Wie damit umgehen?

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von natalia73 21.03.11 - 11:33 Uhr

Hallo,
ich weiß, e shandelt sich um ein sehr kleines Problem, aber dennoch beschäftigt mich das schon.
Max war schon immer sehr fit, was Zahlen/Mengen erfassen angeht. So konnte er mit 3 nicht nur bis 10 zählen (das können heutzutage fast alle Kinder), sondern auch die Zahlen und die jeweiligen Mengen richtig zuordnen: also das sind 3 Gummibärchen, da stehen 5 Fahrräder,... Auch kleine Rechenaufgaben waren schon immer kein Problem (nicht das wir mit ihm das Rechnen geübt haben, sondern eher im alltäglichen Leben)
Zur Einschulung im August konnte er also recht sicher plus und minus Aufgaben in etwa 20 Bereich lösen. Trotzdem langeweilt er sich nicht im Unterricht, sondern macht einfach mit (seit ein paar Wochen kriegt er noch eine Extra Mathe-Begabten-Förderung Stunde, die ihn sehr viel Spaß macht)
Und jetzt zu dem Problem: oft dürfen sie sich die Rechenaufgaben bei den Hausaufgaben selber stellen. Finde ich gut, weil er dann selber aussuchen kann, in welchen Bereich er rechnen möchtet. Der Herr ist aber ehrgeizig und versucht mit grossen Zahlen zu rechnen. Finde ich auch in Ordnung. Bei Plusaufgaben klappt es auch sehr gut, aber jetzt mussten sie Minusaufgaben machen. So lange er Aufgaben wie 300-200 oder 200-50 schreibt, klappt es auch gut. Letzte Woche hatten wir aber folgende Situation: er musste 5 Minusaufgaben schreiben und lösen. Die erste 4 waren richtig und dann kam 500-5. Als Lösung hatte er 405 geschrieben. Ich habe mir das angeguckt und meinte dann, die letzte ist aber nicht richtig. Überleg noch ein bisschen, dann kriegst du sicher raus, was falsch ist. War aber nicht der Fall. Ich meinte dann, dass wäre vielleicht noch zu schwierig für ihn und da er dass noch gar nicht können muss, sollte er sich vielleicht eine neue Aufgabe überlegen, wo er dann das richtige Ergebnis alleine hinkriegt. Wollte er aber nicht, er wollte unbedingt diese 500-5 rechnen. Wir haben dann versucht, zusammen zum Ergenis zu kommen, aber plötzlich fing er an zu heulen und war fix und alle, weil er das nicht konnte. Ich habe versucht mit ihm zu reden, um ihn zu erklären, dass er das nicht muss und es völlig in Ordnung ist, wenn er das nicht kann, dass er noch viel Zeit hat, um das alles zu lernen, es half alles nicht. Er hat dann 5-10 Minuten geweint und dann ging es. Wir haben uns geeignet, dass er dann 500-50 rechnet (was kein Problem war).
Ich weiß aber nicht, ob ich mich richtig verhalten habe. Hätte ich die 405 stehen lassen sollen? Die Lehrerin meinte am Anfang, wir sollen nicht die Hausaufgaben korrigieren und den Kindern sagen, was richtig ist, aber durchaus auf Fehler aufmerksam machen und die zum Nachdenken anregen. Das führte bei uns aber zur Katastrophe!
Max hat im Allgemein eine sehr niedrige Frustationsgrenze. Dadurch dass ihm vieles (um nicht zu sagen fast alles) sehr einfach fehlt, hat er nicht gelernt, dass auch mal Sachen nicht auf Anhieb klappen. Aber wie kann er das am besten lernen? Und wie soll ich mich verhalten?

LG,
Natalia

Beitrag von munirah 21.03.11 - 11:55 Uhr

Hallo!

Warum ein Erstklässler sich mit solchen Aufgaben beschäftigen muss (seine Meinung), frage ich mich auch mehrmals in der Woche, wenn ich meinem Sohn zusehe.
Manchmal fragt er mich, weil seine eigene Aufgabe zu schwer ist. Meine Standardantwort lautet dann: "Suche dir Aufgaben, die du auch lösen kannst!" Manchmal hat er sie dann auch falsch. Wenn ich es sehe, lasse ich ihn schon mal kontrollieren oder frage, wie er darauf gekommen ist. Hin und wieder sage ich auch, dass etwas falsch ist. Aber das ist nicht unbedingt der richtige Weg da wir für andere Aufgaben (Schreiben) z.T. sehr viel Zeit brauchen. Wir sind sowieso dabei, dass mein Sohn selbstständiger arbeiten soll. D.H., ich werde mir in der nächsten Zeit zwar ansehen, was er gemacht hat, aber nicht genauer. Es sei denn, er wünscht es.

LG Munirah

Beitrag von natalia73 21.03.11 - 15:28 Uhr

Ja, das war auch mein erster Gedanke und auch der erste Versuch: einfachere Aufgabe, die du alleine hinkriegst (und trotzdem sicher schwieriger wird, als die, die er sonst machen muss)
Wie gesagt, er wollte nicht mal das hören. Es musste 500-5 werden.

Ich hoffe, er lernt irgendwann mit Frust anders als mit Weinen umzugehen.

LG,
Natalia

Beitrag von froehlich 21.03.11 - 13:04 Uhr

Ich weiß nicht, ob diese Mathe-Begabten-Förderungsstunde und das "selber-Aufgaben-ausdenken" für Euch und Euren Sohn im Moment der richtige Weg ist. Ich meine: WAS genau soll ihm diese Ausdenkerei denn bringen?! Wenn's ihm Spaß machen würde, o.k. Aber das scheint ja nur so lange der Fall zu sein, wie er die Aufgaben leicht löst. Beim ersten größeren Problem ist er gefrustet. Klar, ich kann mir schon vorstellen wie das läuft: Du sagst ja selbst, daß Dein Sohn es nicht gewöhnt ist, auch mal Sachen NICHT zu wissen und zu können - ich denke, viele Mütter kennen das von ihren Kindern (da bin ich nur wieder froh, daß ich meinen Sohn als Kann-Kind nicht früher eingeschult habe - heute ist seine Frustrationsgrenze viel höher als noch vor einem Jahr). Ich würde insofern gegensteuern, als ich das "selbst ausdenken" für die nächsten paar Wochen wirklich mal lassen und unterbinden würde. Und zwar konsequent. Dein Sohn setzt sich damit offenbar im Moment nur unter Druck, und das kann auf Dauer einfach nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Daß Du ihn verbessert hast finde ich nicht schlimm - er muß lernen, daß er eben nicht alles kann und weiß und daß das auch überhaupt nicht schlimm ist.
Vielleicht wurde er auch zuviel "gelobt" über die letzten Jahre - verstehst Du was ich meine? Wenn ihm jeder erzählt, was für ein Rechenzauberkünstler er ist und wie toll und wie aussergewöhnlich begabt und er dann auch noch in die Extra-Mathe-Stunde geht glaubt er vielleicht von sich selbst, daß er einfach alles immer schnell und problemlos lösen können muß - das können Kinder oft einfach noch nicht so einordnen. Selbstveständlich MUSS Lob sein, bin sehr dafür, aber es kann bei Kindern auch Druck auslösen, wenn's ZU dicke kommt (und dann noch von Oma und Tante Traudl etc. pp). :-)

Alles Gute Euch!

Beitrag von natalia73 21.03.11 - 14:03 Uhr

Danke für deine Meinung!
Nein, ich glaube nicht, dass er zu viel gelobt worden ist (die Familie ist sehr weitweg und wir als Eltern haben versucht, es zu vermeiden). Ich habe ja auch geschrieben, dass wir ihn nie richtige Rechenaufgaben gestellt haben, sondern das es halt im Alltag von Anfang an zu beobachten war.
Für ihn ist die Extra-Mathe-Stunde jetzt auch nicht die Begabten-Stunde, sondern halt eine ganz normale Förderstunde (andere kriegen in Deutsch auch Förder, weil sie zu lagsam voran kommen z.B., also ich glaube nicht, dass er Förder mit Begabt in Verbindung bringt)
Und mit dem "Selber-Aufgaben-Ausdenken": das sind oft Hausaufgaben, dass kann ich ihn schwer verbieten, oder? :-) Ich werde versuchen mit ihm auszumachen, dass er sich nur Aufgaben stellt, dass er auch alleine gut lösen kann, ist das nicht der Fall, muss eine neue Aufgabe her.
Ich habe auch überlegt, ob ich mit seiner Lehrerin einen Termin mache, um darüber zu reden, wie ich ihn am besten untersütze.
Aber mit dem zuviel Loben: ich verstehe ganz genau, was du meinst.
Und damit du es nicht falsch verstehst: die Extra-Mathe Stunde liebt er. Dafür gibt er sogar eine Sportstunde auf!!! Und das wird schon was heissen, wo er auch Sport liebt.

LG,
Natalia

Beitrag von froehlich 21.03.11 - 18:15 Uhr

Danke für Deine Rückmeldung.....ach, weißt Du: irgendwann wird sich das Problem mit liebevoller Unterstützung eurerseits wahrscheinlich alleine lösen. Ich meine: es gibt natürlich immer Kinder, die ehrgeiziger und sensibler sind als andere (und auf der einen Seite ist das ja auch toll!) - aber die Kleinen lernen auch dazu und wenn Dein Sohn ein bisschen größer und länger in der Schule ist wird er es sicherlich auch gelernt haben, auch mal mit kleineren "Niederlagen" umzugehen. Leider redet man sich als Eltern oft den Mund fusslig (kenne ich von uns zu Hause auch! Sohnemann sitzt heulend am Klavier und spielt Drama-Queen....da kann ich trösten und mit Plattitüden kommen wie: macht doch nix, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen etc....hilft in solchen Situationen oft nicht!) - seid eurem Sohn einfach ein gutes Vorbild (selbst auch guter Verlierer sein oder nicht gleich rumtoben und schmollen, wenn der Kuchen nicht gelingt oder ein Nagel in der Wand einfach nicht halten will), dann wird euer Sohn vielleicht auch irgendwann gelassener mit sich selbst umgehen können.

LG nochmal, babs

Beitrag von natalia73 21.03.11 - 21:22 Uhr

Danke auch dir für die Rückmeldung. Ja, er wird sicher lernen, damit umzugehen, aber es tut schon irgendwie weh, wenn er sich so unnötig quält.

LG,
Natalia

Beitrag von woodgo 22.03.11 - 13:29 Uhr

Hallo,

weißt Du, was ich aus Deinem Text herauslese? Du möchtest hören, daß Dein Kind hochbegabt ist. Ist es aber sicher nicht. Warum kann er nicht normal seine Schulaufgaben machen, mit den Zahlen, die in der Schule behandelt werden rechnen? Warum muß man es sooo aufpauschen? Kann ich nicht nachvollziehen, tut mir leid. Er geht ja anscheinend in die 1. Klasse, richtig? Warum muß dann schon mit 100 und mehr gerechnet werden? Ist doch klar, daß der durcheinander ist#augen

LG

Beitrag von natalia73 23.03.11 - 09:16 Uhr

Nein, ganz im Gegenteil. Ich weiß, dass er NICHT hochbegabt ist. Mein Bruder ist es und ich habe so der direkte Vergleich. Max ist einfach ein schlaues Kerlchen, nicht mehr und nicht weniger.
Und genau das war meine Frage: wie kann ich ihn überzeugen, dass er diese grossen Zahlen nicht braucht? Ich bin nicht diejenige, die diese Aufgaben stellt, sondern er macht das von sich aus. Ich habe ihn schon mehrmals gesagt, er soll ganz einfache Sachen wie 10-3 oder 17-5 machen und gut ist, aber er meinte, das kann er schon lange und will was neues versuchen.
Aber ich kenn dich sowieso nur als Stinkstiefel und habe noch nie einen brauchbaren Tipp von dir gelesen. Schade! Ganz am Anfang hier in urbia, als wir beide schwanger waren, haben wir ein paar Nachrichten getauscht und ich fand dich echt nett, aber irgendwann habe ich immer nur diese negative (und meine Meinung nach sehr unhöffliche Antworten von dir gelesen)

Nicht desto trotz liebe Grüße,
Natalia