papilläres Karzinom in der Schilddrüse

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Beitrag von mokli 22.03.11 - 15:41 Uhr

Hallo!

Mir wurde vor 1,5 Wochen ein kalter Knoten und ein Teil der Schilddrüse entfernt.
Der histologische Befund ergab dass es ein papilläres Karzinom war, letzten Mittwoch kam der Anruf mit dem Befund, Donnerstag war die nächste OP.
Die Schilddrüse wurde komplett entfernt und die umliegenden Lymphdrüsen auch.

Heute kam der Anruf dass in dem, was in der zweiten OP entfernt wurde kein Krebs gefunden wurde und damit keine weitere Behandlung mehr nötig ist.

Eigentlich sollte ich erleichtert sein.

Aber irgendwie fühle ich gar nichts, alles erscheint mir so unwirklich.
Vor einer Woche hieß es plötzlich ich habe Krebs und jetzt ist auf einmal alles wieder gut?!?

Ist das normal? Ich müsste mich doch freuen. Es ist ja nicht so dass ich mich gefreut hätte wenn das Karzinom schon gestreut hätte.
Alle haben Recht behalten und "es war doch gar nicht so schlimm".
Ich bin gesund.

Warum fühle ich mich dann immer noch wie in ein Paralleluniversum befördert?

LG, mokli

Beitrag von curlysue1 22.03.11 - 17:05 Uhr

Hallo,

Du mußt den Schock erstmal verdauen, herzlichen Glückwunsch erstmal zu dem nun doch positivem Ergebnis.

Ich fühle mit Dir, ich habe ähnliches hinter mir, blos wurde bei mir gleich alles entfernt.

LG

Beitrag von mokli 22.03.11 - 21:17 Uhr

Ja, das ist irgendwie seltsam. Ich hab die Diagnose noch gar nicht realisiert und jetzt ist plötzlich alles wieder gut.

Mal abgesehen von der körperlichen Schonung wird von mir erwartet dass ich zur Tagesordnung übergehe.
Ich hoffe ich bin dazu bald in der Lage.

LG, mokli

Beitrag von miau2 22.03.11 - 17:48 Uhr

Hi,
die Diagnose "Krebs" haut einen immer um. Auch, wenn es der mit den wohl besten Heilungschancen überhaupt ist.

Da braucht man eine Weile, um das zu verdauen. Und ich gehe auch heute noch mit flauem Gefühl im Magen zur Nachsorge, obwohl ich seit okt. 2004 offiziell krebsfrei bin.

In den letzten Jahren hat sich m.W. nach an den Behandlungsempfehlungen einiges getan. Früher wurde schneller noch eine Radiojod-Therapie oder zumindest Diagnose dran gehängt, heute ist das m.W. nach anders.

ich kann dir das Forum www.sd-krebs.de empfehlen, da findest du auch ERfahrungsberichte von Patienten, wo ähnlich therapiert wurde wie bei Dir. Und auch Meinungen dazu.

Ich wurde damals nur einmal operiert, das ganze hatte schon die Lymphknoten befallen, und ich musste zwei mal zur RJT - aber seit der zweiten ist mein Tumormarker nicht mehr messbar, also alles gut, was die Schilddrüse angeht. Und die chancen, dass es so bleibt sind auch gut.

Gib dir Zeit, das ganze zu begreifen und zu realisieren. Dass du im MOment noch neben dir stehst ist total normal, und das darf auch so sein.

Viele Grüße und gute Erholung,
MIau2

Beitrag von mokli 22.03.11 - 21:08 Uhr

Danke für deine Antwort...

Du hattest mir auch schon geantwortet als ich hier vor der OP nachgefragt hatte wie so eine OP abläuft, zu der Zeit habe ich nicht damit gerechnet dass es so ablaufen wird.

Es ist irgendwie total seltsam, ich hab die Diagnose noch nicht mal begriffen und bin jetzt schon wieder gesund.
Alle erwarten von mir dass ich wieder zur Tagesordnung übergehe, abgesehen natürlich von der OP an sich wegen der ich mich schonen muss.

In dem von dir genannten Forum werde ich mich mal umschauen, danke.

LG, mokli

Beitrag von miau2 23.03.11 - 08:38 Uhr

Das Problem mit diesen Erwartungen kenne ich.

Meine Verwandtschaft hat nur "heilbar" gehört, und ist damit wieder zur Tagesordnung übergegangen.

Das ganze hatte ja für mich noch ganz andere Folgen da bei mir sämtliche Nebenschilddrüsen zerstört wurden - und ich würde sehr viel darauf wetten, dass praktisch niemand aus meiner engsten Verwandtschaft auch nur annähernd eine Vorstellung davon hat, was das für mich bedeutet und bedeuten kann. Und das ist nicht mal "heilbar", sondern bleibt.

Schon dich, und gib dir etwas Zeit, das zu verarbeiten...irgendwann kommt sicher (wie bei mir) die Erkenntnis, dass man wenn es schon unbedingt Krebs sein muss genau den richtigen erwischt hat. Aber das muss noch nicht gleich heute so weit sein ;-).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von mokli 23.03.11 - 13:24 Uhr

Ja, du hast bei dem ganzen Mist natürlich den Jackpot erwischt!
Soviel Pech kann doch ein Mensch alleine eigentlich gar nicht haben, oder?!?

Mein Kalziumwert war zwar nicht ok bei der Entlassung aus dem Krankenhaus, aber auch nicht besorgniserregend.
Wenn ich das richtig verstanden habe sind die Nebenschilddrüsen bei mir auf der linken Seite auf jeden Fall noch funktionstüchtig.

Das mit dem schonen versuch ich, fällt mir allerdings sehr schwer.
Wir haben grade den Schlüssel für unsere neue Wohnung bekommen und es ist soooo viel zu tun.
Und als der liebe Gott die Geduld verteilt hat hab ich wohl gepennt #schein

Danke für deine Antwort, ein bißchen Verständnis tut zur Zeit einfach gut!

LG, Monika