Lausbuben

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von mara0301 20.03.11 - 16:53 Uhr

Hallo

Ich habe dieses Forum über meine Nachbarin kennen gelernt.
Sie hat mir gerade bei der Anmeldung geholfen, da ich pc-technisch eine absolute Null bin.
Während sie uns gerade einen Cappucino zubereitet, möchte ich gleich meinen ersten Beitrag hier schreiben und bin gespannt, ob es heute noch mehr von meiner Sorte gibt ;-)

Ich habe zwei Jungs. Sie sind 13 und neun Jahre alt.
Beide sind sehr gute Schüler.
Der Große geht aufs Gymnasium und der Kleine ist noch in der Grundschule und geht in die vierte Klasse.

Meine Jungs sind "richtige" Jungs.
Sie bauen, so gut sie können, ein Baumhaus.
Sie zerreißen sich beim spielen die Hosen und die Jacken.
Sie klauen Senf aus dem Kühlschrank und schmieren es dem Nachbarn an die Türklinke. Sie spielen Fußball und es sind auch schon ein paar Beulen an die Garagentore der Nachbarn gekommen.

Während der Winterferien wurde in der Schule gearbeitet.
Ein Handwerker hat wohl vergessen, den Bauschaum mitzunehmen und Leon hat ihn gefunden.
Er und sein Freund haben den Bauschaum, natürlich, ausprobiert.
Sie wollten Schulbänke miteinander verbinden und haben den Bauschaum in die Zwischenräume gespritzt.

Ich wurde in die Schule zitiert.
Nun, ich sehe es halt so, das der Bauschaum da nichts zu suchen hatte und es wahrscheinlich nicht nur meinen Sohn interessiert hat!

Der Lehrer sagte, das Leon schon arg viele Flausen im Kopf hätte.
Ich musste nebenbei hören, das er vor den Ferien die ganze Kreide im Waschbecken aufgeweicht hatte und die Kleider aus den Turnbeutel seiner Mitschüler vertauscht hatte (Jungskleider bei die Mädchen und die Mädchenkleider zu den Jungs). Dies blieb zunächst unbemerkt, da er während dem Unterricht zur Toilette musste!
Großes Trara gab es dann in den Umkleidekabinen vor dem Sportunterricht!

Leon sagt, wenn wir ihn fragen, auch immer die Wahrheit.
Bei dem Lehrergespräch bzgl. der neuen Schule warteten wir zusammen vor der Klassentür. Ich fragte Leon, ob ich noch irgendwas wissen sollte?!
Er verneinte.
Mein Mann hatte schweißnasse Hände!
Ich habe mich schon auf das Schlimmste gefasst gemacht, aber statt dessen kam Lob.
Leon wäre ein tolles Kerlchen und er würde seinen Weg schon gehen.
Die Flausen sollten spätestens am Gymnasium nachlassen.
Er würde, trotz seiner manchmal sehr idiotischen Ideen, viele Kinder für kleine Dinge begeistern, die leider in der heutigen Zeit völlig vergessen werden.

Das ich das schreibe hat eigentlich keinen bestimmten Grund.
Ich finde meine Jungs toll! Genau SO, wie sie sind!

Sehr gerne denke ich zurück an die Zeit, als mein Großvater mir von seinen Kinderstreichen erzählt hat.

Leider stelle ich fest, das mein gesamtes Umfeld, besonders aber die Mütter, die Augen verdrehen, die Stirn runzeln.
Ihre Kinder dürfen so vieles nicht!
Mir tun die Kinder leid.
Sie dürfen sich nicht schmutzig machen und auch in der freien Natur kein Stullchen essen. Die Bakterien auf den schmutzigen Händen #augen

Wie ist das bei euch?
Habt ihr auch Lausbuben oder Lausmädchen?

Ich bin froh gesunde Kinder zu haben und ich bin froh, das sie in ihrer Freizeit Kind sind und spielen und toben; auch wenn manchmal Unfug bei raus kommt!

Mara

Beitrag von xxtanja18xx 20.03.11 - 18:02 Uhr

Hallo.

Naja, ich wäre mächtig sauer, wenn meine Jungs Senf an eine Tür schmieren...oder Bauschaum verteilen...

Ich bin gewiss nicht streng, aber ich halte sehr viel von Guter Erziehung.

Meine Kinder dürfen im Garten toben, Fussball spielen, sich einsauen usw...Sie haben "Matschsachen" die nur für den Garten sind, und diese werden einmal in der Woche gewaschen...

Aber die Streiche die deine Jungs machen, finde ich alles andere als toll!!

Es ist deine Erziehung und du MUSST dafür sorgen das sie sowas nicht machen...

Gruß

Beitrag von engelchen28 21.03.11 - 16:21 Uhr

ja, sehe ich genauso! mit "laus..." hat das einbeulen der garage des nachbarn nichts mehr zutun, das ist vandalismus (zumindest alles nach der 1. beule) und glaub' mir, meine kids (egal ob jungs oder mädchen) müssten schon mithelfen, das tor wieder auszubeulen...!

"Meine Kinder dürfen im Garten toben, Fussball spielen, sich einsauen usw...Sie haben "Matschsachen" die nur für den Garten sind, und diese werden einmal in der Woche gewaschen... " - dies ist bei uns genauso, ich habe 2 mädchen!

lg

Beitrag von ansahe 20.03.11 - 19:01 Uhr

Hallo,

ich habe auch so einen Lausbuben (11 Jahre) und einen (3 Jahre), der es bestimmt auch wird.
Wo ich bei meiner Tochter (14 Jahre) noch immer stolz aus jedem Elternsprechtag raus gegangen bin, kann ich mir bei meinen Sohn immer seine Streiche anhören. Komischer Weise ist er trotzdem echt gut in der Schule, lenkt nur leider seine Klassenkameraden ungünstig ab.

Im Großen und Ganzen kann ich aber mit allem gut leben und finde ihn auch klasse, so wie er ist.

Allerdings würde es bei mir mit dem Verständnis aufhören, sobald er anderer Leute Eigentum beschädigt. Und auch ob er seinen Mitschülern Streiche spielt oder anderen Erwachsenen ist für mich ein Unterschied.
Die Beulen in den Garagentoren, die Geschichte mit dem Bauschaum und die aufgeweichte Kreide sind keine Streiche mehr, sondern Sachbeschädigung ( auch die Kreide muss ja neu gekauft werden) und das müssen Kinder lernen und dafür grade stehen.

LG, Anja

Beitrag von jazzbassist 20.03.11 - 19:37 Uhr

Ich finde, Sie haben da zwei der noch wenigen ‚normalen‘ Kinder auf diesem Planeten zu Hause - ist leider wirklich eine aussterbende Sorte - finde ich auch immer wieder so unsäglich schade. Mein Lausbube (12) hat auch ganz ganz viele Flausen im Kopf, und, die darf er auch alle ausleben. Auch, wenn Mama und Papa dann doch ab und an mal schimpfen #schein.

Da wird CSI gespielt, die Lieblingspuppe der nervenden Schwester des besten Freundes entführt, im Pool ertränkt und in Mamas Blumenbeet begraben, dann lässt man den Hund an die Puppenkleidung schnüffeln, um die Puppe zu finden. Hat nicht so ganz funktioniert. Da werden die bescheuertsten Mutproben erfunden, wie, einen lebenden Regenwurm zu essen, beim Thailänder in eine super scharfe Chili gebissen … und, nachdem man dann 5 Minuten lang Qualen gelitten hat und die Eltern kurz davor standen, den Notarzt zu rufen, beißt man auch noch in die andere Hälfte der Chili. Da zieht man den lockeren Zahn des Nachbarjungen mit Zahnseide und einem ferngesteuerten Auto oder spielt im Garten mit Softair-Pistolen Räuber und Gendarm; mit Schutzbrillen und in Badehose - die sahen danach aus, als hätten die die Windpocken. Und Papas Haftpflicht musste auch schon ab und an mal ran. War vielleicht doch keine so gute Idee, die tiefgefrorene Windschutzscheibe der Tante mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher zu enteisen. Und, wer konnte schon wissen, dass, wenn man mit dem Skateboard 8 Treppenstufen runterspringt, 1.20 Meter Bürgersteig zum abbremsen etwas knapp bemessen sein könnte. Aber - das parkende Auto dahinter bremst dann ja auch ganz gut. Und die »Wette, dass ich von hier aus den Gartenzwerg treffen kann« kann man wirklich gewinnen und streiche auf Kosten anderer gab es auch so einige… Aber - wie heißt es (scherzhaft) so schön? Lieber eine jahrelange Freundschaft riskieren, als eine gute Poente verpassen.

Und, wenn er den ganzen Tag draußen mit seinem besten Freund spielt, haben die auch überhaupt kein Problem damit, die Pommes auch ohne die Hände vorher zu waschen, mit den Fingern zu essen. Von der schulischen Leistung her haben wir aber auch ein völlig unbeschwertes Leben, und, anlügen würde er uns auch nicht. Wenn ich mich so an meine eigene Kindheit zurückerinnere … so sah die absolut genau so aus, und, weder ich, noch meine Eltern, haben das jemals bereut. Zu meiner Erziehung hat auch gehört, einfach auch mal nicht-so-tolle Sachen getan zu haben, ohne dass die Eltern dann panische Beiträge auf Urbia eröffnen :-p Das gleiche Privileg hat mein Spatz auch.

Wir lieben unseren Sohn auch so, genau wie er ist. Ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie man mit so einem lieben und artigen Kind, dass nie widerspricht, keinen Unfug anstellt und alles so macht, wie die Eltern das wollen, überhaupt seinen Spass haben kann. Man kann Kinder zu so vielen bescheuerten Sachen animieren; wäre doch schade, wenn das niemand täte #kratz. Jedes Kind sollte mal im Schlamm gespielt haben, das Badezimmer geflutet haben oder im tiefsten Schnee und Winter im Garten gecampt haben, mal herausfinden, ob die Glasmurmel einen Sturz aus dem ersten Stock auf den Parkett überlebt und auch einfach mal »Nein, such dir doch ein anderes Kind zum spielen!« auf dem Satz »Wir gehen jetzt zum Friseur! *stamp*« antworten.

Beitrag von juniorette 20.03.11 - 20:49 Uhr

Das klingt so, als wärst du auch einer dieser "ach, macht ja nix, ich hab ja eine Haftpflicht"-Typen.

Ich kann dir versichern, dass mir die Haftpflicht erstmal egal ist, wenn so ein verzogenes Rotzblag trotz mehrmaliger Ansage, die Terrassentür offen zu lassen (Gartenparty), diese verschließt, und mein Mann mit voller Wucht gegen die (vom Rotzblag verschlossene) Terrassentür rennt - hätte mit Krankenhausaufenthalt meines Mannes enden können, oder damit, dass unser 10 Tage alter Sohn in einem nicht beheizbaren Haus (da Terrassentür kaputt) leben müsste. Die Terrassentür war nicht kaputt (vorerst nicht absehbar), aber der Kommentar meiner Nachbarin war nur "wenn sie kaputt ist, unsere Haftpflicht zahlt schon" (über den IQ von Leuten, die lapidar mit ihrer Haftpflichtversicherung kommen, lasse ich mich an dieser Stelle besser nicht aus #wolke)

J.

Beitrag von jazzbassist 20.03.11 - 21:33 Uhr

Was hat mein Beitrag denn nun mit der Leidensgeschichte ihrer Terassentür zu tun? #kratz

Sofern es Sie aber beruhigt - ihr Beispiel hätte mich auch ziemlich sauer gestimmt; sowohl, wenn ich der Gastgeber gewesen wäre, und sicher noch viel viel mehr, wenn dieses Kind mein Sohn gewesen wäre.

Ich denke auch nicht, dass ich dort irgendwo geschrieben habe: »Ach, mein Sohn, mach´ `men ruhig - meine Haftpflichtversicherung zahlt das schon.« Wenn es für Sie so geklungen haben sollte - kann ich das hiermit aber gerne noch einmal klar stellen: Dem ist definitiv nicht so. Wenn mein Sohn vorsätzlich oder absichtlich irgendetwas kaputt machen würde, wäre hier auch recht schnell #wolke.

Beitrag von mamavonyannick 20.03.11 - 21:46 Uhr

"Wenn mein Sohn vorsätzlich oder absichtlich irgendetwas kaputt machen würde, wäre hier auch recht schnell"

Das kam aber aus dem ersten Beitrag so nicht rüber. Vielmehr klang es auch für mich als Zustimmung für die Söhne der TE, deren "Streiche" meiner Meinung nach über das "normale Maß" hinaus gehen.

Beitrag von jazzbassist 20.03.11 - 23:45 Uhr

Ich hatte den Beitrag der TE absolut nicht als »Meine Kinder machen vorsätzlich und absichtlich Sachen kaputt; ich bin so stolz!« interpretiert. Ich finde, da hat sich die TE auch sehr gut artikuliert. Vielleicht beruht hier bereits das Missverständnis?

Beitrag von mamavonyannick 21.03.11 - 07:14 Uhr

Nun, komischerweise gehen die Streiche der Kinder immer auf Kosten anderer. Ich weiß nicht, wie lustig es manch einer findet, wenn die Kinder die eigenen Sachen mit Senf beschmieren, die eigene Garage "zerballern", die eigenen Möbel mit Bauschaum beschmieren, um zu schauen obs hält. Ich denke, niemand würde hier von Streichen sprechen, vielmehr würden wir dann im forum hier diskutieren, warum dieses Kind so sehr nach "Aufmerksamkeit schreit";-)
Und grundsätzlich gehe ich ja mit, dass Kinder eben Dummheiten machen. Das gehört zum Leben und Lernen dazu und ich denke bei dem ein oder anderen hier genannten Streich würde ich insgeheim auch schmunzeln. Aber das hat doch nichts damit zu tun, dass ich nicht trotzdem auf mein Kind dann einwirke und ihm den Unterschied zwischen DEIN und MEIN erkläre und ihn dazu anhalte, fremdes Eigentum zu achten.

vg, m.

Beitrag von jazzbassist 21.03.11 - 10:14 Uhr

Ich hatte auf Grund des Beitrages nicht den Eindruck, dass die TE Erziehungsratschläge hören wollte, oder, diese einzelnen Situationen mal aus objektiven Auge bewertet bekommen möchte. Was ich wohlgemerkt auch sehr gerne mache :-p Ich hatte auch auf Grund der Art und Weise, wie sich die TE artikuliert, überhaupt nicht den Eindruck, dass die TE solche benötigt. Ich denke also nicht, dass die TE nach der Bauschaum-Aktion z.B. gesagt hat: »Cool, versuch doch das nächste Mal, die Tische zusammenzukleben; vielleicht hält das ja genau so gut«. Auch, wenn sie das zwar nicht geschrieben hat, sagt hier eigentlich schon der rationale Menschenverstand, dass dem so nicht sein konnte.

Wenn Sie aber möchten, bin ich gerne bereit, auf diese einzelnen Punkte mal - aus meiner subjektiven Sicht - einzugehen.

Beitrag von katrin0284 21.03.11 - 12:09 Uhr

Ich finde den Beitrag von Jassbassist sehr toll geschrieben und ich musste schmunzeln beim Lesen.
Ich finde auch, dass man Kinder gut erziehen sollte, aber ich finde, heutzutage dürfen die Kinder gar nichts mehr machen.
Ich finde, früher hat man sich über solchen Unfug von Kindern nicht so sehr aufgeregt wie heute.

Ich finde auch, solche Streiche gehören zu Kindern dazu. Es heißt ja nicht, dass sie deswegen schlechter erzogen sind.
Auch Kinder die Streiche spielen und Blödsinn machen, können gut erzogen sein.

Also ich finde: Toller Beitrag !

Beitrag von lunacy 23.03.11 - 13:40 Uhr

Dem schließe ich mich an. Ich hoffe, mein Kleiner wird später auch so ein "Lausbub" ;-)

Zur "guten Erziehung" gehört für mich zum Beispiel, dass das Kind, welches ein Auto mit seinem Skateboard beschädigt, dies eben auch zugibt und selbstständig meldet, damit der Schaden beglichen werden kann.
Wie viele "gut erzogene" Kinder würden sich in den Fall davon schleichen, weil sie zu Hause zu viel Ärger deswegen befürchten?!

Beitrag von falkster 22.03.11 - 17:07 Uhr

pflichte dem 100%ig bei, könnte es selber aber gar nicht so treffend (be)schreiben.:-)

Beitrag von juniorette 20.03.11 - 20:33 Uhr

Hallo,

ich finde, man muss differenzieren zwischen mehr oder weniger lustigen Streichen seines Kindes (über die Eltern hinter vorgehaltener Hand ja durchaus schmunzeln können) und zwischen dem, wie die Eltern darauf reagieren.

Ich habe kein Problem damit, wenn Kinder was "anstellen" - dafür sind es Kinder. Aber wenn Eltern wie du auf Sachbeschädigung ihrer Kinder (Beulen im Garagentor, Senf an der Türklinke, etc.) so stolz reagieren wie du das tust, dann sind diese Eltern für mich unterste Unterschicht und ich werde meinem Sohn den Umgang mit Kindern solcher Eltern den Umgang verbieten.

"Ihre Kinder dürfen so vieles nicht!
Mir tun die Kinder leid. "

Mein Kind darf vieles. Aber wenn er so saublöd wie dein Kind ist und sich erwischen lässt, darf er das halt nicht.

"Sie dürfen sich nicht schmutzig machen und auch in der freien Natur kein Stullchen essen. Die Bakterien auf den schmutzigen Händen "

Mein Kind hat schion Sand und Erde gegessen und aus Pfützen getrunken (sehr zum Missfallen einiger Nachbarn), aber fremdes Eigentum hat er noch nicht beschädigt oder absichtlich beschmutzt - und für sowas Aoziales würre ich mich auch in Grund und Boden schämen und den Schaden ersetzen bzw. die Verunreinigung von meinem Sohn beseitigen lassen.

Ich hoffe, du wohnst weit weit weg von mir, da ich froh bin, dass meine ehemalige Nachbarin mit ihrer asozialen Einstellung bezüglich ihrer Kinder vor einiger Zeit weit weg gezogen ist.

J.

Beitrag von kaffetante 20.03.11 - 21:01 Uhr

Als ich den Beitrag las, dachte ich, dass sie irgendwie recht hat, denn ds Gefühl, dass Kinder gar nichts mehr dürfen habe ich auch manchmal. Nach mehrmaligem Lesen finde ich es doch ein bisschen herbe, vor allem, wenn man mal das Alter der Jungs nimmt, dann sollte da doch der Verstand Einzug gehalten haben.

Meiner hat vor einigen Monaten mit seinem Freund im KIGA Elektriker gespielt, d.h. sie haben mit einem Messer Ritzen in die Wand gezogen. Von seinem Taschengeld musste er den Spachtel bezahlen und hat von mir eine ordentliche Andacht erhalten.

Danach musste ich eigentlich darüber schmunzeln - und wie gesagt, in einem Punkt hat die TE recht. Kinder heute dürfen bei weitem nicht mehr soviel Kind sein wie früher.

Wir haben mit der besten Freundin meines Sohnes einen Waldtag eingeführt, d.h. die Kinder treffen sich einmal die Woche zum toben in einem privaten Waldstück. Rate mal wieviele Kinder mitmachen dürfen? Wir wurden angeschaut als kämen wir vom Mars.

Beitrag von mara0301 20.03.11 - 21:48 Uhr

Du bist sehr beleidigend und anmaßend dazu!

Mein Sohn ist weder saublöd, noch sind wir unterste Schicht!

Dinge, die beschädigt wurden, haben wir selbstverständlich ersetzt!
Und weißt du was?
Ich hätte keine Lust auf Mütter wie dich.

"Mein Kind hat schion Sand und Erde gegessen und aus Pfützen getrunken"
Wow, dann hat er ja schon richtig was angestellt.
Es geht hier auch nicht darum, das ich stolz bin, das er Dinge anstellt, die er lieber unterlassen sollte.
Es geht darum, das KInder heute nicht mehr Kinder sein dürfen.


#bla#augen

Du verstehtst mein Posting überhaupt nicht!

Senf an der Türklinke ist doch jetzt wirklich nichts, was man theatralisch auseinanderpflücken muss!
Das wird weggewischt und gut!

Leon sieht im ersten Moment nicht, das das, was er gemacht hat, schlimm oder falsch war/ist.
Er meint es eigentlich immer gut.
Er ist experimenttierfreudig ;-). So erklärte er, das er die Bänke einfach nur fest verbinden wollte, das sie nicht mehr auseinander gehen.

Ich frage mich, was Mütter wie du ihren Kindern antun, wenn sie wirklich mal aus sich raus gehen und etwas verbotenes tun?
Wie war das mit der "unteren Schicht"??!!
Hochmut kommt vor dem Fall ;-).


Beitrag von zahnweh 21.03.11 - 00:52 Uhr

"Leon sieht im ersten Moment nicht, das das, was er gemacht hat, schlimm oder falsch war/ist.
Er meint es eigentlich immer gut. "

Michel aus Lönneberga #freu
Der Ansatz ist gut, die Umsetzung geht schief ;-)


Wichtig finde ich, dass a) die Kinder dazu stehen und die Wahrheit sagen!! (macht deiner ja) und b) beschädigtes ersetzt wird und die Kinder auch dazu stehen und auch lernen zu versuchen den Schaden wieder gut zu machen.

Kaputt gehen kann immer was. Aber schlimm finde ich es, das auf andere zu schieben, zu schweigen oder gar trotz gesicherter Beweislage sich weigern zu ersetzen (egal ob Absicht oder Versehen).

- Streiche wie Senf (bleibt ja kein Schaden), gerne
- beim Spielen entstandene Sachbeschädigung, na ja, wichtig dass man den Schaden versucht wieder gut zu machen (nicht nur über die Versicherung)
- absichtliches kaputt machen mit dem Vorsatz etwas zu zerstören: geht gar nicht! (konnte ich jetzt aber nicht rauslesen bei dir)

wichtig ist, dass man seinen Kindern den Unterschied zwischen diesen drei Punkten klar macht. dass sie ein Gefühl dafür entwickeln wo der Spaß aufhört, ohne ihn von vornherein komplett zu verbieten.
Stimmt, diese Gratwanderung ist schwieriger als alles auf NEIN zu setzen. Aber so lange das verrutschen dabei nicht gravierend wird oder ernsthafter Schaden entsteht, versuche ich mein Kind auf der Gratwanderung zu begleiten. #winke

Beitrag von mara0301 21.03.11 - 09:35 Uhr

Guten Morgen

Ich glaube, du hast mich verstanden ;-):-D.

Es gibt natürlich auch Konsequenzen, wenn sie was anstellen.
Wenn es zu einem klärenden Gespräch kommt, dann weiß Leon sehr wohl, das er den Bogen überspannt hat.
Aber eben in dem Moment meint er es gut oder sieht es aus seiner kindlichen Sicht positiv!

Natürlich haben wir das "Problem" auch schon beim Kinderarzt angesprochen.
In der ersten Klasse ließ man immerzu verlauten, das er möglicherweise ein ADHS Kind wäre.
Es folgten Termine beim Kinderpsychologen, es standen Tests an.
Alles ok!

Nach der Aktion mit der Garage hat er unserem Nachbarn z.B. beim pflanzen geholfen.
Herr N. kam gerade ein paar Tage später mit dem Kofferraum voller Pflanzen.
Leon fragte ihn ganz freiwillig, ob er ihm denn helfen könne.
Herr S. strich ihm über den Kopf und sagte, das das ganz toll wäre.
Wenn das Ehepaar S. bei schönem Wetter auf der Bank vor ihrem Haus sitzt, geht Leon oft rüber und unterhält sich mit ihnen.

Er hat ein Kind in der Klasse, welches jeden Morgen ohne Stulle in die Schule kommt.
Ich schmiere jeden Morgen eine Stulle mehr, weil Leon seinem Mitschüler gerne was abgeben möchte.

Er weiß auch, das man nicht an das Eigentum fremder Leute gehen soll.
Bei der Turnbeutelaktion sagte er:
"Ich wollte sehen, wie Mattis in Leas pinker Leggins aussieht!"
Er weiß, das er das nie wieder tun darf!

Ich schreibe mir das auch nicht auf die Stirn und gewiss bin ich auf die Streiche, in denen er etwas beschädigt hat, auch nicht stolz!

Da ich weiß, das er nichts mutwillig zerstört, er eine sehr soziale Ader hat und stets versucht, bei allen freundlich und zuvorkommend zu sein, liebe ich ihn so, wie er ist!
Er wird älter und verständnisvoller werden und irgendwann, so hoffe ich, werden keine Streiche mehr auf dem Programm stehen.

In Leons Schule gibt es Kinder, die in der Pause andere verprügeln, weil sie irgendwas von ihnen wollen (Pokemonkarten und was weiß ich was).
Sie streiten immerzu und machen sich das Leben schwer.

Ich erinnere mich an meine Schulzeit.
Hatte eine Mathearbeit verhauen.
Aus Angst vor Schelte, habe ich die Arbeit selbst unterschrieben.
Natürlich ist es meinem Mathelehrer aufgefallen.
Meine Mutter musste auch in die Schule.
Allerdings hat sie mich gedeckt und gesagt, das es tatsächlich ihre Unterschrift wäre.
Zu Hause gab es laaange Diskussionen und ich war unendlich dankbar, das meine Mutter mich a) gedeckt hatte und b) ich dennoch etwas aus der ganzen Sache gelernt hatte.
Ab diesem Zeitpunkt hätte ich niemals wieder so eine Nummer gebracht!
Das Band, das zwischen mir und meiner Mutter besteht ist etwas ganz besonderes.

Wir werden sehen, wie unser Lausbub sich weiter entwickelt.
Nach den Sommerferien geht es aufs Gymnasium und ich denke, das er dann mehr mit lernen beschäftigt sein wird.

Gruß Mara

Beitrag von maeuschen1980 21.03.11 - 09:05 Uhr

Hallo,

also ich würde mich erstmal zurücknehmen und kein Kind als saublöd bezeichnen, wenn es sich erwischen lässt, finde ich mehr als unhöflich! :-)

Ausserdem, was hat Senf auf der Türklinke mit Sachbeschädigung zu tun? Kann man wieder abwischen und die Klinke wird mit Sicherheit nicht weggeätzt sein.

Ansonsten finde ich es auch unmöglich, wenn Kinder fremdes Eigentum beschädigen. Dafür haben sie grade zu stehen und die Eltern Sorge zu tragen, dass das Kind das nicht mehr macht.

Streiche spielen, das haben wir alle auch gemacht, und wer sich hier in diesem Thema ausnimmt, der schwindelt. Denn wir alle waren keine Engel und haben Blödsinn gemacht. Die einen mehr und die anderen weniger. Aber unseren Spaß hatten wir trotzdem. :-)

Also, Streiche, die niemandem wehtun, die keinen Sachschaden verursachen und die einen zum schmunzeln bringen, die sind doch in Ordnung. Wir haben schließlich hier Kinder, und keine kleinen Erwachsenen, die sich keine weitreichenden Gedanken machen, was passiert wenn....

LG

Julia

Beitrag von falkster 22.03.11 - 17:12 Uhr

völlig überzogen und aus dem Zusammenhang heraus...#augen

Beitrag von mamavonyannick 20.03.11 - 20:55 Uhr

Hallo,

ich finde meinen Sohn auch toll. Er darf sich schmutzig machen und auch in der freien Natur sein "Stullchen essen". Worauf ich aber auch Wert lege ist, dass er lernt, fremdes Eigentum zu achten und sich VORHER über die Folgen seines Handelns Gedanken zu machen. Aus diesem Grund klatsche ich nicht Beifall, wenn er den Nachbarn Senf an die Türe schmiert, ihnen die Garagentore zerschießt, ungefragt sich an fremden Sachen (Turnbeuteln) vergeift und was weiß ich noch alles.
Und sicher machen Kinder auch mal Unfug. Dann liegt es aber an mir als Mutter, ihnen die Grenzen aufzuzeigen und so etwas für die Zukunft zu unterbinden.

m.

Beitrag von asimbonanga 20.03.11 - 21:15 Uhr

Hallo,
im Prinzip gebe ich dir Recht.Wir haben früher so einige Streiche gespielt, allerdings meist ohne Sachbeschädigung.
Es kommt auch darauf an, welche Konsequenzen auf grobe Streiche folgen.
Mein Bruder hat mal einen Bauzaun und eine Hütte ( als Gag )10m versetzt.Dabei ging einiges kaputt.Er wurde erwischt.Der Bauunternehmer und mein Vater haben vereinbart, das mein Bruder als 15 jähriger Schüler den Schaden abarbeiten musste, als Bauhelfer.
Das halte ich z.B. für eine angemessene Reaktion.
Also wenn mein Sohn, wie geschehen eine fremde Tür mit hartnäckigen witzigen Aufklebern verziert----------------dann darf er diese entfernen.Das hat auch mit Föhn sehr, sehr lange gedauert.:-)
Diese Konsequenzen verhindern m.E. auch, das mutwillig fremdes Eigentum beschädigt wird.
Ich glaube nicht, das man kreative Kinder dadurch irgendwie einschränkt.

L.G.

Beitrag von ilva08 20.03.11 - 21:37 Uhr

"Ich wurde in die Schule zitiert.
Nun, ich sehe es halt so, das der Bauschaum da nichts zu suchen hatte und es wahrscheinlich nicht nur meinen Sohn interessiert hat!"

"Früher" wären Eltern NIEMALS, NIE IM TRAUM NICHT und UNTER KEINEN UMSTÄNDEN auf die Idee gekommen, dem herumliegenden Bauschaum die Schuld für die Aktion ihrer Kinder zu geben.

Die Kinder hatten möglicherweise mehr Freiräume. Doch damals hatten die Eltern auf dem Schirm: Die Verantwortung für den Mist, den sie bauen, haben die Kinder selbst zu tragen.

Heute gilt bei manchen Eltern die Devise: Wenn mein Kind etwas anstellt, suche ich flott eine verständnisvolle Erklärung dafür... oder gebe einfach demjenigen die Schuld, der mein Kind nicht vom Mist bauen abgehalten hat... und schon wird es für die Eltern überflüssig, erzieherisch einzugreifen.

Das ist ein ganz gravierender Unterschied zur damaligen Zeit.

Frag doch mal deinen Großvater, was passiert ist, wenn er bei den Streichen erwischt wurde. Ich wette mit dir, dann kommt etwas anderes als: "Meine Eltern meinten, die Lehrer hätten Trara gemacht!"

Beitrag von ilva08 20.03.11 - 21:58 Uhr

Hui, lustig. Mein Post ist noch nicht kalt, schon lieferst du mir weiter oben schon die Bestätigung:

"Leon sieht im ersten Moment nicht, das das, was er gemacht hat, schlimm oder falsch war/ist.
Er meint es eigentlich immer gut.
Er ist experimenttierfreudig . So erklärte er, das er die Bänke einfach nur fest verbinden wollte, das sie nicht mehr auseinander gehen."

DAS meinte ich mit: "Für alles eine verständnisvolle Erklärung suchen."

Dass dein Sohn nicht versteht, was er falsch macht, wundert mich überhaupt nicht.