Hausbau - grundlegende Fragen

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von mausmadam 19.03.11 - 23:22 Uhr

Hallo zusammen,
ich habe eine grundlegende Frage an alle, die schon ein Haus gebaut haben:
habt ihr schlüsselfertig gebaut?
ist schlüsselfertig am Ende günstiger?!
ich habe überhaupt keine Ahnung, welche KOsten man für handwerker etc veranschlagen muss, wenn man ein Haus nur als Ausbauhaus baut.
wir haben nicht viele handwerklich begabte Menschen im Umfeld, müssten also auf Handwerker zurückgreifen.
zwischen ausbauhäusern und schlüsselfertighäusern ist so ein großer preislicher unterschied, jedoch tendiere ich, eben weil wir kaum handwerker in der family haben, zu einem schlüsselfertigen haus.
(wir haben eine seriöse firma an der hand)
wollte das nur mal wissen, bevor wir uns gezielt angebote einholen)
danke

Beitrag von rokkoko 20.03.11 - 07:04 Uhr

Hallo,

wir haben schlüsselfertig gebaut, weil wir selber auch nicht sehr handwerklich begabt sind. Wir haben uns auch gar keine Angebote von einem Ausbauhaus geben lassen, wir wollten alles aus einer Hand haben, damit wir einen Ansprechpartner haben, der uns Garantie gibt. Wenn was nicht in Ordnung ist, egal was gehen wir zu ihm und er kümmert sich. Wir müssen nicht zig Handwerker anrufen, weil der eine es auf den anderen schiebt.

Ob schlüsselfertig günstiger ist, als ein Ausbauhaus mit Handwerkern fertig zu bauen, weiß ich nicht. Dazu müsstet ihr euch Angebote einholen und vergleichen.

Viele Grüße

Beitrag von miau2 20.03.11 - 10:04 Uhr

Hi,
wenn ihr davon ausgeht, nicht viel selbst machen zu können dann solltet ihr genau aufpassen, was "schlüsselfertig" bedeutet.

Schlüsselfertig hätte bei dem Angebot, das wir hatten hätte bedeutet: Bäder drin und gefliest. Natürlich hätten wir auch "all inclusive" kaufen können bei dem Anbieter - aber für entsprechend mehr Geld.

Ansonsten hätten wir noch tapezieren und die Fußböden verlegen müssen. Der Garten wäre im Rohzustand gewesen, ohne Pflasterarbeiten o.ä. (also auch ohne Terasse usw.).

Das alles hätten wir als handwerkliche Laien ohne "passende" Verwandtschaft von Handwerkern noch dazu"kaufen" müssen, denn WIR hätten es uns nicht zugetraut, ein komplettes Haus ordentlich zu tapezieren und Bodenfliesen/Parkett/Teppichböden vernünftig zu verlegen.

Wir haben letztendlich "bezugsfertig" gekauft - bei uns war alles drin, zwischen Schlüsselübergabe und Einzug lagen zwei Tage.

Das war dann der "einfachste" Weg (allerdings war das auch nicht so, dass wir uns das Grundstück und dann den Bauträger ausgesucht und dann gebaut haben - gekauft haben wir, als alles schon fast fertig war - mit dem Riesenvorteil der Terminsicherheit und wir mussten nicht allzu lange parallel Kredit und Miete finanzieren).

Viele Grüße
miau2

Beitrag von ansahe 20.03.11 - 17:00 Uhr

Hallo,

wir haben bzw. bauen gerade auch Schlüsselfertig. Wobei bei uns "Schlüsselfertig" bedeutet, dass wir die Bodenbeläge (ausser Fliesen), Malerarbeiten und Pflaster und Gartenarbeiten noch selber machen müssen.

Ein Ausbauhaus würde euch schon günstiger kommen, aber eure Nerven sind danach wahrscheinlich hin :-p
Ihr müsst dann wirklich sämtliche Handwerker kontaktieren, Angebote einholen, Angebote vergleichen (und wisst dann leider nicht, ob die Firma auch wirklich gute Arbeit macht), die Handwerker untereinander koordinieren, in Kauf nehmen, dass das aber nicht immer klappt (die Handwerker haben schließlich auch noch andere Aufträge). Dazu kommt noch, dass ihr dann ja keinen Bauleiter mehr habt, der die verschiedenen Gewerke überwacht...da müsstet ihr auch noch jemand externen bestellen, da ihr sicherlich nicht sämtlich Fehler erkennen würdet, oder?

Wir sind auch absolute Nichthandwerker. Daher kam ein Ausbauhaus für uns nicht in Frage. Jetzt sind wir schon genug im Handwerkerstress ;-)
Lassen uns gerade von drei verschiedenen Malern (die übrigens auch Laminat usw. legen würden) Angebote machen. Wenn wir die haben, fangen wir an zu streichen, was wir dann doch lieber selber machen werden. Mein Traum ist schon, dass wir alles machen lassen, aus kostengründen werden wir aber doch das Laminat selber verlegen und wahrscheinlich die oberen Räume auch selber tapezieren.
Dann haben wir uns noch Angebote von Landschaftsgärtner machen lassen, schließlich haben wir ca. 150 qm zu pflastern und das trauen wir uns noch viel weniger zu #zitter

Also, dieser klitzekleine Ausschnitt zeigt uns ganz deutlich, dass für uns ein Ausbauhaus nichts wäre und wir absolut froh sind, mit der Koordination der verschiedenen Gewerke nichts zu tun zu haben.
Es gab bisher schon so viele Sachen, die wir nach Aufforderung vom Bauleiter entscheiden bzw. in die Wege leiten mussten, auf die wir von selber überhaupt nicht gekommen wären.

Also, wenn es aus finanzieller Sicht machbar ist, würde ich mich immer wieder für ein Schlüsselfertiges Haus entscheiden.

LG, Anja

Beitrag von wemauchimmer 21.03.11 - 09:02 Uhr

"wir haben nicht viele handwerklich begabte Menschen im Umfeld, müssten also auf Handwerker zurückgreifen. "

Vergiss doch einfach das mit dem Ausbauhaus.

Ein Bauträger presst aus den Subunternehmern (=Handwerker) Konditionen raus, die Du nie und nimmer bekommst. Wenn Du also diese Leistungen selber vergibst, ist es mit Sicherheit teurer.
Sparen kann man nur was, wenn man die Gewerke selber macht oder mit kostenlosen Helfern (Freunden, Verwandten). ABer auch dann ist das Einsparpotenzial viel kleiner als man erwartet, denn zum einen musst Du Material kaufen (zu schlechteren Konditionen wie die Handwerker), zum anderen brauchst Du wesentlich mehr Zeit für die Arbeiten (mindestens das Doppelte). Wenn Ihr das noch neben dem normalen Job abends und am Wochenende machen wollt, mit 3 Kindern an der Backe, dann viel, viel Spaß damit.

Also wir haben wirklich schlüsselfertig gebaut und auch die Gewerke wie Maler und Bodenbeläge, die doch viele selber in die Hand nehmen, machen lassen. Das Ergebnis ist sicherlich wesentlich schöner, als wenn ich es selber gemacht hätte, und nach Abzug der Materialkosten und der Kosten für die ganzen Leitern, Werkzeuge usw. die ich mir dazu hätte kaufen müssen wäre bei den heutigen Handwerkerlöhnen wohl wirklich nur eine symbolische Einsparung geblieben, die ich mit sehr, sehr viel Freizeiteinsatz erkauft hätte....

LG