Einzelkind vs. Geschwister

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von quasiratlos 22.03.11 - 14:55 Uhr

Hallo,

vorneweg, ich möchte hier niemanden verurteilen oder sagen, das eine wäre besser als das andere.

durch viele Gespräche mit meinem Partner wollte ich nur eure Meinung hier mal hören bzw. Erfahrungen.

Mein Eindruck ist, dass Einzelkinder nicht (wie oftmals gerne) verzogen oder verwöhnt sind.
Vielmehr ist es so, dass es ihnen scheinbar schwieriger fällt, sich mit anderen mehr auseinanderzusetzen, mancher Verzicht ist schwerer.
Aber auch die Eltern sind sehr auf halt nur dieses eine Kind bezogen...konkret bei mir und auch bei zwei Freundinnen, dass die Eltern des Einzelkindes (vor allem Mütter bei Söhnen) nicht so schnell ein weiteres Kind (bzw. Schwiegertochter) annehmen können oder sich umgewöhnen.

Ich bin sehr froh, Geschwister zu haben, im "Kampf" gegen die Eltern war das sehr wirkungsvoll ;-) aber einfach auch was das soziale Training und Miteinander auf gleicher (Berechtigungs-)ebene angeht.

Was meint ihr so dazu?

Beitrag von Kann ich nicht so sagen 22.03.11 - 15:00 Uhr

Vielmehr ist es so, dass es ihnen scheinbar schwieriger fällt, sich mit anderen mehr auseinanderzusetzen, mancher Verzicht ist schwerer.
Aber auch die Eltern sind sehr auf halt nur dieses eine Kind bezogen...konkret bei mir und auch bei zwei Freundinnen, dass die Eltern des Einzelkindes (vor allem Mütter bei Söhnen) nicht so schnell ein weiteres Kind (bzw. Schwiegertochter) annehmen können oder sich umgewöhnen.


Meine Erfahrungen sind da anders. Ich bin ein Einzelkind. Es ist mir nie schwer gefallen, mich mit anderen auseinanderzusetzen. Und das, obwohl ich keinen Kindergarten besucht habe. Verzicht fällt mir auch nicht schwer. Ich habe nie alles in den Allerwertesten geblasen bekommen.
Meine Eltern hatten neben mir als Kind auch noch andere Interessen. Waren nicht nur auf mich bezogen. Als ich in die Schule kam ist meine Mutter wieder arbeiten gegangen.


Meine Tochter ist auch ein Einzelkind. Inzwischen 20 Jahre alt. Sie hat eine Kinderkrippe und dann Kindergarten besucht. Hatte nirgendwo Anpassungsschwierigkeiten. Sie hatte und hat schon immer sehr viele soziale Kontakte. Auch mein Mann und ich haben noch andere Interessen als unsere Tochter. Sind nicht nur auf unser "Kind" fixiert. Das wäre ja furchtbar.

Beitrag von zaubertroll1972 22.03.11 - 15:05 Uhr

Wieso schreibst Du denn in schwarz?

Beitrag von zaubertroll1972 22.03.11 - 15:04 Uhr

Hallo,

wir haben uns für ein Kind entschieden.
Unser Sohn ist nicht verzogen und nicht verwöhnt. Natürlich hat er genug und bekommt auch zwischendurch mal etwas aber das bekommen auch andere Kinder die noch Geschwister haben.
Er hat somit nicht mehr oder bekommt mehr als seine Freunde die Geschwister haben.
Er teilt, ist kontaktfreudig und beliebt. Er kann sich alleine beschäftigen aber lieber spielt er mit anderen. Natürlich ist zuhause niemand außer seine Eltern :-) Da fordert er schon seine Aufmerksamkeit aber akzeptiert auch wenn wir mal keine Lust oder Zeit haben.
Unser Sohn wächst schon behütet auf aber wir lassen auch los. Er darf alleine draußen spielen und sich in seinem Umfeld frei bewegen.
Ich denke sowas ist auch einfach eine typbedingte Entscheidung. Ich bin eher vorsichtig und schaue einmal zuviel nach meinem Sohn als einmal zuwenig. Aber ich bhin ganz sicher daß es auch mit 2 Kindern nicht anders wäre weil ich einfach so bin.
Alles in allem ist es wie überall.....es gibt für beides Vor-und Nachteile. Geschwister sind kein Garant dafür daß man später immer jemanden hat der zu einem steht und auf den man sich verlassen kann. Ich kenne viele Beispiele dafür.

LG Z.

Beitrag von hullifan 22.03.11 - 15:31 Uhr

Ich persönlich denke, dass es Einzelkinder grundsätzlich immer besser haben ;-)
Ich kann es z.B. auch nicht nachvollziehen, dass Paare Kinder bekommen und sich u.U. quälen, nur damit ein Geschwisterchen fürs Kind da ist. Es gibt Frauen, die sind zum Mutter sein geboren, die sollten ganz viele Kinder haben und es gibt Frauen, für die sind andere Dinge, wie Karriere, Reisen etc. pp wichtig, da ist doch 1 Kind super.
Ich kann auch gar nicht verstehen, wieso eine Mutter mehr auf ein Kind bezogen sein soll, wenns nur eins ist, entweder Frau ist Glucke oder nicht, das hat m.E. nix mit der Anzahl der Kinder zu tun.
Wir haben ein Einzelkind und das von Herzen und was sich in meinem Umfeld immer wieder gezeigt hat, gerade in Bezug auf Geschwister... Freunde kann man sich aussuchen - Familie nicht #winke

Beitrag von marama 22.03.11 - 20:04 Uhr

genauso sehe ich`s auch--> hullifan ;-) gut geschrieben!
lg

Beitrag von zaubertroll1972 22.03.11 - 20:34 Uhr

jepp

Beitrag von cinderella2008 22.03.11 - 20:39 Uhr

Toll geschrieben und so wahr!

Beitrag von widowwadman 22.03.11 - 22:09 Uhr

Man kann auch mit 2 Kindern noch Karriere haben (wenn man nicht zu denen gehoert die pro Kind 3 Jahre mit dem Arsch zuhause bleiben)

Beitrag von juju0980 22.03.11 - 15:51 Uhr

Ich bin mit dem tollsten Bruder der Welt aufgewachsen und wollte viele Situationen und GEspräche auch im Erwachsenenalter nicht missen. Und ich habe noch 2 Stiefgeschwister dazu bekommen (da waren wir alle aber schon 20 aufwärts) - super Sache!

Ich würde kein Einzelkind wollen wenn ichs denn planen könnte!

Beitrag von bemmchen 22.03.11 - 16:04 Uhr

das muss nicht unbedingt sein...ich war 11 jahrelang einzelkind...mir wurde aber von anfang an beigebracht mit anderen zu teilen, usw...ich habe dadurch nie diese "schweren verluste" kennengelernt...dann kam meine schwester....ich muss sagen das ich durch diesen riesigen altersunterschied von anfang an keinen bezug zu ihr hatte und das hat wirklich nix mit zu tun das sie mir meine eltern wegnimmt oder sonst was oder nun mehr aufmerksamkeit hatte...nicht im geringsten...ich hatte nur nicht so den draht zu ihr und habe es bis heute nicht...wohingegen bei meinem bruder der 3 jahre nach meiner schwester zur welt kam ich von anfang an hellauf begeistert war und nach wie vor einen sehr sehr guten draht zu ihm habe

wir 3 haben dennoch nie zusammen gehalten oder halten es...jeder ging seinen weg wie er es für richtig hielt und keiner hat sich in die streiterein der anderen beiden reingehangen

und das phänomen einzelkind und verwöhnt kenne ich auch, ein guter bekannter ist einzelkind und hat schon von klein auf die dinge förmlich in den arsch geschoben bekommen...

Beitrag von ippilala 22.03.11 - 16:06 Uhr

Mein Partner ist Einzelkind und bei den Eltern seines Vaters auch Einzelenkel. Zu diesen Großeltern hatte er den meisten Kontakt. Damit war er auch Einzelneffe für Onkel und Tante. (zu anderen Tanten, Onkel etc. nur selten Kontakt).

Seine Mutter hatte nie Promleme mich anzunehmen oder eine seiner Exfreundinen. Viel mehr empfinde ich sie besonders freundlich gegenüber Kontakten von ihm, eben weil sie nur einen Sohn hat. Mit ihm sollte sie es sich also nicht verscherzen, indem sie etwas gegen seine Partner sagt oder gar tut.

Mit anderen kann er sich hervorragend auseinandersetzen. Zum Verzicht fällt mir wenig ein. Ich finde nicht, dass er mehr oder weniger verzichtet als andere bzw. als ich (mit Schwester).

Hingegen bin ich der Meinung, dass er serwohl verwöhnt wurde. Allerdings trägt diese Verwöhntwerden meiner Erfahrung wesentlich mehr zur Selbstständigkeit bei, als wenn Kinder "viel" tun müssen und nicht alles bekommen.




Ich finde man erkennt sehr selten, ob jemand Geschwister hat oder nicht. Das heißt dann wohl, dass Geschwister doch nicht so einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung haben.

Beitrag von agostea 22.03.11 - 16:20 Uhr

Ich denke, wenn ein Einzelkind irgendwo neben der Spur läuft, dann hat das weniger mit dem Faktor "Einzelkind" zu tun.

Es wird evt nur eben gern als Grund genommen....

"Hach ja, der Jan - Hendrik ist halt ein Einzelkind, kein Wunder, das der so drauf ist...verzogenes Balg."

Gruss
agostea

Beitrag von sillysilly 22.03.11 - 21:32 Uhr

Hallo

genau -

so wir die armen Mittelkinder - die ja alle ein Fall für den Psychologen werden - weil sie ja immer in der Familie übersehen werden

Grüße Silly

Beitrag von sneakypie 22.03.11 - 17:06 Uhr

Ich finde schon, dass es einen Einzelkinder-Stempel gibt.
Verzogen und verwöhnt? Vielleicht weniger - obwohl ich da auch einige Exemplare kenne - aber daran gewöhnt, ungeteilte Aufmerksamkeit zu besitzen. Und weniger daran gewöhnt, Kompromisse auszuhandeln. Auch wenn natürlich alle Einzelkind-Eltern beteuern, dass ausgerechnet ihr Kind sozialkompatibel ist wie kein zweites und niemals bevorzugt behandelt wird.

Aber ist doch logisch: mit Geschwistern lernt man automatisch Bündnisse schmieden und wieder brechen, Waffenstillstände konstruktiv nutzen, dem Bruder ein Stück Schokolade abgeben, damit er die Barbies in Ruhe lässt. Als Einzelkind muss man solche Dinge nicht lernen - zu Hause ist kein Konkurrent und mit Freunden und Freundinnen gibt es keine derartigen Rivalitätskämpfe wie unter Geschwistern.

Inzwischen ist es eine Binsenweisheit, dass die Position, in der man in der Geschwisterreihenfolge geboren wird, Auswirkungen auf die charakterliche Entwicklung hat. Warum sollte es keine Auswirkungen haben, dass es keine Geschwister gibt? Natürlich prägt und formt das ebenso.

Ich bin jedenfalls froh über meine Geschwister. Nach jedem Todesfall in der Familie wieder besonders. Geschwister sind im Normalfall die längste Beziehung im Leben eines Menschen.

Gruß
Sneak

Beitrag von josili0208 22.03.11 - 17:14 Uhr

Ich hatte 6 Jahre ein Einzelkind, jetzt habe ich 3 Kinder.
Ich sehe eindeutig die Geschwister im Vorteil. Klar müssen sie eventuell mehr teilen, zurückstecken usw. aber ich sehe das nicht als Nachteil und meine Kinder sicher auch nicht. Sie lieben die Gesellschaft von einander und man merkt bei den Kleinen, wie sie da reinwachsen und nach und nach Verständnis entwickeln und lernen, auf den anderen einzugehen. Mein grosses Ex-Einzelkind kann das nicht besonders gut. Sie sorgen sich um einander, fühlen mit, kaufen immer für den Bruder/Schwester mit ein... meine 3 schlafen sogar in einem Zimmer, weil sie es so wollen, sie wollen nicht allein sein. Ich finde das wirklich schon, auch wenn sie sich die meiste Zeit natürlich die Köppe einhauen ;-)
Ich sehe auch um mich herum viele Erwachsene Geschwisterpaare, die einfach immer jemanden zum Anlehnen und Unterstützen haben.
Mein Mann ist Einzelkind und hat niemanden.
lg jo

Beitrag von ppg 22.03.11 - 18:56 Uhr

Ich bin Einzelkind, und das vorherrschende Gefühl meiner Kindheit war Einsamkeit.

Mein Ex - Mann ist auch Einzelkind und beschreibt seine Kindheit genauso - obwohl wir beide natürlich Freunde hatte, kindergarten und Schule besuchten etc.

Uns war immer klar, das wir niemals ein Einzelkind wollten, und haben zwei Kinder. Die sind jetzt schon groß und Rückblickend, mit einem anderen Mann villeicht, hätte ich doch gerne 4 Kinder gehabt.....Bloss da siegte dann die finanzielle Vernunft ;-)

Ute

Beitrag von sonntagsmalerin 22.03.11 - 20:17 Uhr

Geht mir genauso! Wir sind beide Einzelkinder, mein Mann und ich, und wir haben uns ganz bewusst für zwei Kinder entschieden :-)

Es hat zwar Vorteile, Einzelkind zu sein (und ich halte mich jetzt auch nicht für verwöhnt, kontaktscheu oder ähnliches), aber man ist eben schon irgendwie einsam ;-) gerade auch im Erwachsenenalter.. ich denke immer: Wenn meine Eltern nicht mehr sind, habe ich nur noch meine Kinder.. keine Geschwister...

Beitrag von Denkste:( 22.03.11 - 21:04 Uhr

Ich bin kein Einzelkind. Wenn meine Eltern nicht mehr sind, bin ich trotzdem allein. Warum? Meine Bruder ist bereits verstorben und meine Schwester ist so schwer erkrankt, daß sie nicht mehr am Leben teilnehmen kann. Wie lange sie noch bei uns ist, weiß keiner.

Mein Mann hat auch Geschwister. 6 Kinder waren sie zu Hause. Keiner spricht heute mehr mit dem anderen.

Da greift dann wieder der Spruch: Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht.

Beitrag von sonntagsmalerin 23.03.11 - 11:33 Uhr

Das tut mir wirklich sehr, sehr leid für dich / euch :-(

Ich weiß, ich kenne auch viele die sich mit ihren Geschwistern nicht verstehen - aber es gibt auch welche, die halten echt zusammen... wahrscheinlich idealisiert man als Einzelkind es einfach, Geschwister zu haben.

Beitrag von Kann ich nicht so sagen 22.03.11 - 21:06 Uhr

Das habe ich anders erlebt. Auch wenn ich Einzelkind war. Einsam habe ich mich nie gefühlt. Könnte es sien, daß Deine Eltern und die Eltern Deines Mannes da was falsch gemacht haben? Was auch immer das sei.

Beitrag von ppg 22.03.11 - 21:25 Uhr

Mag sein, aber ich kenne viele Einzelkinder , die meine Empfindungen teilen.

Villeicht bist Du die Ausnahme der Regel?

Ute

Beitrag von sillysilly 22.03.11 - 21:37 Uhr

Hallo

bin Einzelkind

bei mir war nie das Gefühl der Einsamkeit da
aber das Gefühl, daß jemand neben mir fehlt

Ich wollte gerne mal einen Ansprechpartner haben - der eben nicht meine Eltern, Mutter sind.
Jemanden im Alltag mit dem ich reden kann und der eben kein Erziehungsberechtigter ist.
Ich hatte immer viele Freunde, aber zu Hause hätte ich auch jemanden gehabt.

Und je älter ich werde, desto mehr vermisse ich Geschwister.


Achja
ich habe noch 4 Freundinnen aus der ersten Klasse mit denen ich immer noch befreundet bin, und Kontakt halte .......... und das obwohl ich jetzt doch schon 36 Jahre alt bin
Wahrscheinlich weil sie eine Art Geschwisterersatz geworden sind.

Und was auffallend an mir ist - daß ausgeprägte Bedürfniss feste Freundinnen zu haben und ja nicht alleine zu sein.
Meine Mutter hatte wenig bis gar keine Freunde, nur Arbeitskollegen aber als die dann weg fielen .........
Ich habe mir immer geschworen, so werde ich nicht .......


Grüße Silly

Beitrag von ppg 22.03.11 - 21:57 Uhr

Ja das kann ich bestätigen - ich habe ausschließlich lange Freundschaften, die älteste wird nun im August 36 Jahre alt, die nächstältere, noch aktive 27 Jahre.

Es ist die Sorte Freund, die man 3 Uhr morgens aus dem Bett klingeln und die dann helfen!



Ute

Beitrag von cinderella2008 23.03.11 - 07:52 Uhr

Hallo,

auch Geschwister garantieren nicht, einen "Ansprechpartner" neben den Eltern zu haben.

Bei mir war das jedenfalls so. Wir haben eher nebeneinander her gelebt. Konnten nicht wirklich was miteinander anfangen. Lag wahrscheinlich an dem doch recht großen Altersunterschied.

Cinderella

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