Soll ich, oder soll ich nicht?=(

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von kullerkeks2010 18.03.11 - 18:30 Uhr

Huhu#winke

Ich weiß, eigentlich kann nur ich eine Anwtort auf diese Frage schenken, aber ich möchte doch gerne wissen wie ihr handeln würdet...

Also meine Oma (81) hatte vor ca. einem Monat einen herzinfakt...dann sah alles wieder gut aus...doch 2 tage später hatte sie einen herzstillstand und musste wiederbelebt werden, daraufhin wurde ihr ein herzschrittmacher gesetzt und sie wurde fürs erste ins koma gelegt um zu schauen, ob das herz mitmacht und der körper ruhen kann...dann kam noch eine fette lungenentzündung dazu...so das ist jetzt mittlerweile alles überstanden..sie wurde aus dem koma geholt, die lunge hat sich erholt und das herz macht teilweise gut mit....

Jettz kommt das große ABER:-(

Ihr Bein MUSS abgenommen werden...da kein Blut mehr durchfließt...es ist schwarz und die fingerkuppen fangen wohl auch schon an...es muss abgenommen werden um eine blutvergiftung zu verhindern...

Sprechen kann sie nicht, da ihr hals gereizt ist durch die schläuche und es wurde auch schon ein luftröhrenschnitt gemacht..

So...wir denken jetzt alle dass das nicht mehr so recht was wird...

Ich weiß nun nicht, ob ich sie nochmal besuchen soll...ich weiß nicht ob ich sie so sehen will oder sie lieber so in erinnerung behalten möchte wo es ihr noch gut ging...

Versteht ihr was ich meine?

Ich weiß dass mir das nicht leicht fallen würde, sie so zu sehen...habe es schon bei meiner anderen oma gemerkt...als sie ein schlaganfall hatte, hab ich sie besucht...sie konnte nichts sehen (war also blind) sie war wach und eigentlich in einem guten zustand, konnte mit uns reden und alles...aber mir wurde so schlecht und schwindelig, dass ich das zimmer nach 5 minuten verlassen musste, da ich sonst einen kreislaufzusammenbruch gehabt hätte...

Meine Mutter sagte mir eben auch, dass ich es lieber lassen sollte, weil ich das bestimmt nicht schaffe...

Ich weiß es einfach nicht...jetzt denke ich mir so: Meine Oma liegt im KH, ist vielleicht nicht mehr lange bei uns und ich habe sie nicht einmal besucht...aber sie dann so zu sehen ich weiß nciht:-(

Wie würdet ihr entscheiden?

LG Janine

Beitrag von schullek 18.03.11 - 18:34 Uhr

hallo,

das leben ist kein ponyhof. niemand hat jemals versprochen, das niemals schlimme dinge passieren noch dass du nicht auch schwere dinge tun wirst müssen.
es ist deine oma. sie wird vielleicht sterben und durchlebt momentan eine der schwersten zeiten ihres lebens. eventuell wird sie sterben. udn du fragst, ob DIR der anblick zu viel werden wird?
wenn du nicht gerade unter einer psychischen erkrankung leidest, die sich dann verschlechtert oder sonstwie verhindert bist, dann reiß dich zusammen udnbesuche deine oma. da gebührt der anstand.

lg

Beitrag von kullerkeks2010 18.03.11 - 18:51 Uhr

#schock

Kann man auch netter schreiben....

Beitrag von schullek 18.03.11 - 19:00 Uhr

ja, mag sein.
aber mich hat dein selbstmitleid gerade extrem genervt. sorry dafür.
ich hätt sdich auch vollsülzen können, kann ich auch gut. dafür hatte ich aber weder die ezit noch die lust und weiß du, manchmal helfen klare worte mehr als ewioges verständnisvolles seelenstreicheln.
jedenfalls kennst du nun meinen standpunkt und kannst ja mal drüber nachdenken.

mag auch sein, dass meine eigenen erfahrungen mich hier geleitet haben. mein vater starb plötzlich mit nur 36 jahren und hätte ich ihn begleiten können oder ihn sehen können vorher, ich hätt alles dafür getan.
als mein opa im sterben lag, 5 monate lang, war ich so oft da, wie ich konnte. es zeigte ihm, dass er nicht außerhalb zum sterben weggeschoben wurde, sondern inmitten seiner lieben stand und dort auch starb.

hast du als kind schöne zeiten mit deiner oma genossen? war sie für dich da? dann hat sie es verdient, dass du zumindest versuchst es zu packen.

lg

Beitrag von kullerkeks2010 18.03.11 - 19:05 Uhr

Ja sie wohnte damals 2 Jahre in unserem Haus...meine eltern hatten aber sehr viel zoff mit beiden...Mein Opa starb 2004...Ich war trotzdem immer da und hab die zeit dort verbracht...

Ich weiß dass sie es eigentlich verdient hat...aber mir fällt es so schwer...

Aber ich werd jetzt noch mehr darüber nachdenken...nur viel zeit hab ich ja evtl. nicht mehr...

Beitrag von schmunzelmonster123 18.03.11 - 19:09 Uhr

Nicht denken... hinfahren!!!! xxx #liebdrueck

Beitrag von chaosotto0807 18.03.11 - 19:55 Uhr

denke nich so lange nach...fahr zu ihr...#liebdrueck

Beitrag von schmunzelmonster123 18.03.11 - 19:08 Uhr

Hallo Du,

es tut mir leid, dass es Deiner Oma so schlecht geht und kann Dir nur raten noch mal hinzufahren. Ich glaube Du wuerdest Dir im Nachhinein wirklich Vorwuerfe machen. Natuerlich will man liebe Menschen so in Erinnerung behalten als es ihnen gut ging - aber das schliesst doch einander nicht aus! deine Erinnerungen an Deine Oma werden doch nicht geloescht. Nur durch die eine ergaenzt - und ganz ehrlich ich finde diesen Vorwand auch etwas egoistisch. Ihr ist es vielleicht durchaus bewusst dass sie die naechsten Tage nicht ueberleben wird. Sie wird Angst haben, sich vielleicht sehr alleine fuehlen... ich denke alleine durch einen Besuch kannst Du ihr das Gefuehl geben, nicht alleine zu sein, geliebt zu werden. Wie wuerdest Du Dich den fuehlen, wenn Du da liegen wuerdest und keiner kaeme - nur weil sie Dich als gesund in Erinnerung behalten wollen? Nur weil sie krank und vielleicht sterben wird heisst das doch nicht dass sie keine Gefuehle mehr hat!!

Meiner Meinung nach ist dieses eines der Probleme heutzutage. Wir wollen immer nur von gesunden Menschen umgeben sein. Die Tatsache, dass wir irgendwann sterben werden - und dieser Prozess meistens vor dem eigentlichen Tod beginnt (sprich Krankheit, Siechtum und Auszehrrung) koennen viele Menschen nicht ertragen, aber es ist nun einmal ein Teil des Lebens. Kein sehr schoener, zugegebener Massen - aber ein Teil dem sein Platz eingeraeumt werden muss.

Fass Dir ein Herz und geh hin, vielleicht hilft es auh Dir ein bischen, mit dem Geschehen fertig zu werden und es zu bearbeiten.

Ich schreibe dieses nicht, um Dir Vorwuerfe zu machen oder Dich zu verletzen, sondern um Dir zu zeigen, wie es vielleicht auf ihrer Seite aussieht, ich hoffe Du fuehlst Dich jetzt nicht persoenlich angegriffen!!

Liebe Gruesse

Sabine

Beitrag von kullerkeks2010 18.03.11 - 19:11 Uhr

Nein tu ich nicht...

Ach mensch...ich weiß ja dass das sehr egoistisch von mir ist...aber ich war noch nie gut darin...selbst wo meine eigene mutter und mein bruder im KH lagen hab ich kein wort rausbekommen und ich wollte am liebsten so schnell wie möglich wieder weg...obwohl es ihnen gut ging....Weiß nicht wieso das so ist....

Ich wed mal nochmal gründlich darüber nachdenken...

Beitrag von schmunzelmonster123 18.03.11 - 19:17 Uhr

#liebdrueck

...wenigstens machst Du Dir die Entscheidung nicht einfach! Du koenntest ja auch von vorneherein sagen dass Du nicht faehrst...

Denk nicht zu lange nach, denn unter Umstaenden ist es dann zu spaet!!

Ich drueck Dir und Deiner Oma ganz fest die Daumen und bin mir sicher, dass Du Dich fuer das entscheidest, was am besten fuer Dich ist!!

ganz viel Kraft fuer die naechste Zeit

Sabine

Beitrag von kullerkeks2010 18.03.11 - 19:19 Uhr

#danke#liebdrueck

Beitrag von sonntagsmalerin 18.03.11 - 20:07 Uhr

Hallo,

ich kann dich verstehen, mich trifft so etwas auch immer ganz arg und es fällt mir unheimlich schwer, jemanden so zu sehen..
Aber ich würde dir auch raten: Besuch sie noch mal! Du kannst es ja zumindest versuchen, und wenn es nur ganz kurz ist, hauptsache du hast es versucht!! Deine Oma hat es verdient und wird sich sicher freuen, auch wenn sie es vielleicht nicht auf die gleiche Weise mitbekommt wie früher.

Beitrag von erdbeer-hase 18.03.11 - 20:45 Uhr

Hey Kullerkeks
Ich würde an deiner Stelle deine Oma besuchen
Wenn ihr ein gutes Verhältnis habt und nicht nur am Streiten seid wenn ihr euch seht, dann geh zu ihr
Steh ihr bei solange es noch geht!

Ich hab es leider verpasst meinen Opa noch einmal zu sehen bevor er gestorben ist :-(
Er kam ins KH, er hatte nur eine leichte Lungenentzündung. Ich glaube es waren 2 Wochen bis er starb. Irgendwas stimmte mit seinem Herzen nicht.
Ich war nicht einmal da um ihn zu besuchen..

Ein Tag bevor er starb habe ich erfahren dass ich schwanger bin....
Ob es mich innerlich daran gehindert hat hinzugehen weil ich ein kleines Wesen in mir hatte? Ich weiß es leider nicht

Also besuche deine Oma, sonst wirst du es irgendwann bitterlich bereuen

Gruß

Beitrag von knutschkugel4 18.03.11 - 21:05 Uhr

MACH ES!!!!!
geh zu ihr hin nimm sie in deine Arme!!!



mein onkel hatte eine schwere Lungenerkrankung
kam ins krhs und ich hab mir dann ein weekend hier in der family freigeschaufelt
ich wusste das nur eine organspende ihn retten kann



ich bin freitagnachmittag zuhause losgefahren
3 stunden später war ich bei meiner mum und den nächsten tag wollten wir zu ihn hin



samstag kamen wir hin und er war nicht auf seinen zimmer sondern auf ITS im künstlichen Koma#heul


er wurde den morgen auf seinen wunsch hin in eine sorgenfreie welt hingebracht


und das war der moment der mich heut noch runter zieht -weil wäre ich am freitag noch 80 km weitergefahren -hätte ich ihn noch mal so in den arm nehmen können-ohne einen zusammenbruch zu bekommen
hätte ihn noch mal sagen können das ich ihn liebe#heul
hätte ihn streichel können
ja das streicheln ,reden in den arm nehmen hab ich an dem samstag gemacht - aber wer kann mir sagen das er es gemerkt hat#heul
woher weiß ich -das er gemerkt hat das seine puppi da war-nur für ihn




ach scheiße man#heul#heul#heul-sorry#heul
ich habe gerade tränen in den augen


ich bin nach drei stunden daraus-fix und fertig und mit vorwürfen
weil ich nicht an den abend noch diese besch... 80 kkm durchgefahren bin


ich habe meinen onkel in meinen herzen so wie er war#verliebt
aber die letzten bilder die ich sehen musste sind einfach nur ....




tut mir leid wenn ich so ehrlich hier bin

Beitrag von yozevin 18.03.11 - 22:12 Uhr

Huhu

Ich würde vieles dafür geben, könnte ich mit dir die Situation tauschen und mich nochmal richtig von meinem Opa verabschieden!

Mein Opa starb im Dezember.... Er hatte am Montag abend einen Schlaganfall, wollte jedoch nicht, dass meine Oma den Notarzt oder meine Mutter anruft.... Dienstag morgen wurde es meiner Oma dann zu blöd und sie hat gegen seinen Willen sowohl Notarzt als auch meine Mutter verständigt! Mein Opa kam umgehend ins Krankenhaus! Meine Mutter hat meinen Bruder und mich benachrichtigt und wir sind dann ebenfalls alle ins Krankenhaus.... Dort wurde uns gesagt, dass mein Opa operiert werden müsste und die Chancen eher nicht so gut stünden.... Da habe ich meinen Opa das letzte Mal gesehen!

Mein Opa wurde also operiert, er hat die OP relativ gut überstanden! Meine Oma und meine Mutter sind abends noch mal zu ihm gefahren, ich habe verzichtet, um ihn nicht zu sehr anzustrengen.... Ich würde alles dafür geben, diese Entscheidung rückgängig machen zu können!!! Zwei Tage später starb mein Opa an einem Herzinfarkt, ich habe es nicht mehr geschafft, ihn nochmal zu besuchen! #schmoll Ich hätte ihm gerne noch soooo vieles gesagt.....

DU hast diese Chance, also nutze sie bitte! Irgendwann ist es zu spät und du wirst dir in den Hintern beißen, dass du die Chance nicht genutzt hast! Also tu es, deiner Oma zuliebe! Nutze diese eine letzte Chance, deine Oma glücklich zu machen!

LG

Beitrag von lea03 18.03.11 - 22:12 Uhr

Liebe Janine,


FAHRE HIN!!!!


Ich spreche aus Erfahrung. Meine Oma und ich hatten das große Geschenk uns zu verabschieden! Es war ein wertvoller Moment für mich! Sie lag damals im Sterben. Ich wohnte fast 600km weit entfernt. Wir, mein Mann und meine beiden Kinder, sind zu ihr gefahren.

In den Tagen als wir da waren rappelte sie sich sogar wieder auf. Am letzten Tag, also als wir wieder nach Hause fuhren, verabschiedeten wir uns voneinander. Es war der emotionalste, traurigste aber aufbauende Moment in meinem Leben! Meine Oma sagte mir wie stolz sie auf mich sei, dass ich wunderbare Kinder habe und bitte immer gut auf sie aufpasse. Sie sagte mir, dass sie stolz auf mich sei.... ich bedankte mich bei ihr, sie war immer für mich da und ich konnte sehr viel von ihr lernen....

Wir wussten beide, dass es das letzte mal war, dass wir uns sahen.

Meine Oma wurde 86 Jahre alt. Ich bin mit ihr in einem Haus aufgewachsen.

Ich bin sehr froh darüber, dass wir voneinander bewusst verabschieden konnten.

Besuch Deine Oma!

vlg
Katrin

Beitrag von parzifal 19.03.11 - 06:10 Uhr

Bekommt sie den Besuch mit? Dann solltest Du sie auf alle Fälle besuchen.

Beitrag von kullerkeks2010 19.03.11 - 08:25 Uhr

Danke für eure Antworten:-)

Ich hab gestern nochmal sehr stark darüber nachgedacht und habe bzw hätte ein sehr schlechtes gewissen wenn ich nicht hingehe...

Ich werde meinen Mut zusammen nehmen und sie wenigstens einmal besuchen...zumindest das bin ich schuldig...

Danke nochmal für den Anstoß:-)

LG Janine

Beitrag von sonja_paris 19.03.11 - 09:15 Uhr

Hallo Janine

Mein Opa hatte ebenfalls einen Schlaganfall und hat sich davon nie wieder erholt. Und ich habe immer offen gesagt, dass ich ihn so NICHT sehen wollte: in einem Krankenhausbett oder im Pflegeheim, völlig hilflos und schwach.

Meine Familie hat mir die Entscheidung überlassen. Meine Cousine von damals 12 Jahren wollte ihn sehen und hat ihm sogar ein Lied auf der Flöte vorgespielt.

Ich habe nie bereut, dass ich ihn nicht mehr gesehen habe. In meiner Erinerinng ist er der starke, selbstbewusste und unnahbare Mann, mit dem man sich toll unterhalten konnte!

Nur Mut, die Entscheidung kannst Du nur selbst treffen und verantworten! Es ist DEINE Entscheidung, und Du musst Dich damit wohl fühlen.

Ïch hätte Dir normalerweise nicht geantwortet, aber weil alle anderer Meinung sind, wollte ich Dich doch gern unterstützen und zeigen, dass es auch anders geht :-)

LG,
Sonja.

Beitrag von chini 19.03.11 - 11:30 Uhr

Hallo,

ganz ehrlich? Du MUSST hinfahren, bitte!

Die Geschichte erinnerte mich so an meine Oma, und ich wünschte, ich wäre damals ins Krankenhaus gefahren #heul

Sie kam wegen Durchblutungsstörungen ins Krankenhaus, wo man ihr ein Bein abnehmen musste. Ich habe sie noch im Krankenhaus besucht und gefüttert. Wir haben erzählt und einen Ausflug im Rollstuhl geplant zum Spargel-Essen, wenn sie endlich wieder nach Hause darf.

Zwei Tage später kam spät abends der Anruf meines Vaters aus der Klinik, dass sich ihr Zustand rapide verschlechtert habe und sie im Sterben liege. Sie sei verkrampft und es sei kein schöner Anblick... Ich habe geheult und war total fertig. Damals war ich der Meinung, dass ich sie lieber in schöner Erinnerung behalten wollte, und bin bewusst nicht ins Krankenhaus gefahren, um mich von ihr zu verabschieden. Am nächsten Tag erzählte mir mein Vater, dass Oma nach mir gefragt habe. Man habe ihr dann erzählt, dass ich da sei - war ich aber nicht. Wer auch immer es war, von dem sie sich verabschiedet hat - anstelle meiner - sie ist danach für immer eingeschlafen.

Das habe ich bis heute (6 Jahre später) noch nicht verkraftet. Ich habe einen Riesenfehler gemacht, den ich leider nicht mehr rückgängig machen kann.
Wenn du es irgendwie einrichten kannst, dann fahr in die Klinik und verabschiede dich von deiner Oma #herzlich

Liebe Grüße
Chini

Beitrag von schwilis1 19.03.11 - 12:16 Uhr

Ich saß neben meiner Mutter als sie starb. und ich würde mich immer wieder daneben setzen und ihre hand halten.

Ich versteh nicht warum man sich solche Fragen überhaupt stellt. wenn man die chance hat sich zu verabschieden, dann sollte man es tun. STerben gehoert zum Leben dazu. Wir vergessen das nur allzuleicht.
Geh hin. nimm Abschied.

Beitrag von 88lovve 21.03.11 - 14:40 Uhr

hi

ganz ehrlich. ich würde es machen...denn nicht mehr lange und sie ist nicht mehr da und dann kannst du dir diese frage nie wieder stellen, besuche ich sie oder lieber nicht!

meine oma ist heute nacht gestorben...am freitag durfte man sie schon nur voll sterill besuchen..und ich konnte nicht weil ich zu krank war und es lebensgefährlich für sie gewesen wäre...
jetzt werde ich sie nie wieder sehen und das tut so verdammt weh..ich vermisse sie so sehr und würde alles drum geben sie nocheinmal in den arm zu nehmen...egal wie sie aussieht..
vll bin ich auch abgehärteter weil ich altenpflege gelernt habe und viel damit zu tun gehbat hab.

aber es kann wirklich das letzte mal sein und dann wirst du es bereuen, du kannst sie doch trotzdem so wie du sie kennst in erinnerung behalten...und wenn es garnicht geht kannst du auch aus dem zimmer raus.

wünsche dir viel glück bei deiner entscheidung!

Beitrag von geli0178 21.03.11 - 16:29 Uhr

Hallo Janine,

leider wird von der Gesellschaft erwartet das Du hingehst, auch wenn Dein Bauchgefühl Dir was anderes sagt. Meine Oma ist vor sieben Jahren ins Krankenhaus gekommen und innerhalb von vier Wochen gestorben. Mein Mann und ich haben sie nicht täglich aber wöchentlich besucht, auch wenn von meiner Familie mehr erwartet wurde. An ihrem 77.Geburtstag habe ich einen Anruf bekommen das ich mit meinem Opa eher kommen solle, ihr geht es nicht gut. Als wir im Krankenhaus angekommen sind, lag sie in einem anderen Zimmer im Sterben. Ich habe sie nur kurz gesehen und sie hat mich auch mitbekommen, danach bin ich aus dem Zimmer gerannt und mir war speiübel. Ich habe meine Oma nicht wiedererkannt. Wenige Minuten später starb meine Oma und die Schwestern machten sie ein wenig zurecht, sodas alle nochmal Abschied nehmen konnten. In der ganzen Aufregung gab mir eine Krankenschwester den Rat nur das zu tun was mein Bauch mir sagt.
Ich bin nicht nochmal in das Zimmer reingegangen und war dankbar über die ehrlichen Worte der Schwester. Mein Mann war zu dem Zeitpunkt auf dem Rückweg von der Montage und hat es nicht rechtzeitig ins Krankenhaus geschafft. Wäre er rechtzeitig gekommen, wäre das was anderes gewesen, aber so bin froh sie in der Erinnerung zu behalten wie sie zwar stark abgebaut im Krankenhaus war aber das Bild kurz vor ihrem Tod geht mir auch nach all den Jahren nicht aus dem Kopf.
Vielleicht kannst Du jemanden mitnehmen den Deine Oma kennt und Du nicht ganz alleine hingehst. Leider wird vielzuviel in dieser Gesellschaft erwartet. Es ist Deine Oma und nicht Dein Mann oder Dein Kind.

Alles Gute

Geli