Soviel Elend im Moment

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von nineeleven 20.03.11 - 14:44 Uhr

Hallo,

ich habe in diesem Teil des Forums noch nie geschrieben. Aber heute muss ich.

Ich weiß auch nicht, aber im Moment gibt es soviel Elend auf der Welt, sowohl global als auch ganz nah.

Erst das ganze in Lybien, in Neuseeland, in Japan, dann ist gestern Eisbär Knut gestorben. Und letzte Wo musste ich aus der Zeitung erfahren, dass ein Bekannter gestorben ist.

Wir hatten eine kurze gemeinsame Zeit vor etlichen Jahren, unsere Wege trennten sich, doch an ihn gedacht hab ich immer irgendwie. Vor ca. anderthalb Jahren musste ich dann erfahren, dass er schwer krank war. Leukämie. Er hat es nicht geschafft. Nun ist er gestorben. Auch wenn wir uns Jahre nicht gesehen haben, so schmerzt es doch. Denn wir sind nicht im Streit auseinander gegangen. Es war einfach so dass jeder seinen Weg ging.

Ich hab zur Zeit ein vier Monate alten Jungen zH, ich kann viel mit und über ihn lachen, aber manchmal fühle ich mich dabei auch unwohl, wo doch grad ein lieber Mensch, den ich persönlich kannte und soooo viele unbekannte Menschen ihr Leben verloren haben.

Ich habe Angst, nicht große Angst die mich zerfrisst. Aber seit Kinder in meinem Leben sind, hab ich Angst dass mir, ihnen oder Personen die mir sehr viel bedeuten was passiert. Nein, ich verfalle nicht in Resignation, ich lebe normal weiter. Ich tue nichts anderes als vorher auch, aber die Angst ist trotzdem da.

Sorry, ich wollte es einfach mal loswerden.

Viele #kerze für ihn, für die Opfer der Naturkatastrophen, für die Opfer von Kriegen und ja, auch eine #kerze für Knut, der nun wieder bei seinem Thomas sein kann.

Beitrag von lemon007 20.03.11 - 15:17 Uhr

Hallo,

ja, mir geht es genauso wie dir. Kann dich gut verstehen. Ich bin seit 2007, seit meine Mama krank wurde, ständig traurig, auch wenn ich lache. Da gab es mal einen passenden Spruch, den ich nicht vergessen habe: Humor ist, wenn man lacht, obwohl einem zum Weinen zumute ist!

Meine Mama ist am 24.02.2011 gestorben. Für sie war es eine Erlösung, ich habe es ihr gegönnt, trotzdem hinterlässt sie eine riesen Lücke.

Man ist immer das Kind seiner Eltern, egal wie alt man ist und auf einmal ist sie nicht mehr da....es fehlt einfach jemanden um Rat zu fragen oder einfach zu fragen, wie es ihr geht.

Ich habe seitdem ständig Angst, selbst beim Autofahren. Ein Fehler eines anderen und schwupps, ändert sich alles. Eigentlich sollte man jedem Moment genießen, denn man weiß nie, was im nächsten Augenblick passiert.

Oh man, da schreibe ich dir und wahrscheinlich bist du hinterher noch mehr Depri als vorher, sorry #hicks. Heute hab ich meinen moralischen. Bei Sonnenschein fehlt sie mir einfach noch ein bißchen mehr.

LG #liebdrueck

Beitrag von nineeleven 20.03.11 - 15:41 Uhr

#winke

nein nein, es ist schon okay.

>>>Ein Fehler eines anderen und schwupps, ändert sich alles. <<<

Da hast du so verdammt Recht. Vor kurzem gab es hier in der Gegend einen schweren Verkehrsunfall. Beide Fahrer tot, der PKW Fahrer hatte getrunken, der LKW Fahrer musste mit sterben. Beide waren auf dem Weg zur Arbeit.

Letztes WE vor unserer Haustür ein Motoradunfall. Den Fahrer kenne ich persönlich, wenn ich auch kein freundschaftliches Verhältnis mit ihm hab. Ist der Papa eines Kindes aus dem Kiga. GsD "nur" Knochenbrüche. Heute wieder ein Unfall, aber nur Blechschaden. Mensch, wo sind die Leute bloß mit ihren Gedanken??? Beide Male kein Fremdverschulden.

Dann kommt hinzu, eine Verwandte einer Freundin, Hirntumor. Meine Mom ist 2003 daran gestorben. Wieder Krebs. Entweder sterben die Leute wegen Krebs, wegen Unfällen oder wegen Naturkatastrophen. Stirbt überhaupft noch einer eines natürlichen Todes?

Sorry, aber da mischt sich unter die Trauer auch Wut.

Ganz #herzliche liebe Grüße #liebdrueck

Beitrag von lemon007 20.03.11 - 16:08 Uhr

Huhu,

war gerade mal auf deiner VK. Wir haben auch 3 Katzen und witzigerweise trifft deine Beschreibung sogar auch auf mich zu (außer das ich kein Skorpion von Sternzeichen bin, sondern Steinbock ;-) ).

Ja, ich ziehe momentan die negativen Schlagzeilen auch an, wie einen Schwamm. Die postiven bleiben nicht so hängen. Vielleicht achten man auch viel mehr dadrauf und hat dies früher nicht gemacht. Mag schon gar keine Nachrichten mehr gucken oder hören, aber was bringt das schon?

LG und einen schönen #sonne Tag

Beitrag von pechawa 20.03.11 - 16:38 Uhr

Hallo,

lass dich von dem Elend nicht runter ziehen! Es gab immer schon Elend auf der Welt, nur sind wir heute dank TV + Internet immer dicht dabei! Trotzdem muss man versuchen, positiv zu denken, denn alles andere nützt nichts!
Eine #kerze für eine 22 - jährige Mutter eines 3 Monate alten Babys die sich in einer Nachbarstadt letzte Woche das Leben genommen hatte, wahrscheinlich wegen Wochenbettdepressionen und Liebeskummer :-(
und ganz viele #kerze für die Menschen in Not!

LG

Beitrag von parzifal 21.03.11 - 07:26 Uhr

Auch auf die Gefahr anzuecken.

Ich finde, dass der Tod eines einzelnen Eisbären in einer Aufzählung von "Elend in der Welt" nichts zu suchen hat.

Wirkt zumindest auf mich befremdlich.

Beitrag von punkt3 21.03.11 - 11:06 Uhr

Das habe ich im ersten Moment auch gedacht.
Andererseits wurde Knut durch den ganzen Medienhype so vermenschlicht; viele haben stundenlang angestanden, nur um ihn zu sehen usw. Irgendwie gehörte er fast "zur Familie"; zumindest in Berlin.
Wenn das Unglück in Japan nicht passiert wäre, dann denke ich würde der Hype um Knut noch viel doller weiter gehen. Dass die Menschen traurig sind, ist ihnen nicht zu verdenken, auch wenn es im Moment befremdlich wirken kann, bei dem Elend in der Welt. Man erinnert sich eben wirder an den Babybären, seinen Pfleger und die schönen Bilder, die es damals gab. Und ja, man denkt darüebr nach, ob so ein Tier im Zoo leben sollte... All dies schließt jedoch nciht aus, dass einen der Tod schon traurig macht..

LG
Punkt

Beitrag von parzifal 21.03.11 - 13:00 Uhr

Ich kannte mal einen der hat ernsthaft vertreten für Mißhandlungen von Katzen sollte man die gleichen Strafen verhängen wir für Mißhandlungen gegen Kinder.

Dies sei vergleichbar schlimm.

Bei allem Verständnis für die Trauer über Tiere. Man muss die Kirche im Dorf lassen.

Es gibt einfach Gleichnisse die man nicht anstellen sollte.

Und den Hype um den Bären habe ich mit Logik ohnehin in keinster Weise nachvollziehen können.

Gruß
parzifal



Beitrag von lemon007 21.03.11 - 13:24 Uhr

Hmmm. Ich sehe das so: Wer kein Problem damit hat, Tiere zu quälen und zu töten und ihm dabei auch noch einer abgeht, der wird wahrscheinlich auch keinen Skrupel haben, dies mit einem Kind o.ä. anzustellen.

Lebewesen ist doch Lebewesen. Wer stellt uns denn darüber?

Finde auch, dass es für Tierquäler höhere Strafen geben sollte, als die, die es jetzt gibt.

Ich habe auch eine starke Bindung zu meinen Tieren und bin ein sehr sensibeler Mensch. Klar, habe ich eine andere Verbindung zu meinen Kindern, aber ich trauere auch sehr, wenn eines meiner Tiere stirbt. Warum auch nicht? Trauer ist dafür da, um etwas zu verarbeiten. Der Eine mehr, der Andere weniger.

Meine Mutter ist letzten Monat gestorben, deswegen bin ich emotional momentan sowieso angeschlagen.

Ich find einfach alles im Moment traurig. Gefühle kommen doch einfach hoch, warum muss man alles gegenseitig aufwerten?

LG

Beitrag von punkt3 21.03.11 - 15:35 Uhr

Das mit Deiner Mutter tut mir sehr leid! Mein herzliches Beileid! Das Andere kann und möchte ich so unterschreiben!
Ich finde es immer sehr verwunderlich, wenn Menschen keine Gefühle gegenüber Tieren hegen. Ich liebe Tiere, ziehe für mich aber auch klare Grenzen. Meine Katzen haben nciht mit im Bett zu schlafen, ich küsse keine Hunde / lasse mir das Gesicht ablecken. Sie kriegen ncihts vom, Tisch etc. Tiere sind Tiere. Punkt. Aber sie sind auch Familienmitglieder.

Liebe Grüße Punkt

Beitrag von lemon007 21.03.11 - 15:48 Uhr

Danke für dein Mitgefühl.

Klar, man sollte schon realistisch sehen, dass Tiere nunmal Tiere sind. Trotzdem trauere ich immer mit, einfach weil ich ein Gefühlsmensch bin. Die Einen sind so, die Anderen so, deswegen finde ich es auch ok, um Knut zu trauern, ich denke da vorallem aber auch an Thomas Dörflein zurück, bei seinem Tod war ich auch sehr traurig. Er kam mir sehr herzlich rüber.

LG

Beitrag von parzifal 21.03.11 - 17:34 Uhr

Zunächst mein Beileid zum Tod Deiner Mutter.

Ich erkenne keinen Widerspruch zu meinen Äußerungen außer Du bist der Ansicht Mißhandlungen von Tieren gleichhoch zu bestrafen wie den von Menschen.

Unklar ist was Du mit "wer stellt uns über andere Lebewesen/Tiere meinst"

Spätestens wenn es um das Essen von Tieren geht wird es nämlich problematisch.

Und ein Werteverständnis und -gefühl sollte man m.E. schon haben.

Es kann ja nicht alles gleich schlimm sein.

Gruß
parzifal

Beitrag von lemon007 21.03.11 - 20:16 Uhr

Dank auch Dir für dein Mitgefühl.

Ich fand es jetzt nicht so befremdlich, Knut mit in ihre Aufzählung zu nehmen, da ich finde, dass man auch dafür Trauer empfinden kann. Wir sind ja alle Teil dieses Planeten.

Ich verstehe natürlich schon, wie du das meinst und denke auch, dass es da ganz sicher unterschieden gibt.

Und ganz ehrlich, mein Mann würde wohl auch nie großartig um ein Tier trauern, vorallem dann nicht, wenn es irgendein Tier aus den Medien ist und er es selbst nicht kannte. Selbst bei dem Tod seiner Schwiegermutter kann er nicht wirklich trauern, er verdrängt da lieber (uppps....ich fange an auszuschweifen #hicks und vom Thema abzukommen). Will damit nur sagen, dass Männer vllt. nochmal ein bißchen anders sind, als wir Frauen #schein.

LG

Beitrag von parzifal 22.03.11 - 13:16 Uhr

Natürlich darf und kann man um ein Tier trauern was man persönlich kennt.

Wenn eine Mutter weint, weil ihr Kind gerade gestorben ist und der Gegenüber sagt es habe ihn gerade genausoschlimm erwischt und die Mutter erfährt dann das der Gegenüber von seiner Katze spricht, spätestens dann merkt hoffentlich jeder das man ins Fettnäpfchen getreten ist.

Ich habe in den Nachrichten gesehen, dass am Gehege Blumen abgelgt werden und ein Konolenzbuch exisistiert.

Dafür habe ich null Verständnis.

Auf welchem geistigen Niveau muss man tickern um so zu reagieren? Ich weiß das sind harte Worte aber da war ich vollkommen baff.


Gruß
parzifal

Beitrag von lemon007 21.03.11 - 15:52 Uhr

#pro

Beitrag von enni12 21.03.11 - 12:52 Uhr

Ich bin genau deiner Meinung...