Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

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Beitrag von romantikus 20.03.11 - 22:38 Uhr

Wie kommt es, dass die Linke vor der SPD liegt und die NPD mehr Wähler hat als die FDP????

Beitrag von murkelchen72 20.03.11 - 22:41 Uhr

Wahrscheinlich weil die Leute die Schnauze voll haben von den Volksparteien und gern die Parolen glauben, die diese Parteien raushauen#gruebel

Beitrag von romantikus 20.03.11 - 23:34 Uhr

Bei "Schnauze voll von den Volksparteien" hätte die CDU nicht stärkste Kraft werden dürfen und bei "Parolen glauben" hätten die Wähler ja auch der FDP glauben müssen, oder?

Beitrag von mamavonyannick 21.03.11 - 07:24 Uhr

Es wählen doch aber nicht alle gleich? Dann haben eben EINIGE die Schnauze voll!

Beitrag von culturette 21.03.11 - 00:37 Uhr

"Parolen glauben" alle aktiven Wähler. :-)
CDU-Wähler glauben CDU Parolen
SPD-Wähler glauben SPD Parolen
Grüne-Wähler glauben Grüne Parolen
usw. usw.

Bei den jungen Wählern ist es noch nicht so festgelegt, aber die älteren Wähler, zumindest die ich kenne, wählen doch immer das was sie seit Jahren gewählt haben, darum werden wir niemals plötzlich erleben dass
CDU nur 3,3% bekommt und Grüne 33% so sehr wie manche es auch gern hätten.
Ich für meinen Teil wähle was ich seitdem ich 18 geworden bin wähle, auch wenn es hier und da Kritikpunkte in "meiner Partei" gibt, so finde ich hier trotzdem sowohl komunal als auch auf Bundesebene die meisten Schnittpunkte für meine persönlichen Ansichten.

Beitrag von ludmilla.duesentrieb 21.03.11 - 00:10 Uhr

Keine Ahnung warum die Linken vor der SPD liegt. Das hat mich auch verwirrt #kratz
Aber die NPD hat doch unter 5%, oder? So jedenfalls bei der letzten Hochrechnung, die ich vorhin gesehen habe. Also ich hoffe doch stark, dass es so geblieben ist. #zitter
Dass die FDP abloost finde ich allerdings gut. Mal ehrlich. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie die damals überhaupt so viele Stimmen bekommen konnten.

Aber das mit den Linken ist schon komisch #kratz
Also ich hätte das nicht geglaubt, dass die so viele wählen. Ist ja nicht so, dass ich nicht für die Abschaltung der AKW`s bin, aber so wie die Linken drüber gesprochen haben, war das doch eher Fantasie.
Der Plan der SPD ist da schon realistischer. Erst mal die 7 Alten + Krümmel aus machen und aus lassen und dann langsam die anderen abschalten (nach einem Plan, der funktioniert). Dann wenn genügend andere Energien (erneuerbare Energien) zur Verfügung stehen. Dass das nicht von heute auf Morgen geht, sollte klar sein (wenn auch nicht den Linken und deren Wählern).
Nunja, was solls.
Wird schon werden. Solange nicht weiter CDU/FDP regiert und die Rechten unter 5% bleiben.

Ich plädiere ja für Rot (SPD) und Grün oder wenn es sein muss Rot (SPD) und CDU (wenn auch nicht so gerne), oder nur SPD, was aber wohl nix wird. Rot/Rot würde zumindest interessant werden, aber da muss die SPD trotzdem die Mehrheit haben. Ansonsten... ich weiß nicht... Naja, nicht gerade ne Wunschkoalition. Ich trau den Linken nicht wirklich zu, gut zu regieren #zitter

Beitrag von culturette 21.03.11 - 00:29 Uhr

Es ist eine Landtagswahl gewesen, keine Bundestagswahl.

Beitrag von ludmilla.duesentrieb 21.03.11 - 00:34 Uhr

Ich weiß.
Ist trotzdem meine Meinung. Egal, was es nun für eine Wahl war.
Es ist auch nicht mein Bundesland, deswegen bin ich mir gerade nicht sicher wer dort vorher regiert hat. Ich glaube aber Rot/Schwarz, oder?
Ich nehme auch mal an, dass es dabei bleiben wird.
Ich hatte nur vorhin, gegen 21 Uhr, in den Nachrichten die Hochrechnung gesehen und mich, wie die TE gewundert, dass die Linken vor der SPD liegen.

Beitrag von la1973 21.03.11 - 08:26 Uhr

Weil Sachsen-Anhalt im Osten liegt!!???

Beitrag von hasi1977 23.03.11 - 07:10 Uhr

Und das heißt? : Ossis sind doof und wissen nicht was sie tun?

Beitrag von felidae01 23.03.11 - 10:30 Uhr

Weil man nichts anderes wirklich wählen kann?

Also doch lieber eine starke Opposition wählen, als den CDUlern freie Hand lassen... ?

Oder, weil man oftmals nicht wirklich weiß, was Randparteien wollen? Die sind zu klein, um mit den Wahlkämpfen der Großen wirklich mithalten zu können?

Viel mehr verwundert mich die Zweigleisigkeit der SPD: Koalition mit der Linken, wenn die SPD mehr Stimmen hat, um den MP zu stellen - Abfuhr, wenn die SPD weniger Stimmen hat, um keinen linken MP zu bekommen. Das finde ich alles sääääähr glaubwürdig...

Fazit: Fragen über Fragen...

P.S: Mancher Rechtschreibfehler wurde mit Absicht hinterlassen ;-) #freu

Beitrag von renate63 21.03.11 - 09:06 Uhr

Weil die Linken früher SED geheißen hat und es dort doch mehr gestrige gibt als gedacht.

Beitrag von klimperklumperelfe 21.03.11 - 21:21 Uhr

So ist es!

Beitrag von havanna0804 21.03.11 - 10:33 Uhr

Hallo,

die Linke hat im Osten generell eine große Anhängerschaft. Das ist hier nunmal so und wird sich so schnell nicht ändern. Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit dem höchsten Altersdurchschnitt. Danach folgen die anderen neuen Bundesländer. Es sind sicherlich noch viele "von früher" da, aber längst nicht alle. Wir sind mit unseren nur noch 2,33 Mio. Einwohnern ja nun auch nicht gerade der Nabel der Welt. In Brandenburg regiert die Linke sogar mit der SPD zusammen. Sie wird bei uns auch von vielen Leuten gewählt, die früher nichts mit der SED zu tun hatten und jung sind. Einfach weil sie in der Familienpolitik die Probleme der Wähler(innen) für ihren Wahlkampf am besten nutzen können. Dass, was bei den Ministern in Berlin zu heissblütigen Diskussionen führt, war hier im Osten nämlich schonmal selbstverständlich. Wir sind auf eine ordentliche Kinderbetreuung angewiesen, da die Frauen hier als "Zweitverdiener" oft unerlässlich sind und sich das Hausfrauendasein auf Dauer nicht leisten können. Der atomare Sofortausstieg war für viele nur ein zweitrangiges Kriterium. Jeder weiß, dass das eh nicht von heute auf morgen geht.

Ich persönlich bin sehr froh und erleichtert, daß die NPD es nicht in den Landtag geschafft hat. All die hier angekleisterten Plakate haben gott sei dank nichts genützt. Hier gab es auch schon andere Zeiten#zitter,*fremdschäm*.

Auch daß die Wahlbeteiligung wieder anstieg, ist ein gutes Zeichen. Immerhin war hier mal wieder jeder Zweite wählen. Es wurde bei uns zum ersten Mal eine Regierung bestätigt. Jetzt liegt es an ihr und auch an der Opposition, die Leute über die nächsten 5 Jahre so zu motivieren, daß das nächste Mal vielleicht nochmal ein paar mehr Wahlberechtigte ihr Kreuz machen.
Die SPD hat in ihrer letzten Legislaturperiode furchtbaren Unsinn in der Wirtschaftspolitik verzapft, indem sie die potentiellen Investoren, die wir wirklich gut gebrauchen könn(t)en, vergrault hat. Das tragen ihr die Wähler hier immernoch nach. Und der damalige MP war auch, naja sagen wir mal sehr unsymphatisch;-). Er hat es nicht geschafft, daß wir die rote Laterne bezüglich der Arbeitslosenquote an andere abgeben konnten.
Die Grünen haben es nach 16 Jahren (ich glaube, wäre Japan nicht gewesen, hätte es nicht geklappt) wieder in den Landtag geschafft.
Die FDP wurde für ihre jetzige Politik auf Bundesebene gnadenlos abgestraft.
Unser alter MP (75 Jahre!) hat nun endlich abgedankt, erfreut sich seines Ruhestandes und macht den Weg frei für einen Neuen.

Alles in allem kann ich mit dem Ergebniss gut leben. Und bin schon gespannt auf das nächste Wochenende!

LG Sandra

Beitrag von sarahg0709 21.03.11 - 10:49 Uhr

Wenn ich jetzt ganz böse sein will sage ich, die Bewohner der neuen Bundesländer haben immer noch einen hohen Drang zum Extremismus.

Wie kann man sich sonst erklären, dass sie die gleichen Leute wie vor der Wende wählen. Und sagt mir jetzt nicht, dass Die Linke eine hochdemokratische neue Partei ist. Sie ist einfach die SED mit einem neuen Namen, nichts weiter.


LG

Beitrag von amrot 05.05.11 - 20:30 Uhr

wer nicht in sachsen anhalt lebt oder gelebt hat, kann auch nicht verstehen, wie die menschen denken. und es zu erklären ist auch schwer.
in sachsen anhalt gab es die große industrie der ddr. bitterfeld, luna, beuna. tausende beschäftigte. nach der wende, wurde dort so gut wie alles zugemacht. mit dem namen bitterfeld verbinden noch heute viele menschen in ganz dl rauchende türme und verdreckte häuser. die umwelt hat sich erstaunlich erholt. jemand, 20 jahre im koma und nun aufgewacht, würde seine heimat nicht erkennen. die kehrseite der medaille: die mitunter größte arbeitslosenquote überhaupt.
folge: depression und hoffnungslosigkeit.
und damit ist die neue generation aufgewachsen. natürlich nicht alle. aber sehr viele.
weitere folge: abwanderung und mehr hoffnungslosigkeit. wer bleibt hat keine arbeit, wer geht sehnt sich nach der heimat.
das kann man nur verstehen, wenn man es miterlebt hat.
da hilft es auch nicht von extremisten zu reden oder ratschläge, wie helft euch selbst blablabla zu geben.
die menschen haben ihre arbeit verloren, ihr gesamtes umfeld hat sich verändert. aber nicht die chancen. will man diese, muss man gehen. aber nicht jeder ist dazu gemacht seine heimat zu verlassen. und mal ehrlich: soll sachsen anhalt aussterben?
nach der wende kam die flut der investoren, die haben ihr millionengeschäft gemacht und als es abflaute, gingen sie wieder. noch mehr desillusionierte menschen.
aus nichts, kann man nichts machen.

das ist jetzt mal ein sehr spezielles und sicher überspitztes bild. aber es enthält den kern der sache.

eltern ohne hoffnung und jugendliche ohne perspektiven. keine gute mischung.

wobei, wie gesagt, ein überspitztes bild, es gibt trotz allem mehr als genug 'normale' menschen.

lg

Beitrag von adalgisa 21.03.11 - 12:56 Uhr

Volker Pispers erklärt das so:

"Bei einer Umfrage sagen 80% der Befragten, dass sie gegen den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr sind. Bei der gleichen Umfrage sagen 80%, dass sie für Mindestlöhne sind und 80% sagen, dass sie für die Rücknahme der schlimmen Hartz IV - Reform sind. Die einzige Partei, die genau all das in ihrem Wahlprogramm hat, ist die fiese Linkspartei. Die wählen nur 14% aller Deutschen. Also wählen 66% aller Deutschen dann eine Partei, die genau das Gegenteil von dem tut, was 80% aller Deutschen wollen. DAS ist der Deutsche - leicht schizzophrän."

In Sachsen-Anhalt leben Ossis und die sind eben nicht so schizzo... ;-)

Guckstdu http://www.youtube.com/watch?gl=DE&v=uNHch1YSB3s

Ab Minute 6:10

Beitrag von sarahg0709 21.03.11 - 17:09 Uhr

Das mit den Umfragen ist so eine Sache. Kommt immer darauf an, wer, von wem und wann befragt wird.

Ich werde z.B. nie gefragt.

Und ich bin nicht schizophren. Ich wähle immer die Partei, hinter deren Programm ich stehen kann. Und das ist nicht Die Linke.

Wobei ich die Ossis, die diese Partei wählen, auch komisch finde. Warum wollten sie die Mauer weg haben, wenn sie die alten Bonzen jetzt wieder haben wollen? #kratz


LG

Beitrag von havanna0804 21.03.11 - 17:59 Uhr

-Wobei ich die Ossis, die diese Partei wählen, auch komisch finde. Warum wollten sie die Mauer weg haben, wenn sie die alten Bonzen jetzt wieder haben wollen?-

Genau das ist der springende Punkt. Ein Grossteil dieser Wähler (gerade die ältere Generation) wollten nunmal die Mauer NICHT weg haben. Zumindest nicht so schnell. Und die waren nicht immer unbedingt in der Partei oder bei der Stasi. Zumindest wenn ich für meine Großeltern spreche.

Ich habe aber auch noch nicht gehört, daß die Linke die Mauer wieder errichten lassen will. Das wird wohl nicht mehr passieren, irgendwann ist diese Generation (bis auf ein paar Melancholiker) ja auch mal weg(gestorben).
Und dann muß diese Partei sich halt richtig beweisen. Vielleicht ist sie dann besser als ihr heutiger Ruf und kann sich auch bei "euch" etablieren. Aber das dauert noch...

LG

Beitrag von adalgisa 21.03.11 - 19:39 Uhr

Du schreibst: "Ich wähle immer die Partei, hinter deren Programm ich stehen kann."

Genau so werden das die anderen halt auch machen. Wie Pispers schon sagt: "80 Prozent sind für Mindestlöhne, gegen den Afghanistaneinsatz und gegen Hartz IV". Und wie Pispers weiter feststellt, ist die Linke die einzige Partei, die das auch will. Also müssen das nicht zwangsweise irgendwelche Bonzen sein oder Ewiggestrige, welche die Linke wählen, sondern eben Leute, die hinter deren Programm sie stehen...

Beitrag von armyofme 21.03.11 - 14:55 Uhr

#rofl

Tja.

Gute Frage. Nächste Frage.

Das dürfen sich die Politiker auch überlegen, wie so etwas kommt.

Mir fällt da was ein...

Beitrag von danaludolf 21.03.11 - 20:45 Uhr

hier sind ja zum teil die schärfsten gäste am start!

es debattieren leute über politik die zum teil nicht den gerinsten plan haben was in diesem staat falsch läuft! das mit den linken passt mir persönlich auch nicht aber ich denken das die sachsen-anhalter von den "tollen" grossen volkspartein und ihren super rosa brillen sprüchen die schnauze voll haben und ich denke mal nicht weil viele die SED so lieben!

leute werdet mal wach, in diesem land wird wochenlang diskutiert ob ein verteitigungsminister bei seinem dr. geschummelt hat oder nicht, wo es in diesem industriestaat täglich hungernde kinder gibt!

hier werden erneuerbare energien (windkrafträder) subventiuniert, welche in ihrer herstellung mehr energie verbrauchen als sie in ihrer lebenzeit erzeugen!

es werden riesige felder mit getreide und mais für irgendwelche biogasanlagen angebaut und das brot wird immer teurer!

lebensmittel und nebenkosten steigen fast täglich und mindestlöhne werden still und heimlich gesengt!

so leute das waren nur einige beispiele was hier gegen den baum läuft, wenn hier einige ihre talkshows und DSDS ausschalten würden und sich mal der realität beschäfftigen würden denken manche bestimmt anderst!

und wenn ich nach über 20 jahren wiedervereinigung noch "ossi" höre geht mir das messer auf , für die ganz hellen sachsen-anhalt ist befreites mitteldeutschland!

Beitrag von abc_mensch 21.03.11 - 21:43 Uhr

Gut gebrüllt, Löwe, aber wo bleiben die Lösungsvorschläge?

PS: den Begriff "Mitteldeutschland" verwendet sogar der MDR (im Sinne von *in der Mitte zwischen Norden und Süden*).

Beitrag von falkster 21.03.11 - 22:33 Uhr

>>...nicht den gerinsten plan haben was in diesem staat falsch läuft...<<

jenau!!

und Du hast voll den Durchblick, richtig?
Populismus vom Feinsten...#bla

Beitrag von lotta12 22.03.11 - 18:07 Uhr



Die Linke zu wählen, das hat oftmals sicher nicht mit alten Gewohnheiten zu tun.
Viele Wähler aus DDR- Zeiten haben schon das Zeitliche gesegnet.

Die familienfreundliche Politik, Chancengleichheit, längeres gemeinsames Lernen der Kinder in der Grundschule und die Forderung von Mindestlöhnen sprechen viele an.

Wer von Euch möchte denn gern auf 1/2 bis 1/3 Lohn jeden Monat verzichten?

Dann zieht nach Sachsen-Anhalt. Dort stehen so viele Wohnungen und Häuser leer und entscheidet selbst selbst, was dort gewählt wird. ;-)