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Archiv des urbia-Forums Partnerschaft.

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ABSOLUT dagegen! 18.03.11 - 21:10 Uhr

Mein Mann hat ein gewisses Drogenproblem!

Er hat seit seinem 18 Lebensjahr regelmäßig gekifft und auch gerne härtere Drogen ausprobiert. Lange Zeit war er als Dealer tätig und hat damit eine Menge Kohle verdient. Dann wurde er erwischt und bekam 3 Jahre auf Bewährung. Mittlerweile steht schon nichts mehr im polizeilichen Führungszeugnis.

Angeblich war er schon 1 Jahr "clean" als wir uns kennenlernten.

Über den Exfreund meiner Schwester hat er dann aber wohl eine Hanfpflanze bekommen die er heimlich in seinem Bad großzog. Eines tages habe ich sie entdeckt und ihn zur Rede gestellt.

Er wußte von vornherein das ich absolut gegen Drogen bin. Ich bin selbst in einer Kommune großgeworden in der alle Drogen konsumiert haben und auch ich habe als Jugendliche experimentiert. Aber daher kenne ich VIELE Leute die vorallem kiffen. Ich weiß das sie fast alle ein geregeltes Leben führen, sie arbeiten als Mediziner oder Bibliothekare etc. Nur dennoch empfinde ich sie als lascher, antriebsloser usw. In verschiedenen Ausprägungsformen. Daher will ich dies für meine Familie nicht!!! Ich will nicht das mein Mann in seiner Freizeit bekifft ist und sich dadurch sein Wesen verändert.

Naja, nach der Hanfpflanze kam die Entschuldigung, geerntet hat er dennoch. Wir machten einen Deal: Die Ernte darf er noch konsumieren danach wenn nur ganz GELEGENTLICH (und damit meinte ich am besten nie, wenn 1-2mal im Jahr bei großen Feten etc, hab ich ihm auch so gesagt).

Wir zogen zusammen, Kind eins kam, Kind zwei kam, wir sind nach Holland in den Urlaub und von da an hat er wieder sehr viel gekifft. Er hat versucht es zu verheimlichen in dem er sagte er geht mit dem Hund etc.

Er wollte ein Haus kaufen, ich sagte ihm: Nur wenn du nicht mehr so viel kiffst. Ok, er ließ es, wir kauften das Haus. Eine ganze Weile war Ruhe, ich glaube auch nicht das er in dieser Zeit heimlich geraucht hat.

Jetzt fängt er aber schon wieder damit an und ich habe darauf keine Lust! Er sagt er finanziert es durch Trinkgelder die er bekommt.

Sonst ist er ein toller Mensch! Wenn er kifft merke ich aber schon das er eher am Computer festhängt oder müde und abgeschlagen wirkt. Was kann ich denn tun außer ihn zu verlassen (was ich eigentlich nicht vorhabe)? Es hinnehmen gelingt mir absolut nicht! Ich habe ihn auch schonmal bei seinen Eltern "verpfiffen" (seine Dealerzeiten kannten sie), sein Vater ist pensionierter Kriminalbeamter. Diese sagten mir "Drogenberatung" aber da würde ich ihn nie hinbekommen.

Arrrghhhh was soll ich tun (zum hundertsten mal)

Wir sind übrigens seit 10 Jahren zusammen, seit 7 verheiratet

Beitrag von mauseannie 18.03.11 - 21:20 Uhr

Ich versteh nicht, wie man mit so jemandem ueberhaupt ne Beziehung auch nur in Betracht ziehen kann. Bissel experimentieren in der Jugend ist eine Sache, aber ne eher drastische Drogenkarriere und Dealen? Das wuerde ich mir nicht antun. Solche Leute aendern sich nicht.

Beitrag von ABSOLUTdagegen! 18.03.11 - 21:34 Uhr

Ja, hinterher ist man immer klüger! Vieles kam ja auch erst nach und nach ans Licht, da war das Kind schon in den Brunnen gefallen-im wahrsten Sinne des Wortes...

Beitrag von schnee-weisschen 18.03.11 - 22:01 Uhr

Drastische Drogenkarriere...


#rofl


Sorry, aber das ist soetwas von witzig.

Beitrag von eswareinmal 19.03.11 - 00:45 Uhr

"Solche Leute aendern sich nicht".

UNFUG, aber völliger.
Wenn man es will, kann man sich ändern.
Ich weiß wovon ich spreche, den ich war selbst über 10 Jahre heroinabhängig.
Und ich bin nicht die einzige. Ich kenne mehrere, die es schafften.

Beitrag von mauseannie 19.03.11 - 20:23 Uhr

Ok, das ist gut fuer Dich, dass Du die Kurve bekommen hast. Da bist Du aber die Ausnahme, die die Regel bestaetigt. Die meisten wollen sich naemlich gar nicht aendern. Und das sag ich als Sozialarbeiter.

Beitrag von blaaaah 18.03.11 - 21:34 Uhr

Geh du zur Drogenberatungsstelle. Die helfen auch dir selbst wenn dein Man dort nicht hin geht.

Ich könnte nicht mit so einem Partner zusammen sein. Drogen geht gar nicht.

Gruß
blaaaah

Beitrag von schnee-weisschen 18.03.11 - 22:09 Uhr

Hey,

wie oft macht er das?

Ich finde es grundsätzlich schlimm, wenn man innerhalb einer Ehe Dinge heimlich tun muss, weil vom Partner stigmatisiert wird.

Dein Mann ist ein toller Mensch, schreibst Du.
Du bist lange mit ihm zusammen, also muss da wohl etwas dran sein.

Du schreibst, dass er antriebslos ist, wenn er gekifft hat. Ich kenne "Leute", die kiffen (ich selbst nicht, weil ich es nicht vertrage), und die sind nicht in Dauertrance, sondern allenfalls 2 Std. ein bißchen ruhiger.
Das kann auch passieren, wenn man sein abendliches Bier trinkt.
Nur, dass das legitim ist.

Du wirst Deinen Mann nicht davon wegbekommen. Es ist soetwas wie eine Lebensphilosophie.
Er wird allenfalls lügen und sich immer neue Möglichkeiten schaffen, um rauchen zu können, ohne, dass Du es merkst.

Auf Dauer wird nicht das Kiffen (ich nehme an, er raucht nicht mehrmals täglich, das könnte ich ebenfalls nicht tolieren), sondern Du Eure Beziehung kaputt.

Also entweder, Du akzeptierst es, oder Du trennst Dich.

LG

sw

Beitrag von mitti8 18.03.11 - 23:06 Uhr

Hallo Schnee-Weisschen,

entschuldige, wenn ich eine Zwischenfrage stelle. Würdest du tatsächlich akzeptieren, wenn dein Mann täglich einen Joint raucht?

lg,
mitti

Beitrag von schnee-weisschen 19.03.11 - 07:17 Uhr

Hey,

ich finde grundsätzlich alles, was irgendwie zwanghaft stattfinden muss, schlecht.
Aber, wie viele Männer trinken abends ihr Feierabend-Bier? Das ist völlig legitim.

Täglich wäre mir wohl auch zu viel, aber grundsätzlich würde ich es akzeptieren, ja.
Mein Mann müsste sich nichts ausdenken, um "rauchen" zu können.

LG

sw

Beitrag von eswareinmal 19.03.11 - 00:46 Uhr

gib ihm zeit. Er hat noch nicht das "gewisse" Alter erreicht.

Aber er wird aufhören.

Beitrag von Was soll man sagen 19.03.11 - 01:00 Uhr

Du bist sehenden Auges in dein Unglück gelaufen.
Du hast dich auf einen Junkie, der auch gedealt hat, eingelassen, voller Hoffnung.
Es passt für dich nicht mehr, du willst diesen Sumpf nicht, er wird sich aber nicht ändern.
Ich weiß nicht wie alt du bist, ist auch egal, für dich hält das Leben sicher mehr bereit, als die ständigen Sorgen mit so einem Mann
*Diese sagten mir "Drogenberatung" aber da würde ich ihn nie hinbekommen.*
Dann mach die Biege.
Du trägst die Verantwortung für zwei Kinder. Aber auch ohne Kinder wollte ICH so einen nicht haben, der es nicht schafft, aus der jugendlichen Experimentierphase heraus zu kommen und erwachsen zu werden.
Was hast du dir dabei gedacht, von so einem zwei Kinder zu bekommen.
Ganz dicht bist du auch nicht.

Beitrag von schnee-weisschen 19.03.11 - 07:29 Uhr

Junkie...? Sumpf...?
Also entschuldige bitte, aber was ihr hier teilweise von Euch gebt, ist Bild-der-Frau-Geschwafel.

"Sorgen um den Mann machen"... Hä? #kratz Weil er Cannabis konsumiert?
Wohlgemerkt sprechen wir hier nicht von jemandem, der 4x am Tag im Bad verschwindet und nix anderes mehr macht.

Und was haben die Kinder damit zu tun?
Rennt er vor ihren Augen mit Joint herum?
Ist er nach dem Rauchen im Delirium, nicht mehr ansprechbar, erkennt die Kinder nicht mehr, glaubt, sie seien Aliens, oder gar Dämonen? :-D

Wenn ich kiffen würde und mir würde jemand mit Drogenberatung kommen, würde ich die Person auslachen und zum Psychiater schicken.
Das ist einfach lächerlich.
Da müsste dann jeder Mon-Cheri-Konsument dringend behandelt werden.

Zudem experimentiert ihr Mann nicht, denn ich habe nirgends gelesen, dass er noch anderen Kram zu sich nimmt.
Er kifft, andere essen Schokolade, trinken Alkohol, oder rauchen Zigarretten.

Ich hätte deutlich größere Probleme mit jemandem, der regelmäßig trinkt, denn das ist wirklich widerlich und bewusstseinsverändernd.

Beitrag von mauseannie 19.03.11 - 20:25 Uhr

Und was Du hier von Dir gibst, ist totales Enabler- Gelaber.

Beitrag von gelb9b 19.03.11 - 09:47 Uhr

Wenn er jeden abend 3 Bier trinkt würde ich mir mehr Sorgen machen.

Beitrag von ABSOLUTdagegen! 19.03.11 - 10:46 Uhr

Es gibt scheinbar grundverschiedene Einstellungen zu diesem Thema! Habe ich mir schon gedacht!
Für mich ist mein Mann kein Junkie (vielleicht liegt hier auch das Problem), ein Junkie ist für mich jemand immer auf der Suche nach dem nächsten Kick den es schon nicht mehr gibt, jemand der für seine Sucht alles machen würde, auch kriminelle Sachen.
Mein Mann führt mit uns ein sehr geregeltes Leben und sorgt für seine Familie. Das Kiffen bestimmt nicht absolut sein/unser Leben. Die härteren Drogen hat er zwar damals wohl auch ausprobiert (aber nie Heroin) aber für ihn war und ist Kiffen nicht damit gleichzustellen. Für mich irgendwie auch nicht. SO schlimm finde ich es dann auch nicht (wobei ich diesen Satz jetzt auch nicht gut finde, weiß nicht wie ich es anders ausdrücken kann) und wie schon gesagt kenne ich noch viel mehr Menschen die es tun (entferntere Bekannte aber auch Freunde). Das Kiffen scheint sich ja durch alle sozialen Schichten zu ziehen und ich kenne eben auch Ärzte, Pädagogen, Apotheker und Politiker die regelmäßig konsumieren.
Ich glaube manchmal es ist schon fast ein gesellschaftliches Problem über das aber keiner offen spricht weil Betrofffene ihre Droge als harmlos ansehen (als erstes kommt immer der Vergleich mit Alkohol wie mir auffällt) und andererseits weil es eben verboten ist. Aber die Stimmen für das Legalisieren gab es auch schon immer.
Es ist einfach so das ICH persönlich ein Problem damit habe. Scheinbar habe ich mich wirklich für den falschen Mann entschieden in dieser Hinsicht. Er vertritt eine andere Lebensphilosopie aber nur in diesem einem Punkt. Wahrscheinlich liegt es nur an unserer Partnerschaft das er seit Jahren zwar immer mal wieder und dann auch vermehrt kifft aber ohne mich bzw. mit einer Partnerin mit anderer Einstellung wäre es wohl noch viel mehr, vielleicht würde er sogar wieder dealen, schließlich schwärmt er immer noch von den Reichtümern die er damals damit angehäuft hat (von denen ich aber nie etwas gesehen habe außer vielleicht die tolle Stereoanlage die mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen ist) Er pflegte dazu eben auch einen recht exzentrischen Lebensstil in jungen Jahren, angeblich ging viel Geld für eigene Drogen, Autos und große Partys drauf. Davon sind wir heute ja weit entfernt!
Ich glaube ich werde mich tatsächlich an eine Drogenberatungsstelle wenden und einfach mal abwarten was dabei rumkommt.

Danke für eure bisherigen Antworten!

Beitrag von ABSOLUTdagegen! 19.03.11 - 10:48 Uhr

Ach, manche von euch wollten unser Alter wissen. Wir bewegen uns beide in der Mitte der 30er. Ich bin etwas jünger als er.