Wir gehen an dieser Sozialstaatlichkeit...

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von anna031977 19.03.11 - 00:37 Uhr

zu Grunde.
Sozialstaatlichkeit finde ich gut und sie muss unbedingt geschützt werden. Wird sie ja auch!

Aber diese Schmarotzertum, Abschöpfertum und wo kann ich hier oder da noch was rauschlagen und diese "was steht mir zu" Mentalität können einen gelegentlich zermürben.

Sozialstaatlichkeit in Ehren, aber diese Sozialstaatlichkeit, wo sich man einer nur überlegt wie er von Schlupfloch zu Schlupfloch kommt und sich da und dort noch was und hier und steht mir zu und dann noch beschweren....

Wahnsinn!

Klar sind manche unverschuldet in ihre Situation geraten, dennoch muss man dann froh sein über alles was man gratis bekommt. Dass das nicht die Welt sein kann ist ja klar, es geht ja irgendwann nur noch ums Existenzminimum. Auch Gutscheine fände ich eine Alternative, denn wie gesagt, es geht ums Existenzminimum...

Ich denke, dass dann manch einer auch mehr Anstrengungen unternehmen würde in ein Beschäftigungsverhältnis zu kommen.

Aber Fazit ist wohl, es gibt solche und solche und Leute die es ausnutzen und andere die dankbar sind. Schon klar.

Mein Lieblingsargument ist ja: der Staat will doch die Kinder...
Ja will er. Aber er will welche die eine Aussicht auf ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen haben

...

Beitrag von weltenbuergerin2 19.03.11 - 01:28 Uhr

Gut, dass wir mal drüber geprochen haben. #kratz

Und jetzt?

Beitrag von rosaundblau 19.03.11 - 08:16 Uhr

Guten Morgen!

Ja, diesen Eindruck kann man (ganz besonders hier) bekommen.

ABER, insbesondere zu diesem Absatz:

„Ich denke, dass dann manch einer auch mehr Anstrengungen unternehmen würde in ein Beschäftigungsverhältnis zu kommen.“

Liegt es vielleicht daran, dass viele eher/mehr Möglichkeiten haben Informationen rund um Sozialleistungen und Existenzminimum zu bekommen, statt zu Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, Verdienst und Eigeninitiative?

Wer Rat sucht wird mit Informationen rund um „das steht Dir zu“, „das kannst Du dort beantragen“, „hast Du schon … beantragt?“ bombardiert. In Foren, Ratgebern, Ämtern, privatem Umfeld. Diese Informationen lassen sich doch auch viel einfacher, da oftmals pauschal, weitergeben als individuelle Lösungen die Bildungsstand, Familiensituation –Kinderbetreuung-, Wohnort, aktuelle Arbeitsmarktsituation etc. berücksichtigen müssen.

So ziemlich jeder kann Dir heute genau sagen welcher ALG II Satz Person X zusteht. Geht es jedoch darum was kann ich als Bürokauffrau im Handwerksbetrieb verdienen, gehen die Meinungen von 7,50 EUR/Std. bis 25 EUR/Std. trotz etlicher Manteltarifverträgen auseinander.

Nicht zu vergessen, die meisten Menschen gehen lieber den bequemen Weg!

vg rosaundblau

Beitrag von devadder 19.03.11 - 09:08 Uhr

Zum Teil hast Du Recht und Du betonst ja auch, dass man unverschuldet in die Situation des ALG2 Bezuges kommen kann. Leider machen die Medien immer wieder Stimmung gegen die ALG2 Empfänger, gerade in den provaten Sendern. Diese Sendungen unter der Rubrik Assi TV oder Hartz 4 TV gehen einem schon an die Nieren.

!!!ABER!!!
Leider ehe ich kaum Sendungen in denen das Leid, ja ich nenne es ein Leid, der älteren Arbeitnehmer dargestellt wird. Die bekommen ins Gesicht gesagt, dass sie zu alt sind, oder schon ein Jahr aus dem Job sind oder sogar eine Behinderung haben und somit nicht mehr zu gebrauchen sind. Klar, dass sich solche Leute bemühen, so viel wie möglich "raus zu holen". Es war zwar kein Bausparvertrag, aber sie stehen auf dem Standpunkt, jetzt habe ich 30 Jh eingezahlt, keiner hilft mir bei der Job Suche, dann sollen sie zahlen. Die ARGE verwendet mehr Zeit einem zu zeigen wie abhängig man von ihnen ist und wie man zu kuschen hat, als die Leute in Arbeit zu vermitteln.
Übrigens ist diese Diskussion nicht nur lächerlich sondern sogar dreist. Gerade jetzt die Regelsatz Erhöhung. Kostet die Erhöhung ein paar Millionen, so ist das Geschrei groß. Gibt es eine Wirtschaftskrise oder Bankenkrise werden die Hähne aufgedreht und es fließen Milliarden. Klar, man hat zusätzliche Arbeitslosigkeit damit verhindern können. Aber zu welchem Preis? Dazu noch, wo die ganzen Probleme hausgemacht waren.

Beitrag von thea21 19.03.11 - 09:55 Uhr

Guten morgen,

unabhängig davon, dass ich dir Recht gebe, dass die Mentalität: Mitnehmen was geht, zum weglaufen ist, meine ich, dass der Prozentteil unserer Bevölkerung genau derer ziemlich gering ist.

Es wird immer und überall Menschen geben die genau so leben.

Ob hier, in Amerika, in China, in Kuba...

Beitrag von arienne41 19.03.11 - 10:06 Uhr

Mein Lieblingsargument ist ja: der Staat will doch die Kinder...
Ja will er. Aber er will welche die eine Aussicht auf ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen haben

Woher weißt du das deine Kinder diese Aussicht haben?

Du nimmst doch selber das unser soziales Netz ausreichend in Anspruch oder meinst du in jedem Land gibt es Krankenkassen?

Ich habe ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen nur zur Info

Beitrag von marion2 19.03.11 - 12:10 Uhr

Hallo,

definiere bitte:

"unverschuldet"

danke

Gruß Marion

Beitrag von wemauchimmer 19.03.11 - 12:46 Uhr

"der Staat will doch die Kinder...
Ja will er. Aber er will welche die eine Aussicht auf ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen haben "

Hi Anna,

informier Dich doch mal über die Bevölkerungsprognosen für Deutschland bis 2030 bzw. 2050.
Dann wirst Du sehen, daß jedes gesunde Kind, das heute geboren wird, ganz sicher einen Job finden wird.
LG

Beitrag von imzadi 19.03.11 - 21:38 Uhr

Wiederum anderen Prognosen nach geht nächstes Jahr die Welt unter.

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“ (zugeschrieben Karl Valentin, Mark Twain, Winston Churchill u.a.)

Beitrag von duchovny 19.03.11 - 22:29 Uhr

Unser Staat hat größere Probleme als sein "soziales Wesen"!

Land Hessen hat z.B. mal eine Bilanz erstellt! Fazit, schon heute sind 45% des Landes Rückstellungen für Beamtenpensionen! In einigen Jahren/Jahrzehnten wird dieser Posten 80-90 % einnehmen. Nicht etwa die Sozialhilfe oder das Wohngeld! Nur dies wird nicht geändert, weil die Politiker sich damit selbst ins eigene Fleisch schneiden!

Klar gibt es Leute die nicht arbeiten wollen, und nur schauen was sie bekommen. ABER: Die sind kaum ein Problem! Es würde reichen, wenn die Arbeitsagenturen für die Leute Arbeit finden würde die es auch wollen! Du glaubst doch nicht tatsächlich den Arbeitslosenstatistiken, oder? Alle die ALG II oder ALG I beziehen und in irgendwelchen sinnfreien Kursen (von denen gibts eine Menge) der Arbeitsagentur sitzen oder einen Eurojob machen, sind da nicht reingerechnet genauso wie andere Gruppen!

ICh finde es so saudumm, wenn Leute jammern dass ALG II zu hoch ist. Statt sich darüber zu beschweren, dass es Lohndumping ohne Ende in unserem Lande gibt!
Kleine Info: es gibt Millionen "Aufstocker" die trotz VOLLZEITjobs ihre Familie nicht ernähren können!
Wenn dann die ALG II-Sätze runtergesetzt werden, werden dies viele AGs als Zeichen sehen, dass sie die Löhne auch runtersetzen können, ist ja dann immernoch genug Differenz zum ALG II-Satz! Traurig aber war!

Bei uns bekommt ein Taxifahrer 4,50 € die h! Das ist traurig und er zahlt seinen Taxischein davor auch noch selbst!
Ich habe einen NEbenjob im Büro gesucht, das geilste Angebot war, dass ich eine halbe Stelle für 400 € besetze! Als gelernte Kraft! JEden Tag 4 h! So dreisste AGs gibts!

Ich finde deinen Thread einfach nur oberflächlich und nicht durchdacht!

Noch etwas: Über den ALG II-Satz und die Mini-Erhöhung wurde Wochen diskutiert. Und es kamen 8 € insgesamt bei rum!

Die letzte Diätenerhöhung der lieben Abgeordneten hat minuten gedauert und bringt denen in den nächsten Jahren aufgrund der für sie so schlimmen Inflation 5 % PRO JAHR ERHÖHUNG (7500 bekommen sie pro Monat im Moment)!

Es wird so ein Wind um ALG II gemacht, damit das gemeine Volk, sich nicht um die richtigen Ungerechtigkeiten kümmert, gegen die nichts getan wird! Da werden dann die BILD-Themen zitiert, die so unglaublich sorgfältig recherchiert werden, obwohl das meiste einfach schmarrn ist! Ihre Berechnungen wieviel so ein ALG II-Empfänger sich leisten kann und sogar mehr bekommt als jemand in Arbeit!
Und du machst mit deinem Gutschein-Mist auch noch klasse mit!

Stimmt, warum auch sollte sich ein ALGII-Empfänger nicht schämen müssen, wenn er an der Kasse mit einem Gutschein zahlt und somit die Kassiererin und alle anderen wissen, dass er Leistungen vom Staat erhält! #klatsch Soll dankbar sein, dass er überhaupt Essen bekommt!

Ich bekomme keine Leistungen vom Amt, aber bin trotzdem für eine Erhöhung der Leistungen, weil ich denke, dass es dann für AGs nicht möglich sein wird die Dumpinglöhne weiter zu erhalten! Und endlich in einigen Branchen anständige Löhne bezahlt werden müssen. Wir brauchen auch die nicht so qualifizierten Leute wie Reinigungskräfte, ganz normale Arbeiter ect. es können ja nicht alle Akademiker sein. Diese Leute sollen aber bitte auch davon leben können!

Bei sowas schwillt mir der Kamm!

LG Susanne

Beitrag von shampoo 19.03.11 - 23:19 Uhr

dein beitrag ist nett gemeint, aber leider völlig unqualifiziert.
oder kennst du die jeweiligen kostenfaktoren der firmen und unternehmen, die ihren arbeitnehmern niedrige löhne zahlen?

solange bei mir der kunde nicht bereit ist, einen angemessenen preis für die dienstleistung zu bezahlen, solange werde ich meinen mitarbeitern auch keine höheren löhne zahlen können. #aha

Beitrag von duchovny 20.03.11 - 01:03 Uhr

Die jeweiligen Kostenfaktoren dieser Firmen kenne ich natürlich nicht! Aber ganz unqualifiziert schreibe ich hier nicht, da ich BWL studiere!

Aber ich nenne dir jetzt mal Beispiele aus meiner Gegend und dies ist kein Witz:

1. Taxifahrer verdient 4,50 €/h und muss seinen Taxischein ect. selbst zahlen. Die Inhaberin dieses Unternehmens ist Stammkundin in der örtlichen Spielothek und lässt TÄGLICH mindestent 300 € in dieser. Sie füttert den Automaten nur mit Scheinen!

2. Spielhallenkraft verdient 5,80€ + Zulagen/h. Der Inhaber dieser Spielhallenkette hat erst neulich seine 15 besten Freunde nach LAS VEGAS eingeladen in Appartments für um die 10.000€ die Nacht und alle Spesen seiner Freunde bezahlt! Ist kein Witz, den kenn ich persönlich und einer der mit war hats erzählt! Davor war es nur seine Finka auf Mallorca und dazu alle Spesen! Die Enkelin hat einen neuen BMW zum 18. Geburtstag bekommen.

3. Bäckermeister! Beschwert sich, dass er niemanden findet der für 6-7€ in der h mitten in der Nacht aufstehen will um für ca. 3-4h seinen Brötchenbringdienst zu machen mit dem Privatauto! Kauft seiner Tochter einen Mercedes als Geburtstagsgeschenk und fährt 3x im Jahr in den Urlaub!

Diese Beispiele sind vielleicht Ausnahmefälle, aber meiner Meinung nach schon krass.

Aber es gibt ja auch in der "großen" Wirtschaft viele Beispiele! Z.B: Schlecker und seine Zeitarbeitsfirma. Da wurden ja die alten rausgemobbt und für halben Lohn Leute über eine Zeitarbeitsfirma eingestellt (jetzt mal ganz grob zusammengefasst).

Ich weiss nicht in welcher Branche du selbstständig bist. Ich kann jetzt nur von mir sprechen, aber würde ich angemessenen Lohn bekommen oder mein Mann (wir arbeiten beide VOLLZEIT und ich dazu noch Minijob), hätte ich mehr Geld zur Verfügung und würde einen Teil davon mindestens in Konsumgüter und Dienstleistungen investieren!

Beispiel: Zur Zeit gehe ich, wenn ich zum Friseur gehe zu einem Billigfriseur, der einen Trockenschnitt für 10 € anbietet, einfach, weil ich mir sonst keinen leisten könnte und färbe meine Haare selbst! Meinem Mann und meinen Söhnen schneide ich selbst die Haare, dafür habe ich eine Haarschneidemaschine! Einfach weil wir sonst schwerer über die Runden kommen.
Hätte ich ausreichend zur Verfügung, dann würde ich zum "normalen" Friseur gehen und mir dort die Haare färben und waschen, schneiden, legen lassen und meine 50-60 € dalassen und dies öfter als alle 6 Monate. Genauso wie ich meine Männer dann beim Friseur stutzen lassen würde.

Oder, zur Zeit kaufe ich Brot und Brötchen im Discounter, einfach weil ich mit den Mitteln, die ich habe, haushalten muss. Hätte ich mehr Geld zur Verfügung, dann würde ich zum Bäcker um die Ecke und dort einkaufen, weils natürlich qualitativ besser ist und dies sich auch im Geschmack wiederspiegelt!

Ich denke so geht es vielen Leuten!

GLG Susanne

Beitrag von shampoo 20.03.11 - 08:37 Uhr

hallo susanne :-)

ich habe ein friseurgeschäft.
und ich habe früher sowohl in einem damals "hochpreisigen" geschäft gearbeitet und in einer "billigkette".
die arbeitsbedingungen sind jeweils unterschiedlich. der lohn nicht zwangsläufig.
normal-hochpreisige geschäfte werfen mitunter genauso wenig oder viel gewinne ab, wie die billigläden. billigläden funktionieren über die masse. dahinter steht jedoch ein mitarbeiter, der irgendwann regelrecht ausgepowert ist, weil er immer mehr menschen durchschleusen muss für den selben (oder mittlerweile leider auch immer weniger werdenden) lohn.
wie du festgestellt hast, kann auch die qualität darunter leiden.
in einem normalpreisigen geschäft sind lediglich die arbeitsbedingungen besser. NOCH !

betriebswirtschaft ist nun mal sehr starr.
da betrachtet man zeitfaktoren, einkaufspreise , etc. , aber keine individuellen menschlichen regungen und bedürfnisse.
auf dem papier errechnet kann ein mitarbeiter bei mir auch ne menge geld erwirtschaften, aber in der realität sieht es eben anders aus. der kunde - der mensch - ist nicht immer gleich abhandelbar.
demzufolge muss das ja bei der kalkulation schon entsprechend berücksichtigt werden.

würde man dies jedoch tun, würde wohl kaum noch der normale kunde zum friseur gehen.

und ich finde es auch nicht verwerflich, wenn z.b. ein bäckermeister, der seinen betrieb vielleicht schon viele jahre hat und entsprechend verantwortung für diesen betrieb und seine mitarbeiter trägt, höchstwahrscheinlich auch schon so manche kritische durststrecke überwinden musste (sich bereits mit hohem risiko verschulden musste) und auch selbst immer wieder einspringen muss und mehr als ein arbeitnehmer arbeitet, weil für einen geschäftsinhaber nie feierabend ist, sich dann urlaube oder sich /seiner tochter ein teures auto leistet.
natürlich verdient ein arbeitnehmer beim bäcker wenig geld, denn der kunde bezahlt ja auch nicht freiwillig mehr für sein brot und seine brötchen, wenn er woanders (wo alles maschinell hergestellt wird oder die arbeitskräfte noch weniger verdienen oder noch miesere arbeitsbedingungen haben) etwas noch günstiger bekommt !
genau da liegt das problem.man sieht nur, dass es irgendwo anders billiger geht - ohne wirklich zu wissen, wieso das billiger ist.

so wie du und ich als endverbraucher haushalten müssen,
so muss auch der geschäftinhaber haushalten.
wieviele male oder wie sehr betriebe verschuldet sind - selbst wenn es nach außen so aussieht, dass der inhaber im geld schwimmt, das weiß doch keiner wirklich.

und natürlich gibt es diese fälle ,wo sich betreiber jeglicher firmen die taschen vollstopfen, aber - um auf den ursprungsthread zu kommen - es gibt auch leider zuviele menschen, die ansprüche stellen ohne darüber nachzudenken, woher das geld überhaupt erstmal kommt, das da monatlich ausbezahlt wird.

und ja, ich sehe es auch so, dass sich immer mehr eine mitnahmementalität breit macht. und etwas aufstocken, und zu glauben, dadurch werden arbeitgeber gezwungen mehr zu zahlen, das ist nonsens.

ich mache es ganz einfach:
ich habe 3 vollzeitmitarbeiter - die noch zu wenig verdienen. ich habe die wahl zwischen: preise erhöhen oder jemanden entlassen.
rein rechnerisch fahre ich einen mitarbeiter-stamm auf hohem niveau. das hat aber mehrere gründe:
ich möchte die qualität der dienstleistung und produkte aufrecht erhalten und brauche selber nebenher zeit, um meine mitarbeiter zu schulen und schulungen zu bezahlen.
da ist ein mitarbeiter schneller und cleverer und der andere langsamer ...
wirtschaftlich würde ich sagen: einer müsste gehen. langfristig betriebswirtschaftlich sage ich mir: es wird sich irgendwann ein erfolg einstellen. solange verzichte ich auf gewinne - habe weitaus weniger als meine mitarbeiter.
irgendwann möchte und kann ich selber aber auch nicht mehr verzichten !
was passiert ? entweder qualität runterschrauben, mitarbeiter entlassen oder weniger lohn zahlen.
weniger lohn bedeutet - weniger kaufkraft.
die spirale dreht sich immer weiter nach unten.

den rest zu dem ursprungsthread überlasse ich nun deiner fantasie und deiner ausbildung.

was ich eigentlich nur gern immer wieder bewußt machen möchte:
nicht alle berufe sind gleich und kosten sind keine festen faktoren.
und ALLE! berufe, wo man mit menschen zu tun hat - sind heutzutage mehr als knapp berechnet. zu knapp. darunter leiden arbeitnehmer - aber auch recht oft die inhaber.
bloß weil jemand geld oder einnahmen verspielt, heißt es nicht, dass der betrieb genug abgeworfen hat. ;-) kenne da auch einen fall.

ja, ein thema über das man stunden diskutieren könnte.
einen schönen sonntag noch!

gruß
claudia

Beitrag von shampoo 20.03.11 - 08:45 Uhr

das wollte ich nochmal in erinnerung rufen!
"ICh finde es so saudumm, wenn Leute jammern dass ALG II zu hoch ist. Statt sich darüber zu beschweren, dass es Lohndumping ohne Ende in unserem Lande gibt!
Kleine Info: es gibt Millionen "Aufstocker" die trotz VOLLZEITjobs ihre Familie nicht ernähren können!"

in berlin und umgebung betrifft es genau die friseure, die in einem 10-euro-billigladen arbeiten.
friseure, die 3,50 die stunde verdienen ! weil sonst das system des billigsalons nicht aufgehen kann. ;-)

Beitrag von falkster 19.03.11 - 23:30 Uhr

Es gibt einen gesetzlich verankertes Recht auf diese Sozialleistungen, von daher ist die Anspruchshaltung durchaus nachvollziehbar.

Und Dankbarkeit von den Leistungsbeziehern erwarten?? Gehts noch??
Heute schon dafuer gedankt, dass keiner Dein Haus gepluendert, Dich nicht fristlos gekuendigt, nicht umgebracht oder zumindest koerperverletzt hat? Der Schutz vor solchen Sachen steht naemlich rechtlich gesehen auf der gleichen Ebene...

Mir geht die ewige Rummoserei ueber Hartz4 Empfaenger maechtig auf den Geist, weil die meisten, die sich beschweren offenkundig keine Ahnung von der Materie haben, sondern lieber mit stammtischtauglichen populistischen Phrasen um sich werfen.

Eine Schande ist das und genau genommen auch ein Angriff auf die Institution Sozialstaat...
Armes Deutschland.

Beitrag von falkster 19.03.11 - 23:37 Uhr

JNoch was vergessen zum Thema Gutscheine...

Vielleicht fuehren wir noch verschiedenfarbige Gutscheine ein fuer gedultete und ungeduldete Asylanten ein, ach ja... und natuerlich auch fuer alleinerziehende Muetter...#augen

Beitrag von oberhuhnprillan 20.03.11 - 14:05 Uhr

"Auch Gutscheine fände ich eine Alternative, denn wie gesagt, es geht ums Existenzminimum... "

Na dann, wünsche ich dir nicht, dass mal in so eine Situation kommst.


Ansonsten finde ich die Unterscheidung zwischen "verschuldet" und "unverschuldet" (nicht nur in diesem Zusammenhang) grundsätzlich völlig daneben.