Besuche vor und nach der Geburt

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Hier könnet ihr euch gegenseitig Rat und Unterstützung geben. Lest gern auch in unserem Magazin nach. 

Beitrag von moeriee 18.03.11 - 18:09 Uhr

Hallo ihr Lieben! #winke

Nachdem unsere Geburt jetzt schon 15 Wochen her ist und ich in der Zwischenzeit viel lesen und auch hören konnte, wie es bei anderen Frauen ablief, fiel mir auf, dass bei uns alles so ganz anders war. Eine Freundin erzählte mir, sie hätte sich nach der Geburt fast gar nicht vor all den Besuchern retten können. Wenn ich ganz ehrlich bin: Bei uns war gar niemand da, außer meinen Eltern. Und auch jetzt sind die Besuche noch sehr verhalten, obwohl es schon so lange her ist und es Louis einigermaßen geht. Wie war es bei euch? Hattet ihr viele Besucher im KKH und / oder in der Zeit danach?

Und an die, die vor der Geburt schon lange im KKH waren: Wie empfandet ihr das!? Haben viele Leute an euch gedacht? Haben euch Freunde, Verwandte, Bekannte mal angerufen oder besucht? Ich musste feststellen, dass ziemlich viele Menschen sich teilweise überhaupt nicht meldeten oder nur ab und an mal eine SMS schickten, sie würden mich bald besuchen kommen, was sie dann aber nicht taten. Die Personen, die sich regelmäßig bei mir gemeldet haben oder mich besucht haben, kann ich an einer Hand abzählen. Viele Freundinnen, die mir einmal lieb und teuer waren, habe ich in den Monaten nicht einmal gesehen. Im Nachhinein waren sie die Ersten, die uns besuchen kommen wollten. Aber ich selbst habe den Kontakt einfach nicht mehr gesucht. Ehrlich gesagt bin ich schon ganz schön traurig über all das. Bei uns war irgendwie alles so anders, als bei anderen. :-(

Wie war das bei euch alles? Und wie habt ihr euch dabei gefühlt? Ging es euch gut dabei oder ward ihr auch traurig?

Ich freue mich auf einen Austausch mit euch!

Liebe Grüße #herzlich

Marie mit #baby-Louis (15 Wochen alt) #verliebt

Beitrag von marielea84 18.03.11 - 18:57 Uhr

Ich kann dir nur saagen mein kleines Wunder ist jetzt acht jahre alt.
Und wenn ich jetzt wo du das schreibst darüber nach denke war es bei mir auch so. Hab mich von allen im stich gelassen gefühlt meine Beste Freundin die ich kenne seit ich auf der Welt bin (unsere Muttis waren zusammen im KKH) hat immer nur die Ausrede gehabt sie kommt wenn es mir besser geht. Dabei ging es mir körperlich super und für die seelischen schmerzen hätte ich sie dringend gebraucht. Ich denk das viele Leute von der Situation andere zu trösten einfach überfordert sind. Auch hier bei uns im Ort (kleinste Stadt Deutschlands, jeder kennt jeden) sind mir alle aus dem Weg gegangen, erst wie meine Marie nach Hause kam wollten dann alle wissen wie das alles war und was ich durch gemacht hatte. da dacht ich auch nur ihr blöden .... jetzt will ich auch nicht mehr in der schweren Zeit habt ihr mich alle allein gelassen. Keiner hat mich in den Arm genommen und mich einfach mal heulen lassen ich mußte immer stark sein. Nur meine Mann meine Familie war für mich da und die waren alle genauso drauf wie ich also keine Hilfe. Zumindest nicht für meine Seele. Wie alles überstanden war und ich durch das alles nur noch 44 Kilo wog und auch körperlich so am Ende war da kamen dann die ganzen gut gemeinten Ratschläge ich soll mehr essen und mein Kind braucht mich. Aber was ich gebraucht habe das interessierte da keinen. Bin jeden Tag 200 KM gefahren um mein Kind zu sehen und das ganze 5 Monate lang. zum Anfang gab es jedesmal neue schlechte Nachrichten hätte nicht z. B. meine Freundin sagen können komm wir fahren zusammen wenigsten einmal? Mein Mann mußte arbeiten irgendwo mußte das geld ja her kommen.
So das war jetzt mal wieder ein Roman, ich könnte jetzt noch 20 Seiten über meine Gefühle schreiben die ich damals empfunden habe aber das würde den Rahmen sprengen.
Also du siehst es ging auch mir so.
lass dich drücken und wenn was brauchst oder wissen willst meld dich

Beitrag von sterni84 18.03.11 - 19:11 Uhr

Hallo!

Leonie kam 9 Wochen zu früh und lag 5 Wochen und 4 Tage im KH.
Außer meinen Eltern und meinem Bruder war NIEMAND im KH - aber weil ich das nicht wollte.

Ein paar Freunde und Bekannte haben zwar gefragt, aber gleich mit dem Beisatz, sie wollten mal sehen, wie klein so ein Frühchen ist und ob sie aussieht wie ein richtiges Baby. Ich hatte keine Lust mein Kind wie im Zoo den Besuchern zur Schau zu stellen.

Generell hatte ich überhaupt keine Zeit für Besuch, weil ich von morgens bis mittags im KH war und dann nachmittags bis spät abends nochmal. Ich wollte einfach nur bei meinem Kind sein.

Ich war außerdem die erste in unserem Freundes- und Bekanntenkreis, die ein Kind bekommen hat und so konnte niemand etwas mit meiner Situation anfangen. Mir sind sehr wenige Freunde von vor der Schwangerschaft geblieben. Schade - aber es ist nunmal so. Die erste Zeit war ich auch traurig, aber inzwischen habe ich mich damit abgefunden.

Durch Leonie habe ich viele neue Freundinnen gefunden, mit Kindern und ich muss sagen, sie sind mir inzwischen bessere Freundinnen, als meine alten.

LG Lena

Beitrag von belala 18.03.11 - 21:22 Uhr

Hallo Marie,

bei mir war es ähnlich wie bei dir!

In der 22.Ssw kam ich ins KH und Hoffnung wurde mir keine gemacht.
Insofern war ich froh so gut wie keine Besuch bekommen zu haben.
Nach der Geburt war ich, wie soll ich sagen, erstaunt über den Besuch meiner Tante und Cousine.
Denn nach der 1.Geburt kam niemand auf die Idee.
Mit Kameras kamen sie angerückt und wollten unbedingt mein 24 Wochen Frühchen fotografieren.
Ich wollte es nicht, hatte aber keine Kraft und Mut es ihnen zu verbieten.
Weil sie aber den Anstand hatten ohne Blitz zu fotografieren, wurden die Fotos alle unscharf.

Meine beste Freundin hörte von meiner zu frühen Geburt und meldete sich gar nicht mehr!
Das machte mich sehr traurig und ich war enttäsucht.
Nach knapp 1 Jahr meldete ich mich bei ihr, weil ich hörte, dass sie schwanger war.

Fazit:
die wenigen Menschen die Anteil nahmen, waren feinfühlig und wertvoll.
Besonders viel Kraft gab mir damals der Anruf meines Opas, der es aushalten konnte mich schluchzend und verzweifelt zu hören und mir zur Geburt seines weiteren Urenkels gratulierte.

LG,belala

Beitrag von anneli1105 18.03.11 - 21:48 Uhr

Hi
ohja, das kenne ich zu gut!
Meine damals beste Freundin sagte zu mir : und ich dachte immer du weißt es zu verhindern kinder zu kriegen.... (gut, er war ein Unfall, aber so ne Ansage geht mal gar nicht!)
naja, da habe ich sie gebeten sich bitte nicht mehr zu melden.
Ansonsten kann ich nur sagen, der Freundeskreis (!!!!) hat sich um mehr als die Hälfte reduziert ... aber besser so, als diese Altlasten mit sich rum zu schleppen.

Wir hatten damals die Besuche gut verteilt, auch mal abgesagt, wenns gar nicht ging.
Heute, 2 1/2 "danach" haben sich auch neue Freundschaften entwickelt und die alten Leute sind in der Versenkung verschwunden. Sollen sie doch auch da bleiben!

LG und Kopf hoch, irgendwann kommts Leben zurück ;O)

Beitrag von anna031977 19.03.11 - 00:05 Uhr

Vor der Geburt waren sie alle da. In regelmäßigen Abständen. Wirklich alle auch entfernte Freund und nicht so "dicke" Kollegen, viele Nachbarn. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Auch Anrufe hatte ich viele.

Nach der Geburt kam keiner. Nur ein Paar, die nicht wussten, dass es Frühchen sind. Alle anderen dachten ich und wir brauchen Ruhe, ich bin immer bei den Kindern, hatten Angst, wussten nicht wie sie damit umgehen sollen. Aber ehrlich, ich wollte nach der Geburt auch niemanden sehen und hören. Insofern war ich froh. Klar meine Eltern und meine Großeltern und meine Schwester und so waren da. Aber die die uns vorher auch die Bunde eingerannt hatten kamen nicht. Wie gesagt ich wollte es nicht. Viele haben sich dann mit der Zeit telefonisch gemeldet und gesagt, dass sie gerne kommen würden und ich bestimmen soll wann. Das fand ich super! Da kamen sie dann alle wieder angetanzt.

Alles es dann mit den Zwillis aber hoch her ging und ich depri wurde, stand ich wieder alleine da.

Immer so ein auf und ab.

lg

Beitrag von queenfirefly 19.03.11 - 07:38 Uhr

Unsere Kleine ist noch nicht auf der Welt. Allerdings muss ich nun schon seit ein paar Wochen zuhause liegen. Ich habe noch einen größeren Sohn und somit ist es gerade keine einfache Situation für unsere Familie.

Ich habe eine ganz tolle Freundin (lustigerweise kennen wir uns erst seit einem Dreivierteljahr), die wirklich dauernd anruft, vorbeikommt oder Hilfe anbietet. Ansonsten helfen meine Eltern uns viel. Von anderen "Freunden" bin ich auch ganz schön enttäuscht. Ich hab´s z. B. zwei Freundinnen erzählt, die ich schon lange kenne. Eine, die auch ein Kind hat, aber auch sonst selten anruft, meldet sich auch jetzt kaum. Gut, sie wohnt weiter weg, aber anrufen könnte sie ja mal.

Eine andere Freundin, mit der wir noch im Sommer viel unternommen haben (sie hat keine Kinder), hat sich in der ganzen Schwangerschaft nun zweimal per e-mail gemeldet. Sie hat zwar geschrieben, dass es ihr leid tut, dass ich nun wieder solche Schwierigkeiten habe wie in der 1. Schwangerschaft. Und dass ich Bescheid sagen soll, wenn die Kleine da ist, da kommt sie dann zu Besuch. Sie wohnt eine Viertelstunde von uns weg. Da hab ich eigentlich auch keine große Lust mehr drauf :-(

Ich werde den Kontakt zu Beiden wahrscheinlich nicht abbrechen, aber man weiß halt einfach, woran man dann ist. Ich find´s echt schade...

Beitrag von schanina 19.03.11 - 11:21 Uhr

Huhu,

ich würde sagen, das ist normal.. trauriger Weise! Viele wissen einfach nicht damit umzugehen in so einer Situation. Und aus Angst dann etwas falsch zu machen und jemanden zu verletzen, kommen sie lieber gar nicht.. Ich muss gestehen, das ich vor meiner Schwangerschaft mit den Drillingen sehr viele Freunde hatte. Als dann eines meiner Kleinen gestorben ist, habe ich erst einmal gemerkt wer die richtigen Freunde sind, welche da waren, welche mir Halt gegeben haben. Und dann ist die Kleine noch erblindet,.. und ich muss gestehen das ich meinen Freundeskreis nun eingeschränkt habe. Viele wissen nicht wie sie mit der Kleinen umgehen sollen, sind verkrampft,.. Dabei kann ich das gar nicht nachvollziehen. Sie ist so ein liebenswertes Kind, und macht es wirklich jedem einfach, selbst denen die keine Ahnung von blinden Kindern / Menschen haben. Sie ist ein sehr zufriedenes Kind, lacht viel, tobt gerne, erzählt viel,.. Wirklich toll#verliebt Umso trauriger das manche Menschen sowas nicht schätzen können. Aber mich hat das Nachdenklich gemacht und ich weiß nun auf wen ich wirklich zählen kann,..

Ich merke, ich schweife vom Thema ab #schein

LG Nina

Beitrag von madmat 19.03.11 - 15:29 Uhr

Hallo,

ich wurde auch garnicht besucht, außer von meinem Mann und den Kindern natürlich!

Mich hätte man sowieso nicht wirklich oft antreffen können, weil ich oft und lange bei der Kleinen war.

Angerufen hat mich meine Familie ganz oft. Leider können die mal nicht eben kommen, da sie weiter weg wohnen.

Andererseits muss ich auch sagen, daß ich froh war, wenn ich meine Ruhe hatte. Ich mußte zu mir kommen, mich mit der Situation abfinden, auch mal "in Ruhe" heulen können, wenn mir so war.

So haben wir es auch gehalten als ich, und später die Kleine wieder zu Hause waren. Nur Besuche bei Absprache oder garnicht. Oft ist es beim "garnicht" geblieben!

Aber angerufen von Bekannten wurde ich eigentlich garnicht. Im Nachhinein ganz schön traurig, solche "Freunde" zu haben.

LG

Beitrag von lilaluise 19.03.11 - 20:18 Uhr

Hallo Marie,
wie gehts es deinem Kleinen?Du hast geschrieben "einigermaßen"?

Bei uns war es so, dass sehr sehr viele Menschen an unserer Geschichte teilgenommen haben, sogar Leute die ich gar nicht kenne bzw. gekannt habe. Bekannte von unseren Eltern, Nachbarn, Freunde von Freunden. Als Leo auf der Welt war, haben mir fast fremde Menschen erzählt dass sie an uns gedacht haben und Kerzen angezündet haben. Ich denke das ist zum Teil auch der Grund warum mein Kleiner überlebt hat und nicht in der 18ssw geboren wurde. Es hört sich vielleicht komisch an, aber ich habe eine ganz starke Energie gespürt dadurch dass so viele an unserem Schicksal teilgenommen haben.
Besuche kamen normal viele...vielleicht eher weniger...aber das lag auch an mir, ich wollte mit meinem Baby ruhe haben...das erstmal verarbeiten, was passiert ist. Ich wollte auch keine Geschenke, die kamen mit so überflüssig vor...ich hatte doch das größte Geschenk in den Armen...ich wollte nichts materielles. Geldgeschenke haben mich total abgestoßen!

So wars bei uns...

lg luise

Beitrag von claudia_1984 19.03.11 - 22:59 Uhr

hallo marie

nach der geburt von meinem sohn james 35+4, hab ich nur meiner mama und der mama von meinem mann bescheid gegeben das sie ins KH kommen dürfen. sie haben james auch sehen dürfen (es dürfen bei uns auf die ITS nur die eltern vom kind und die großeltern)
meine schwester war auch mit ihrem freund und meinem kleinen bruder da. sie haben aber nur ein foto zugesicht bekommen. mir hat der besuch aber gut getan da ich zu dem zeitpunkt zwischen krankenzimmer, milchpumpe und ITS/Frühchenstatiobn gerannt bin. ich kam nur zum essen wenn ich besuch hatte.
als wir dann zuhause waren habe ich aufgepasst das nicht zu viele kamen und es hat geklappt. wir wollten am anfang unsere ruhe mit dem kleinen.

als luca geboren wurde, war nur meine beste freundin im KH, aber nur um mich 11 stunden nach der geburt abzuholen. sind dann noch schön durch die stadt spazieren gegangen. und der besuch ansich kam erst als der kleine zwei wochen alt war, weil ich es nicht wollte.

mach dir nicht so viele gedanken wegen dem besuch, geniess die zeit mit dem zwerg, es gibt immer welche die sich kaum noch melden nach der geburt.

lg claudia