Frage zu Steuererklärung

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Beitrag von netthex 22.03.11 - 09:24 Uhr

Hallo

sollte ich falsch sein > bitte verschieben - Danke !

ich war gestern bei einer alten Freundin ( verheiratet , er arbeitet , sie Hausfrau + 1 Kind ) , welche ich Jahrelang nicht gesehen habe und per Zufall beim einkaufen wieder getroffen habe !
Wir haben über alles gesprochen und nun mache ich mir so meine Gedanken
Sie erzählte mir , dass sie seit guten 6-7 Jahren keine Steuererklärung gemacht hat !
Normalerweise macht sie diese selber für sich und ihren Mann und hat auch immer sehr gut zurück bekommen
Sie meint sie hat noch nie nachzahlen müssen
dann wurde sie Krank , der Kleine kam ... und die Steuererklärung wurde nicht gemacht und das Finanzamt hat auch nie nachgefragt oder sonstiges !
Nun wurde sie gerne wieder die steuererklärung machen
und weiss nicht für wieviele Jahre sie nachmachen kann oder ob sie jetzt Ärger bekommen , weil sie eben die Jahre nichts abgegeben hat !
Beim Finanzamt traut sie sich nicht anzufragen

kennt sich jemand aus ?
kann sie so ohneweiters die Steuer für 2010 machen ?
und für welche Jahre noch ?
drohen ihr nach der Steuererklärung eine Strafe für die nicht gemachten Jahre ????

ich danke schonmal und gebe eure Infos weiter

Gruss
Beate

Beitrag von thea21 22.03.11 - 09:33 Uhr

Kurz und knapp erklärt: hat man nur Arbeitslohn auf Lohnsteuerkarte ohne weitere Ausnahmen, so ist durch den Lohnsteuerabzug bereits die Einkommensteuer abgegolten, eine Einkommensteuererklärung muss dann nicht abgegeben werden. Hat jemand aber Einkünfte oder zusätzliche Einkünfte außer Arbeitslohn, so wird bspw. bei Vermietung kein Steuerabzug vorgenommen. In diesen Fällen besteht die Pflicht zur Abgabe einer Erklärung, weil die Einkünfte mehr als 410 € betragen (sh. § 46 EStG).

Beitrag von netthex 22.03.11 - 10:02 Uhr

Danke für deinen Beitrag
noch eine Frage :
ist Lohnsteuer und Einkommenserklärung ein Unterschied
ich glaube nämlich sie machen eine einkommenserklärung !!!

ich persönlich , kann ihr nicht helfen
weil unsere lassen wir machen - ich habe keine Ahnung

Beitrag von thea21 22.03.11 - 10:04 Uhr

Iss das gleiche

Beitrag von thea21 22.03.11 - 10:51 Uhr

Aber SIE arbeitet doch nicht.

Beitrag von purpur100 22.03.11 - 11:13 Uhr

Der frühere Lohnsteuerjahresausgleich heißt seit einiger Zeit Antragsveranlagung, geregelt in § 46 Abs. 2 EStG.

Die (freiwillige) Antragsveranlagung kommt nur in Frage, wenn

- Arbeitslohn bezogen wurde und die Einkünfte aus anderen Quellen (Vermietung, selbständige Tätigkeit etc.) und die Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen (Mutterschaftsgeld, Arbeitslosengeld etc.) insgesamt nicht mehr als 410 Euro waren
- kein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen war
- bei Eheleuten weder Klasse V noch Klasse VI gegeben war
- und einige andere hier weniger wichtige Bedingungen, die in der genannten Quelle stehen.

Eine Einkommensgrenze wie beim Lohnsteuerjahresausgleich gibt es nicht mehr.

"Die Frist für die Abgabe einer freiwilligen Steuererklärung (Antragsveranlagung), betrug bis 2007 gemäß § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG zwei Jahre. Seit dem Wegfall dieser Regelung zum Jahresanfang 2008 gilt die allgemeine Festsetzungsfrist nach § 169 Abs. 2 Nr. 2 der Abgabenordnung, die vier Jahre beträgt."
http://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuererkl%C3%A4rung

Beitrag von tine1503 22.03.11 - 10:23 Uhr

Hallo,

ich kann Thea hier nicht so ganz zustimmen.

Sollten Deine Freunde die Steuerklassen 3 und 5 haben, wovon ich ausgehe, da sie Hausfrau ist, sind sie sehr wohl verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben, auch wenn nur auf Lohnsteuerkarte gearbeitet wurde.

LG

Beitrag von miau2 22.03.11 - 11:57 Uhr

Hi,
es gibt Gründe, die zur Abgabe verpflichten.

Z.b. die bereits genannten - Lohnersatzleistungen (Mutterschaftsgeld, Elterngeld, Krankengeld, Kurzarbeitergeld, ALG1...) über 410 Euro/Jahr oder die Steuerklassenwahl 3/5.

Sie sollte also zunächst mal klären, ob sie zur Abgabe verpflichtet war.

M.W. nach gibt es unterschiedliche Fristen - wer freiwillig eine abgibt kann die m.W. nach für einige Jahre rückwirkend machen, Fristen findet google sicher schnell.

Wer eine hätte abgeben müssen, das aber nicht gemacht hat muss glaube ich schlimmstenfalls mit einem Versäumniszuschlag auf eventuelle Nachzahlungen rechnen. ohne Gewähr.

Wenn sie eine machen müsste kann sie schon davon ausgehen, dass es irgendwann auffällt. Und die Ausreden (kleines Kind...) zählen dann nicht wirklich als Grund.

Also, erst mal prüfen, ob sie überhaupt zur Abgabe verpflichtet war/ist.

Wenn nein - so weit wie möglich rückwirkend machen, denn die meisten, die nicht verpflichtet sind bekommen etwas wieder. Sie kann es sich ja vorher ausrechnen (also vor der ABgabe) und dann entscheiden.

Wenn ja - hm, keine Ahnung, ich denke, ICH würde mich in dem Fall mit einem Steuerberater in Verbindung setzen.

Viele grüße
Miau2

Beitrag von netthex 22.03.11 - 12:23 Uhr

oki !
aber wann ist man verpflichtet eine zumachen
bei Petra ist das so
er arbeitet ( Arbeiter mit firmenwagen zahlt der Arbeitgeber )
sie kein Einkommen
1 Kind
wohnen zur Miete
haben keine Alimente oder Renteneinkünfte ..
haben immer zurück bekommen
und haben ganz normal jährlich die Unterlagen zugeschickt bekommen vom Finanzamt , nur eben nicht gemacht
es kam keine Aufforderung

sorry , ich habe absolut keine Ahnung
und wollte ihr nichts falsches erzählen

Beitrag von miau2 22.03.11 - 17:31 Uhr

Hi,
Purpur100 hat dir die Frage schon beantwortet...

nur, weil keine aufforderung kommt heißt das nicht, dass man keine abgeben muss.

viele Grüße
miau2