Mein Mann behandelt die Kids nicht gleich...

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von cooky2007 19.03.11 - 09:47 Uhr

Seit der Große auch mal bocken kann, reagiert mein Mann auf ihn auf genau dieselbe Weise. Er begibt sich auf die Ebene des Kindes (jetzt 3) und bockt mit ihm rum, bis sich beide in einen Machtkampf begeben haben, aus dem sie nicht mehr rauskommen.
Erziehungsratgeber lesen? Fehlanzeige. Auf evtl Ratschläge von mir hören? Auch nicht. Erziehungsberatung? Um Himmels WILLEN! Es einfach mal liebevoller versuchen und nicht mit dem Kopf durch die Wand? Mein Mann kennt durch diesen geraden Weg.

Die Kleine dagegen wird herumgetragen, verhätschelt "ei dei dei" etc., während wenn der große Bruder "nicht spurt" (Worte des Vaters) er schier herablassend beachtet wird.

Mit tut das weh, gerade wenn ich sehe, wie sensibel mein Kind darauf reagiert. Und er beginnt, seinen Vater widerzuspiegeln, indem er genau so weiter bockt.

Festgefahrene Situation. Was kann ich tun...

Beitrag von enni12 19.03.11 - 10:00 Uhr

"Die Kleine dagegen wird herumgetragen, verhätschelt "ei dei dei" etc., während wenn der große Bruder "nicht spurt" (Worte des Vaters) er schier herablassend beachtet wird.

Mit tut das weh, gerade wenn ich sehe, wie sensibel mein Kind darauf reagiert. Und er beginnt, seinen Vater widerzuspiegeln, indem er genau so weiter bockt. "

Hallo,

ich denke das Hauptproblem ist, dass ihr euch in der Erziehung überhaupt nicht einig seid!
Deine Aussagen wie "Worte des Vaters" oder "wie sensibel MEIN Kind darauf reagiert" lassen nichts gutes vermuten!
Wichtig ist, dass ihr darüber sprecht. Man muss ja nicht gleich eine Erziehungsberatung etc. in Anspruch nehmen! Mach deinem Mann deine Bedenken klar, setze ihn aber nicht so sehr unter Druck. Frage ihn, warum er die Kinder so unterschiedlich behandelt!

Liebe Grüße und alles Gute

Dani

Beitrag von ich-habe-zwei-davon 19.03.11 - 12:37 Uhr

Die Kleine dagegen wird herumgetragen, verhätschelt "ei dei dei" etc., während wenn der große Bruder "nicht spurt" (Worte des Vaters) er schier herablassend beachtet wird.


dein sohn ist 3jahre alt und deine tochter 9monate - ich sehe da auch ganz klar unterschiede im alter.
du kannst beide kinder nicht gleich behandeln.


des weiteren:

Erziehungsratgeber lesen? Fehlanzeige. - ich bin kein befürworter von solchen erziehungsratgebern,..kinder sind individuell und ich würde sie nicht nach einem buch erziehen,.. abgesehen davon erziehen wir nicht unsere kinder, sondern begleiten sie im leben.


Auf evtl Ratschläge von mir hören? Auch nicht. - wieso lässt du ihn nicht seine ansichten nach mit anbringen? warum muss oder sollte er sich so verhalten, wie du es machen würdest? sicher sollte man an einem punkt gemeinsam ansetzen, aber ihr seit zwei verschiedene personen, einmal vater und eben einmal mutter, die vieles anders machen würde.


Erziehungsberatung? Um Himmels WILLEN! - na nun hör aber mal auf,.. was erhoffst du dir denn davon? wegen der einen sache die du oben beschreibst?
sorry, aber das ist in meinen augen vollkommen überzogen #schwitz



mfg

Beitrag von widowwadman 19.03.11 - 12:58 Uhr

Wahre Worte

Beitrag von marion2 19.03.11 - 12:39 Uhr

Hallo,

es ist nicht nötig alle Kinder gleich zu behandeln und auch gar nicht richtig - Kinder sind nämlich verschieden.

Gleiche das vermeintliche Fehlverhalten des Vaters doch einfach aus.

Wenn er sich um das kleine Kind kümmert, hast du Zeit dich um das große Kind zu kümmern.

Gruß Marion

Beitrag von rufinchen 19.03.11 - 13:32 Uhr

Hallo,

entgegen anderer halte ich Erziehungsratgeber nicht grds. für Teufelszeug, aber es gibt schon wenige Gute.
Ich denke auch, dass die Antworten gar nicht deinem Beitrag gerecht werden und finde die Banalisierung deiner Beschreibung nicht treffend.
Mein Vater konnte das auch gut....sich kindisch benehmen, uns mit Missachtung und solchem Gedöns bestrafen, das war schlimm. Dass hier die Entwicklung des Ichs und des eigenen Willen als Nichtspuren und Bocken (quasi in Böswilligkeit) bagatellisiert wird, ist die Grundlage für das eigenartige Verhalten deines Mannes. Kann es sein, dass er gar keinen Plan hat, wie sich ein Kind entwickelt? "Spuren müssen" hatten wir in den 60ern und 70ern, fraglich, ob das der richtige Weg war.
UND sich dann so zu verhalten, wie es vom anderen (Kleinkind) gerade nicht gewünscht ist...was für eine Logik, ich lebe das vor, was ich bei einem Schützling vermeiden will.
Herablassung ist keine Handlung, welche man vorleben sollte....du solltest deinen Mann daran erinnern, dass er ein Vorbild ist.

Du solltest ein ruhiges Gespräch mit deinem Mann suchen und ihm sagen, was dir aufgefallen und warum dir nicht wohl dabei ist. Dann solltet ihr eine gemeinsame Grundlage finden. Es muss allerdings nicht sein, dass ihr euch in allem einig seid oder immer genau gleich handelt. Kinder wissen durchaus, dass die Eltern auch Individuen sind und es ist ja auch schön, wenn sie eine Palette von Verhaltensweisen kennen lernen. Erfrag doch mal, worauf dein Mann wert legt und warum er meint, dass sein Verhalten das gewünschte Resultat erzeugt. Ratschläge sind unerwünscht, wie sieht es denn mit einem Austausch aus...bei dem du auch mal erfragst, wie dein Mann dies alles empfindet?
Wenn du ihm vor Augen führst, dass sie sich gleich verhalten und ein Mann bei eurem Sohn das Verhalten nicht mag....dann dürfte doch logisch auf der Hand liegen, was dein Mann dann abstellt oder?
Dein Mann muss aber keine zweite liebevolle Mutti sein oder? Er muss schon den Raum für einen eigenen Stil haben, nur was du beschreibst, klingt wirklich nicht schön.

Jeder hat seine Rolle in der Familie und deine Kinder haben verschiedene Rollen und Positionen inne, das wird auch so bleiben. Es besteht nun einmal ein Altersunterschied und der sollte auch Beachtung finden. Allerdings braucht ein Dreijähriger auch noch viel Verständnis und Nähe. Wenn das Verhalten deines Mannes nicht gänzlich abgekühlt ist, sondern sich nur auf die beschriebenen Momente bezieht, würde ich nicht dramatisieren, aber etwas Feintuning anregen. Dein Mann hat es nicht anders gelernt und macht es jetzt genauso...die Beratungsresistenz ist ja ein Charakterzug bei vielen Menschen, aber daher hilft nur ein offenes Gespräch, bei dem man sich auch die andere Seite anhören kann.

LG
Rufinchen

Beitrag von cooky2007 19.03.11 - 15:30 Uhr

Vielen Dank für deine - für mich richtig gute - Antwort.

Mein Mann ist wohl so erzogen worden (was mir immer mal wieder das Verhalten meiner Schwiegermutter zeigt) bzw. er sagt immer er sei früh "seinen eigenen Weg gegangen". Nach ihm kamen in sehr kurzem Abstand noch 2 weitere Geschwister. Er war da schon 5 Jahre alt. Direkte Mutter-/Vaterliebe (kuscheln, vorlesen etc.) hat er wohl nicht so kennengelernt, wie ich es erlebt habe. Der Vater war oft nicht zu Hause, da er viel arbeitete, die Mutter arbeitete von zu Hause aus und konnte dabei keine Kinder gebrauchen.

Er liebt seinen Sohn und zeigt ihm das auch, wenn das Kind "pfleglich" ist. Womit er nicht kann, ist, wenn das Kind seinen eigenen Willen zeigt.
Ich versuche immer die Gratwanderung zwischen beiden (bzw. allen dreien); was auf Dauer wirklich schwierig ist.

Beitrag von froehlich 19.03.11 - 18:45 Uhr

Ich finde es absolut mittelalterlich, wie manche in diesem Thread sich über Erziehungsberater mokieren - ich bin nun auch nicht alternativlos "buchgläubig" und setze grundsätzlich auf den gesunden Menschenverstand, dennoch kann es nicht schaden sich zwischendrin mal Tips von Menschen zu holen, die sich über das Thema Kinderpsyche, soziales Verhalten und Erziehung vertiefend Gedanken gemacht haben. Das vorneweg. Ich kann Deinen Ärger sehr gut verstehen. Natürlich kann man Kinder verschiedenen Alters nicht auf dieselbe Art und Weise behandeln, aber GLEICH im Sinne von liebevoll und altersgemäß angemessen durchaus! Ich denke, Du solltest nochmal sanft Druck machen. Ich habe in einem ähnlichen Fall meinem Mann vorgeschlagen, daß wir uns beide mal einen Abend Zeit nehmen und zwei, drei Artikel zu einem spezifischen "Problem" lesen - und die dann ernsthaft diskutieren. Mein Argument ist und bleibt: für alles und jedes ziehen Männer oft irgendwelche Ratgeber heran, in die sie sich stundenlang vertiefen (und wenn's die Fernbedienung vom TV ist). Nur in punkto Kindererziehung (immerhin mit das Wichtigste, was wir in unserem Leben in Angriff nehmen!) glauben wir plötzlich, sowas bräuchte es nicht und wir könnten das alles aus dem Bauch raus. (Gibt ja offenbar auch hier einige, die so denken). Vielleicht kannst Du Deinen Mann auf lange Sicht zum Umdenken bewegen. Ihr würdet alle merken, wie ihr davon profitiert!

LG, babs

Beitrag von lajo 20.03.11 - 11:05 Uhr

Ich glaube viele Väter sind anders als die Mütter, habe ich hier auch. Allerdings wenn Kinder darunter leiden, das ist nicht gut. Ich sage meinem Mann auch das er mal mehr auf die Kinder eingehen soll bzw mal daran denken muß, dass Kinder anders denken/empfinden als Erwachsene.
Du mußt mit ihm reden.

Beitrag von mami-tini 21.03.11 - 08:10 Uhr

Ich kann gut nachempfinden in welcher Situation du dich gerade befindest. Mir geht es ähnlich wobei der Unterschied ist, dass der Große nicht sein eigener Sohn ist.

Er reagiert völlig falsch mit ihm und das hat nichts mehr mit unterschiedlichen Erziehungsansichten zu tun. Er wird einfach ungerecht dem Kind gegenüber. Teilweise verhält er sich auch so wie deiner, dass er auf das Niveau des Kindes geht, anfängt nur rum zu diskutieren und nach dem Motto: Wie du mir so ich dir handelt.

Manchmal könnte ich echt an die Decke gehen dabei. Ohne Grund wird er auch angemault und mein Sohn ist einfach manchmal nur noch störend. Der Kleine hingegen ist sein ein und alles. Er versucht auch wo es geht die beiden zu trennen, damit der Große ja keinen Blödsinn mit dem Kleinen macht.

Klar ist es wichtig die beiden unterschiedlich zu behandeln. Das tue ich auch, nämlich altersgerecht, aber man sollte dabei immer Eltern bleiben und nicht zu einem Kind werden. Dabei verlieren die Kinder den Respekt vor den Eltern und fangen an, ihnen auf der Nase rum zu tanzen.

Die Erziehungsberatungstelle kann ich dir nur empfehlen. Die haben mir schon einmal geholfen und geben ganz neutral hilfreiche Tipps. Wenn dein Mann nicht mit möchte kannst du auch gerne alleine hin gehen.

Hast du denn schonmal ein richtig ernstes Gespräch mit ihm geführt? Ohne Kinder in einer neutralen Umgebung? Wenn ja, was hat er gesagt?

Bei mir hat letztendlich nur noch die Androhung der Trennung geholfen ihm die Augen zu öffnen, denn dieser ständige Streit hat unsere Beziehung sehr belastet.

Tut mir übrigens echt leid für dich, dass du hier so viele sinnfreie Antworten bekommen hast.