Wenn man keine Lust auf Sex hat,ist der der Lust hat im Recht?

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Forum: Liebesleben

Ob Liebeslust oder Liebesfrust, ob erotische Freuden oder "technische" Probleme: Hier ist Platz für Fragen, Sorgen und Tipps. Für das Thema Verhütung gibt es ein eigenes Forum Verhütung.

Beitrag von wissenwill 20.03.11 - 19:08 Uhr

Hallo,

meine Frage steht ja schon da, wie seht ihr das? Frau hat keine Lust auf Sex, oder nur selten, Mann aber schon und es passiert nichts. Sehr oft lese ich, dass er sie verlassen soll, sprich die Frau wird als der Buhmann hingestellt (natürlich könnte man den Spiess auch umdrehen, Mann hat keien Lust und Frau will). warum also ist derjenige der Sex einfordert im Recht und derjenige der nicht möchte nicht? Ich bin der Meinung das keiner von beiden Recht hat, jeder hat sein Bedürfnis und das ist eben unterschiedlich ausgeprägt, ich finde man kann nicht einfach auf dem rumhacken der nicht möchte, tut man umgekehrt ja auch nicht.
Ich lese dann öfter Frau solle daran arbeiten, dass sie wieder Lust auf Sex hat, wie an etwas arbeiten, wo man kein wirkliches Interesse dran hat? Entweder ich habe Lust und die entsprechenden Gefühle dafür, oder nicht, man kann daran nicht unbedingt immer arbeiten. oder es wird gesagt das der Mann fremdgeht und man selbst Schuld habe.

Mal sehen wie ihr so darüber denkt.

Beitrag von blaaaah 20.03.11 - 19:29 Uhr

Man kann und sollte den Sex in einer Beziehung nicht einfordern und man jeder sollte auch akzeptieren, dass es Phasen geben kann, in der einer von beiden mal wenig(er) oder keine Lust hat. Aber auf Dauer sollte ein Paar schon gemeinsam daran arbeiten, dass grundsätzlich ein Liebesleben statt findet.

Gruß

Beitrag von lagefrau78 20.03.11 - 19:30 Uhr

Hallo!

Im Grunde denke ich, dass die Frage nach dem Recht falsch gestellt ist. Das sagst Du ja selbst. Darum geht es nicht. Bei diesem Problem ist niemand 'im Recht'.

Generell bin ich der Meinung, dass derjenige, der keine Lust auf Sex hat, nicht übergangen werden darf. Will sagen: man darf mit niemandem Sex haben, der dies nicht will. Das leitet sich für mich (ich glaube auch für das Strafrecht) daraus ab, dass jeder das Recht auf seine persönlichen Grenzen und körperliche Unversehrtheit hat. Derartige Übergriffe gegen den Willen des anderen dürfen NICHT stattfinden.

Auf der anderen Seite steht das Bedürfnis dessen, der seinem Begehren nicht nachkommen kann/darf. Zwar steht diesem immer noch die Möglichkeit SB offen, allerdings würde ich in diesem Fall schon dafür plädieren, dass man da im Sinne einer gelingenden Paarbeziehung zu einer Einigung kommen sollte. D.h. wenn in einer Beziehung die Bedürfnisse auf Dauer weit auseinander gehen, sollte sich der lustlose Part nicht auf seine Lustlosigkeit zurückziehen, sondern mit dem anderen gemeinsam (!!) an einem Kompromiss arbeiten, mit dem dann beide gut leben können. Ob dieser Kompromiss dann Fremdgehen, Sex nach Plan, Pornokonsum oder einseitige Befriedigung durch den lustlosen Part beinhaltet, kann ja jeder handhaben, wie er will. Vielleicht ist auch ein Besuch beim Arzt oder Sexualtherapeuten sinnvoll. Wie gesagt - im Sinne der Beziehung, und nicht, weil es per se nicht normal ist, keinen Sex zu haben!

Wenn dies nicht funktioniert, weil auf einer oder gar auf beiden Seiten die Bereitschaft fehlt, sollte man über Trennung nachdenken.

Beantwortet das Deine Frage?

Viele Grüße!

Beitrag von jenner 21.03.11 - 11:05 Uhr

...konnte man nicht besser schreiben, denke ich mal. Voll zustimm!

Beitrag von chaosmanagerin 20.03.11 - 20:58 Uhr

Ich denke nicht dass es da ein Recht gibt.

Ich denke eher wenn es Probleme will (der eine will, der andere nie) dann muß man sich überlegen woran das liegt, ob man so weitermachen möchte.

Manchmal ist es halt einfach so, wenn es im Bett nicht passt dann sollte man weitersuchen. Und es ist in dem Fall egal ob es der ist der mehr Sex will oder der der weniger Sex will.

Beitrag von tine74 20.03.11 - 21:41 Uhr

Tjja die Frage hätte von mir sein können ich gehöre zu den Teil Frau die sich gerne mer als 1 mal im Quatal sex wünschen würde.:-)
Wir haben drei Kinder ich weiss nicht woran es liegt das meinn Mann so gar kein intresse mehr daran hat...
Weiss gar nicht wo die Männer sind die regelmößig Sex haben.
habe gelernt damit zu leben irgendwie...das fing alles bei der ersten schwangerschft an...was soll ich machen...da könnte cih mich ins zeug legen und er würde das gar nicht bemercken*G*es ist nicht so das wir uns nicht lieben würden aber das Tehme nr1 sind eben die Kinder...dann job....und irgendwan komme ich mal zwischenduch...aber ich habe ghört das gibt sich wohl irgendwann mal wieder:-)
Wir werden sehen...ich gebe die Hoffnung nicht auf....im übrigen ich laase meien Mann in Ruhe:-)wer nicht möchte...dann muss ich das eben so hinnehmen....natürlich frustet mich das manchmal...weil ...meien Oma(gute weise liebe Frau)meinte immer wenn der sex nicht klappt klappt der rest auch nicht....ist da was dran....ich habe Tage da habe ich exstrm schlechta lauche weill ich einfach kein sex mit meinem mann habe...ich schiebe das immer auf so allüren wie Männer die hunger haben nörgeln auch.:-) was kann ich also groß sagen ich vermute mann soolte leren sich zu respektieren un erforschen woran es liegt....das machen wir auch immer mal ein wenig reden nicht gleich mit der Tür ins haus fallen....
mann sollte dem Partner eien Jacke hinhalten wo mann reinschlüpfen kann nicht einfach alles wie einen nassen lappen um die Ohren hauen...wir sind auf einen guten weg....ich schreibe das hier auch nur weil mir das Tehma irgendwie gerde bekannt vor kam:-)....

Beitrag von Kenn ich gut... 13.01.14 - 20:10 Uhr

Hi Tine!

Ich bin so ein Mann... bei uns warens auch die Kinder (wir haben aber nur eines), seitdem will meine Freundin einfach nichtmehr (er wird nun 3, ich kann mich echt kaum noch dran erinnern, wie es war mal "einfach miteinander zu schlafen".

Aus meiner Sicht sollte aber auch der "aktive" Teil den Frust nicht in sich hineinfressen, denn das macht auf Dauer die Beziehung kaputt.

Oder wir treffen uns mal *lach*, aber im Ernst: Ich weiß, wie weh das tut...

Beitrag von unilein 20.03.11 - 22:48 Uhr

Hä?

Wenn man da etwas von "im Recht sein" sagen will, dann doch so: Wenn einer von beiden keine Lust hat, dann ist dieser "im Recht", denn es kommt dann nicht zum Sex.

Somit bekommt auf lange Sicht immer derjenige, der nicht will, was er will und der andere hat Bedürfnisse, die unerfüllt bleiben. Wenn die Situation für diesen dann untragbar wird, dann ist auch eine Trennung eine mögliche Konsequenz.

Beitrag von stormkite 21.03.11 - 07:23 Uhr

Na ja, der, der Sex will, und keinen kriegt, der hat ein großes Problem,
der Nichtsexwoller ist maximal genervt von den ständigen "Gebettel".

Von daher ist der Problemdruck des Sexwollers viel größer - und daher ist er auch der aktive Part, wenn es um Lösungsmöglichkeiten geht. Und wenn die alle scheitern? Bleibt nur die Trennung.

Der Nichtsexwoller hingegen kann sich in der Beziehung sehr zufrieden fühlen - IHM/IHR fehlt ja nichts. Also auch kein Klärungsbedarf, und keine Trennungswünsche ...

Kite

Beitrag von es geht hier doch nicht 21.03.11 - 08:55 Uhr

um Recht haben! ABER wenn der eine Partner kein wirkliches Interesse am Sex hat, dann hat er kein Recht auf Exklusivität!!!
"es wird gesagt das der Mann fremdgeht und man selbst Schuld habe" -
genau so ist es. Wenn die Frau ihrem Mann den Sex nicht geben kann oder will, dann kann sie sich nicht beschweren, wenn er fremd geht.
Daher müssen BEIDE an regelmässigen Sex interessiert sein. Das unterscheidet nun mal eine Partnerschaft von einer WG !

Beitrag von xx 21.03.11 - 10:34 Uhr

Zunächstmal gibt es ein"Recht" auf Sex in der Ehe.

Man hat aber keine Möglichkeit dieses Recht durchzusetzen.

Moralischer Ansatzpunkt sollte sein unter welchen Voraussetzungen die Ehe eingegangen wurde.

War von vornhinein klar, dass Sex nicht groß dazu gehört weiß jeder worauf er sich einlässt.

War regelmäßiger Sex vor der Ehe Standard und stellt dies einer auf Dauer einseitig ein, ist der auch der "Schuldige" soweit keine medizinischen Gründe vorliegen. Dieser ändert ja die "vereinbarten" Spielregeln.

Sollte dann fremdgegangen werden (nach Ankündigung, dass dies irgendwann drohen wird wenn sich nichts ändert) ist dieser Verstoß nicht schlimmer als die Verweigerung, sondern nur logische Folge.

Und trennen kann sich der Verweigerer genausogut wie der Fremdgeher.

Vorübergehende Sexflauten nehme ich aus (wobei wenn sich das jährt nicht mehr von vorrübergehend gesprochen werden kann), wobei ich der Ansicht bin, dass Sex ja nicht nur aus GV besteht. Wer keine Lust hat kann auch ohne GV tätig werden, wenn er denn nur irgend will. Dazu muss man nicht vor Lust vergehen.

Beitrag von lichtchen67 21.03.11 - 10:43 Uhr

Es geht doch nicht um Recht haben oder nicht Recht haben - es geht darum, in einer Beziehung glücklich und zufrieden zu sein. Und das geht eben nicht, wenn die Bedürfnisse an den Anderen komplett unterschiedlich sind.

Lichtchen

Beitrag von xiangwang 21.03.11 - 10:56 Uhr

Keiner hat das recht es einzu fordern.

Man kann dem anderem aber auch mal LUST machen.
Oder man sieht sich mal nicht, das bewirkt bei uns wunder. Mal so ein ganzes WE oder die ganze Woche. Einer fährt weg ...yumi hat man dann wieder lust aufeinander! ;-)

Beitrag von ttr 21.03.11 - 11:02 Uhr

also ich denke so darüber: eine partnerschaft ist eine gemeinschaft in denen die bedürfnisse beider partner gesehen werden müssen und kompromisse zu schließen sind.
sex ist für mich der bestandteil, der eine freundschaft von einer beziehung unterscheidet...vielleicht siehst du es ja anders.
wenn sex nicht mehr oder kaum noch stattfindet und darunter ein partner leidet, dann muss hierfür ein kompromiss gefunden werden. da reicht es nicht aus, dass der andere partner sagt: hey, wir haben ne beziehung und ich brauch keinen sex...find du dich gefälligst damit ab.
wenn du den anspruch hast, dass sich der andere damit gefälligst abzufinden hat, fährst du ganz gewaltige ego-schiene.
fakt ist, dass derjenige, der den sex auf dauer verweigert, in meinen augen die beziehung zur freundschaft degradiert und sich dann nicht wundern braucht, wenn der andere partner sich sex und nähe voanders sucht.
dann im nachhinein runzuheulen und sich im recht zu fühlen, weil der andere sich mit den eigenen vorgaben nicht abgefunden hat und fremdgegangen ist, halte ich für kindergarten drittes jahr.
wenn ich nicht will, dann sollte ich dem anderen eben seine bedürfnisse gönnen. auch wenn das für mich dann bedeutet, dass ich ihn sexuell freigeben muss. ich hatte ja immer die wahl, ihm selbst befriedigung zu verschaffen. wenn ich das nicht wollte oder konnte kann ich mich im nachhinein nicht wirklich beklagen.
in den meisten fällen liegt ja bereits jahrelang was im argen und jahrelanges reden hat dann nichts genutzt.
entweder es passt im bett oder halt nicht.
sorry, aber die meisten frauen, die keine lust mehr auf ihren mann haben, sind eh nur noch bei ihm, weil sie den versorgungsstatus nicht verlieren wollen und mit ihm ansonsten freundschaftlich gut klarkommen.
nähe wollen sie mit ihm meist nicht mehr...man hat ja den alltag...da träumt man dann von seiner ruhe und evtl. mal von dem netten hengst von der nachbarweide.
und nachher ist dann das geheule groß.

Beitrag von sehr gut !!! 21.03.11 - 12:53 Uhr

#pro

Beitrag von xx 21.03.11 - 13:14 Uhr

Endlich mal jemand mit realistischem Durchblick.

Beitrag von quasiratlos 21.03.11 - 13:18 Uhr

Hallo,

wie immer im Leben kommt es ganz auf die jeweilige Situation an, in der sich ein Paar befindet.

Allen gemeinsam ist, sobald man das reden und sich damit auseinander setzen aufgibt, kommen eher negative Dinge ins rollen.

Ich war diejenige in der Beziehung, die von heute auf morgen vor die Tatsache "ich habe keine Lust und du hast das zu akzeptieren" gestellt worden ist...dazu kam dann noch ein genervt sein, wenn ich nach dem warum gefragt habe und dann wurde mir auch noch vorgeworfen, ich würde alles nur auf das eine reduzieren.

Eine echt beschissene Situation.

Weder er noch ich haben das Recht dazu, die Spielregeln ohne Information des anderen zu ändern.

Nach einem Wutausbruch meinerseits haben wir mehr und mehr wieder angefangen, uns anzunähern, das hält noch bis heute an.
Eine mögliche Ehe bzw. eine längerfristige Beziehung habe ich ausgeschlossen, bis er den Mund aufbekommt.

Ich sag mal so aus der Sicht eines lustbetonten Menschen:
sicherlich hätte ich mir damals eine Gelegenheit nicht entgehen lassen, das fremdgehen hätte ich nicht ihm in die Schuhe geschoben, das wäre von mir selbst gewesen, aber ein übermäßig schlechtes Gewissen hätte ich sicherlich nicht gehabt!

Beitrag von rosenrot1974 21.03.11 - 14:22 Uhr

Rechne mal die Ablehnungen gegen den vorhandenen Sex. Ist das im Gleichgewicht???

Wenn nicht...

... dann ist das reichlich egoistisch von demjenigen, der weniger Lust hat, weil er SEINE EIGENE Bedrüfnisse vor die des Partners stellt.

Ist das ok?!

Beitrag von wissenwill 21.03.11 - 17:29 Uhr

Was hat es denn damit zu tun-Versorgerstatus?! Das klingt ja so, als müsse man Sex machen, dafür das man "versorgt" ist, quasi wie ne Art Prostitution. Das geht ja mal gar nicht.

Beitrag von rosenrot1974 22.03.11 - 13:23 Uhr

Ne, sollte nur heissen, dass der, der mehr Lust hat nicht mehr "Recht" hat, aber i.d.R. derjenige ist, der zu kurz kommt!

Derjenige, der keine Lust hat bekommt sein Bedürfnis ja befriedigt: Es gibt halt keinen Sex.

Wie oft also wird Dein Bedürfnis befriedigt (keinen Sex) und wie oft sein Bedürfins????

Wenn da eine eindeutige Schieflage ist, dann ist das meiner Meinung nach reichlich egoistisch und frau darf sich wirklich nicht wundern, wenn man(n) dann nach anderen (vielleicht auch egoistischen) Lösungen sucht.

Beitrag von nicht gleich 21.03.11 - 23:04 Uhr

Nun ich denke nicht, dass beide Partner in dieser Frage gleiche "Schuld" - oder wie immer man das nennen will - tragen. Nehmen wir mal ein Durchschnittspärchen. Die wenigsten Frauen suchen einen impotenten Mann fürs Leben, ebenfalls die Herren. Man ist zusammen, weil man sich auf allen Ebenen in den anderen verliebt hat - eben auch auf erotischer. Deshalb entsteht für den Partner, der plötzlich ohne auskommen soll, ein Mangel. Und ich denke, dass es etwas wenig ist zu sagen: "Pff, hab halt keine Lust mehr!" Das finde ich lieb- und achtlos dem anderen gegenüber. Man muss ja nicht gleich alle Geschütze auffahren, aber es gibt sehr viele Wege miteinander zärtlich zu sein. Wenn einer darauf absolut keine Lust hat und nicht angefasst werden will, würde ich auf Dauer die Liebe meines Partners doch sehr in Frage stellen.


Grüße

Beitrag von cracker 22.03.11 - 11:34 Uhr

Hi
Wenn ich punkto Sexualität nur schon über "Recht haben" nachdenken müsste, wär bei mir die Lust auf einen Schlag dahin. Ich formuliere es hart und behaupte, dass eine Beziehung mit einem Ja / Nein - Konstellation auf Dauer keine Chance hat.
Damit ziele ich auf die Grundeinstellungen der Partner. Wenn ein Part regelmässig Sex haben möchte und der andere Part eben nicht, dann liegt ein steter Kriesenherd vor der wohl kaum zu managen ist. Da geht es nie um die Frage, wer Recht hat.
Da passen die Leute schlicht nicht nicht zusammen und Kompromisse puncto Sexualität sind meiner Meinung nach schlicht nicht möglich. Sexualität muss fliessen, ungesprochen und undiskutiert ihren Zauber in die Beziehung miteinbringen. Alles andere oder nach Plan scheint zum Scheitern verurteilt.
C