypische Verhaltensweisen toleriert werden.

Denn meine Große Tochter ist Jakari und Wicki Fan, will Dino-Forscher werden und feiert nur Ritter und Piratengeburtstage, findet Prinzessinen langweilig und wär gern so stark wie Pipi Langstrumf. Trotzdem liebt sie Rosa, Glitzer und mag Kleider und sammelt Fillypferdchen. Und alles ist in Ordnung. Alle finden es gut so.

Nachbarssohn hingegen traut sich nicht Fillypferdchen zu sammeln, da er sonst ausgelacht wird und sein pinkes Lieblingsshirt wird auch nur bei uns angezogen,da er im Kindergarten sonst als Mädchen beschimpft wird....

Ich denke schon, dass Mädchen und Jungen genetisch verschiedene Bedürfnisse und Herangehensweisen und auch Vorlieben verankert haben, aber in erster Linie ist doch jeder ein Individuum und sollte auch so behandelt, gefördert und annerkannt werden....

Mfg
Mel-t

Beitrag von anyca 18.03.11 - 16:46 Uhr

Hmmmm ... also meine Kleine findet alles toll, was Räder hat. Und meine Große ist zwar voll in der Rosa-Fee-Phase, verdrischt aber auch schon mal ne Puppe mit ihrem Zauberstab ihre Puppe und fauchen kann sie auch ganz gut ...

Beitrag von schullek 18.03.11 - 18:14 Uhr

mit meinen beschreibungen wollte ich ja auch nicht darlegen, dass nur jungen so sind. sondern einfach beispiele nenne. ich war als kind selber fast nen halber junge, habe gekämpft udn alles. klar habe ich stereotype rangezogen um zu verdeutlichen, was ich meine.

Beitrag von zahnweh 18.03.11 - 17:05 Uhr

Hallo,

bei uns ist es so, dass mein Mädel sich so verhält, wie du deinen Jungen beschreibst.

Für mich völlig in Ordnung. Sie zeigt auch immer wieder "typisch weibliche" Seiten (Schuhtick, den sie ganz sicher nicht von mir hat, ich habe so wenige wie möglich), Puppenmutter usw.

Ich finde es sehr nervig, wenn es heißt, dass sie etwas nicht darf, weil sie doch kein Junge ist. Oder das Baustellen-T-Shirt mit Bagger, das sie am liebsten täglich tragen würde, nichts für Mädchen ist...

Egal ob Junge oder Mädchen. Jedes Kind sollte sich "weitgehend" frei entwickeln dürfen ohne Schiefe Blicke. Egal ob Piraten, Ritter (fand ich als Kind auch toll) oder Puppen, rosa, Schönschrift (damit konnten man mich als Kind jagen).


Sprüche wie "das ist aber nur was für Mädchen" oder "das machen doch nur Jungs" (und der Satz mit einem tadelnden Blick, weil das auch bei Jungs nicht erwünscht ist) finde ich furchtbar.

Ebenso die ewigen Vergleiche. Jungs sind stärker. Mädchen sind hübscher. #nanana

Grüße von einer Mädchenmama, deren Kind bei Raufereien ziemlich mitmischt

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