Ist Atomenergie wirklich sicher?

Archiv des urbia-Forums Politik & Philosophie.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Politik & Philosophie

Hier ist der Platz, mit anderen Politik- und Philosophieinteressierten über Parteien, aktuelles politisches Geschehen, Sinnfragen etc. zu diskutieren. Wir bitten insbesondere in diesem Forum um einen sachlichen und konstruktiven Diskussionsstil!

Beitrag von felidae01 19.03.11 - 17:38 Uhr

Hallöchen!

Ich bin gestern über das Interview
http://www.n-tv.de/politik/Deutsche-AKW-sind-Geldmaschinen-article2881881.html gestolpert. Das möchte ich Euch gern einmal zur Diskussion stellen.

Heute sah ich dies: http://www.vimeo.com/21058566 Daraufhin habe ich im Netz einfach mal gesucht... Und ich war sehr überrascht, allerdings leider negativ.
Seit Jahren wird uns gesagt, dass die AKW sicher sind. Seit Jahren wird darüber geredet, dass eine Laufzeitverlängerung nur möglich sei, wenn die AKW-Betreiber Investitionen in die Sicherheit tätigen.
Was davon haben sie umgesetzt? Oder ist es vielmehr nur ein Argument gewesen, um die Bevölkerung ruhig zu halten?

Ich persönlich halte nichts von AKWs, ganz einfach, weil es sich hierbei um eine völlig unausgegorene Idee handelt. Nach wie vor ist nicht klar, wohin mit dem ganzen nuklearen Restmüll. Schön, wenn man sie in alte Salzstöcke entsorgt. Aber wirklich sicher ist es nicht. Und das wissen die da oben auch alle. Uns wird gesagt, unseren AKW kann NICHTS passieren, doch schon 2001 hatte man feststellt, dass unsere AKW nicht gegen Flugzeugabstürze oder Terroranschläge gesichert seien. Das AKW Biblis ist auch bei Erdbeben absolut unsicher. http://www.google.de/#q=biblis+erdbeben&hl=de&rlz=1R2ACPW_deDE408&prmd=ivns&ei=KNeETbPjB5DOswaKkKCzAw&start=10&sa=N&fp=fd1415b2bafd4566
Und wenn ich lese, dass ein Energieriese selbst zugibt, dass es Probleme gibt: http://www.bund.net/nc/bundnet/presse/pressemitteilungen/detail/zurueck/pressemitteilungen/artikel/sicherheitsmaengel-bedeuten-das-aus-fuer-neckarwestheim-1-und-philippsburg-1-bund-legt-aktuelle-stu/ dann wird mir ganz anders. Wie sicher sind denn unsere AKW wirklich??? Und ist es nicht auch so, dass jede noch so kleine Wahrscheinlichkeit eines Tages eintreten kann? Wie groß sind die Chancen, dass unsere AKW NIEMALS einen Unfall haben werden, wenn doch inzwischen bekannt ist, dass es seit Inbetriebnahme des ersten Reaktors hier in D bereits etliche Störfälle waren. Ebenso in Europa: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_St%C3%B6rf%C3%A4llen_in_europ%C3%A4ischen_kerntechnischen_Anlagen
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,430124,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_meldepflichtiger_Ereignisse_in_deutschen_kerntechnischen_Anlagen
http://www.helles-koepfchen.de/artikel/2210.html
Wirklich? Soooo sicher? Ja, das beunruhigt mich dann doch...

Doch noch immer wird das Betreiben eines AKW als supersicher verkauft. Ist Atomstrom wirklich so sauber und rentabel? Warum werden diese AKW zur "Energiesicherung" gebaut, wenn sie doch in einem Notfall abgeschaltet werden müssen?
Frankreich bezieht ~78% seiner Energie aus AKW (http://www.botschaft-frankreich.de/spip.php?article3024) Was, wenn die aus welchem Grund auch immer ihre AKW abschalten müssen? Sie würden in der Stromversorgung auf den Stand eines Entwicklungslandes abstürzen... Denn sie hätten dann ja nur noch um die 20% Und dann?

Dazu kommen noch mehr Dinge: http://www.n24.de/news/newsitem_6737350.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+n24%2Fhomepage+%28N24+-+Top-News%29&utm_content=Twitter
Eine Laufzeitverlängerung bis 2050? Aber haben wir überhaupt die Ressourcen dafür? Laut dieser Seite
http://www.contratom.de/hintergrund/ wohl nicht wirklich. Aber ist das am Ende nicht bereits von einigen hier befürchtet worden? Eine Vera... von oben, Hauptsache, die Lämmer sind erstmal still und gefährden mit ihrem Geblöke von wegen Atomgefahr jetzt nicht die anstehenden Wahlen...
Oder dies hier? http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-03/ake-debatte-deutschland?page=2 Dafür, dass wir vorher bereits einen großen Teil des Stromes exportiert haben – und Herr Westerwelle auf der Pressekonferenz selbst sagte, wir haben genug Strom, um den Ausfall dieser AKW zu kompensieren, finde ich die Aussage von EON wiederum verwirrend…

Da fühle ich mich doch glatt veralbert. Brückentechnologie? Eine Technologie, die über rund 100 Jahre läuft, ist für mich bei weitem keine Überbrückung mehr. Was wäre die Alternative?

Unser Stromverbrauch wächst massiv. Und immer mehr technische Geräte stehen auch in den Wohnungen. Ein Sparpotential wäre privat durchaus vorhanden, aber wer will schon groß auf seine Bequemlichkeit verzichten.

Also… Was denkt ihr? Gibt es Alternativen? Ist Atomkraft wirklich so unverzichtbar? Gerade im Hinblick auf mögliche Probleme…
Ich bin zwar gegen diese tickenden „Zeitbomben“, allerdings möchte ich gern wissen, was ihr genau dazu denkt.

Also, haut in die Tasten und lasst es mich wissen :-)
LG #katze



Beitrag von niana 19.03.11 - 18:48 Uhr

Genau das hab ich mir letztens auch angeschaut. Wenn man mal zusammen zählt hatten wie 31 Störfälle der INES 4-5 ( Japan jetzt ist bei 6) in den letzten 60 Jahren, das sind knapp alle 2 Jahre ein Unfall bei dem Menschen zu schaden kommen durch Strahlung. Selbst wenn es nur die Arbeiter sind. Ja ich weiß das die Unfallzahl in Kohlekraftwerken usw. wohl höher liegt allerdings ziehen diese Unfälle nicht so einen Rattenschwanz nach sich.

Das wir nicht von jetzt auf nachher ohne die Kraftwerke auskommen weiß ich, trotz allem hoffe ich das bald eine andere Lösung gefunden wird.

Ps. http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Unf%C3%A4lle_in_kerntechnischen_Anlagen
Falls jemand nachlesen möchte.

Beitrag von felidae01 19.03.11 - 19:24 Uhr

" Ja ich weiß das die Unfallzahl in Kohlekraftwerken usw. wohl höher liegt allerdings ziehen diese Unfälle nicht so einen Rattenschwanz nach sich. "

Sicher, alle vom Menschen gemachte Technik ist ebenso wie vom Menschen kontrollierte Technik nun mal nie sicher, weil schon der Faktor "Mensch" gar nicht kalkulierbar ist.

Dennoch sollte man bedenken, was passiert wenn...

Bei einem Kohlekraftwerk gibt es sicher auch sehr schlimme Unfälle. http://www.welt.de/vermischtes/article1298738/Unfallopfer_koennen_nicht_geborgen_werden.html
ABER! Man kann im Anschluss daran noch nebenan wohnen und sein Gemüse auch problemlos anbauen und verzehren. Menschen sind in ihrer Gesundheit vielleicht durch den Kohlestaub belastet und durch Abgase - ich weiß nicht, ob sich das so ohne weiteres mit einem Atomunfall vergleichen ließe. http://www.engemann-und-partner.de/news/vorlaeufiges-aus-fuer-e.on-kohlekraftwerk-datteln/ Problematisch ist wohl bei Kohle eben die Umweltfreundlichkeit...

Bei einem AKW hingegen kann man auf Jahrtausende in der näheren Umgebung nichts mehr tun. Siehe Tschernobyl. Dort lebt seit 25 Jahren im Umkreis von mindestens 30 Kilometern niemand mehr. Nichts kann angebaut werden, weil es eh niemand essen könnte. Man könnte es nicht einmal an Tiere verfüttern, weil die die Strahlung aufnehmen und weiter an uns abgeben könnten. Noch heute strahlt der Sarkophag munter vor sich hin und müsste dringend saniert werden. Doch es fehlt Geld...

Ich sehe es ebenso wie Du. Bei all den Unfällen und Störfällen wird jede Aussage eines Politikers "Unsere AKW sind sicher!" Lügen gestraft...

"Das wir nicht von jetzt auf nachher ohne die Kraftwerke auskommen weiß ich, trotz allem hoffe ich das bald eine andere Lösung gefunden wird."

Ja, das ist mir auch bewusst. Dennoch empfinde ich es als Zumutung, dass wir ständig belogen werden. Gut, ich denke, es gibt heute Solaranlagen, die man sich aufs Dach zimmern kann. Es gibt diese Windkraftparks, die zwar ökologisch sind, weil sie Wind nutzen - aber am Ende auch die Umwelt verschandeln aufgrund der Betonsockel bzw. weil die Parks einfach nur unschön sind.

Wasserkraftwerke sind auch nicht ganz ohne - wenn so ein Staudamm Probleme macht, kann es auch Tausende treffen. Dennoch kann man hinterher problemlos wieder dort wohnen und sein Essen anbauen...

Im Übrigen bin ich gerade auf diese Liste http://100-gute-gruende.de/lesen.xhtml gestolpert. Vieles lässt sich sehr leicht recherchieren...

LG #katze

Beitrag von julia2809 19.03.11 - 18:55 Uhr

Neben den Gefahren durch Erdbeben, Terroranschlägen oder sonstigen "unvorhersehbaren"Ereignissen bleibt der Müll und seine Entsorgung ein(physikalisch) unlösbares Problem.Somit ist diese Form der Energiegewinnung indiskutabel.Wäre all das Geld, daß man in Akws, Entsorgungen, Transporte, Polizeieineinsätze...investiert hat, in die Forschung zu erneuerbaren Energien geflossen, wären wir einen ganzen Schritt weiter(mein Bruder forscht in diesem Bereich und kann da interessante Dinge erzählen)
Und selbst ohne Horrorszenarien oder den Blick in die Zukunft ist das Hier und Jetzt erschreckend:Unser Pathologieprofessor, der immer SEHR vehement gegen diese Technik war, zeigte uns Studien, die bewiesen, daß es mitnichten eine ungefährliche Sache ist. In Windrichtung der Akws zeigen sich bei Kindern erhöhte Leukämieraten....Tolle Technik!

Beitrag von felidae01 19.03.11 - 19:32 Uhr

"mein Bruder forscht in diesem Bereich und kann da interessante Dinge erzählen"

Das glaube ich gern. Solche Geschichten mag ich übrigens ;-) Was man da alles erfahren kann, ist echt krass. Vielleicht kannst Du ein wenig hier davon einbringen?

Man sieht das ja an vielen Dingen. Sei es am Auto... wir fahren diese Dinge eigentlich genauso wie vor 100 Jahren. Klar, es hat sich die Ausstattung verändert. Sie sind bequemer und schneller geworden. Aber die Grundtechnik ist doch noch genauso.

Und mit der Technik der AKW ist es im Prinzip ähnlich. Es wurde doch nicht wirklich was verbessert. Von der Entsorgung, wie Du ja schreibst, ganz abgesehen. Diese Technik ist im Notfall kaum kontrollierbar.

Und die Leukämiefälle sind ebenso eingebildet wie die Teurung durch den Euro... Nein, im Ernst, trotz entsprechender Studien wird dieses Thema immer wieder zerredet und als Humbug hingestellt...

LG #katze

Beitrag von manavgat 19.03.11 - 20:42 Uhr

Atomkraft und die Rente sind sicher.


und die Erde ist eine Scheibe.

Gruß

Manavgat

Beitrag von toeroehexhex 19.03.11 - 21:04 Uhr

treffender hätte ich es nicht ausdrücken können !!
... leider ...

Beitrag von felidae01 19.03.11 - 22:14 Uhr

Du hast vergessen, dass der Euro auch NICHTS teurer gemacht hat ;-)

Ansonsten geb ich Dir Recht...

Beitrag von zenturio 19.03.11 - 23:24 Uhr

... und die Inflation nur "gefühlt" ist. ;-)

Beitrag von zeitblom 20.03.11 - 11:05 Uhr

also ist die Erde doch platt....

Beitrag von nele27 20.03.11 - 11:09 Uhr

Richtig!

Und: Niemand hatte vor, eine Mauer zu errichten :-)

Beitrag von hilli2 20.03.11 - 13:31 Uhr

#pro

Scheiße, eigentlich. Der Mensch wird nicht nicht nicht nicht klüger...am fehlenden kollektiven Gedächtnis scheitern wir.

Beitrag von zenturio 20.03.11 - 01:27 Uhr

Die Frage, ob Kernenergie sicher ist, konnte schon nach Tschernobyl nicht mehr ernsthaft mit ja beantwortet werden. Nach Fokushima muss man m.E. am Geisteszustand derjenigen zweifeln, die diese Technik noch für sicher halten.

Es gibt für mich keine Technik, die so sehr von einem Netz aus Lügen umgeben ist, wie die Nutzung der Kernenergie.

Dabei frage ich mich immer, ob die Gesellschaft an kollektiver Amnesie leidet, oder ob das eine frage der Generation ist.

Zum Beispiel:
http://umweltinstitut.org/radioaktivitat/krebs-um-atomkraftwerke/leukamie-um-atomkraftwerke-keine-entwarnung-fur-krummel-55.html

Da stellen "aktuelle" Studien erstaunlicherweise fest, dass das Krebsrisiko bei Kindern in der Nähe von AKWs deutlich erhöht ist - deutsche AKW, nicht dass wir uns da falsch verstehen. Also die vermeintlich sichersten AKWs der Welt.
Derlei Informationen gab es schon in den 80er Jahren und jeder, der sich kritischen mit solchen Themen befassen wollte, konnte solche Dinge nachlesen.

Beitrag von felidae01 20.03.11 - 08:57 Uhr

Ganz davon zu schweigen, dass in einigen AKW regelmäßig Pannen auftreten und manche AKW deswegen jahrelang vom Netz genommen werden.
Interessant auch, dass es einige Teile aufgrund des Alters wohl nicht mehr gibt und man improvisieren muss. Das habe ich in einem meiner Links dargelegt.
Laut dem Link mit den 100 guten Gründen gegen Atomstrom ist es wohl auch eher so, dass wir im Ranking um sichere AKW (OECD-Ranking) eher weit hinten liegen - also alles andere als sicher.

LG #katze

Beitrag von zenturio 20.03.11 - 18:15 Uhr

Genau. Dieses Argument, dass die Deutschen AKW sicher seien und das immer wieder von den Befürwortern ausgemalte Horrorszenario, dass man nach deren Abschalten "teuren" Atomstrom (ich dachte immer der sei billig #kratz) aus Frankreich beziehen müsse, ist für mich ein Zeichen des verklärten Weltbildes dieser Leute.

Ein Land wie Frankreich oder die USA, die erheblich mehr AKW betreiben, soll diese Technik schlechter beherrschen als wir Deutschen?
Ja nee, leuchtet ein.

Natürlich sind auch die französischen AKW ein Problem, auch für uns. Aber um dieses Problem muss sich das französische Volk kümmern und auch dort muss erst ein Umdenken bei der Bevölkerung einsetzen.

Veränderung im Bewusstsein steht für mich an erster Stelle. Ich arbeite in der IT-Abteilung eines mittelständigen Unternehmens. An unserem Standort haben wir ca. 800 PCs. Einige sind im Schichtbetrieb im Einsatz und laufen Tag und Nacht. Aber von denen, die nur acht Stunden wochentags genutzt werden, lassen 10% der Mitarbeiter ihren PC über Nacht laufen, damit sie am Morgen 10 Minuten Zeit zum Booten, Anmelden und Starten von Applikationen sparen. Dafür zieht der PC fast 16 Stunden sinnlos Strom.:-[

Es ist den Menschen egal, so lange sie es nicht selber bezahlen.

Beitrag von felidae01 21.03.11 - 08:55 Uhr

http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/nachrichten/artikel/atomkraft_mit_304_milliarden_euro_subventioniert/
http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/atomkraft-teurer-als-solarenergie/

Atomstrom wird subventioniert und ist daher billiger. Würden wir den Strom zum Beispiel aus Frankreich importieren, wäre er sicher teurer.

Natürlich sind auch die AKW im Ausland für uns ein Problem - aber das können wir leider nicht ändern. Aber wir können uns stark machen, dass unsere abgeschaltet werden können und wir so sagen können, wir haben verstanden. Wir nehmen unsere Verantwortung wirklich ernst.

Richtig, Veränderung beginnt bei jedem Einzelnen von uns selbst. Da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. Jeder hat es selbst in der Hand. Da fällt mir spontan auch diese Standby-Sache ein. Die meisten Geräte lassen sich so gar nicht mehr richtig ausschalten, man muss sie halt vom netz nehmen.

LG #katze

Beitrag von zenturio 22.03.11 - 22:26 Uhr

"Die meisten Geräte lassen sich so gar nicht mehr richtig ausschalten, man muss sie halt vom netz nehmen. "

Es gibt allerdings auch diese wunderbaren praktischen zuschaltbaren Steckdosenleisten. ;-)

Beitrag von 3wichtel 23.03.11 - 07:49 Uhr

<<Es ist den Menschen egal, so lange sie es nicht selber bezahlen<<

Ja leider. Nur ist den meisten Menschen obendrein auch nicht klar, dass sie Energieverbrauch IMMER selbst bezahlen, egal, ob er vorrangig aus einem anderen Portemonnaie gespeist wird...

Beitrag von 20girli 20.03.11 - 10:10 Uhr

Die Frage stellt sich gar nicht erst - wenn man an Tschernobyl denkt oder die atkuelle Lage in Japan.
Wenn die Dinger sicher wären, würde soetwas gar nicht passieren.

Ich denke - fällt ein Windrad um...hat derjenige Pech der gerade druntersteht.
Ist ein AKW defekt leidet man ewig und ganz viele.

Ob es möglich ist, die Dinger alle abzuschalten und schnellstmöglich auf etwas anderes umzusteigen?
Wenn die Sache mit dem Geld nicht wäre, ja.

Ich denke - Geht nicht - gibts nicht.

Außer es kostet zu viel Geld ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=6ntnW6svWM0

lg

Beitrag von 20girli 20.03.11 - 10:15 Uhr

Selbst wenn das Restrisiko gering sein sollte, sind die Folgen aber im Falle eines supergaus etc. nicht vertretbar.

Lg Kerstin

Beitrag von felidae01 20.03.11 - 10:47 Uhr

Wenn selbst die Münchner Rückversicherung sagt, atomare Unfälle seien nicht umfassend versicherbar (weil weder kalkulierbar noch bezahlbar), dann weiß man ja Bescheid.

LG #katze

Beitrag von zenturio 20.03.11 - 18:17 Uhr

Keine Versicherung der Welt versichert AKW gegen die Folgen eines GAU.
Versicherungen kalkulieren Risiken sehr genau. Offensichtlich genauer als Regierungen.

Beitrag von felidae01 21.03.11 - 08:59 Uhr

Umso schlimmer!

Jeder wird aufgefordert, eine private Haftpflicht zu haben, um ggf. Schäden abzudecken. Jeder MUSS sein Auto versichern, um eventuellen Opfern Schadenersatz zu leisten.

Aber ein AKW wird nicht umfassend versichert? Die Schäden durch ein AKW übersteigen bei weitem alles, was ein Einzelner privat oder mit dem PKW anstellen kann. Aber die Geschädigten eines AKW sollten leer ausgehen? Da passt was nicht...

Und Regierungen sind am Ende ja auch fein raus. Die werden dafür nämlich auch kaum aufkommen (außer bei den Kosten, um das Allerschlimmste am AKW oder dadurch) zu verhindern..., also lediglich bei der Schadensbegrenzung.

Beitrag von devadder 20.03.11 - 10:55 Uhr

Komisch. Wir wissen auch, dass bei den Autos hinten reines Gift raus kommt, aber demonstriert jemand gegen die Autos? Trotzdem würde sich keiner seins mit laufendem Motor ins Wohnzimmer stellen. Ist ja auch viel schöner alle gleichmäßig zu vergiften und die Abgase in den öffentlichen Raum zu blasen. Und jeder verteidigt sein Auto und dessen Notwendigkeit. Wenn man an des deutschen liebstes Kind geht, ist das Geschrei und die Mordlust geradezu phänomenal groß.

Zu AKW

Jedes Land behauptet seine AKW seine die Sichersten. Sie sind so sicher wie sicher ist, dass ein Baby nur kackt wenns ne Windel an hat.

So lange man nicht weiß, wohin mit dem Atommüll, wie dauerhaft aufbewahren ohne dass Fässer durch rosten, Strahlung aus tritt Grundwasser verseucht werden könnte ist u. s. w. ist diese Technik, die im Extremfall nicht beherrschbar ist absolut indiskutabel. Alleine in der französischen Aufbereitungsanlage lagen 9000 Tonnen schwerst radioaktives Material wovon man nicht mal weiß wie lange es lebensgefährlich strahlen wird. Man geht von mindestens 100.000 bis 150.000 Jahren aus, weiß es aber nicht genau. Welches Material dies so lange aushalten wird, können wir ja gar nicht wissen.
Leider wird das jetzt wieder ein Grund sein, warum sich die Strommafia die Taschen voll stopft. Warts mal ab, die paar AKW die jetzt abgeschaltet wurden, werden, sollten sie abgeschaltet bleiben, den Strompreis noch in diesem Jahr in die Höhe treiben. Das ganze ohne dass es gerechtfertigt ist. Den wir haben in Deutschland eine Überproduktion an Strom. Verkaufen können wir ihn auch nur schlecht.


WIR haben Verantwortung der zukünftigen Generationen gegenüber. Recht es nicht, dass wir den zukünftigen Generationen einen Planeten hinterlassen der total mit Abgasen vergiftet ist?

Beitrag von felidae01 20.03.11 - 13:26 Uhr

"Komisch. Wir wissen auch, dass bei den Autos hinten reines Gift raus kommt, aber demonstriert jemand gegen die Autos? Trotzdem würde sich keiner seins mit laufendem Motor ins Wohnzimmer stellen."

Kann man Autos und Atomkraftwerke wirklich vergleichen? Ich denke mal nicht. Ich versteh zwar, was Du damit sagen möchtest, aber dennoch ist der Vergleich hier nicht wirklich gut gelungen.

Wenn bei einem Auto die Kühlung versagt, überhitzt zwar auch der Motor - aber er verseucht damit nicht 1000e Menschen bzw. macht ganze Landstriche auf Jahrzehnte (wenn nicht gar länger) unbewohnbar und nicht mehr nutzbar. Ich denke, die Folgen sollte man schon mal ansprechen.

Im Übrigen finde ich persönlich zum Beispiel genmanipulierte Nahrung bzw. mit Nanopartikeln versetztes noch viel krasser als Autos ;-)

Es gibt sicher viele Themen, über die man nachdenken sollte und wo jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann. Das allerdings ist dann Stoff für eine eigene Diskussion ;-)

"Jedes Land behauptet seine AKW seine die Sichersten. Sie sind so sicher wie sicher ist, dass ein Baby nur kackt wenns ne Windel an hat."

Oh... Mittermeier gesehen? ;-)

LG #katze