Freundschaften der Kinder heute....

Archiv des urbia-Forums Kids & Schule.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von zaubertroll1972 21.03.11 - 17:46 Uhr

Hallo,

seit einiger Zeit frage ich mich ob Kinder heute nicht mehr so feste Freundschaften schließen wie wir es früher getan haben.
Mein Sohn ist kontaktfreudig und immer überall intergriert.
Im Kindergarten hatte er lange einen festen, besten Freund. Mein Sohn wurde aber ein Jahr früher als sein Freund eingeschult und dadurch ging das nun doch auseinander.
Jetzt geht er in die 2. Klasse und hat 2 Freunde mit denen er sich regelmäßig trifft, mit einem davon geht er täglich zur Schule. Die Kinder gehen auch zusammen Fußballspielen, Schwimmen, wir Mütter kennen und gut ( sind nicht befreundet ) also sie wären wirklich das tolle 3er Gespann.
Aber was man da oft miterlebt kenne ich so gar nicht. Da spielt einer Nintendo und der andere darf nur zusehen, dann wird die Hand drauf gehalten wenn sich jemand die tollen Star Wars Karten anschauen möchte, die Legoraumschiffe dürfen nicht angefaßt werden, ......also wie im Kindergarten würde ich sagen.
Nun ist die Anzahl der Kinder die als Spielpartner in Betracht kommen heute leider irgendwie begrenzter als damals finde ich. Viele Kinder sind dazu mit Migrationshintergrund, was ich nicht schlimm finde, aber diese Kinder bleiben doch nur unter sich. Freundschaften bilden sich gar nicht erst.
Früher waren wir immer mit sovielen Mädels. Sind alle zusammen mit dem Rad zur Schule gefahren, haben alle draußen zusammen gespielt. So ein hin- und her gab es damals gar nicht.
Eine der beiden Mütter meinte kürzlich es wäre heute einfach so daß die Kinder sich nicht mehr so eng befreunden.
Aber ich weiß doch daß mein Sohn sich mit seinem Kindergartenfreund super gut verstanden hat. Es gab keinen Zank, Teilen war kein Thema, die Jungs hatten nie Langeweile, keiner hat den anderen ausgegrenzt....es war wirklich schön.
In der Schule haben sich die Jungs zusammen verabredet, wollten zu 3. spielen. Als mein Sohn kam war der andere schon bei dem 3.Freund. Plötzlich wollte man nicht mehr zu dritt spielen. Der eine sagte dann, mein Sohn hätte das wohl geträumt. Traurig kam er dann wieder nach hause.
Mich hat das alles heute wieder etwas nachdenklich gestimmt.
Habt Ihr ähnliches erlebt?

LG Z.

Beitrag von kleinemimi 21.03.11 - 18:25 Uhr

Hallo,

ich kann es nicht so bestätigen, ausser das sich vielleicht auch die Zeiten ändern. Nehmen wir es mal her, sie kommen in die Kita und lernen Freunde kennen, je nachdem wo wer wohnt, können sie vielleicht noch die Freizeit miteinander teilen, obwohl man in dem Alter seine Kinder ja nun noch nicht wirklich losziehen lässt.

Dann kommen sie in die Schule, in die Grundschule, mit viel Glück zusammen, je nach Einschulungsbezirk. Da kommen plötzlich neue Freunde dazu, die da ja fremd und somit sehr interessant sind.

Dann nach vier Jahren gehen sie in die nächste Schule, wo sich auch noch mal alles teilt, die einen Gym die anderen Realschule.

Also im Prinzip zwei Wechsel, da auf Dauer feste Freundschaften zu binden sehr schwierig, und ohne willige Eltern gar unmöglich, falls man nicht grad in der Nähe wohnt.

Aber bei uns Erwachsenen ist es ja auch nicht anders, klar wir haben Freunde, aber es kommen auch neue Bekannte dazu und je nach Art und Weise des Zusammenkommens bilden sich neue Freundschaften.

Bei uns merke ich es ganz deutlich, mein Grosser (fast 11) hat seinem ersten Lebensjahr einen guten Freund, sie haben die Kitazeit bestritten, dadurch haben wir uns als Muttis mehr kennengelernt und auch da hat sich eine Freundschaft gebildet. Dann sind sie zusammen in eine Klasse gekommen und die Freundschaft hielt weiter unbestritten an, dann kam eine furchtbar harte Zeit, der Freund erkrankte an Krebs, und das alles hat uns noch mehr zusammengeschweisst. Jetzt sind beide in unterschiedlichen Schulen und ja der Kontakt ist weniger geworden, sowohl bei den Eltern als auch bei den Kindern, was mich grad traurig macht (ich werd dann gleich mal anrufen ;=)). Aber lässt sich nicht vermeiden. Mein Schatz hat seinen Fussballverein wo er zwei Mal die Woche hingeht, und natürlich die Schule die dreimal die Woche bis kurz nach 3 geht. Und der Weg zu seinem Freund ist eben nicht erlaufbar. Aber er wird immer einen ganz festen Platz bei uns haben, allein schon der Vergangenheit wegen. Und wir werden die Freundschaft auch weiter pflegen.

Mein Kleiner (fast 7) pflegt lose Freundschaften, mal hier mal da. Aber auch hier niemand der unmittelbar in der Nähe wohnt, ja doch ein Mädchen, aber die Mutti mag es nicht so wenn einfach mal einer vorbei schneit, und das fehlt vielleicht auch. Wir sind früher einfach losgezogen und haben geklingelt, heutzutage haben die Eltern mehr Skrupel, das es vielleicht nicht recht ist, ich weiss es nicht genau ;=).

Aber auch hier haben sich eben die Zeiten geändert, man lässt die Kinder auch nicht mehr so unbeschwert losziehen wie früher.

LG Mimi

Beitrag von sunny42 21.03.11 - 18:37 Uhr

Hallo Liebe Z.

Ein wenig kann ich Deine Beobachtungen nachvollziehen.
In meinen Augen liegt das zum großen Teil mit daran das die Kinder
sich kaum noch alleine in ihrem Umfeld bewegen dürfen.
Sie werden zum großen Teil gebracht und abgeholt.
So sind bei Verabredungen immer die Eltern und damit zu viele Personen beteiligt um es unkompliziert zu halten.

Dazu kommen bei einigen Freundinnen meiner Tochter unglaublich viele Nachmittagstermine.
Meine Große macht das schon ab und an traurig, aber das kann man nicht ändern, man kann versuchen das Beste daraus zu machen.

Liebe Grüße
Sunny

Beitrag von turmmariechen 21.03.11 - 21:31 Uhr

Vielleicht ist Dein Sohn in der Schule noch nicht auf "den" Freund getroffen? Die Klasse meines Sohnes wurde neu gemischt - da sind jetzt einige Jungs dabei, die genau auf seiner Wellenlänge sind. Sie verstehen sich blind, lachen den ganzen Tag. Es ist jetzt eine kleine Truppe die einfach zusammengehört - ohne Ärgern. Niemals würde da ein blöde Bemerkung oder ähnliches fallen. Die sind "ganz dicke" - die Chemie stimmt einfach. In der Klasse sind jetzt ca 12 Jungs im gleichen Alter. Vorher waren es 5 - also auch eher eine Zweckgemeinschaft als Wahlfreundschaft. In der 1 / 2 gab es auch viele Freundschaften aber da durfte dann auch mal der eine mal der andere nicht dabei sein...A hat B geärgert - C gehauen usw .... . Ich glaube man kann nicht grundsätzlich sagen, dass es heute keine engen Freundschaften gibt!

Beitrag von h-m 22.03.11 - 09:01 Uhr

Eine Dreier-Konstellation finde ich generell schwierig. Es artet dann doch meist in "2 gegen 1" aus. Das war in meiner Kindheit auch schon so, mit 2 Mädchen aus meiner Klasse habe ich die gleichen Erfahrungen gemacht, wie Dein Sohn heute mit seinen Freunden...

Ansonsten kann ich zu dem Thema nicht soviel sagen. Meine Tochter wächst heute in einem ganz anderen Umfeld auf, als ich damals. Ich wohnte in einem Neubaugebiet mit vielen Kindern, die man nicht nur nachmittags draußen traf. Es gab auch nur einen Kindergarten, einen Sportverein und eine Grundschule dort... somit traf ich ständig nur Kinder, die ich schon aus der Nachbarschaft kannte, bis zur weiterführenden Schule. Mit meiner Tochter wohne ich jetzt in der Großstadt. Aus ihrer Kita wurde kein Kind mit ihr zusammen eingeschult. Ihre Kita-Freunde wohnen alle nicht in der Nachbarschaft, die Kita liegt nahe an meiner Arbeitsstelle und die Kinder dort kamen aus den unterschiedlichsten Stadtteilen. Es gibt jede Menge Angebote für die Kinder, eine Vielzahl an Sportvereinen, so dass sie überall auf "neue" Kinder trifft.