Bin schwanger, bin fassungslos...

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von 2fach Mama 22.03.11 - 14:23 Uhr

Hallo Ihr!

Bin am Boden zerstört. Bin tatsächlich schwanger.

Also kurz zur Vorgeschichte. Ich habe bereits 2 Kinder (4 J. und 9 M.). Fürs erste Kind haben wir über ein Jahr geübt, fürs Zweite sogar fast 2 Jahre.

Prognose der Ärzte: schlechtes Spermiogramm, mein Gelbkörperhormon zu wenig vorhanden = Chance kaum vorhanden

Haben bei Nr. 2 sogar einmal mit Spritzen versucht schwanger zu werden, letztendlich hat es mit Ultrogest geklappt.

Nun wollten wir natürlich kein 3. Kind und ich hatte zwei verschiedene Pillen die ich beide sehr schlecht vertragen haben. Habe die letzte Pille Mitte Januar abgesetzt und hatte dann zweimal meine Regel ganz normal (Zyklus wie immer 26 Tage). Dazu zu sagen, wir hatten 1/2 Jahr gar keinen Sex mehr, keine Lust, Zeit nicht da, war einfach abgemeldet.
Im letzten Zyklus habe ich wie die letzten 5 Jahre!!! meinen Zyklus beobachtet und hatte um den 16. ZT spinnbaren Zervix und auch sonst alle Zeichen fürn ES. Daher haben wir auch nichts miteinander gehabt. Am 22. ZT hat es uns dann doch überkommen, da wir davon ausgingen, dass ich eh bald meine Mens. bekomme, haben wir nicht verhütet. Allerdings war wohl der ES erstmals ne Woche später :-[ und wir haben anscheinend das eine einzige Mal mit schlechten Werten gehabt und genau getroffen #heul.
Bin heute wohl ca. ES+10 oder 11 #kratz, der Frühtest war heute morgens (kein Morgenurin!) leicht positiv, war direkt beim FA danach, Bluttestergebnisse gibt es 16 Uhr. Sie hat auch den Test angeguckt und meinte sieht positiv aus auf dem Ultraschall war natürlich nichts zu sehen. Achso Schmierblutungen habe ich hin und wieder.

Bin völlig fertig, nur noch am Heulen. Wir sind quasi mittellos, haben gerade erst unser letztes Geld in den Umbau der Wohnung gesteckt (von 3 auf 4 Zimmer) und nun das. Ganz ehrlich ich wollte und will niemals 3 Kinder. Mein Mann steht voll hinter mir.

Nun gehen meine Gedanken natürlich zu einem Abbruch. Habe schon den Termin zur Beratung und den Termin für den medikamentösen Abbruch (da es ja noch sehr früh ist). Nur ist der erst in einer Woche und ich habe so Angst wie ich es bis dahin aushalten soll. Ich kann an nichts anderes mehr denken, bin völlig fertig und habe Angst nichts mehr hinzubekommen.

Kann mich irgendwer hier bissel aufbauen? Wirklich es muss mit dem Teufel zugegangen sein!

Danke fürs Zuhören,
muss erstmal Heulen :-(

Beitrag von stefannette 22.03.11 - 14:31 Uhr

Hm,ich kann mir vorstellen,dass es erst mal ein Schock ist. Damit muß man erst mal umgehen und das sacken lassen.Danach kannst Du in Ruhe mal nachdenken! Laßt Euch vernünftig beraten,vielleicht gibt es ja doch eine Lösung.
Auch 3 Kinder sind zu schaffen,zu lieben und zu ernähren;-)
Wir haben auch wenig Geld (nur ein Arbeiterverdienst). Wenn man alle Zuschüsse nimmt die man kriegt,dann kommt man sehr gut über die Runden.
Ich hoffe Du triffst eine Entscheidung mit der Du gut leben kannst!!#liebdrueck
LG Annette (mit 5 Kids)


Beitrag von mindgames 22.03.11 - 15:05 Uhr

Bei allem Verstaendnis fuer Deine emotionale Verfassung momentan finde ich es schon etwas bedenklich, dass Ihr die ersten zwei Kinder unbedingt und mit allen Mitteln haben wolltet und dieses (3.) kleine Wunder nun innerlich so ablehnt.

Atme mal tief durch, lies Dir Dein Posting nochmals durch und ich hoffe, dass Du dann einsiehst, dass in diesem Falle eine Abtreibung sehr bizarr waere.

Gruesse
Mindgames

Beitrag von me310 22.03.11 - 15:19 Uhr

Hallo erstmal #liebdrueck und Kopf hoch.

"polediana" eine Frau, hier aus dem Forum ist wohl auch in dem Zwiespalt, in dem Du steckst, gewesen.
Ich habe hier einmal Ihre Worte nach dem Abbruch reinkopiert:

ich hatte vor fünf wochen mal hier gepostet, ich war ungeplant schwanger geworden.
er wollte das kind nicht, ich hab selbst keine familie und hab mich nach wochenlangem ringen mit mir selbst entschieden, mein kind wegmachen zu lassen, am vorletzten mittwoch.

die erste woche war kaum erträglich, ich hab noch nie so einen tiefen schmerz gespürt, ich hatte nur einen gedanken und wunsch, ich wollte mein kind wieder!
egal wohin ich gegangen bin, alles hat mich an die letzte zeit mit meinem kind erinnert. und plötzlich bist du wieder leer und alleine. es nimmt ja an deinem leben teil, ist immer dabei und man gewöhnt sich dran, wenn auch nur unterbewußt.

ich kann heute die ermahnungen der schreiberinnen hier begreifen, vorher bin ich dafür blind gewesen und ich wünschte mir nur eins, nochmal die chance haben die du hast, die möglichkeit alles noch in der hand zu haben...
für mich würde es nie einen freitag geben. es war der größte fehler meines lebens.

ich weiss es ist schwer nachzuvollziehen wenn man es nur erklärt bekommt, aber bitte überleg dir gut was du tust, du könntest unter umständen in ein paar wochen alles anders sehen, oder wie jetzt bei mir, dass sich plötzlich alle knoten platzen die ich vorher als problem gesehen hab!

nach dem abbruch ist mir eigentlich nur eine total unbeschreiblich schmerzhafte leere geblieben. meinen klitekleinen bauch hatte ich noch eine woche danach. ich hatte ihn gern weil er mich an die glücklichste zeit erinnert. ich hab ihn ganz stolz durch die gegend getragen, auch wenn man fast nichts gesehen hat. vorher hat er mich nur gestört....
wie sich die dinge ändern...

Kopf hoch, Du/ Ihr werdet die Situation sicher meistern und da wo 2 satt werden werden auch 3 satt!

Und noch etwas, sicher verstehe ich Deine Verzweiflung! Aber was ist schlimmer? Schwanger zu sein, oder unheilbar krank?

LG

Beitrag von anita2009 22.03.11 - 18:50 Uhr

Fühl dich erstmal ganz doll gedrückt. Es ist bestimmt eine ganz ganz schwere Entscheidung.
Aber vielleicht solltest du auch über andere Alternativen nachdenken. Z. B. die Freigabe zur Adoption. Es gibt viele Paare, die keine Kinder bekommen können oder auch die Pflegschaft d.h. dein Kind wäre nur vorübergehend in einer Pflegefamilie u. ihr hättet totzallem Kontakt zum Kind.
Gib das kleine Wesen nicht gleich auf. Ich glaube nämlich auch, dass man eine Abtreibung nicht so einfach verkraftet, erst recht nicht, wenn es "nur" aus finanziellen Aspekten sein soll. Ich bin kein Gegner von Abtreibung - das muß jeder für sich selbst entscheiden, aber dann auch sein ganzes Leben damit klarkommen. Kannst du das?? Du bist schon Mutter und weißt wie sich eine SS anfühlt, eine GEburt - ein kleines hilfloses Baby.
Denk ein paar Minuten darüber nach.
Gruß Anita

Beitrag von liebes11 22.03.11 - 19:52 Uhr

Hallo,

gerne möchte ich mich anschließen, und Dich versuchen aufzubauen.
Ihr habt so viel getan, um Eure beiden tollen Kinder zu bekommen, und jetzt wird Euch ein drittes geschenkt.
Es ist wohl schwierig, sich dass alles logisch vorzustellen, du weißt nicht, wie ihr das finanziell und wohnlich schaffen sollt, aber ich glaube in dir steckt so viel Liebe, dass du diese Herausforderungen stemmen kannst.
Du hast jetzt schon so viel geschafft, und darauf kannst du verdammt Stolz sein, siehe wie Du für das Leben deiner Kinder gekämpft hast.

Überlege Dir was ein Abbruch bedeuten würde, es sind nicht einfach dann alle Probleme weg und alles ist bestens, meistens hat man sein Leben lang mit so einem Abbruch zu kämpfen.

HAb keine Angst, ihr schafft auch ein drittes Kind, und auhc hier gibt es Hilfe und Unterstützung.

Wenn du weitere Unterstützung brauchst, melde dich über eine private Nachricht bei mir.

Beitrag von sunflower5 22.03.11 - 20:53 Uhr

Vll schafft ihr es doch, euer Wunderkind anzunehmen und zu genießen!

Wenn sich dein Mann dann einer Vasektomie unterzieht, bleibt es auch das Nesthäkchen!

Würde ich euch wünschen!

Beitrag von hoffnung2011 23.03.11 - 10:36 Uhr

du wirst deinen Weg gehen. ich werde dir nur einen erzählen. Unser erstes Kind kam nach 7 jahren Ehe per künstliche Befruchtung zur Welt. Da mich diese Schwangerschaft meine Gesundheit kostete, durfte und wollte ich keine Kinder mehr haben. Es gab kein Grund zum verühten, weil mein Mann offiziel OAT III hat und ich keine mens...joo und zudem ..na ja..es war Jahr 2010, wir bauten grade. Wir schliefen in den ersten 4 moanten exakt wzweimal miteinader..jaaaa...ich sollte ins KH eingeliefert werden, weil ich nichts mehr essen konnte. Die Ärztin wußte, dass bei mir einer SS ausgeschlossen ist und sie fragten och im Spass: kann es wikrlich nicht sein, dass sie schwanger sind ? ich war ihr böse..hm..

Ich wollte die Abtreibung...mein Mann stand voll hinter mir..ich ließ mir sehr viel Zeit. Ich kann die schnelle Entscheidung verstehen, man soll aber so eine Entscheidung nie schnell treffen, weil es eine schwerwiegende Entscheidung ist..

jo, ich war auch bei der Beratungsstelle..Die Dame ganz klar, ich soll abtreiben. ja , ich machte für die 12 woche ein Termin aus....

Feigling..ich konnten icht hin. Was kann ein baby für meinen Unfall...?
Ich hätte es tun sollen, es wäre vernünftig gewesen. ich konnte aber nicht.

Die SS lief bis zur 2o ssw normal. Dann kamen sehr große gesundheitliche probleme (wie erwartet) und die Rest war Hölle. Erneute Traumatisierung.

jo, alles und ich bin durch die Hölle gegangen...alles kann man irgendwie vergessen. ich wollte nicht zwei kinder, habe sie jetzt. Unser haus wurde nur für uns drei gedacht, auch das schaffen wir.

Es passieren Dinge, die so häufig vorkommen, die uns der Chefarzt sagte. Egal (!!!) wie du dich entscheidest, ich hoffe nur, diese Entscheidung wird niht ZU schnell..

und übrigens..wie erwartet ist meine Gesundheit im Eimer. Manchmal könnte ich vor Müdidkeit schreien, ob es aber gerade deswegen ist..

MEIN KIND IST EIN ENGEL, ein so supersüßer einfachgestricker Engel. Ich bin so froh, ich war feige..

ich halte ir die Daumen, dass du hiter deiner Entscheidung stehen kannst!!!

Beitrag von cla79 24.03.11 - 10:14 Uhr

Hallo, meine Antwort kommt etwas spät, aber ich hoffe du liest sie noch...

Vor gut einem Jahr war ich in etwa derselben Lage wie Du.
Es war Jänner 2010....alles war in Ordnung....unser Sohn war 10 Monate alt, ich ging wieder für einige Stunden arbeiten, war also rundherum zufrieden. Ein zweites Kind war kein Thema, irgendwann dann schon, aber so knapp hintereinander wollte ich schon gar keine Kinder. Für mich war der ideale Abstand so plus/minus 3 Jahre.

Ich dachte auch, dass ich meinen Zyklus im Griff hatte und verzichtete daher auf eine hormonelle Verhütung. Wir hatten im Jänner 2010 genau 1x das Vergnügen und schwuppdiwupp hatten wir eine Punktlandung.
Ein/zwei Tage später dachte ich mir noch, ob vielleicht doch was passiert sein könnte und wollte mir schon die Pille danach holen, aber ich habs dann doch nicht geholt, weil "einmal" wird wohl nicht gleich schwanger heissen.

Mitte Februar wartete ich dann auf die Mens, vergeblich, und jeden Tag hoffte ich, sie soll doch bitte kommen und bei jedem zwicken im Bauch dachte ich mir freudig sie kommt. Nein - sie kam nicht.
Der SST brachte dann nur noch das Ergebnis schwarz auf weiss, was ich dann eh schon gewusst hatte. Mein Freund freute sich total, nur ich nicht. Ich war am Boden zerstört - heulte - heulte - heulte und bereute sogar, dass ich nicht die Pille danach geholt habe.

Jetzt ein Jahr später finde ich meine Gedanken damals beschämend. Ja ehrlich, ich schäme mich dafür und bin so glücklich, dass alles so gekommen ist. Man ist ja Gott sei Dank 9 Monate schwanger.
Wir haben 2 wundervolle Kinder, knapp beinander, aber wenngleich es auch momentan etwas unruhiger zugeht, so bin ich mir sicher, dass es für uns alle ein Segen ist.

Wie immer Du dich entscheidest, denk gründlich darüber nach und frage Dich auch, ob Du zukünftig mit dieser Entscheidung leben kannst.
Alles, alles Gute.
Lass mich wissen, wie Eure Entscheidung aussieht.
LG

Beitrag von 2fach Mama 24.03.11 - 12:34 Uhr

Hallo Du!

Nunja meine Entscheidung habe ich getroffen und werde das "Kind" (bin ja erst in der 4. SSW) nicht bekommen. Wir heute bei der Beratungsstelle und habe schon nächste Woche einen "Termin" und wenn man da was auf dem Ultraschall sieht, geht es los.

Weißt du ich würde wenn ich mich anders verhalten würde in meinen Augen einfach verantwortungslos sein. Ich bin seit 6 Jahren in keinem festen Arbeitsverhältnis mehr gewesen. Gut zwischendurch hatte ich einen Nebenjob den ich in meiner letzten SS verloren habe und ich möchte einfach nicht mehr immer von Ämtern leben, ich möchte wieder arbeiten und habe sogar schon ein Angebot für Ende des Jahres und dann auch noch einen Krippenplatz der hier echt ne Rarität darstellt.
Mein Mann verdient sehr schlecht und war schon zweimal kurz vorm Rausschmiss und ich hätte sehr Angst, dass ich dieses "Kind" für alles Unglück verantwortlich machen würde, was so kommt oder gar hassen könnte.

Für mich bzw. uns (mein Mann würde wenn er ich wäre auch so entscheiden!) ist unsere Familie komplett und wir möchten nicht alles komplett über den Haufen schmeißen um uns nachher für ein Kind einzurichten, was jetzt noch nicht mal ein Herzchen hat.
Wäre ich im 3. Monat oder so dann wäre es auch anders vielleicht aber so?!

Habe zwar Angst vor dem Abbruch, wegen der Nebenwirkungen aber ich fühle jeden Tag mehr, dass es richtig ist. Und klar kann man alles irgendwie hinbekommen aber die Frage ist will man das auch und ich kann es eben nicht.

Lieben Gruß!

Beitrag von cla79 28.03.11 - 21:25 Uhr

Hallo!

Bin wie immer etwas spät dran....

Ich wollte Dir nur noch ganz schnell alles, alles Gute wünschen.
Hast Du den Abbruch schon hinter Dir?

LG#liebdrueck

Beitrag von nudelmaus27 29.03.11 - 13:07 Uhr

Hallo!

Hier antwortet dir die "2fach Mama". Habe mich entschlossen meine Tarnung ;-) aufzuheben, schließlich ist es keine Schande einen Abbruch machen zu lassen. Es geschieht ja nicht leichtfertig.

Mein 1. Termin war heute. Dachte natürlich das ich die Tabletten bekomme, war aber nur ein Vorgespräch. Der Arzt war sehr nett und hat mir gleich gesagt, ich müsse mir gar keine Sorgen machen. In der so frühen Schwangerschaft, wird es wie eine Abbruchblutung sein. Schmerzmittel gibt es auch wenn nötig und nein ich werde nicht verbluten #hicks. Hatte ja so Angst davor, weil ich nach meiner 2. Geburt deshalb bald draufgegangen wäre.

Das Gespräch hat mich bestärkt und auch dachte ich dass ich die ganze Hinfahrt weinen muss, komischerweise kam keine Träne. Also anscheinend hat mein Kopf und mein Herz einen guten Weg miteinander gefunden.

Wenn du willst drück mir die Daumen, Glück können wir brauchen.

Gruß, Nudelmaus (mein Mann hat gestern auch noch auf der Arbeit einen elektrischen Schlag abbekommen und war im KH, zum Glück ist nichts weiter passiert!)