An alle Pferdefreunde!Probleme beim Ausreiten!Etwas lang!

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von tenji32 19.03.11 - 18:02 Uhr

Hallo,

ich habe seit fast 5 Jahren eine Reitbeteiligung an einem 24 jährigem Warmblut namens Carbon.Er ist rein freizeitmässig geritten.Er ist kerngesund,superlieb, hat ein starkes Selbstbewusstsein und ist immer freundlich!Ich liebe ihn wie meinen eigenen!Geritten wird er 3-4 mal die Woche,bei schönem Wetter meistens im Gelände.
Nun zu meinem Problem.Meistens reite ich alleine aus und beim Losreiten ist eigentlich alles ok ausser das ich ordentlich treiben muss.Manchmal bleibt er auch stehen und ich muss mich mit Nachdruck durchsetzen.Meistens hat er sich dann aber nach ein paar Minuten eingelaufen und wir tingeln durchs Gelände.Gehts dann aber Richtung Heimweg legt sich bei Carbon ein Schalter um und ich habe alle Mühe ihn in einem ruhigen Schritt zu halten.Er fällt immer wieder in den Trab,rollt den Hals ein und scheint mich völlig zu ignorieren.Stehen bleiben geht,aber nur mit viel Rumzappelei und somit ist der Rückweg einfach nur noch anstrengend.Ich versuche ruhig zu bleiben,bin aber dann froh wenn wir angekommen sind.Die Besitzerin hat das gleiche Problem,scheint dem aber nicht so viel Beachtung zu schenken.ich habe das Gefühl,das es mit wachsendem Alter bei carbon zunimmt.
Ich reite mit normalem Gebiss und Martingal,im Sommer auch mal mit Westerntrense und ohne Sattel.Hab schon überlegt es mal mit Kandarre zu versuchen wobei ich da Angst habe ihm weh zu tun.
Frage mich,ob ich so viel falsch mache oder ist Carbon einfach nur stur und will nach Hause?!

Weiss jemand Rat oder hat einen Tip???

Vielen Dank#klee

Nic

Beitrag von cherymuffin80 19.03.11 - 19:26 Uhr

Hallo,

ich finde es absolut schrecklich das man immer gleich an schärfere Gebisse denkt wenn irgendwas nicht stimmt.

Außreiten alleine ist ja mal eh gefährlich, vieleicht nen Mitreiter suchen?

Und wenn du sagst du hast das Gefühl es nimmt im Alter zu liegt es vieleicht daran das er irgendwie an Warnehmung verliert (Augen und Co) wäre in dem Alter ja nicht unmöglich, vieleicht verunsert ihn das, da wäre nen schärferes Gebiss nur noch schlimmer weil man ihm nochmehr Druck macht.

Reitest du ihn stätig geradeaus wenn er zulegt im Tempo?

Versuch mal wenn er heftig wird ihn umzudrehen und nochmal ein paar Schritte in die andere Richtung zu reiten, wenn er dann ruig wird drehst du wieder nach Hause um, wird er heftig wendest du ihn wieder ab.

Kappieren die meist recht schnell und man macht keinen extremen Druck.

Auf dem nach Hause Weg werden ja viele Pferde schnell, liegt einfach am Herdentrieb, meine gehen alle ganz brav alleine raus, aber nach Hause wird es immer etwas schneller, sie bleiben aber kontrollierbar.
Vieleicht ist er im Alter einfach wirklich verunsicherter und mag daher noch schneller zu seinen Kumpels.

LG

Beitrag von tenji32 19.03.11 - 20:15 Uhr

Danke für deine Antwort!Deinen Tip, ihn beim schneller werden umzuwenden werd ich auf jeden Fall ausprobieren.

Deine Kritik bez der Kandarre verstehe ich,aber ich bin wirklich die letzte die einem Pferd in irgendeiner Art Schmerz zufügen möchte.Es ist eine reine Überlegung und wahrscheinlich bräuchte ich etliche Reitstunden um auch mit Kandarre sensibel einwirken zu können.Ich würde niemals ein anderes schärferes Gebiss verschnallen in der Hoffnung stressfreier reiten zu können.

LG

Beitrag von pechawa 19.03.11 - 20:06 Uhr

Hallo Nic,

ob du was falsch machst, weiß ich nicht ;-) aber vielleicht haben die vorherigen Reiter / Besitzer auch einiges falsch gemacht?
Oft ist es eine Unsitte: Reiter - besonders die jugendlichen - sind auf dem Heimritt und geben dann auf den letzten Metern so richtig Gas. Vielleicht ist dein Pferd so lange Zeit geritten worden und es wurde ihm antrainiert!
Es stimmt, Pferde sind Herdentiere und gerne in Gruppen unterwegs, aber ein Reiter sollte auch immer in der Lage sein, mit seinem Pferd alleine auszureiten.
An deiner Stelle würde ich das mit ihm einüben:
- immer nur mit Helm + Sattel reiten
- keine Kandarre, sondern höchstens die Westerntrense
- mal eine Zeit lang los reiten und in dem Moment, wo du merkst, du musst nicht mehr so sehr treiben und das Pferd entspannt, dann würde ich zurück reiten
- wenn er den Kopf einrollt und schneller wird, reite eine Volte
- wenn er relax ist, dann im Schritt gen Heimat und Zügel locker lassen
- immer sofort reagieren, wenn er dann wieder schneller wird, Zügel leicht anziehen und eine Volte reiten. Mach ihm also den Heimritt ungemütlich und gebe sofort nach, wenn er entspannt ist. Wenn möglich, kehre nicht immer an der selben Stelle um, denn ein Pferd ist schlau und es kann sich die Stelle merken und dann nur entspannen, weil es weiß, hier geht es zurück.

Diese Übung solltest du mindestens 2 Wochen machen, wenn es geht, 3-4 mal wöchentlich. Bei einem älteren Pferd ist es natürlich schwieriger, als bei einem jungen, aber es lohnt sich :-)

LG Pechawa

Beitrag von kyra01.01 19.03.11 - 20:18 Uhr

hallo du hast ja schon einige hilfreiche tips bekommen!
ich kann nur hinzufügen ich weiß ja nicht wie du es machst versuche aber in der hand nicht si hart zu sein das heißt zügel annehmen nachgeben.nicht die ganze zeit unter druck reiten das hilft auch oft sehr gut ich hatte mal so nen kandidat ich hab es auch so gemacht undrehen wenn zu heftig,volten reiten und ich bin oft andere wege nach hause geritten nach ein paar wochen konnte ich das pferd am langen zügel nach hause reiten also versuch ruhig zu bleiben und nicht rum zu zerren!
lg kyra

Beitrag von tenji32 19.03.11 - 20:45 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort.Bin sehr glücklich über die wertvollen Tips!Werd das mit den Volten ausprobieren und was du sagtest,das ich die Zügel lockern soll,wenn er sich entspannt,das versuch ich immer aber das ist aufm Rückweg echt schwierig weil er dann im Stechschritt losstackst.Es ist ein ständiges Annehmen,zurückhalten und nachgeben.Ich will ihm ja auch nicht zu viel Druck machen.Werds auch auf jeden Fall ausprobieren immer an einer anderen Stelle umzudrehen,denn ich glaube das er genau weiss ab wann und wo es Richtung Heimat geht.

Die Besitzerin und ich haben seit Ewigkeiten vereinbart,das grundsätzlich nur im Schritt zurückgeritten wird,ich weiss natürlich nicht wie es bei den Besitzern davor gehändelt wurde.

Danke und LG





Beitrag von windsbraut69 20.03.11 - 09:29 Uhr

Das hat nichts mit "Antrainieren" zu tun, sondern mit dem Wesen eines Pferdes. Pferde sind Herdentiere und haben allein einen entsprechenden Stalldrang.
Wenn Du zudem noch ständig die gleiche Strecke reitest und direkt "umkehrst", also keine Runde reitest, ist es nicht verwunderlich, dass er so reagiert. Wenn Euer Gelände das hergibt, wechsel einfach mal die Strecken und dreh nicht direkt um, sondern reite eher Runden, wo es keinen direkten Übergang zum Heimweg gibt.

Ich würde übrigens auch nur ungern alleine ausreiten, weil es einfach sehr gefährlich ist und wenn die Vermutung meiner Vorschreiberin stimmt, dass er einfach unsicher wird aufgrund altersbedingter Schwächen, dann hilft ihm ein Kumpel um so mehr. Angesichts seines Alters und Deiner Beschreibung finde ich das recht wahrscheinlich.

Zusätzlich ist es immer gut, einfach an der Rittigkeit zu arbeiten. Steht er denn bei der Arbeit auf dem Platz ruhig und entspannt so lange, wie Du es willst?

LG

Beitrag von tenji32 20.03.11 - 11:51 Uhr

Hallo,

danke für deine Antwort.

Ich weiss um den Herdentrieb und auch das ein Kumpel sicherlich hilfreich ist aber manchmal finde ich einfach niemanden der zur gleichen Zeit wie ich ins Gelände möchte.

Auf dem Platz und in der Halle ist er lammfromm,er steht minutenlang still wenn ich es möchte.Er lässt sich dort durch nichts aus der Ruhe bringen.

Ich bin guter Hoffnung,das ich durch den ein oder anderen Tip gelassener nach Hause reiten kann.Letzendlich ist Carbon kein Durchgeher oder würde mich abwerfen.Das ist in 4 Jahren noch nie vorgekommen!

LG

Beitrag von windsbraut69 20.03.11 - 13:37 Uhr

Dann mußt Du es einfach nur üben. Auf dem Rückweg immer mal umdrehen und in die entgegengesetzte Richtung reiten, wenn er drängelt und anhalten und stehen lassen.

Lg

Beitrag von hafipower 20.03.11 - 19:43 Uhr

Hey,

oje, das kenn ich, meine knapp 28-jährige Stute macht das auch immer. Bis auf das Hof-Weg-Reiten, das klappt bei uns wohl besser als bei dir. Ich bin auch zu 99% der Ausritte allein.

Ich hab auch die Sache mit dem Umkehren probiert, keine Chance, war ihr grad sowas von egal.
Anderes Gebiß, gebißlose Zäumung (auf das sie auch alles geritten ist und ich auch damit umgehen kann), hilft alles nicht.
Das einzigste was hilft:
nicht "draufsitzen", sondern "REITEN".;-)

Ich reite mit ihr auf dem Heimweg, sobald sie losspinnt Dressurlektionen, Schenkelweichen, Schulter-herein, Vorhandwendung, Hinterhandwendung usw., versuche sie langsam sehr gut (!) versammelt zu traben dabei aussitzen (ich weiß Gelände = leichttraben), auch nur ganz kurz, quasi Übergänge reiten:
10m Schritt
5m Trab, versammelt
20 Schritt
10m Trab, versammelt
15m Schritt
unter Umständen mal einen ganz kurzen, auch mega versammelten Galopp, nur 4-5 Galoppsprünge
dadurch wird sie ruhig, paßt auf was ich von ihr will, sie muss arbeiten, muss sich konzentrieren, und hat nicht mehr den Gedanken im Kopf "juhu, schnell nach Hause.

Das wird die ersten male die anstrengendste Zeit auf dem ganzen Ausritt, aber bei uns beiden hilft das immer, oft geh ich dann noch so 10min. aufn Reitplatz im Schritt, trocken reiten, weil die 5min die ich auf der Straße voll zurückreiten muss, reichen halt net zum runter kommen.

Probier es mal aus, war bei uns das einzigste was hilft.

LG