Diese Euphorie...*SiloPo*

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von caylianjanelle 18.03.11 - 21:42 Uhr

Guten Abend!

Vor einer Woche hat mir meine beste Freundin eröffnet, dass sie schwanger ist. Ganz frisch. Ihre Tage sind ausgeblieben und ein Test positiv. Nach einem halben Jahr Üben hat es geklappt.
Ich selber wurde im Dez letzten Jahres ausgeschabt. Habe 1 Kind. Sie auch 1.
Wir versuchen es nun wieder.
Nun bekommt sie natürlich das freudige Strahlen nicht mehr aus dem Gesicht - könnte die ganze Zeit nur Lachen - ist plötzlich ganz anders - beklagt sich jetzt schon über diverse Zipperlein und Heißhungerattacken (jetzt schon!!!). Okay, dachte ich mir, sie freut sich halt - und das freute mich auch.
Leider begann sie dann aber auch schnell zuuu euphorisch zu werden und meinte, dass ihr das was mir und vielen anderen passiert, nicht passieren wird. Ungefragt beharrte sie in jedem 2. Satz darauf, dass es schon gut gehen wird und sie ja sonst auch IMMER Glück hat im Leben...
Tja, was sagt frau dann darauf...? Nicht viel... Ich ließ sie einfach reden...

Nun ist sie gerade mal "21 Tage" schwanger - muss bald zum 1. Gyntermin - und hofft auf ein Bild mit Mega-Punkt.
Da ist wieder diese Einstellung "FEHLGEBURT - passiert allen anderen - nur mir schon nicht!"
Ich wünsche ihr wirklich von ganzem Herzen, dass sie das nicht durchleben/leiden muss, aber ein bisschen weniger Euphorie wäre auch in Ordnung.
Und dann diese 1.000 Dinge, die bis zur Geburt noch gemacht, gekauft, geregelt werden müssen... Als ich das 2. Mal schwanger war, habe ich nur seeehr wenig darüber geredet, weil ich ihr (als Übende) nicht weh tun wollte. Und sie - sie überrumpelt mich voll. Diese ganzen Dinge kann man doch auch noch in 3 oder 4 oder gar 5 Monaten bekaakeln.

Mir ist klar, dass es die nächsten Monate kaum noch ein anderes Thema geben wird, und das ist auch völlig okay so (jeder ist halt anders), aber ein bisschen doof komm ich mir in der Situation schon vor. Ein bisschen der Looser. Und dann dieses "aaaach, du bist bestimmt die Nächste - der nächste Eisprung ist deiner!" Jetzt kommt sie großspurig um die Ecke, wo sie vor 22 Tagen noch kleinlaut verzweifelt klang... Sie meint es gut, keine Frage - aber Zuviel des Guten ist nicht gut =/
Sie lächelt siegessicher, zuversichtlich, unantastbar... aber vielleicht steckt ein Fünkchen Zweifel, Angst und überspielter Egoismus mit drin.
Ich hätte mich gefreut, wenn sie auch mal ihre Ängste, Sorgen oder Zweifel angesprochen hätte und ICH hätte sie dann beruhigen dürfen - das hätte das ganze viel menschlicher gemacht.
So ist es ein bisschen wie beim Wettkampf - Sie mit Medaille, ich darf nach Hause.

Vielleicht versteht jemand, wie oder was ich meine...

Beitrag von jujo79 18.03.11 - 22:03 Uhr

Hallo!
Ja, ich verstehe dich total. Eigentlich solltest du mit ihr reden und sagen, dass es für dich etwas schwer ist, die Euphorie zu ertragen. Aber ich hab da gut reden. Ich habe auch nicht meine Freundin darauf angesprochen, dass sie manchmal echt Verletzendes sagt.
Sie versucht auch schon seit vielen Monaten, schwanger zu werden. Eine weitere Freundin ist seit 3-4 Monaten auch mit von der Hibbelpartie. Beide haben blöd und irgendwie enttäuschend auf meine FG reagiert, wahrscheinlich wussten sie auch nicht, was sie sagen und tun sollten. Aber auch jetzt noch raffen sie nicht, wie schlimm dieses Erlebnis war. Und dann kommen solche Sprüche wie: "Na, als nächstes bin ich ja dann dran, weil wir schon länger üben. Als 2. dann die andere Freundin, weil sie ja noch kein Kind hat und dann du, du hast ja schon 2 Kinder!" Ok, abgesehen davon, dass sie das ja mit ihrem Gerede nicht beeinflussen kann, denke ich, dass man daraus wieder mal hört, dass sie nicht ganz versteht, wie groß der Verlust für mich war. Ehrlich gesagt, wäre ich dann lieber erst gar nicht ss geworden, als dass ich mich freue, dass es geklappt hat und dann die FG durchleben musste.
So ganz kann man den "Wettkampf" wohl nicht verhindern, wenn man zeitgleich schwanger werden will. Aber es zeigt sich mal wieder, dass Frauen, die noch keine FG mitgemacht haben, nicht wirklich nachempfinden können, wie schlimm das ist, auch wenn es noch am Anfang war. Und irgendwie ist es auch nicht fair, dass deine Freundin immer wieder meint, betonen zu müssen, dass IHR sowas nicht passiert. So nach dem Motto, sowas passiert DIR, aber MIR nicht, ich habe das alles im Griff. Ich würde ihr schon mal sagen, dass du ja hoffst, dass alles gut läuft, aber das man vieles eben nicht selbst in der Hand hat.
Ich versteh dich echt!
Grüße JUJO

Beitrag von verzweifelte04 19.03.11 - 09:03 Uhr

Hallo!

oh, ich versteh dich, sehr sehr gut sogar..

ich hatte im Nov 09 eine FG, dann die stille geburt unseres sohnes in der 31. woche und vor 3 wochen wieder eine FG, dann wurden mir letzte woche noch eine zyste, endometrioseherde, verwachsungen und ein teil des eierstocks entfernt.. dazu hab ich einen uterus bicornis und deshalb ein erhöhtes risiko auf FG..

und meine tante hat nichts besseres zu tun, als uns seit wochen stundenlang von der schwangerschaft meiner cousine zu erzählen - null rücksichtnahme.. meine cousine war grad mal in der 6. oder 7. woche, da hat sie es uns schon erzählt.. so auf die art, dass ja ihrer tochter sowas nicht passiert..
ich hab mich gefühlt wie ein versager..
und nun kann sich meine familie immer anhören, wie arm sie doch ist, weil ihr ein bissl schwindelig ist.. mir tut das weh, wir haben nie gejammert und ich hatte blutungen von der 6. bis zur 17. woche, sturzblutungen, lag im kh und dann musste uns Raphael in der 31. woche verlassen...

und ihr 2. thema, mein cousin und frau versuchen seit ein 3-4 monaten schwanger zu werden (haben schon ein kind), und es hat bis jetzt noch nicht geklappt.. die armen, sie wollen doch nicht einen zu großen altersunterschied.. sie haben ein gesundes kind, wir nicht! ..muss ich mir das immer anhören.

ich weiß, meine tante will mich und meine familie nicht verletzten, sie muss halt immer im mittelpunkt stehen.. aber sie merkts nicht mal.. es war 2 tage nach der AS und sie wieder ganz euphorisch und ich sitz da, tränen in den augen, ganz bleich und dann fragt sie noch ob ich denn grippe hab...

es ist schön, wenn sich alle so über ihre schwangerschaft freuen, es freut mich ja auch.. aber ein bissl rücksichtnahme.. ich kann mir das einfach nicht stundenlang anhören.. ich sag ja nicht, dass niemand etwas sagen darf..

ich drück dich ganz fest und hoffe dass es bald klappt #klee
lg
Claudia
#stern #stern #stern

Beitrag von sterretjie 19.03.11 - 10:25 Uhr

Ich hoffe nur das deine Freundin das Schicksal nicht errausfordert mit ihre Aussagen.

Ich verstehe dich sehr gut. Wir wünschen diese schreckliche Erfahrung keine Freunde oder sogar Feinde, aber das es dich trifft was sie sagt kann ich sehr gut verstehen.

Ich wurde ihr auch sagen das du ihr alles Gute wünsch und hoffst das alles gut geht bei ihr. Mehr kannst du nicht machen.

Lg Shani