Wollen Eltern das wirklich hören?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von steffken80 20.03.11 - 22:44 Uhr

Hallo,

hab da mal ne Frage an euch?

Meine Tochter hatte heute Übernachtungsbesuch einer Schulfreundin (7 Jahre alt). Und die hat sich einfach unmöglich verhalten. Ist meines Erachtens frech, aufmüpfig und hat mir mehrmals wiedersprochen.
Sachen wie:
-beide Mädels sitzen am Tisch und essen. Da ruft die Freundin das sie noch hunger hat und lacht dabei schon so komisch. Ich frage ob sie das ernst mein. Anwort war ja. Hief mich also von der Couch ( immerhin Ende 7. Monat und schon ne ganz schöne Plautze vorne dran), komm in der Küche an und sie grinst mich an und sagt "Ich will gar nichts mehr."
-Kurz zuvor hatte ich eine Getränkediskusion mit ihr. Frag sie ob Apfelsaft trinken mag. Sie sagt sie will nur Apfelsaftschorle. Erkläre ihr das ich leider keine Selter da habe, aber wenn sie will, kann ich ihr den Apfelsaft mit Stillen Wasser verdünnen. Ihre ANtwort, nein sie will nur Apfelsaftschorle und was anderes will sie nicht und trinkt sich auch nicht. So in den Tonfall "Sieh zu wie du die ran bekommst."
-Unterhalte mich mit den Beiden und meine Tochter streichelt mir über den Babybauch, das Mädel haut gegen meinen Bauch. (Vielleicht hat sie nicht gecheckt das ich schwanger bin und das da in dem Bauch ein Baby ist. Aber mal ganz ehrlich, nen Kind hat einen Erwachsenen nicht zu schlagen)
-Sage zu beiden, sie sollen den Schafanzug anziehen. Ihre Antwort: Nein.
-Sage zu beiden, geht noch mal auf Toilette vorm schlafen gehen. Ihre Antwort: Nein.
-Sage zu ihr: Setz dich bitte richtig an die Tisch, bei uns wird ordentlich am Tisch sitzend gegessen. Ihre Antwort: Nein.
-Ihr Papa steht im Flur und will sie abholen (Eltern leben nicht zusammen und er ist gerade über 1 h unterwegs gewesen um sie abzuholen). Stürmischer Empfang, ich sag zu ihr "Hol bitte deine Sachen, dein Papa wartet." Mädel dreht sich um und geht zu meiner Tochter ins Zimmer, setzt sich an den Schreibtisch und fängt an zu malen. Ich geh hin und sag zu ihr, sie soll doch bitte aushören, weil Papa ja wartet, kann das Ausmalbild mitnehme und zu Hause weiter malen. Ihre Antwort: Nein, sie malt jetzt.
Waren noch ein Paar weitere Sachen die mir sauer aufgestossen sind. Lass mir sowas natürlich nicht gefallen und auf der Nase rumtanzen und hab ihr auch die Ansagen dazu gemacht.

Aber jetzt zu meiner eigentlichen Frage. Wenn Eltern ihre Kinder abholen, kommt ja immer die Frage: "Und war alles okay? Habt sie sich benommen?"
Ganz ehrlich? Ist die Frage ernst gemeint? Wenn das Mädel sich bei uns so benimmt, dann wird sie das zu Hause auch machen und dann scheint es niemanden zu stören. Wollen sie wirklich hören "nein deine Tochter hat sich unmöglich benommen".

Ich selbst stelle auch so eine Frage nicht, wenn ich meine Tochter irgendwo her abhole, weil ich weiss, dass meine Tochter sich benimmt, besonders wenn sie irgendwo anders ist. Und zu Hause dürfte sie sich solche Sachen schon gar nicht leisten.

Ich weiss auch nicht, warum tun manche Eltern ihren Kinder eine so schlechte Erziehung an. Das Mädel wird ständig überall anecken. Und ganz ehrlich, so schnell schläft die nicht wieder bei uns. Hab doch keine lust mich ständig mit so einen kleinen Biest auseinander zu setzen. Kann ich meine Wochenende auch ruhiger verbringen.

So, dass musste mal raus. Könnt mich tierisch darüber aufregen.

LG Steffken

Beitrag von schokostreusel 20.03.11 - 22:54 Uhr

Hallo!

Mir wäre das zwar unheimlich peinlich, aber mich würde schon interessieren, wenn sich meine Tochter so schlecht benommen hat. Wie sollte ich sonst mir ihr darüber reden oder was ändern können?

Ich glaube übrigens nicht, dass Kinder grundsätzlich schlecht erzogen sind, wenn sie sich an einem Tag völlig daneben benommen haben. Manchmal überspielen sie damit auch Únsicherheit, wollen sich cool gegenüber ihren Freunden geben oder sonst was....

Trotzdem hätte ich das so wahrscheinlich nicht mitgemacht und die Eltern angerufen, dass sie das Kind bitte direkt und ohne Übernachtung wieder abholen sollen.

Beitrag von stumpi2 21.03.11 - 10:39 Uhr

#pro

Beitrag von gussymaus 22.03.11 - 22:03 Uhr

jaa... außerdem probieren viele kinder gerade bei anderen erwachsenen ob sie den selben anpfiff bekommen wie zu hause, und wenn nicht ist das manchmal auch erst die einladung zum austobenwenn man höflich sein will...

bei uns gelten grundsätzlich die selben regeln für besuchskinder wie für meine eigenen. und wem da nicht passt oder wer gar nicht damit klar kommt der muss eben gehen so leid mir das manchmal tut...

meine eigentlich sehr gut und recht streng erzogenen kinder bnehmen sich bei oma manchmal wie die wilde sau - einfach weil oma es ihnen durchgehen lässt.. und bei oma ist oma chef... wenn sie es ok fidet dass die kinder ALLES ausopacken - bitte... wenn sie auf ein "kinder räumt auf wir üssen heim" mit "lass nur ich mach das" reagiert - bitte... aber sie soll sich nicht wundern dass es dann nicht funzt wenn sie es auf einmal doch möchte dass aufgeräumt wird... das sehen kinder dann nämlich nur selten ein...

Beitrag von tauchmaus01 20.03.11 - 23:02 Uhr

Klar! Meine Tochter hat sich auch mal nicht so toll verhalten bei einem Übernachtungsbesuch. Sie war nicht frech oder so,aber die Tischmanieren waren irgendwie nicht so....toll.
Jedenfalls hab ich auch gefragt"War alles ok?" und bekam dann die passende Antwort.

Ich konnte so mit meiner Tochter reden und hab ihr klargemacht dass sie sich an die Regeln im Hause der Freundin halten muß, sonst wird sie eben nicht mehr woanders übernachten können.

Sag der Mama dass Du nichts dagegen hast wenn das Kind mal wiederkommt, aber auch nur dann wenn sie sich dann an EURE Regeln hält.

Und dann würde ich auch ganz klar sagen, dass Du den Besuch abbrichst wenn sie Dich veräppeln möchte.

Mona

Beitrag von witch71 20.03.11 - 23:37 Uhr

Bei mir gilt die Regel: Wer sich nicht benimmt und trotz mehrmaliger Aufforderung weiterhin daneben agiert, kann nach Hause gehen.
Selbstverständlich gilt das für fremde Kinder genauso, wie für meine eigenen Kinder, wenn die woanders zu Besuch sind.
Klar ist auch: Mein Haus, meine Regeln, Dein Haus, Deine Regeln.

Mein Sohn kann seine sonst gute Erziehung schon mal vergessen, wenn er müde oder sehr aufgekratzt wird. Er wird von mir vorher also nochmal an die Regel erinnert und auch die Mutter des Kindes, bei dem er zu Besuch ist, bitte ich, diese Regel zu kommunizieren. Ich würde da im Ernstfall auch wirklich so handeln, auch bei Kindergeburtstagen.

Ich frage also auch beim Abholen, ob alles gut gelaufen ist. Bisher gab es noch keinen Grund zur Beanstandung. Witzigerweise erzählt er mir selbst nach solchen Besuchen gerne, wie brav er war. ;-)
Deswegen sollte man schon auf diese Frage ehrlich antworten. Es bringt niemandem etwas, dann zu schweigen.

Beitrag von zahnweh 21.03.11 - 00:34 Uhr

Hallo,

meine ist noch jünger und fängt mit Tagesbesuchen an. Ja, mich interessiert die Frage ernsthaft, wie es war. Wie sie sich benommen hat.
Ich habe im Kindergarten auch schon die Erzieherinnen angesprochen und nachgefragt.

1. wenn ich es weiß, kann ich was ändern (versuchen). Jedenfalls hoffe ich das mit 3,5 J. noch :-p

2. a) manchmal erlaubt sie sich zu Hause mehr als woanders und b) manchmal woanders mehr als zu Hause.#schwitz
a ist erleichternd, dass sie sich wenigstens außerhalb benimmt.
b ist peinlich, aber so habe ich die Chance was mit ihr zu klären. Nicht unbedingt vor Ort, aber zu Hause noch mal in Ruhe

3. vielleicht ist den Gastgebern ja was aufgefallen, was mir sonst entgeht. Bestimmte Situationen, wo's besonders heftig ist. Oder versucht sich außerhalb zu bestimmen, weil sie zu Hause zu kurz gehalten wird? Oder umgekehrt zu Hause alles darf und woanders auch erwartet....

4. "Ich selbst stelle auch so eine Frage nicht, wenn ich meine Tochter irgendwo her abhole, weil ich weiss, dass meine Tochter sich benimmt, besonders wenn sie irgendwo anders ist. Und zu Hause dürfte sie sich solche Sachen schon gar nicht leisten. "

Na ja. Zu Hause dürfte sich meine das auch nicht leisten. Aber 100% wäre ich mir bei meiner nicht. Meistens bekomme ich zu hören, wie brav sie war und sooo lieb. höflich, hat nichts angestellt... aber ganz ehrlich. Sie kann auch anders #zitter und ich war echt dankbar, als eine Erzieherin im Kindergarten mir das auch so sagte.
Es tat gut, dass wir gleichermaßen die Phase mit ihr durchmachten und uns austauschen konnten, uns so absprachen, dass wir bewusst weiter am gleichen Strang ziehen und konnten Ursachenvorschung machen.

Hätte ich nicht gefragt, wäre das ungeklärt geblieben und meine eine hätte sicher noch mehr probiert. So wussten wir voneinander, dass Erzieherinnen und Mutter gleichermaßen hinter den gleichen Punkten stehen und konnten das meinem Kind auch deutlicher vermitteln :-)

5. Frage: "Und war alles okay? Habt sie sich benommen?"
"nein deine Tochter hat sich unmöglich benommen".

Ja, die Frage ist ernst gemeint. Die Antwort ist zwar ehrlich, aber zu sehr vor den Kopf stoßend.

Ein bisschen netter verpacken ohne zu lügen fände ich gut. So dass man sich als fragender Elternteil durchaus ernstgenommen fühlt.

Beispiel (Vorsicht, ich habe darin noch nicht so die Übung):
Die beiden haben prima zusammen gespielt.
Beim Abendessen hatten wir ein paar Uneinigkeiten...

Ein Seufzen und ein Beispiel was gut geklappt hat...

So dass rüberkommt, dass ein Konflikt stattgefunden hat, der auf Nachfrage erörtert werden kann. So hat der Fragende Zeit und Gelegenheit selbst genauer nachzufragen. Wird das angenommen, war die Frage ernst genommen.

Ja, ich frage dann nach. Entweder sofort wenn es die Zeit erlaubt oder später am Telefon oder per E-Mail, wenn mein Kind nicht bereits in Jacke und Schuhen dasteht, während die Eltern ein etwas auführlicheres Gespräch führen.
Denn Details will ich dann schon wissen. Momente die gut verliefen und auch die, die kritisch/konfliktreich waren.

Beitrag von jazzbassist 21.03.11 - 00:56 Uhr

Spannende Frage - wir haben auch nie gefragt, ob unser Kurzer denn artig war, da es für uns auch selbstverständlich war, dass er sich - gerade, wenn er irgendwo als Gastkind unterkommt - von seiner besten Seite zeigen würde. So habe ich bisher aber auch immer andere Gastkinder, die bei uns übernachtet haben, erlebt. Waren immer sehr lustige Abende; klar muss man da als Elternteil möglicherweise auch mal schimpfen/ermahnen (gerade, wenn es dann ums eigentliche schlafen ging :-p) … aber … alles in allem war da nichts bei, was auch nur ansatzweise den Rahmen gesprengt hätte.

Aber meine Geduld als Papa ist da definitiv kürzer, als scheinbar Ihre Geduld :-p Ich bin zwar auch immer bemüht, meinen Sohn nicht vor seinen Freunden in Verlegenheit zu bringen, aber, wenn sich ein Kind bei mir im Haus nicht benehmen würde, wäre ich auch gerne bereit, die Eltern anzurufen und sie das Kind wieder abholen zu lassen. Das beantwortet dann die Frage: »Und war alles okay« ganz von alleine. Mein Sohn hatte mal einen Freund, der es zwar genau geschafft hatte, auf meine persönliche Grenze zu balancieren; der hat zwar nie bei uns übernachtet, aber, rausgeflogen ist der trotzdem mal. Am Tag darauf war der erstaunlicherweise gleich viel umgänglicher. Vielleicht muss man bei einigen Kindern wirklich erst eine klare Grenze setzen?

Wobei - bei uns hat auch noch nie ein Kind übernachtet, dass wir nicht kannten und nicht auch am Nachmittag schon einige mal als Gast bei uns im Haus hatten. Da weiß man dann irgendwie doch, wie die Kids so ticken, und, ob man die bedenkenlos auch mal ein ganzes Wochenende lang beherbergen kann. Wenn das Tagsüber schon Probleme macht, würde ich mir das sicherlich zweimal überlegen, zu erlauben, dass dieses Kind bei uns übernachten darf. Wenn es Tagsüber ein total liebes und artiges Kind war, und, sich dann über Nacht als »Biest« erwiesen hätte, hätte ich da die Eltern durchaus mal drauf angesprochen. Vielleicht lag dann an diesem Abend wirklich nur irgendetwas vollkommen schief; dann wäre ich auch gerne bereit, es mit diesem Kind irgendwann auch noch ein zweites mal zu versuchen. Und, wenn Sie das Kind vorher nicht kannten: Naja - wer russisches Roulette spielt, kann auch mal gewinnen #huepf

PS: Warum sagen Sie einer 7-Jährigen denn noch, dass sie auf Toilette gehen soll? Fand ich jetzt irgendwie ziemlich befremdlich.

Beitrag von steffken80 21.03.11 - 08:59 Uhr

Hallo,

also ich sag es meiner Tochter, da wir damit lange Probleme hatten. Da ist es einfach so drin. Und ganz ehrlich, damit umgehe ich das ständige noch mal aufgestehe, weil ja noch durst und noch mal auf Toilette.

LG Steffken

Beitrag von rosaundblau 21.03.11 - 06:28 Uhr

Guten Morgen,

wenn ich frage: "wie hat er sich benommen?"
Erwarte ich auch eine ehrliche Antwort darauf.

vg rosaundblau

Beitrag von fionala 21.03.11 - 08:17 Uhr

Ich hätte auch gerne eine ehrliche Antwort! Mir wär es nämlich unheimlich peinlich wenn mein Sohn sich derart benehmen würde und ich möchte dann auch gerne dagegen wirken.

Wir hatten eine ähnliche Situation mal, nicht ganz so krass, mein Sohn war bei seinem besten Freund spielen, nur das Kindermädchen war da.
Als ich meinen Sohn abholte, sagte die Mutter dann das die zwei Jungs sich
was dummes ausgedacht hätten, jedoch zusammen, und das im Zuge dessen ein Spielverbot für 2 Wochen verhängt werden sollte. Fand ich gut so, so hatten beide Jungs genug Zeit darüber nachzudenken (Sie haben sich vom Kindermädchen einen Eimer Wasser geben lassen - das diese das getan hat steht auf einem ganz anderen Blatt - und dann sämtliche Autos darin versenkt, das im Kinderzimmer auf Laminatboden).

Ich habe meinem Sohn an diesem Abend dann noch ins Gewissen geredet, ruhig, das so ein verhalten nicht geht und wenn klagen kommen, kann er nicht mehr zu anderen Kindern spielen gehen.

Ich weiß das er ein kleiner Wirbelwind ist und grade wenn er mit anderen Kindern zusammen ist gerne aufdreht (Er ist Einzelkind und zuhause spielt er viel alleine, dann aber auch sehr sehr ruhig man hört und sieht ihn kaum). Jedoch weiß er das er bitte und danke zu sagen hat und einen gewissen respekt vor Erwachsenen.

Wenn ich mir das jetzt so von dir durchlese würde mir als erstes in den Sinn kommen, das die kleine wohl Probleme mit der Trennung der Eltern hat. Da scheint wohl keiner mehr richtig Grenzen aufzuzeigen. Was hat denn der Vater getan als sie aus dem Kinderzimmer nicht rauswollte und weiter malte?

LG

Beitrag von steffken80 21.03.11 - 09:07 Uhr

Er hat gar nichts getan. Stand nur da und wartete auf seine Tochter. Ich kenne ihn aber auch nicht, war also sowieso schon eine doofe Situation. Kam aber auch nicht so rüber, als wenn sie jetzt mit dem Vater nicht mit wollte, weil die freudige, stürmische Begrüßung war ja vorher da.

Aber uns ist auch schon aufgefallen, dass sie mit der Mutter so umgeht. Wir kennen die Familie noch nicht so lange, da meine Tochter erst seit einen halben Jahr mit ihr zusammen in die Schule geht. Aber sie tanz der Mutter schon ganz schön auf der Nase rum. Aber mal ganz ehrlich, wenn ich das nicht will als Mutter, dann muss ich dagegen steuer.

LG Steffken

Beitrag von golm1512 21.03.11 - 08:27 Uhr

Ich nehme mal an, dass das ganze Wochenende nicht so harmonisch war? Und dass du das Besucherkind grundsätzlich nicht so toll findest? Aus dem, was du aber schreibst, sehe ich jetzt nicht das große Drama. Wie hast du denn reagiert?

Apfelschorle: Wenn keine da ist, ist keine da. Pech gehabt. Dann wird was anderes getrunken oder gar nichts. Den Schuh zöge ich mir gar nicht an.

Schlafanzug, Toilettengang: Irgendwann werden sie sich ja wohl umgezogen haben. Ich lasse meine Jungs das machen. Am Wochenenden haben wir einen größeren Spielraum. Wenn sie sich dann erst später umziehen wollen, ist es auch ok. Übernachtungsbesucher richten sich relativ automatisch nach unseren Jungs. Ich mische mich da nicht viel ein und "kommandiere" nicht so viel rum, weil ich merke, dass es besser läuft, wenn ich das nicht tu. Hilfreich sind da auch Lockangebote: "Wenn ihr den Schlafanzug anhabt und die Zähne geputzt sind, dürft ihr noch das SAMS gucken." oder so.

Zum Essen: Es wäre klüger und schöner für alle Beteiligten gewesen, mit den Mädels zusammen zu essen. Bei uns ist dann der Tisch gedeckt und jeder kann nehmen, was er will. Wenn ich merke, dass zu viel Quatsch gemacht wird oder übermässig mit dem Essen gematscht wird, sage ich was dazu. Durchaus streng.

Grundsätzlich versuche ich nichts persönlich zu nehmen. Wenn Besuchskinder da sind, sind alle überdrehter als normal. Dafür ist es ja da, dieses Übernachten bei Freunden. Wenn mir das zu viel wird, gibt es eine Ansage .Die ist dann aber unmissverständlich und dann geht es weiter. Ich bin nicht nachhaltig sauer.

Hauen geht nicht, würde ich aber auch mit dem Kind klären und nicht mit dessen Eltern. Vielleicht lassen sich die Eltern das gefallen, ich tu das nicht. Mein Haus, meine Regeln.

Bei Abholsituationen bleibe ich nun wirklich gelassen. Ist das mein Problem? So bald ein Elternteil zum Abholen kommt, bin ich aus der Nummer raus. Auch wenn ich mit meinen Kindern vielleicht anders umgehen würde: Ihr Kind-Ihr Problem. Der Vater muss was zum Malen sagen, nicht du.

Wenn sich hier ein Kind so dermaßen daneben benehmen würde, dass ich es nicht aushalte oder wenn ich merke, dass es sich absolut nichts sagen lässt, dann würde ich die Eltern bitten, es vorzeitig abzuholen. Wenn die Übernachtungskinder einfach nur albern und überdreht waren, erzähle ich das den Eltern nicht. Meine waren dann ja auch aufgeregter als sonst und man hat sich gegenseitig hochgeschaukelt.

Wochenenden mit Übernachtungsbesuch SIND unruhiger. Ich glaube, im schwangeren Zustand hätte mich das alles auch nicht glücklich gemacht. Meine Söhne sind jetzt fünf und sieben und ich kann mittlerweile den Vorteil von Kinderbesuchen wahrnehmen und für mich nutzen.

Beitrag von peppina79 23.03.11 - 20:27 Uhr

diese Antwort finde ich nun wirklich passend. Da merkt man erstmal wie angeätzt man in der Schwangerschaft ist, genervt und gereizt von den eigenen Kindern und dann kommt auch noch Besuch, gegen den man sich nicht wehren kann.
Schließlich ist man ja auch froh mal fünf minuten Ruhe zu haben wenn man ein Baby im bauch hat (sorry für Klein- und Großschreibungsverwechslungen ;-)).

In der Regel benehmen sich fremde Kinder bei mir besser als zu Hause, meist sind die auch froh wenn die mal andere Luft schnuppern.

Meine Tochter benimmt sich allerdings woanders auch öfter daneben. Da sehe ich aber auch, dass sie versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen und das um jeden Preis, das hat dann nix mehr mit schlechter Erziehung meinerseits zu tun. Natürlich ist es einem peinlich, aber mehr als mit der Kleinen reden und es beim nächsten Mal besser machen kann man nicht tun. Man muss dem Kind halt klarmachen, dass die Regeln dort im Haus gelten.

Beitrag von juniorette 21.03.11 - 08:47 Uhr

Guten Morgen,

natürlich erwarte ich eine ehrliche Antwort auf meine Frage "hat er sich benommen?". Die Antwort muss ja nicht gleich beleidigend ausfallen nach dem Motto "das ist der verzogenste Rotzlümmel, den ich kenne", aber wenn mein Sohn was angestellt hat, möchte ich das wissen.

Ansonsten steht man als Eltern irgendwann vor der Situation, dass das eigene Kind nirgendwohin mehr eingeladen wird, und man hat keine Ahnung, warum.

Und zu deinem Übernachtungsgast:
ich hätte dem Mädchen irgendwann eine Ansage gemacht "wenn du noch einmal nicht auf mich hörst, rufe ich deine Eltern an, dass sie dich abholen" - so ein verzogenes Kind braucht kein Mensch als Gast.

Wenn ein Kind sich beim Abgeholtwerden nicht benimmt, überlasse ich diese Problematik allerdings dem abholenden Elternteil.

LG,
J.

Beitrag von marion2 21.03.11 - 09:55 Uhr

Hallo,

wenn ich so eine Frage stelle, erwarte ich eine Antwort. Wenn ich keine Frage stelle, kenne ich die betreffenden Eltern schon besser und bekomme auch so die Antwort ;-)

Warum Eltern sich solche Kinder antun?

Warum tust du dir das an?

Eine klare Ansage hätte dir auch geholfen.

Ich würde Übernachtungsgäste mit solch einem Verhalten persönlich und notfalls auch über Nacht nach Hause fahren. Und weil sie das wissen und auch, dass ich das durchziehen würde, gibt es keine Probleme.

Gruß Marion

Beitrag von daniwutz 21.03.11 - 10:02 Uhr

Hi,
also meiner Meinung nach muss man sowas dann auch sagen, schließlich müssen die Eltern ja was verändern, damit so etwas nicht mehr vorkommt. Deswegen sollten wir da zusammen halten und in einem netten Ton berichten, wenn etwas derartiges vorgefallen ist. Nur so kann man Fehlverhalten zukünftig entgegen wirken!

Beitrag von kathrincat 21.03.11 - 10:20 Uhr

ich hätte die eltern schon nach dem abendessen angerufen und sie abholen lassen, sowas muss man sich nciht antun

Beitrag von meckikopf 21.03.11 - 21:42 Uhr

Wie bereits geschrieben - ich auch! Und zwar ohne lange zu zögern!

Beitrag von olivia76 21.03.11 - 10:25 Uhr

Hallo Steffken!

Also ehrlichgesagt finde ich das Verhalten der Freundin gar nich soooooo schlimm (bis auf das Hauen). Ich hab zwar noch kleinere Kinder, aber dafür eine Nichte, die gefühlte 20 Jahre lang sieben war und in Kombination mit einer Freundin einfach unausstehlich. Aber ist das nicht normal?

Ich will Dich um himmelswillen nicht angreifen, aber wenn ich die einzelnen Situationen, die Du beschrieben hast, mal so durchgehe, hätte man da sicher mit ein bisschen Humor die Kurve gekriegt. Und vielleicht hättest Du Dir das alles auch gar nicht so reinziehen müssen (z.B. die Geschicht mit dem Schorle, dann trinkt sie eben nix.)

Dass sie nicht gehört hat, als sie abgeholt wurde, deutet für mich eher darauf hin, dass sie lieber noch geblieben wäre. Vielleicht hat sie es auch einfach genossen, Teil einer Familie zu sein (wie lange sind die ELtern denn schon getrennt? Hat sie Geschwister?) und dabei einfach über die Stränge geschlagen.

Keine Ahnung, war nur so mein erster Gedanke.

Da ich das alles wie gesagt nicht so tragisch finde, hätte ich darüber auch nicht mit dem Vater gesprochen. Deine Frage ist ziemlich interessant, da ich zugeben muss, dass ich wahrscheinlich auch Dinge, die mich ärgern würden, nicht ansprechen würde (käm wohl auf das Verhältnis zu den Eltern an und mit welcher Reaktion ich rechnen würde.) Andersrum wöllte ich aber glaub ich schon wissen wollen, wenn meine Kinder sich zum Honk machen und den Gasteltern 24 auf den Wecker gegangen sind.

Schöne Grüße,
Olivia

Beitrag von steffken80 21.03.11 - 11:04 Uhr

Hallo,

also hab auf jede Sache die mir nicht gepasst hat auch nen Ansage gemacht. Lass mir doch nicht von so einen kleinen Mädchen auf der Nase rumtanzen.

z.B. Apfelschorle habe ich nicht; hab ihr Apfelsaft, Wasser und Milch angeboten und sonst hätte sie halt pech gehabt.

Wenn ich das so richtig mitbekommen habe, haben die Eltern wohl nie wirklich zusammen gelebt. Aber es gibt wohl bei deinen Elternteilen einen anderen festen Partner.

Muss auch ehrlich sagen, ich war auch einfach geschock, wie ein Kind sich so verhalten kann. Bei uns gibt es sowas nicht und ich bin mir auch zu 100 % sicher, dass meine Tochter sowas auch nicht bei Fremden machen würde. Weiss nicht, vielleicht habe ich glück mit meiner Tochter gehabt oder einfach nur irgendwann mal was richtig gemacht.

Hab das Mädel auch eigentlich nur nicht nach Hause gebracht, weil ich das Gefühl hatte, dass sie Mama sie mal loswerden wollte. War selber 5 1/2 Jahre alleinerziehend und lebe erst seit 1 Jahr mit meinen jetztigen Mann zusammen (250 km von den Großeltern entfernt) und weiss wie wichtig es ist, mal nen bisschen Zeit für sich und den neuen Partner zu haben.

Aber so schnell tue ich mir das nicht wieder an. Mein Mann hat meine Tochter danach sogar in den Arm genommen uns hat ihr gesagt, wie lieb er sie hat und wie stolz er auf sie ist, weil sie weiss wie man sich benimmt.

LG Steffken

Beitrag von derhimmelmusswarten 21.03.11 - 11:34 Uhr

Das Kind ist ungezogen und respektlos Erwachsenen gegenüber. Ich würde mir keine weiteren Übernachtungsbesuche zumuten! Bleibt zu hoffen, dass es nicht auf deine Tochter abfärbt. Und dem Vater hätte ich auch mitgeteilt, wie das Kind sich aufgeführt hat.

Beitrag von ug2712 21.03.11 - 11:42 Uhr

Hallo Steffken,

ich frage auch, ob meine Tochter sich benommen hat.
Und JA - diese Frage ist ernst gemeint und ich erwarte, dass sie auch ehrlich beantwortet wird.

ICh hatte übrigens schon das andere Extrem: Das Besuchskind benahm sich unmöglich und die Mutter fragte nicht nach.
Ich habe ihr daraufhin erklärt, dass sich vorerst von weiteren Besuchen absehen möchte, das das Verhalten ihrer Tochter doch recht heftig war und die Mutter war der Meinung, das könnte doch gar nicht sein, da ihr Kind sonst immer artig sei #schein.

Ich denke, wenn Eltern schon fragen, dann wissen sie, das ihr Kind hin und wieder etwas aus der Reihe tanzt und sind auch daran interessiert, ihr Kind zu erziehen!

Wieso sitzt du eigentlich auf der Couch, wenn gegessen wird?

Beitrag von manavgat 21.03.11 - 11:56 Uhr

Wäre mir egal, was die hören wollen.


ich würde beim Abholen dem Kind freundlich und konsequent im Beisein des Vaters sagen, dass ihr Benehmen unmöglich war, Du Dich von ihr nicht in den Bauch schlagen lässt und das sie zukünftig - zumindest für die nächsten 3 Monate - nicht mehr kommen darf.

Du bist doch keine soziale Auffangstation für Halbaffen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von caitlynn 21.03.11 - 12:03 Uhr

Hallo,

´hmm.... interessante Frage!
Bei uns ist es zwar noch nicht so weit dass John (14 Monate) mal Übernachtungsgäste haben wird oder anderswo übernachtet aber wenn ich ihn dann abholen würde dann wüsste ich schon gerne wies gelaufen ist und ob er sich benommen hat.

Meine Nichte ist so ein entnervendes terrorkind. Meine Schwägerin übernachtet bei besuchen immer bei uns weil sie weit weg wohnt und kein auto hat aber ihre große tochter könnte sie meinetwegen zuhause lassen. Sie terrorisiert meine tiere, heult dann wenn mein (ansonsten engelsgeduldiger) kater die faxen dicke hat und kratzt, will 24 stunden am tag wii spielen und fummelt einen dauernd an (fasst einem unters tshirt oder zieht einem die hose hoch) und das macht mich wahnsinnig.
Aber ihre Mutter WILL das nicht hören, sie will es nicht wissen und in ihren augen ist die kleine prima erzogen nur eben etwas temperamentvoll.
Es gibt also auch Eltern die es wissen dass sich ihr Kind nicht angenehm verhält und es billigend in kauf nehmen weil der antrieb etwas an der eigenen erziehung zu ändern gänzlich fehlt.

kurze randfrage: was trinkt ihr denn den ganzen tag wenn ihr kein mineralwasser zuhause habt?

sonnige grüße cait mit john 14 mon

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