vielleicht habt ihr eine meinung, brauch mal rat

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von matsel 22.03.11 - 11:19 Uhr

hallo mädels,
folgendes: eine freundin hat vor eiin paar jahren ein scheinbar gesunde kind zur welt gebracht. es verstarb nach kurzer, schlimmerwerdender krankheit nach ca. 3monaten.#kerze es stellte sich dann raus das es was genetisches ist. nun ist sie wieder schwanger und läßt sich bzw das kind auf diese krankheit untersuchen. falls jetzt kein befund gemacht wird, muß sie in 3-4 wochen nochmal zum test. nach ihren aussagen werden sie sich, wenn die krankheit wieder da sein sollte, für einen spätabort entscheiden.
ich werde mir nicht anmaßen über meine freundin zu urteilen, denn wir haben zwar alle den emensen verlust gespürt und miterlebt, können aber nur erahnen wie es den eltern gegangen sein muß. dennoch kann ich mich von meinem hiesigen standpunkt aus, nicht mit option eines spätaborts anfreunden. das kind würde auf jeden fall wenige wochen nach der geburt versterben. so oder so, und mit meinem persönlichen zwiespalt, weiß ich allerdings nicht wie ich meiner freundin entgegentreten soll. ich habe ihr für den test alles gute gewünscht und hoffe soo sehr, das dieser gut ausfällt.
was köönt ihr mir raten bzw was hättet ihr euch in euren schweren momenten gewünscht. ich finde dieses bange warten so furchtbar.
danke

Beitrag von boujis 22.03.11 - 11:31 Uhr

Hallo,

Deine Freundin wird sich die Entscheidung nicht leicht gemacht haben.
Aber seinem eigenen Kind beim sterben zu zusehen und die Schmerzen mit zu erleben, ist das schlimmste, was Eltern passieren kann.
Wenn eine Chance auf Heilung bestehen würde, würde sie sich wahrscheinlich für Ihr Kind entscheiden.
Die Entscheidung für einen Spätabort zu treffen, wird sehr schlimm werden, aber dann schläft das Kleine ein. Für die Eltern ist das eine Katastrophe und dann brauchen sie Freunde, die nicht Urteilen, sondern für sie da sind, denn Vorwürfe werden sie sich selber machen.
Hier geht es nicht "nur" um eine Behinderung, sondern um die Lebensfähigkeit, dass solltest Du bedenken.

Ich wünsch Euch viel Kraft in der kommenden Zeit, denn auch bis die Ergebnisse da sind, ist schon schlimm. Sei für Deine Freundin Halt, denn den braucht sie jetzt.

LG

Beitrag von matsel 22.03.11 - 11:42 Uhr

danke für deine worte.
es wird wohl ein spezialultrschall in einer uniklinik gemacht und das ergebnis ist eigentlich sofort da. also nicht wie bei einer fw-untersuchung.
dennoch list man ja auch viel negatives über herbeigeführte spätaborte. bei denen kinder noch lebend waren oä. das schreckt mich so ab, auch die vorstellung dieses "vorgangs".
wie gesagt, ich will mir auch nicht anmaßen über meine frendin zu urteilen, das steht mir gar nicht zu.
lg

Beitrag von kimsophie74 22.03.11 - 12:12 Uhr

Hallo,
ich kann dir kaum raten wie du mit deiner Freundin umgehen sollst... es wäre das Beste einfach für sie da zu sein in dieser schwierigen Situation. Ich denke wie meine Vorschreiberin, gäbe es eine Chance für ein Überleben des Kindes, auch mit Behinderungen ,würde die Entscheidung vielleicht anders ausfallen.

Ich kann dir aber von meiner Erfahrung berichen, denn ich habe einen Spätabort hinter mir. Ich habe bei 20+6 SSW erfahren das unser Sohn eine schwere Fehlbildung des Urogenitaltraktes hatte, keine Nieren vorhanden waren und keine Harnleiter, ich hatte schon kein Fruchtwasser mehr und die Vereinbarung mit dem Leben (wie die Ärzte so schön sagen) war nicht gegeben. Unser Sohn hätte vielleicht ein paar Minuten gelebt und wäre dann eingeschlafen (ob friedlich oder nicht, weiss ich nicht) Es war die schlimmste Erfahrung, bzw. Entscheidung meines Lebens, aber aus heutiger Sicht (es ist jetzt ca. 14 Monate her) war es (für uns) die richtige und ich stehe dahinter.
Ich habe unseren Sohn ganz normal entbunden, die Geburt wurde eingeleitet und sonst wurde nichts unternommen, also keine Spritzen um das Kind schon vorher zu töten, etc. was man so hört. Es war eine würdevolle und liebevoll begleitete Geburt. Auch hinterher wurde unser Sohn sehr, würde- und respektvoll behandelt, wir hatten Zeit Abschied zu nehmen und er wurde dann auch bestattet.
Ich will damit nur aufzeigen, das ein später Abbruch nicht soooo schlimm stattfinden muss, wie man es manchmal hört.
Aber auch ich habe damals von einigen Leuten hören müssen, das ich doch hätte warten sollen und mein Kind selber entscheiden lassen wann es gehen will. DAs hat mich sehr verletzt, denn ich glaube, man kann diese Situation nur nachvollziehen und empfinden wenn man selber grad drin steckt.

Du musst die Entscheidung deiner Freundin ja nicht akzeptieren können, nur versuche sie zu respektieren. Es ist keine leichte Entscheidung, die man da trifft, aber letztlich wird auch eventuelles Leiden des Kindes verhindert, das Leiden der Eltern wird andauern.

Ich drücke aber natürlich die Daumen, das es dazu nicht kommen wird und sie ein gesundes Kind bekomen wird.
Sorry, ist etwas lang geworden, aber das Thema beschäftigt mich immer sehr...
LG
Petra

Beitrag von dia111 22.03.11 - 16:01 Uhr

Hallole,

also wir haben in der 21SSW damals erfahren das unsere Maus krank sein wird, und alles sagten das wir entscheiden sollen ob wir sie bekommen oder nicht.
Wir haben uns sowohl aufklären lassen, was ist wenn sie Geboren wird, und was wenn wir einen Spätabort herbei führen.

Für uns war das dann eigentlich keine Entscheidung, aber unsere Maus hätte viele OP´s gebraucht, ob sie die als Frühchen überlebt hätte,wäre auch fraglich gewesen.

Aber uns klärte man auch auf, wenn wir und doch für eine Abtreibung entscheiden, das sie nicht mitbekommen wird, einfach einschläft.

Doch unsere Maus entschied alleine, in der 22SSW setzten Wehen ein.....

Ich weiß nicht was schlimmer wäre, ein Kind mit den Qualen zu sehen bis dann es doch einschläft oder so.
Ich bin auch nicht wirklich für Abteibung, aber ich weiß vor was für eine Schwere Entscheidung deine Freundin steht.

Hoffe das das Ergebnis positiv ausfällt.

LG
Diana